Archiv für die Kategorie ‘Kunst’

Vom achtundreißigsten Strategeme

Sonntag, 21. April 2013

Das achtundreißigste Strategem, es ist natürlich nicht leicht, glaubwürdig zu beschreiben, besteht nicht im Schweigen, sondern im zunächst, bis zum Punkte, nicht mehr Reden.

Vom Scherbenzertreter

Mittwoch, 10. April 2013

Gestern musste ich herbe Kritik einstecken.

Seit gut einem Jahr ginge ich allzuviel mit dem Hackebeil herum, sehr häufig auf die armen Religionen dreinschlagend, allzumal meine Aphorismen dazu seien teils unterirdisch.

Kaum einmal schriebe ich Schönes, Erbauliches, Hinanführendes. Und wenn es einmal vorkomme, so gehe das in all den Zynismen und Sarkasmen drumherum unter, so dass man es kaum noch wahrnehme. Ich träte nur Scherben, derer es schon genug gebe, noch kleiner, alswelches eine eitle, unnütze, zumal wohlfeile Kunst.

Mein Einwand dahingehend, dass ich meine, damit eine notwendige Arbeit zu verrichten, da ich nicht sähe, dass sie so anderweitig hinreichend getan werde, half wenig. Auch Scherbenkleintreter gebe es genung.

Nun fühle ich mich immerhin dahingehend geehrt (man muss aus allem das Beste machen), dass man dem hauptbehuflichen Scherbenzertreter anscheinend doch zutraut, auch etwas anderes zu können. Sonst wäre ich ja wohl nicht dazu aufgefordert worden, es zu tun.

In der Tat aber enthält die Kritik Wahres; über religiöses und esoterisches Gedöns habe ich mich so häufig, so hart, auch redundant (ich bekenne mich in der Pädagogik durchaus schamlos zum Prinzip der Wiederholung, wobei allerdings auch hier ein Maß walten muss), hergemacht, dass ich diesen Bereich reduziert betreuen werde. (Ich hatte vor der scharfen Kritik selbst schon das Gefühl, dass es jetzt damit einmal lange. Insofern trug mein Kritiker, wie er es zu nennen pflegt, Lammkeulen nach Hammelburg.)

Auch ist klar, dass man, zumindest wenn man vorgeht wie ich, diese Dinge aufgreifend ständig persönliche Gefühle verletzt; für jeden mag in einem Text jener oder ein anderer Satz diese Wirkung tun; und wenn nicht in jenem Text, so in einem anderen. Also, dass fast nur noch dieser jeweilige Satz bzw. eine Teilausführung wahrgenommen wird, der Rest drumherum kaum. Man wendet sich ab. (weiterlesen…)

Einfach nur Fernsehen langt

Mittwoch, 27. März 2013

Gesocks, Gesindel, Geschmeiß, Verlorene, Verwunschene, Verlotterte, Arschnasen; Betrüger, Lügner, Trübfischer, Ranzmichel; Hundsfötter, Halsabschneider, Hurenböcke; Halunken, Hundsbrunzer, Spreubäcker; Lallhanseln, Laberbacken, Luftfänger, Luden und Lumpen; Lose, Pfaffen und Affen; Biersäurer, Stiermäurer, Sprachpanscher und Laffen; Schmocks, Strauchdiebe, Schlunze und Hunze; Hurkse und Murkse; Abjaucher, Seelenverkäufer, Wiedertäufer; Zwiebelanschimmler, Gammler, Hanfstrecker, Seckel; Schabracken, Spacken, Saftsäcke, Lutscher, Schietkutscher; Blutegel, Galgenvögel, Rotzsammler; Nebichte, Halblebichte, Schwachmaten, Sandler, Sulzheimer, Anschleimer, Abhuber, Mistzuber, Trübseiche, Wachsweiche, Wucherer, Witzschänder, Abhänder, Aufsprechs, Erzblöds, Nerzlöchrer, Eckensteher, Tagdiebe, Bauernfänger, Grapscher, Seppel, Sumpfichte und Suppenspucker; Rübenvergifter, Raubstifter, Röttel, Untköttel, Hundshetzer, Schwätzer; Aufbläser, Sackschlitzer, Pfitzer, Ausmeirer, Seirer, Statutanten, Abtanten, Römpe, Gelömpe, Battel, Geschwattel, Giftmischer, Seelenfischer, Nuffze, Nullen, Stinkstullen, Huldheischer, Pinscher; Puhler und Suhler; Verdrehte, Verkehrte, Zersülcher; Ziegenspitze, Endlitze, Gagel, Dollacke, Tölpel und Toren; Strullbullen, Stinkochsen, Stallbrenner, Zerhenner; Lästerer, Lobhudler, Lällebäbbel, Lohle; Stümper, Halbleser, Schulzweser, Fricken, Frunze, Zerletzer, Entmärer; Nichtse, Wichte, Ranzdichte, Brabbler und Dampfsabbler; Egel, Flegel, Haghulche, Zersetzer; Seichlinge, Gassgecken, Gülpe, Lolls, Trolle, Driebel, Dülps, Dödel, Drempel und Hampel; Hurze und Knurze; Prizzanten, Pöbel, Plebs, Endschepps. (weiterlesen…)

Kunst, Freiheit, Freude

Dienstag, 19. März 2013

Ich sehe gerade, dass ich mir die letzten Tage eine ganze Menge negatives Karma herbeigeschrieben habe. Nicht eine Geschichte, in der der Himmel voller Geigen hing, weil der Rolf endlich den Pitt kriegte, Elli und Lilli von Pfarrer Detlev getraut wurden, um hernach hochzeitsreisweis auf dem Ararat unvergleichlich steile Nächte zu verbringen.

Justin sitzt immer noch in der Klapse, und Konstantin hat sich seit Tagen nicht aus München gemeldet. Ob ihn wohl gar in schwärzester Nacht ein Jesuit in die Isar gestoßen? Noch nicht einmal aus Deutsch-Südschwitz gibt es klare frohe Mär. Lediglich das Gerücht erreichte mich, dass die Separatisten dort die Forderung der Volksabstimmung über den Austritt aus dem Euro sehr beharrlich vorantrieben.

Dass Obamas Teleprompter zwischenzeitlich nicht geklaut wurden, die PR unseres Großen Bruders also noch funktioniert, spendet mir da erst recht wenig Trost. Ebensowenig, dass wir nicht mehr Papst sind.

Ich traue mich nicht einmal mehr zu meiner Wirtin. Die fragt nämlich gelegentlich, wie es mir gehe. Und ich lüge sie auf diese Frage hin nicht nur deshalb nie an, weil das sinnlos wäre.

Immerhin aber ist am Sonntag Vernissage. Grafik von Günter Grass. In der Uhlberghalle in Filderstadt. Mein Freund Roland hat das auf die Beine gestellt. Und das ist jetzt mein fröhlicher Ernst: http://kunstverein-filderstadt.de/Kunstverein-next.html 

Außerdem fahre ich am 31. zum Dude nach Zürich. Und den, bzw. seine junge Netzseite, gibt es nachweislich auch: dudeweblog.wordpress.com (weiterlesen…)

Umspendiert. Bier unabsichtlich erschwatzt.

Sonntag, 10. Februar 2013

Gestern bezeichnete mich einer, von dem ich das zumindest so krass nie erwartet hätte, als Lügner, Idiot, Stümper, Träumer, Schwätzer, meinte überdies, dass ich nichts schaffte. (Ich hatte wahrheitsgemäß eingestanden, dass ich von meiner literarischen Arbeit die Familie derzeit noch nicht durchbringen könne.)

Ich war nicht nur überrascht, erstmal etwas platt, weil ich mit dem Manne zuvor nicht das erste gute Gespräch geführt hatte, ihn als kunstsinnig kenne, frug mich die ganze Zeit, weshalb er mir, bei allem, was an mir ohne weiteres zu kritisieren, das jetzt so hart gebe. Er rechnete mich glatt zum untersten Möchtegernbodensatze unserer Gesellschaft. Er kinderlos, ließ noch nicht einmal gelten, dass ich seit nun gut sieben Jahren meine beiden Krampen alleine großziehe, also wohl doch auch in dieser Zeit wenigstens ein bisschen was getan hätte, außer mir nach Philologenart in der Nase oder im After zu bohren.

Ein Stück weit gelang es mir, das Blatt zu wenden. (Ich hätte mich natürlich auch einfach wegdrehen können, aber ich wollte einerseits standhaft bleiben, andererseits ergründen, wieso der, indem kein Streit vorangegangen, auch keine Kritik meinerseits an ihm und seiner Arbeit, mir auf einmal in dieser Weise die Kante gibt, dazuhin mal schauen, ob ich seine Erhabenheit nicht doch noch wenigstens ein Stück weit verunsichern könne.) (weiterlesen…)

Vom Sinne des zunächst gering Erscheinenden

Mittwoch, 06. Februar 2013

Eben bekam ich zu meinen Bemühungen, was peerblog.de (den schrägen Blog des Peer Steinbrück, gleichzeitig nicht seiner) anlangt, von meinen geschätzten Lesern Thomas und Dude die folgenden kritischen Kommentare herein:

“Lass sie doch einfach tun. Was ist schon peerblog wert im Netz…”

Und:

“Zeitverschwendung!

Als ob es draufankäme ob eine Steinbrück-, oder eine Merkel-Marionette ins Kanzleramt einzieht.

Ist doch dasselbe wie Romney vs. Obama.

Ich verstehe echt nicht, wie man so viel wertvolle Zeit für so unwichtigen und nebensächlichen Mist verplempern kann, während es so viel wirklich Relevantes gibt, um das man sich kümmern könnte!

Tammisiech!”

Beide Argumentationslinien erscheinen zunächst stichhaltig. Thomas antwortete ich zunächst, dass ich eben etwas Sprachwissenschaftliches gemacht hätte, das noch viel weniger Leute interessieren dürfte, als was um den Absahnkanzlerkandidaten herum geschieht.

In der Tat werde ich mich wohl kaum wochenlang in jenen stümperhaften Blog verbeißen. Es geht aber um etwas anderes. (weiterlesen…)

Vom durchdachten, gekonnten Untertreffen

Sonntag, 20. Januar 2013

Gut schlecht singen, das ist wahrlich auch keine leichte Kunst.

Viele meinen, Bob Dylan sei darin Meister; ja nu; ich nicht; wenigstens mal beharre ich darauf, dass unser Herbie Grönemeyer es weitaus besser kann.

Gestern Abend hörte ich die letzten beiden Stücke einer auch sonst etwas verschrobenen Jazz-Combo, deren Leitgitarrist zu anscheinend nicht aller Beiseienden Leidwesen auch noch sang.

Ich bin kein Fachmann; aber ich schätze mal, dass sein Tonumfang bestenfalls eine knappe halbe Oktave betrug: was ja noch zu verschmerzen gewesen wäre – neben dem Text, der aus vier oder fünf wiederholten Wörtern bestund – , wofern der Kerl irgendeine halbwegs absichtlich klingende Modulation, irgendein besonderes Krächzen, Grunzen, Scheinabverfunzen oder sonsten eine hörbare Abwechslung in sein fast schon kretinistisch zu nennendes orales Geböbbel gebracht hätte.

Da habe ich, der ich nur schlecht gut singen kann, mir wiederum überlegt, denn an Lungenvolumen und Emotio fehlt es mir noch immer nicht, ob ich denn doch tatsächlich auch mal mit dem gut schlecht singen anfangen solle, allein schon des Spaßes halber, aber auch, da das wahrscheinlich leichter geht als gut gut singen. (weiterlesen…)

Von Anglizismen und sprachlichen Registern

Samstag, 19. Januar 2013

Eben machte ich, was ich wohlweislich selten tue.

Ich empfahl meinem großen Filio, mal meinen letzten Artikel zur Finger- und Irisscannerei zu lesen: der könne ihn interessieren.

In Nullkommanix – wohl auch des Bohneneintopfs halber – war er durch.

“Und?”

“Naja, geht schon.”

“Wieso geht schon?”

“Du hast da selber ‘Win-Win-Situation’ und ‘easy going’ und so Zeugs verwendet, wo du das doch sonst so heftig ablehnst.”

“Ja, und zwar absichtlich. Es kommt immer darauf an, wann was wirklich in den Zusammenhang passt.”

“Jaja, ist schon gut.”

Indem er damit in Richtung seines Elektrokastens abrauschte, um sein Sozialentwicklungsspiel weiterzugamen, rief ich ihm noch nach: “Quod licet Jovi, non licet Bovi! Des Jupiters ist nicht des Ochsen!” – Er die Tür zu. (weiterlesen…)

Berthold Kohler kann’s

Freitag, 04. Januar 2013

Berthold Kohler von der FAZ kann’s.

Zwar kommen auch Kollegen mal in der “Sprachglosse” (die es meines Wissens noch gar nicht so lange gibt) zu Wort, doch ist er derjenige, der mir dort immer wieder Vergnügen bereitet. Und das als Herausgeber der Zeitung, hiemit einer, der normalerweise immer den Höchstrespektablen geben müsste.

Ich empfehle Ihnen also, ich setze das jetzt notweis in den Nominativ, “Verkopfter Quatsch” zu lesen.

Erfreulich, dass ein so Bekopfter sich dergestalt behaupten kann. (weiterlesen…)

Von der Königinmutter

Dienstag, 01. Januar 2013

Gerade hatte ich wieder so einen Fall. Ich änderte bei einer Nachkorrektur “anfangen” in “beginnen”.

Es zählt jedes Wort, und es gibt nunmal keine Synonyme. (weiterlesen…)

“Ab die Vorhaut von dem Glied”

Montag, 31. Dezember 2012

Irgendwie hatte ich die letzten Tage das Gefühl, dieses Jahr noch einmal etwas zum Knabenverstümmlungserlaubnisgesetz sagen zu müssen.

Jetzt ist ein grüner Landtagskandidat am Ende, weil er ein Gedicht dazu schrieb, das zwar stilistisch nicht unbedingt Oberklasse, inhaltlich aber unabweisbar den Punkt trifft.

Es beginnt also:

“Wetzt das Messer, singt ein Lied,
Ab die Vorhaut von dem Glied.
Kinder können sich nicht wehren,
darum müssen sie uns ehren.”

Und endet (das ganze Gedicht finden sie hier):

“Bist Du für ein intaktes Glied,
so bist Du gleich Antisemit.”

So viel freie Meinungsäußerung, in ihrer Aussage gar kaum zu bestreiten, darf eine Gutmenschenpartei, die lieber Käfer schützt als Kinder, natürlich nicht durchgehen lassen.

Man kann sich eigentlich nur noch fragen, wie ein Mann mit eigener Meinung und Mitgefühl für Kinder sich je in diesen verlogenen Schleimschleckerladen verirren konnte.

Immerhin ist Herr Dunkel jetzt über Nacht als Lyriker im ganzen Lande bekannt.

Von der poetischen Seite her muss er aber wohl noch einiges dazulernen, damit es mit der neuen Karriere etwas wird. (weiterlesen…)

Unter Künstlern

Sonntag, 30. Dezember 2012

Musiker und Maler werden in meinem oft zu wortgebundenen Geistesleben immer wichtiger.

Ich beherrsche kein Instrument richtig (kann nur leidlich auf eine Trommel hauen), singe mäßig bis saumäßig, und malen konnte ich allenfalls bis zur gymnasialen Gnadendrei, was sich durch Nichtübung kaum gebessert haben dürfte.

Diese Menschen sagen mir bedeutende Dinge. Sie teilen mir ihre Sicht, ihr Hören, ihre Auffassung von bedeutsam Schönem, und wie dies entstehe, wie man sich dem nähere, mit.

Ich versuche natürlich – was sollte ich auch sonst tun – , deren Ton- oder Bildkunstwerke gemäß meinem Empfinden so genau und verständlich wie möglich zu beschreiben, freue mich dann, immer häufiger, überrascht, wie gut meine dahingehenden Versuche, die keineswegs nur schmeichelhaft ausfallen, aufgenommen werden.

Manchmal dachte ich mir dazu schon: Die quatscht doch jeder voll, dauerndzu, sie sind von Häufen von Experten umgeben. Wieso rührt sie so an, was ich ganz “unschuldig” sage? – Ich verstehe doch so offensichtlich so wenig davon, wie kann sie mein Urteil denn derart anrühren? Quake ich nur als Frosch aus dem Teiche, so dass man das halt auch mal gerne hört?

So wird es wohl doch nicht liegen. Jedenfalls nicht ganz. (weiterlesen…)

Hierzu vorläufig das letzte Stück

Freitag, 14. Dezember 2012

Wes wir bedürfen, das ist eine Wiederbelebung des Ästhetischen.

Das betrifft alle Kunstformen.

Wir haben es heute mit Architekten zu tun, die von dauerhaftem, nützlichem, dabei harmonischem Bauen ebensowenig verstehen wie von Werkstoffen, die, wenn sie “Goldener Schnitt” hören, nachgucken, ob ihr Ringfinger noch dran ist.

Mit Bildhauern, die noch nicht einmal eine Fläche sauber hinbekommen.

Mit Musikern, die nicht ein Instrument einigermaßen beherrschen.

Mit Malern, deren Technik fast so erbärmlich wie meine.

Mit Schriftstellern ohne ausgebildetes Sprachgefühl, syntaktischen wie semantischen Hinrotzern.

Was aber vor allem fehlt, ist ein konsquentes Sichaufbäumen gegen solche Verhältnisse. (weiterlesen…)

Lisas Kunstbegriff: Eine Abwägung

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Zwar im Kommentarstrang zu “Zur Entspannung: Ein kleiner Crowley-Lug“, aber doch eher in Antwort auf “Beuys’ Kunstbegriff: Eine Abrechnung” schrieb Leserin Lisa folgendes:

“Angeblich kann man nicht definieren, was Kunst sei. Ich, für mich, habe es definiert und – natürlich gilt das nur für mich – ist Kunst in jeder Form eine Aussage, welche über das schon Bekannte hinausweist, neue Aspekte des Menschen erkennt, beschreibt oder darstellt und in irgendeiner Form ausdrückt. So gesehen waren für mich die technischen Erfindungen die bedeutendste Kunst im 20. Jahrhundert. Aber Technik und Wissenschaft als Kunst sind natürlich auch umstritten.”

Den zweiten Teil ab “So gesehen…” will ich hier zunächst nicht gesondert erörtern, führe ihn aber der Vollständigkeit und seines Gewichtes halber trotzdem mit an.

Ziehen wir uns also den Kern der Definition heraus: “Kunst ist in jeder Form eine Aussage, welche über das schon Bekannte hinausweist, neue Aspekte des Menschen erkennt, beschreibt und in irgendeiner Form ausdrückt.”

Mein zunächst einziger Verbesserungsvorschlag geht dahin, die Doppelung herauszunehmen, also entweder: “Kunst ist in jeder Form eine Aussage, welche über das schon Bekannte hinausweist, neue Aspekte des Menschen erkennt, beschreibt und ausdrückt.”

Oder: “Kunst ist eine Aussage, welche über das schon Bekannte hinausweist, neue Aspekte des Menschen erkennt, beschreibt und in irgendeiner Form ausdrückt.”

Ich will mich da erstmal nicht entscheiden, zumal Lisa überlassen, welche Variante sie vorzieht, sei es auch die ursprüngliche, redundante.

Vielmehr frage ich mich, ob noch irgendetwas Wichtige fehlen könnte. (weiterlesen…)

Beuys’ Kunstbegriff: Dritte und letzte Abrechnung

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Glörk. Grumpf. Spotz. Hack. Rümp. Puss. Krapf. Apf. Kwass. Dupf. Hapf. Krutz. Brass.

Seftel, Hepfel, Rübsam, Abtritt, Spülicht, Rankspitz, Klüppel, Böbbel, Külchei, Abschwitz.

Humperschwatz, Abheftmatz, Fäzstumpfhampf, Notfettschwitz, Drüselkrampf, Hulzvernicht, Endabricht.

Beuys’ Kunstbegriff: Zweite Abrechnung

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Nachdem ich im ersten Teile meiner Wut hoffentlich einigermaßen hinreichend Luft gemacht habe, will ich jetzt ein paar Betrachtungen dazu anstellen, woher der absurde Beuyssche Kunsbegriff seine Attraktivität zieht, die selbst manch ansonsten geistig Verkehrsfähigen in Bann schlug und schlägt.

In einer Zeit, da der Vorstandsvorsitzende der schakalsten Schakalenbank aller Schakalenbanken, Lloyd Blankfein von Goldman Sachs, im Ernste zu erklären weiß, er verrichte das Werk Gottes, sollte man sich zwar über nichts mehr wundern.

Man erzählt inzwischen ja auch, dass es eigentlich keinen echten Geschlechterunterschied (mehr) gebe. Den hätten sich die Leute immer nur eingebildet bzw. engstirnige Ewiggestrige hätten ihn nur zu Machtzwecken behauptet.

Dazu passt doch wunderbar, dass jeder Halbdackel und Seppelfrick zum Künstler erklärt. Die Idee scheint vielen zu gefallen: Sie ist egalitär, tolerant, internationalsozialistisch, kostet, scheinbar, nichts, sie leugnet nichts, was zu leugnen verboten wäre, nichtmal die Erderwärmung, sie wirkt edel, hilfreich und gut.

Dass sie Leuten gefällt, die wenig bis nichts können, versteht sich von selbst.

Wie aber mag sie Leuten gefallen, die selbst tatsächlich wenigstens mittelmäßige Künstler, ansonsten wenigstens halbwegs kunstsinnig?

Reicht zur Erklärung schon, was ich oben sagte?

Ich habe mich oft mit Verfechtern des Beuysschen Dogmas gestritten, und deren einziges Argument lautet, soweit mir entgegengetreten, es könne ja keiner definieren, was Kunst sei, und daher sei es sozusagen fies, asozial, womöglich faschistoid, den einen als Künstler anzuerkennen, den anderen aber nicht.

Hier fällt es schwer, nicht einfach von Kretinismus zu sprechen. (weiterlesen…)

Beuys’ Kunstbegriff: Eine Abrechnung

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Leserin Lisa schrieb vorhin im Kommentarstrange zu “Von der Glaubsucht” unter anderem folgendes, was mich zur nachstehenden Riposte veranlasste:

“Man kann über Beuys’ Kunst streiten, aber ich stimme seiner Aussage, dass jeder ein Künstler sei, zu.”

“@ Lisa

Ich vergaß noch Beuys und den Kunstbegriff.

Ich meine, dass der Mann einen grausen Bockmist verzapft hat.

Nicht nur, dass er unzählige Stümper und Schwachmaten in ihrem eingebildeten, aufgeblasenen Tun noch befeuerte, uns den letzten Rest des Tages zu stehlen, nein, er entwertete so die Kunst, das, was sie bedeutet, gesellschaftlich nachhaltig als solche.

Bei mir allerdings nicht um ein tausendstel Gran.

Es gibt kaum etwas Boshafteres, Zersetzerischeres, als jeden Krackler, Krattler und Kritzler zum Künstler zu erheben.

Damit wird jede kleine Gier, jede grindige Geltungssucht, die Mohrrübe im Arschloch in der Wiener U-Bahn zum Bewundernswerten erhoben.

Dekadenter geht es fast nicht. Jedenfalls fällt mir dazu nicht leicht eine Steigerung ein.

Mag der Kunstbegriff in vergangenen Jahrhunderten auch oft zu eng gezogen worden sein: DAS ist ein verhängnisvoller Unfug. (weiterlesen…)

Gleich an den Kälberstrick?

Montag, 03. Dezember 2012

Gerade las ich (ja, ich weiß, der Anfang häuft sich, aber dafür ist er ehrlich) auf der Heimseite eines interessanten jungen Zeitungsprojektes davon, wie der journalistische Mitarbeiter schreiben solle.

Besonders lustig waren die Erläuterungen zur leserbindenden Einleitung.

Mittendrein, in eine möglichst bildhafte Szene, gesprungen, soll das Thema aufgerissen werden, TV-artig, beispielfallhaft, der Leser in den Text mitgenommen.

Ja nu. Das ist ein altes Ding, das man schon bei Erlebnisaufsätzen der vierten und fünften Klasse besser anwandte als nicht; Lehrer und Medienkonsumenten wollen unterhalten sein und lesen vor allem den Anfang und das Ende.

Fraglich indes, in vielen Zusammenhängen, zumal, wenn der Höhepunkt im Mittelteile liegen soll, diesem einiges an Dramatik noch zuwachsen, ob im ersten Satze schon einer unversehens in den Eisverkäufer reinrempeln muss, damit sofort etwas geboten ist. Jaja, und am besten gleich wörtliche Rede dabei.

Die Bandbreite guter Einleitungen ist so groß wie jene der möglichen, aber nicht so häufig wie die insgesamt verwirklichten.

Will heißen: Man kann einen entsprechenden Text mit einem “ES”, dann nächste Zeile “HAT MICH”, dann nächste Zeile beginnende Lyrik oder Fließtext einleiten, so dass dies Sinn ergibt. Oder auch mit einem “Eigentlich hatte Oma ja doch meist recht, indem sie…” oder “In Chihuatl der Mezcatl traf auf den Kratl…” oder “Oben nicht so krumm wie eine typische Banane, wendet die Tastatur ihre Stirnramme gen Bildschirm, die Buchstabenfunken stieben…” usw. (weiterlesen…)

Frauenversteherversuch mit Geld

Montag, 19. November 2012

Ein kluger Mann sollte nicht allzuviel Geld haben und nicht allzugut aussehen. (Vielleicht sage ich das nur, weil ich beide Kriterien souverän erfülle.)

Das mit dem Gutaussehen ist gerade noch erträglich; das mit dem vielen Geld viel gefährlicher.

Wo einer bloß gut aussieht, da hat er eine gute Damenauswahl; daran kann man sich gewöhnen; wo einer viel Geld hat, kommen sie fast alle.

Und damit, dass sie fast alle kommen, steigt die Gefahr in jeder Richtung. (weiterlesen…)

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