Hitlers Hollywood

kinoplakat-inglourious-basterdsEine echte Rezension des Films “Inglourious Basterds” von Starregisseur Tarantino werde ich eventuell nachreichen.

Bisher erscheinen mir ein paar Dinge dazu erörternswert.

Ein an der Nazischlächter-Gewaltorgie beteiligter jüdischer Darsteller bekannte laut dem britischen “Guardian” offen seine lange gehegten, hier als Nazi-Totprügler ausgelebten sexualistischen Phantasien.

Ansonsten sterben in dem Schinken Hitler und Goebbels in Paris im Kino, und Kino ist anscheinend außer ästhetisierter extremer Gewalt (gegen Nazis ist das ok, sind ja keine Menschen) sowieso das Wichtigste.

Es scheint, dass man “gegen Hitler” noch immer mit jedem Mist Kasse machen kann, denn Aufmerksamkeit ist garantiert.

Auf die Idee, dass mit jedem Stümperfilm (vielleicht ist der Film ja auch spitze, weiß ich nicht) über die Nazis und das Dritte Reich dasselbe erst recht wieder an Strahlkraft gewinnen könne, kommt von diesen Geschäftemachern anscheinend keiner.

Als ich vor circa 30 Jahren als Jugendlicher zweimal meine Sommerferien in den USA verbrachte, gab’s dort noch zwei besonders putzige Varianten Kriegsfilme im Nachmittags-TV, die man meines Wissens hierzulande nie zeigte.

Variante eins bestand in einer Art Zweite-Weltkriegs-Comedy, in der dicke, dumme, brüllende, rotgesichtige deutsche Dumpfbackennazis als lächerliche, eigentlich eher wilhelminische Dorfschulzen von coolen Amis plattgemacht wurden.

Variante zwei kümmerte sich um die Japse; diese allerdings wurden als absolut grausame, hinterlistige, fiese kleine gelbe Ratten vorgeführt, die selbst dann noch einmal zurückschossen, wenn sie bereits dreimal vom Panzer überrollt und zusätzlich mit dem Flammenwerfer abgefackelt worden waren.

Ich dachte damals noch nicht so weit wie heute, fragte mich aber doch nach dem Sinn dieser Filme.

War das wirklich so spaßig für die Leute, respektive spannend?

Musste der Zweite Weltkrieg praktisch an jedem Nachmittag in völlig idiotischer Weise noch einmal nachgewonnen werden?

Heute scheint man etwas subtiler vorzugehen (neulich war’s die geile KZ-Aufseher-Tante Cate Blanchett als Sex-Lehrerin eines Jünglings).

Ich hoffe, dass viele Leute sich solchen Stuss anschauen, um sich ein Bild von der Psyche der Sieger zu machen.

Auf delektierende Hollywood-Filme über die auf Eisenhowers Geheiß auf den Rheinwiesen zu Hunderttausenden erbärmlich verreckenden deutschen Kriegsgefangenen werden wir jedoch wohl noch eine Weile warten müssen.

Und im Dresdener Feuersturm sollen inzwischen ja nur noch 25 000 Vertriebene, Verwundete, Frauen und Kinder verbrannt sein, also eigentlich viel zu wenige Nazis, kein großer Spaß.

Noch vor wenigen Jahren ging man allerdings von mindestens der zehnfachen Opferzahl aus, aber in dem Falle ist “Verharmlosung” bzw. “Leugnung” kein Problem für die Staatsanwälte.

Vielleicht dreht ja mal ein Hollywood-Großregisseur einen lustigen Film darüber, dass es eigentlich nur 25 depperte Nazis waren zu Dresden, die an einer Dumpfbackenbombe bastelten und dabei ganz komödienhaft in die Luft flogen, so dass sogar noch Bürgermeister Hans-Hunn von Krauts Zierblumengarten mitangesengt wurde.

Ob dann in allen Kinos stehend “God save the Queen” gesungen wird sowie “Bomber Harris do it again!” unter Gelächter skandiert, wird sich zeigen.

Vielleicht schmeißt das Publikum auch johlend mit Reis, wie weiland bei der “Rocky Horror Picture Show”.

Vielleicht holt der eine oder die andere sich dazu auch einen runter.

Auch Volkes Humor entwickelt sich schließlich weiter.

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auxmoney.com - Kredit von Privat an Privat


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3 Antworten zu “Hitlers Hollywood”

  1. [...] auch bezüglich der Blutorgie “Inglourios Basterds” – siehe dazu auch meine Artikel “Hitlers Hollywood” sowie “Hitlers Hollywood II” und “Hitlers Hollywood III” – , folgen im [...]

  2. [...] (siehe den zuvor eingestellten Leserbrief von Karl-Heinz Terpelle und meine Artikel unter “Hitlers Hollywood”) ist eins; die wird hier sicher nicht aus den Augen verloren; seien Sie dessen [...]

  3. [...] fahrlässigen Schweinegrippe-Impfwahn kritisch beleuchtet, es erscheint zudem ein Interview mit dem “Inglourious Basterds”-Regisseur (der Film, der sich ums fröhliche Nazischlachten dreht) Tarantino, welches ich in einem [...]

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