Archiv für die Kategorie ‘Momentaufnahmen’

NSU-Prozess: Das Gemisch

Montag, 29. April 2013

Der NSU-Prozess, in dem Beate Zschäpe vor Gericht kommen soll, hat sich medial zu einem vollends absurden Zirkus entwickelt, da jetzt auch noch ein paar von den Dickschiffmedien beleidigt sind, dass sie bei der neuerlichen Akkreditierung kein günstiges Los zogen.

Schlimmeres noch steht zu befürchten.

Vielleicht ist es auch gut so, dass man fürderhin in regionalen Käseblättern und lokalen Radiosendern lesen und hören kann, was die so zu vermelden haben, wenn sie ihre Plätze nicht einfach zu Geld machen. Ein ziemlich ungünstiges Bild von der Vergabe sah ich vorher jedenfalls ganz zufällig mehrfach von der Agentur Reuters, die, wie AP und AFP Pech gehabt, im Gegensatz zur dpa. Die taz ist stinkebeleidigt, weil sie in den letzten Jahren so viel Zeit und Geld in das Thema investiert habe und jetzt ebenfalls den Kürzeren gezogen hat. Fast schon der Treppenwitz dieser traurigen Posse ist in der Tat, dass die Brigitte, immerhin von nationaler Bedeutung, wenn auch nicht immer in der Politik, das letzte valide Los gezogen haben soll.

Zuerst schienen es alle für richtig zu befinden, soweit ich diesen Firlefanz verfolgt, dass einigen türkischen Medien eine Sonderstellung eingeräumt werden müsse, worauf, wie ich las, das BVG für statthaft erklärte, einfach ein paar Stühle für türkische Medienvertreter dazuzustellen (beziehungsweise vom Kontingent des Freipublikums abzuziehen), welcher vergleichsweise wohl unproblematischerer Lösung das OLG aber nicht folgen wollte, das ganze Ding also neu aufrollte. (weiterlesen…)

Wie viele SchwachsinnInnen hätten’s gern?

Mittwoch, 20. Februar 2013

Ich höre seit gut einem Jahr einen Radiosender, der mir nicht nur ob seinerIn Musikauswahl, sondern zumal auch von den sonstigen Leistungen der MörderatorInnen her meist sehr gut gefällt. Flux-FM.

Jetzt aber ist’s, man wird es schon vermutet haben, auch mal Zeit für Kritik. (weiterlesen…)

Lasst das Feld den Blöden!

Montag, 18. Februar 2013

Wenn man den Blöden das Feld überlässt, haben sie keinen Widerpart mehr und sind somit bald von selbst erledigt.

(Ob man dann noch lebt, ist ja egal.)

Von den dummfeigen Eso-Schwätzern

Montag, 18. Februar 2013

Mit am verderblichsten sind jene esoterischen Schwätzer, die, ob dumm oder feige oder beides, egal, einem einzusingen versuchen, man stärke durch Widerstand doch nur seine Gegner, unterlasse solchen also besser, schaue stattdessen einfach woandershin, ins Schöne, besiege diese letztlich leichthin durch Nichtbeachtung.

Vom Zehneurowunder (und dem Zwanzigmarkswunder)

Montag, 18. Februar 2013

Meine Tastatur sieht aus wie die Sau. Völlig zertabakt und durchgesifft zerspeckt und verdreckt vintage. Das hat sie sich wahrlich redlich verdient. Sie tutet aber immer noch. Ein authentisches chinesisches Zehneurowunder.

(Grade sehe ich in der Suchmaschine, dass “authentisch” – normalerweise sage ich “echt” – von manchen noch gar gesteigert wird. Chinesischsten Idioten.)

(Nachtrag: Meine ein Vierteljahrhundert alte Ausgabe von Nietzsches Zarathustra sieht ähnlich aus, keine Seite raus, Zwanzigmarkswunder, made wohl in Germany.)

(Nachtrag II: Man kann “authentisch” oder “echt” in manchen Zusammenhängen zwar steigern; zumindest ist es üblich. Recht eigentlich ist es aber immer falsch.)

Eherecht und Kriegsrecht

Donnerstag, 14. Februar 2013

Oh, es gibt makabere Vertipper.

Eben las ich weiter zu den tristen, bedrohlichen diktatorischen Entwicklungen in den USA, und eine Journalistin schrieb dazu “marital law” statt “martial law”.

Also Eherecht, meinend Kriegsrecht. (weiterlesen…)

Vom Arbeiten im Traume

Dienstag, 12. Februar 2013

Inzwischen weiß ich, dass man auch noch im Traume sehr gut weiterarbeiten kann.

In gewisser Weise ist es sogar müheloser, denn im Wachen. (weiterlesen…)

Umspendiert. Bier unabsichtlich erschwatzt.

Sonntag, 10. Februar 2013

Gestern bezeichnete mich einer, von dem ich das zumindest so krass nie erwartet hätte, als Lügner, Idiot, Stümper, Träumer, Schwätzer, meinte überdies, dass ich nichts schaffte. (Ich hatte wahrheitsgemäß eingestanden, dass ich von meiner literarischen Arbeit die Familie derzeit noch nicht durchbringen könne.)

Ich war nicht nur überrascht, erstmal etwas platt, weil ich mit dem Manne zuvor nicht das erste gute Gespräch geführt hatte, ihn als kunstsinnig kenne, frug mich die ganze Zeit, weshalb er mir, bei allem, was an mir ohne weiteres zu kritisieren, das jetzt so hart gebe. Er rechnete mich glatt zum untersten Möchtegernbodensatze unserer Gesellschaft. Er kinderlos, ließ noch nicht einmal gelten, dass ich seit nun gut sieben Jahren meine beiden Krampen alleine großziehe, also wohl doch auch in dieser Zeit wenigstens ein bisschen was getan hätte, außer mir nach Philologenart in der Nase oder im After zu bohren.

Ein Stück weit gelang es mir, das Blatt zu wenden. (Ich hätte mich natürlich auch einfach wegdrehen können, aber ich wollte einerseits standhaft bleiben, andererseits ergründen, wieso der, indem kein Streit vorangegangen, auch keine Kritik meinerseits an ihm und seiner Arbeit, mir auf einmal in dieser Weise die Kante gibt, dazuhin mal schauen, ob ich seine Erhabenheit nicht doch noch wenigstens ein Stück weit verunsichern könne.) (weiterlesen…)

In den eigenen Strategemen gefangen

Donnerstag, 31. Januar 2013

Ich werde seinen Namen nicht nennen. Denn ich will ihm nicht an den Karren. Zumindest noch nicht. Er wird sich erkennen, wenn er dies liest.

Er ist zweifellos mit einem scharfen Verstande gesegnet, und er weiß treffsicher zu formulieren.

Allerdings gelingt ihm das nicht immer, auch wenn es, oberflächlich betrachtet, so aussehen mag. Warum? (weiterlesen…)

Gelebte Sprachwissenschaft

Montag, 28. Januar 2013

Das erste Mal weckte mich Sohn am Esstisch.

Was auf Lateinisch irgendwas mit Straße oder Straßenbahn heiße, soll ich halbwach gefragt haben.

Etwas später scheuchte er mich nochmals im Bette auf.

“Papa, ich habe Kopfweh!”

“Ja ja. Lass mich weiterschreiben und bring mir ein Bier!” –  habe ich gebrabbelt.

Immerhin.

Latein, Schreiben und Bier: Ich weiß selbst längweis instinktiv, was wichtig ist.

 

 

Bedingungsloses Grundeinkommen: eine Illusion?

Montag, 28. Januar 2013

Von Samstag auf Sonntag erörterten wir – bei aller Dionysik – doch sehr ernsthaft die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens.

Von Vieren befürworteten diese Zweie durchaus; einer lehnte sie rundweg ab (klar auf die heutige Situation bezogen, nicht irgendeine denkbare Zukunft mit freier Energie etc.), ich war sehr skeptisch.

Selbst abgesehen davon, dass das bedingungslose Grundeinkommen laut allen gängigen Initiativen jedem gegeben werden soll, sich bislang keiner getraut hat zu sagen, dies solle nur Schweizern respektive Deutschen zukommen, eben nicht jedem Zugereisten, also, umgekehrt, selbst wenn dieser Fall gesetzt, konnte ich nicht umhin, die Argumente jenes als gewichtiger zu erachten, der die Sache ablehnend beurteilte. (weiterlesen…)

Fingerscan, Irisscan: Ist sie ein fauler Apple?

Samstag, 19. Januar 2013

Apple will künftig einen Fingerabdruckleser in seine Geräte einbauen, hat bereits eine entsprechende Fachfirma mit Mann und Maus dafür gekauft.

Wer also zu blöd oder zu faul ist, einen Code in seinen Elektrokasten einzugeben, der hat es künftig ganz easy going.

Und Apple sowie CIA & Cie kommen ganz unproblematisch, so gut wie aufwands- und kostenlos, an die Fingerabdrücke aller mitspielenden Apple-Deppen heran.

Eine “Win-Win-Situation” also.

Ideal auch zur Idiotenidentifikation. Ein intelligenter Krimineller oder Oppositioneller (was in doppelter Hinsicht oft keinen wesentlichen Unterschied macht) arbeitet ohnehin möglichst wenig mit einem Mobilfon (hat lediglich, um nicht soherum aufzufallen, eines, führt darüber aber nur belanglose Privatgespräche), und schon gar nicht mit einem von Apple. Die Grenzdebilen erkennt man daran, dass sie gar die neue Funktion benutzen.

Und: Kauft sich nun einer so ein neues Fon, benutzt aber dieses tolle Tool nicht, so macht er sich verdächtig. Wieso will diese schräge Type uns ihren Fingerabdruck nicht geben?

Man könnte ja auch noch einen Iriserkenner einbauen, der sich automatisch aktiviert. Damit wären dann auch alle zu erfassen, die das Schmerzfon ihrer Freundin oder ihres Bekannten mal in die Hand nehmen oder mit draufglotzen.

Bestimmt gibt es bald eine App, mittels derer der findige Don Juan, indem er an der Bar mit seinem E-Helferlein spielt, mal kurz das hübsche Gesichtlein der Nachbarin aufnimmt, so dass er nach ihrer Telefonnummer gar nicht mehr fragen muss. Jedenfalls, wenn die Tante so doof ist, dass sie selber ein Apple-Schmerzfon besitzt oder schonmal irgendwie abgeglichenermaßen in eines reingegrinst hat (andere Hersteller werden bald nachziehen, so dass auch Meister Android rauskriegt, wann die Androidin geboren ist, wo sie gemeldet ist, was für eine E-Adresse sie hat usw.).

Mit den feineren Apps kriegt Mann dann in den meisten Fällen auch gleich raus, ob die mit den prallen Möpsen Hauptwachtmeisterin ist oder eine Prostituierte oder eine vorbestrafte Heiratsschwindlerin oder eine alleinstehende Hartzi mit drei Blagen. (weiterlesen…)

Olympia 2012: öd und leer

Montag, 30. Juli 2012

Jetzt muss man die Leute zum Zuschauen bei den Olympischen Sexspielen in London schon in die Sportstätten zwangsverpflichten, Soldaten zum Mittagsschlaf holen, damit sie die leeren Ränge füllen.

Ich sage hierzu nichts mehr, denn das, wofern es keine Fotomontage sein sollte, spricht für sich.

 

Unter Brüdern

Donnerstag, 12. Juli 2012

Aphoristiker trifft alten Kollegen.

“Na, heute schon zur Feder gegriffen?”

“Wo sind die acht Cent Pfand?”

“Was, wie?”

“Von meiner allerletzten Bierflasche, in der Du post Trunkem auch noch meine ulteriorste Füllerpatrone weggeschmuggelt hast. Ich wette, Du hast die ebenfalls oral vernichtet, anstatt dir wenigstens Küchenkohlen dafür zu kaufen!”

“Das ist eine infame Unterstellung!”

“Ja was denn dann?” (weiterlesen…)

Gottes friedlicher Abzug

Montag, 28. Mai 2012

Die lustige kleine Diskussion, die sich entlang meines kleinen Aphorismus’ mit dem Titel “Selbst ohne Gott” ergab, hat mich auf eine zielführende neue Idee gebracht.

Vielleicht sollte man ihm doch Verhandlungen anbieten, ihm einen Abzug ermöglichen, bei dem nicht noch mehr unnötig kaputtgeht.

Denn seine Anhänger sind so süchtig nach ihm, so sehr an ihn gewöhnt, dass es wohl weit weniger Rabatz gäbe, wendete er sich nochmal in einem wohlgesetzten Abschiedsgruße an sie.

Das führte dann sicherlich zu vielen Weinkrämpfen und auch nicht wenigen Kreislaufkolläpsen, manchem Schwerstsuff usw. , aber immerhin recht wahrscheinlich nicht zu weiteren, allgemeinen Großkatastrophen. (weiterlesen…)

Alle einig: “dass Juden Menschen sind”

Montag, 06. Februar 2012

Unter dem Titel “Juden nicht auf Auschwitz reduzieren” bringt Raphael Gross (Wikipedia: “Seine Tätigkeiten umfassen: Reader am Queen Mary Collage der University of London, Honorarprofessor am Historischen Seminar der Universität Frankfurt, Direktor des Leo Baeck Instituts in London (seit 2001), Direktor des Jüdischen Museums Frankfurt (seit 2006) und Direktor des Fritz Bauer Instituts in Frankfurt am Main (seit 2007).”) in seiner Frühkritik der gestrigen Jauch-Show (es waren nur Juden bzw. Gäste jüdischer Herkunft oder mit jüdischen Wurzeln geladen) auf faz.net den bemerkenswerten Satz: “Alle waren sich einig, dass Juden Menschen sind.”

Er bringt ihn gar zweimal, einmal im Fließtext und davor, fett gesetzt, als die erste von vier Unterüberschriften: womit auszuschließen sein dürfte, dass der Autor diesen völlig unbedacht gebracht haben könnte. Außerdem muss ihm, dem Kommunikationsvollprofi, die Feststellung, diese Aussage sehr wichtig gewesen sein, was sich ebenfalls an der Hevorhebung erweist.

Ich frage mich nun, was er uns damit eigentlich sagen will. (weiterlesen…)

Fluglärm ob billiger Kurzstreckenflüge: Pro Bahn

Samstag, 04. Februar 2012

Eben las ich wieder von Protesten gegen Fluglärm. Anlass, das Thema Fliegen, Billigfliegen, zumal Kurzstreckenfliegen, nochmal aufzugreifen.

Es gibt massenweise Flüge von Frankfurt nach Berlin, Düsseldorf nach Hamburg, Frankfurt nach München usw. Im ersteren Falle schafft die Bahn die Strecke in gut vier, im zweiteren in gut dreieinhalb, im letzteren in etwas über drei Stunden. Von Hauptbahnhof zu Hauptbahnhof. Womit, wofern man nicht an einem Flughafen wohnt und am anderen arbeitet, einschließlich Ein- und Auschecken plus zweimal Zubringerfahrt, in der Regel keinerlei oder fast keine Zeitersparnis mehr herausspringt. Deshalb fliegen die Leute solche Strecken auch nur, weil es, ergattert man nicht eines der raren Supersparangebote der Bahn, schlicht meist billiger ist, oft gar um die Hälfte. Dies einfach deshalb, weil Flugbenzin steuerfrei ist. Pervers. (weiterlesen…)

3-D-Wahn: Offener Brief an Sony

Freitag, 20. Januar 2012

Tut mir leid, liebe Firma Sony. Ich weiß um die meist ordentliche bis hochwertige Qualität Ihrer Produkte. Aber was ich da im Stuttgarter Saturn-Markt gewahren durfte, ist unter aller Kanone.

Es handelt sich um ein 3-D-Fernsehgerät ihres Hauses, der neuesten Baureihe, wie mir der Verkäufer versicherte.

Wie können Sie so etwas verkaufen?

Ich schaute etwa eine Viertelstunde durch diese Spezialbrille, um mir allerlei Buntes aus Harry Potter usw. anzuschauen, Ihre Trailer sozusagen, Lockfilme zu Deutsch, merkte aber schon nach Sekunden, dass da gewaltig was nicht stimmte. Ich neige nicht sonderlich zum Durchdrehen wegen Kleinigkeiten, zumal wenn wegen technischen Versagens. Ich hatte den Eindruck, dass mein Hirn bei der Verarbeitung der optischen Signale, nie wissend, wie scharfstellen, an so ein Halb-3-D nicht im mindesten adaptiert, immerzu an der Schmerzgrenze arbeiten musste. So ein Wahnsinn.

So war ich hernach auch nicht sonderlich verwundert, dass mein räumliches Sehen in der realen Welt erst einmal ebenfalls recht surreal war; ich hätte weder ein Automobil steuern wollen, noch gar einen Hubschrauber, ja noch nicht einmal, so schräg waren alle Linien und Entfernungen (irgendwie da, aber oszillierend), hätte ich mit dem Radel durch den Stadtverkehr orgeln wollen. Erst nach etwa einer halben Stunde hatte ich das Gefühl, endlich wieder wie ein Mitteleuropäer sehen zu können. (weiterlesen…)

Spinndoktoren am Ende

Freitag, 04. November 2011

Moslems beglücken französische Satiriker mittels eines Brandanschlags.

Und in Libyen ballern sich die “Rebellen” gegenseitig ab, wer hätt’s gedacht, bis hinein ins Krankenhaus.

Wie die beiden Meldungen zusammenhängen?

Sie zeigen, wo wir stehen. (weiterlesen…)

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