Knabenbeschneidung: Schnippschnapp, Grundgesetz ab

Das Bemerkenswerteste in den letzten Tagen, seit das sogenannte “Eckpunktepapier” des Bundesjustizministeriums “vorgelegt” wurde, jetzt der konkrete Entwurf des Knabenverstümmelungserlaubnisgesetzes, ist, dass noch immer weder das erste noch das zweite Papier der Öffentlichkeit vorliegen. (Wer es geschafft hat, sich eines der beiden oder gar beide irgendwie abzuschakalen, möge das Entsprechende hier einstellen bzw. einen Link angeben.)

Mehrere große Medien haben im ersten wie im zweiten Falle erklärt, dass ihnen die jeweiligen Texte vollständig vorlägen, aber – solange ich meine Suchmaschine auch in jede Richtung quälte, fand ich sie nicht – stets nur daraus zitiert, einzelne Passagen wiedergegeben. Famos.

Auch die Zentralräte der Sowiesos, andere Verbände und Institutionen haben offenkundig die vollständigen Papiere.

Nur der gemeine deutsche Doofmichel darf das, was schon hunderte Privilegierte begutachten durften, immer noch nicht im Ganzen sehen. (Das Justizministerium verweigerte mir als zeitgeist-Journalist, das vollständige Eckpunktepapier zu übersenden.)

So dürfen also Juden und Moslems munter loben, was sie da gesehen haben, andere es kritisieren, auf den Kommentarsträngen toben die Debatten ob der herausgelassenen Zitate und Passagen, wobei die entsprechenden Medien und Organisationen, ausgestattet mit ihrem Herrschaftswissen, die Debatten so gut wie möglich zu lenken versuchen, wahrscheinlich auch erst einmal sehen wollen, was der Volksling zu dem sagt, was sie ihm bislang geoffenbart haben.

Oder sind all diese großen Medien illegal an die Papiere gelangt, so dass sie sie jetzt nicht wagen, in Gänze zu veröffentlichen?

Recht unwahrscheinlich. Eher liegt hier ein äußerst perfides Komplott vor.

Die Sache soll, beschnittermaßen, die einen wissen, was eigentlich da, der Rest nicht, schon zutode diskutiert sein, bis sie ganz ans Tageslicht kommt. Hat einer eine bessere Idee, weshalb man so vorgeht, so möchte er sie nennen.

Verarschen kann ich mich alleine; ich werde daher dies perverse Absurdistan inhaltlich erst wieder betreuen, wenn ich den ganzen Gesetzestext habe. Irgendwann, spätestens wenn beschlossen, wird er allen vorliegen. Es sei denn, man plant nicht nur konsequent halbgeheim ein grundgesetzwidriges Gesetz, sondern verabschiedet schließlich ein Gesetz mit Geheimklauseln.

Es ist zum erwarteten Chaos, zum erwartbaren und hier mehrfach prophezeiten Verdrehsprech gekommen, zu logischen Verrenkungen, dass man eher schon Nervenärzte beiziehen müsste, denn Hirnbeschneider: das ist jetzt schon aus den Zitaten und Kommentaren der Beglückten sichtbar.

Vollidiotenkabinett.

Die schäbigste, dümmste Rolle dabei spielt die Schafspresse.

Sie beweist einmal mehr, wem sie untertan.

Und, dass sie ihre Leserschaft generell für geistig minderbemittelt hält.

(Wie rechtfertigen die Redaktionen ihr Vorgehen eigentlich vor sich selbst? Gibt es einen Maulkorb von oben? Weshalb betonen sie immer wieder, dass sie das vollständige Material vorliegen hätten? Weshalb darf ich, als Kleinjournalist sozusagen, da nicht dran? Wäre es nicht deren Pflicht, herauszugeben, was sie haben? Kommen die sich nicht selber doof dabei vor, eine derartig durchsichtige Form der Halbinformations-, damit Desinformationspolitik mitzubetreiben? Alle halten dicht, warum? Hofberichterstattung?)

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Eine Antwort zu “Knabenbeschneidung: Schnippschnapp, Grundgesetz ab”

  1. Lisa sagt:

    “Wie rechtfertigen die Redaktionen ihr Vorgehen eigentlich vor sich selbst? Gibt es einen Maulkorb von oben? ”

    Das sind Zahlen aus den USA. Aber in Europa sieht es ganz ähnlich aus. Den Maulkorb zu verpassen ist also ganz einfach…

    Es gibt

    1500 Zeitungen
    1100 Magazine
    9000 Radiostationen
    1500 TV Stationen
    2400 Verlage

    die 3 Konzernen gehören

    http://www.facebook.com/injusticeupdates?fref=ts

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