Archiv für die Kategorie ‘Bildung’

Was uns ein verfälschtes Goethe-Zitat lehrt

Donnerstag, 03. April 2014

Die Vorgeschichte dieses Beitrags setze ich hier als bekannt voraus.

http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2014/03/27/einspruch-lieber-jermain/

Zwei Dinge an der Sache sind interessant.

Erstens, dass selbst – oder gerade? – ein verkürztes, aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat Goethes doch zu – meiner Meinung nach – durchaus relevanten Betrachtungen führte.

Zweitens haben wir daranentlang gelernt, wie vorsichtig man mit Zitaten umgehen sollte.

Jermain übernahm es einfach aus einer Sammlung (Du hast dessenthalben genug Asche auf Dein Haupt gestreut, lieber Jermain!), und ich übernahm es, das Zitat wertend, obschon es mir so merkwürdig schräg erschien, dann hinwiederum einfach von seiner Seite.

Es ist Jermains Verdienst, dass er dann genauer nachsuchte, dass der Schwindel aufflog.

So taten wir beide zunächst, wenn auch nicht wollentlich, Goethe Unrecht, setzten Dinge in die Welt, die bei Betrachtung der Originalpassage als ihm zuzuschreiben nicht standhalten konnten.

Maldito!

Das wird auch mir eine Lehre sein.

Was ich alles nicht sagen dürfte…

Freitag, 28. März 2014

Ich weiß nicht, wie es ist, als Staatsschullehrer, mit drei Monaten bezahltem Urlaub im Jahr, Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle, bezahlter Krankenversicherung für die ganze Familie, Pensionsansprüchen, gegebenenfalls einer Berufsunfähigkeitsrente, zu arbeiten. Überdies der Macht der Notengebung, egal, wie fachlich und sozial inkompetent, der Möglichkeit, eine schlechte Laune nicht mit allen Mitteln bekämpfen zu müssen, jederzeit durchblicken lassen zu können, dass man heute eine habe. Und das bei Unkündbarkeit, bei beliebigen Nebeneinkünften, solange man nicht Schüler ohrfeigt, sexuell belästigt, allzu radikale Ideen absondert.

Das hört sich geradezu so an, als wäre ich als Privatlehrer, stets in Unsicherheit, grundsätzlich gesellschaftlich irrelevant, neidisch, und manchmal bin ich es auch.

Andererseits: Meine schriftstellerische Tätigkeit, alswie sie hier vorzufinden, hätte ich mir als verbeamteter Lehrer niemals leisten können.

Auch nur zu sagen, dass ich dem offiziellen Unfug rund um 9/11 nicht folge, brächte mich schnell in schwere Wasser.

Um wieviel weniger hätte ich von Runen schreiben dürfen, über Aleister Crowley, Islamkritisches, von den Bilderbergern (schon, als es die offiziell noch gar nicht gab, die Behauptung, es gebe sie, als “Verschwörungstheorie” galt), Skull & Bones, Goethes und Lessings ekler freimaurerischer Ideologie, den Plänen Albert Pikes, gar von der geplanten Vernichtung der weißen Rasse in Europa.

Von der Brzezinski-Doktrin, vom Bruch der Lissabonner Verträge, von den gleichgeschalteten Schafsmedien, vom Besatzungsstatus der BRD, die, als doch irgendwie Deutschland, gleichzeitig UN-Feindstaat, von den fragwürdigen Opferzahlen der Bombardierung Dresdens, dem (erheblichen) Teile der zionistischen deutschen Pseudorechten, der Genderasterei, dem Alten Testament als einem Buche des obskurantistischen Schreckens, der Männerdiskriminierung (wenn die Männer keine Moslems oder Juden sind oder sonstwas Edles, also wenigstens dunkelhäutig), dem Lazarus-Syndrom, der Mordbrennerei des Friedensnobelpreisträgers Obama, des ersten schwarzen US-Präsidenten mit weißer Mutter, den ständigen, aberwitzigen Nazi-Vergleichen, dem Klimaschwindel, der Möglichkeit massiver negativer Einflussnahme Außerirdischer, der Tatsache, dass Deutschland nicht nur keinen Friedensvertrag hat, sondern auch – laut Grundgesetz selbst – keine Verfassung, hiemit der Verfassungsschutz wie das Verfassungsgericht schon von der Bezeichnung her absurd, wohl auch nicht von einer gebotenen, radikal zu verändernden Drogenpolitik, von Chemtrails, von durch höchste Kreise offenkundig gedeckten Kinderschänderringen, MK Ultra, der Psychologenmafia, der Methylphenidatmafia, dem verordneten Irrsinn ADS, nein, wohl noch nicht einmal die fiktive Kolonialgeschichte von Deutsch-Südschwitz wäre zu erzählen gewesen.

Und, der Aufzählung nun genug, sicherlich noch vieles mehr. (weiterlesen…)

Einspruch, lieber Jermain!

Donnerstag, 27. März 2014

Beim geschätzten Jermain Foutre le Camp findet sich eine schöne Liste an Zitaten zum Schreiben und zu den Schreibenden.

http://ultimativefreiheitonline.wordpress.com/2014/02/04/der-zustand-des-schreibenden-teilt-sich-dem-wahren-leser-sogleich-vollig-mit/

Allein, das Goethe-Zitat, das er auch zum Titel erwählte, findet meine Zustimmung nicht: “Der Zustand des Schreibenden teilt sich dem wahren Leser sogleich völlig mit.”

Und das liegt nicht daran, dass ich, wie treue Leser wissen, trotz dessen unbestrittener Fertigkeiten und Leistungen, kein unumschränkter Bewunderer Goethes bin, vieles gar verabscheue, was er angerichtet hat.

Der Satz ist nach meiner eigenen Erfahrung wie entlang meinen sonstigen Kenntnissen von literarischem Schaffen einfach nicht richtig. (weiterlesen…)

Neu im Angebot

Freitag, 07. März 2014

Fortbildungskurse für gelangweilte Hochgradmaurer.

Schmerzphonwahn

Montag, 17. Februar 2014

Na also, es bewegt sich was, es geht.

Deutsche Großfirmen beginnen damit, ihre Mitarbeiter vor ihren Schmerzphonen zu schützen.

http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/erreichbar-nach-dienstschluss-massnahmen-der-konzerne-a-954029.html

Ein kranker oder toter Mitarbeiter ist halt doch kein guter Mitarbeiter.

 

Von der kommenden aristokratischen Umwälzung

Sonntag, 16. Februar 2014

Es steht alles auf dem Kopfe.

In der Wirtschaft sind die Bänker die Herren der Welt, das Werk Gottes verrichtend, indem sie nichts Reales schaffen.

Geht es um Information, im Weltnetz, so gelten die Verwalter, Verteiler, Verhunzer und Verzwunzer derer mehr, als jene, die tatsächlich Informationen liefern.

Noch der halbseidenste Elektrokastenfuzzy fühlt sich, gemessen selbst an einem veritablen produktiven Künstler, wie Hermes Trismegistos.

Ganze Hochhäuser voller Trolle, Abschakale, Hacker: Als die Herren dieser Welt.

Das wird nicht so bleiben. (weiterlesen…)

Nicht Google noch Allah

Samstag, 15. Februar 2014

Indem der Google mir unter Bildersuche zu Magnus Göller immer noch ein Hitlerbild zuweist, während die sonstige Suchfolge immer noch lächerlicher bzw. irrelevanter wird, sagte man mir sehr bestimmt, das dürfe ich keinesfalls auf mir sitzen lassen, ich solle, nein, ich müsse das unter “Unangemessene Bilder melden” dem Google wenigstens melden, besser gleich eine saftige E-mail schicken, noch besser gleich mit Anwaltsdrohung.

Wie bitte? Was soll ich?

MELDUNG ERSTATTEN?

Bei der Firma, die seit Jahren kostenlose Deutschnachhilfe bei mir nimmt, mich dafür, mir zunächst recht gewogen (wie gesagt, bis vor einiger Zeit war wenig an den Listungen zu beanstanden), jetzt wie einen Unterpariah des Netzsubprekariats behandelt?

Soll ich diese missratene Riesenkrake etwa anbetteln? (weiterlesen…)

Die dumme Suchmaschine

Montag, 10. Februar 2014

Diese dumme Suchmaschine hat jetzt Stress. Ich sehe es ihr direkt an. Fragen Sie mich nicht, wie und weshalb.

Die Blöden haben vorläufig aufgegeben

Montag, 10. Februar 2014

Also: Es geht wieder.

Mehr ist dazu jetzt nicht zu sagen.

Die aufgelaufenen Kommentare gebe ich, einschließlich meiner eigenen Versuche, jetzt schlicht frei.

Matrix schon halb kieloben

Donnerstag, 06. Februar 2014

Ich gehöre keinem Geheimbunde an.

Das mag glauben, wer will.

Zur Untermauerung dieser Aussage gibt es nichts außer meinen Reden, derer wohl schon um die 10 000 ins Netz verbracht.

Genug der Vorübung.

Die “Matrix” will, dass ich rede.

Allerdings nicht so. (weiterlesen…)

Alice in Goldmanland

Montag, 03. Februar 2014

Nein, ich denke, an diesem Gerücht könnte was dran sein.

Nämlich, dass Alice Schwarzer demnächst Frauenbeauftragte bei Goldman Sachs werde.

Schon lange krankt die Bank ja an ihrem Macho-Image.

Schwarzer gibt es jetzt im Sonderangebot.

Wieso sollten die Gotteswerker da nicht zuschlagen?

Hält noch irgendeiner die für so blöde?

Rein rhetorische Frage.

Die Sympathiewerte der Bank werden bald jede Meßskala sprengen. (weiterlesen…)

Von Kenaz, Google und dem Rest

Sonntag, 02. Februar 2014

Betrachtet man es runisch, mal wieder, so dass keiner verstehen will, was ich sage (geile Tarnung was?), so kämpft gerade ein Aspekt von Kenaz wider den anderen.

Nämlich das Wissen gegen die Kunst.

Es scheint, wie als ob das Wissen völlig übermächtig wäre; doch das täuscht; die Kunst ist nämlich behender.

Auch haben die meisten viel zu schmale und zu flache Köpfe, um mit all dem Wissen auch Vernünftiges und Schönes anzufangen. Eher noch macht es sie leer, impotent.

Überall liegt es herum, grinst einen frech an, allzuoft nutzlos.

Die Kunst hinwiedrum bohrt bis deutlich hinterm Schmerzphone.

Hallo! Haaalloo! Hallo Mensch! (weiterlesen…)

Nicht über lange

Sonntag, 02. Februar 2014

Es wird ganz anders kommen.

Die Jungen, schon mit 13 oder 16 voller Angst, irgendwo in misslicher Lage von einem Schmerzphone fotografiert zum Spotte des Rests im Netz zu landen, werden etwas merken.

Nämlich, dass nicht die Freude noch die Spontaneität noch gar die Straße einer US-amerikanischen Deutschland-GmbH gehört. (weiterlesen…)

Matrix: Hier wird anders gezählt (II)

Sonntag, 02. Februar 2014

Ich ärgere mich über den Ersttext.

Zu seicht, zu mild, zu unkonkret zumal.

Wer verfasst sowas? (weiterlesen…)

Sieh einfach aus wie ein Künstler!

Mittwoch, 29. Januar 2014

Gestern Nacht erhielt ich guten Rats.

Dieser war ehrlich und, eben auch noch, gut gemeint.

Kurzum: Ich solle mich mehr als Künstler gerieren, zumal äußerlich, im Auftreten, bezüglich dessen, was heute “Outfit” genannt.

Es ging also um eine bessere Vermarktung meiner selbst.

Allzuvorschnell zog ich das ein wenig ins Lächerliche.

Ob ich denn als halbtotalrasierter Affe die Königstraße hinunt stolzieren solle, um auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten besser wahrgenommen zu werden? – Ungefähr so antwortete ich.

Ob ich mich denn noch mehr zum Kasper machen solle, grade so, wie als ob ich der nicht schon wäre und ohnehin schon so aussähe? (weiterlesen…)

Allda die Angst zertanzt

Sonntag, 26. Januar 2014

Eigentlich sonst so gut wie immer sprachlos und mehr oder weniger am Boden zerstört, schöpfe ich doch wieder Hoffnung.

Es gibt zwei Kameraden, die meinen Irrsinn gerne mit mir teilen.

Nein: Es sind keine Straßenköter, die mir den Schaum vom letzten Biere lecken.

Es sind zwei so unverdächtig-unbekannte Konservative, dass es ihnen nicht einmal etwas ausmacht, wenn sie hie und da für einfach blöde gehalten werden.

Sie haben nicht einmal Angst davor, mit mir gesehen zu werden.

Das allein ist echte nachpostmoderne Tapferkeit.

Damit nicht genug. Selbst ungefragt versuchen sie mich immer wieder an Losheit zu übertreffen. (weiterlesen…)

Tausend tote Trolls

Sonntag, 19. Januar 2014

Nein, ich habe natürlich keinen einzigen Troll getötet. Tausend schon gar nicht. Nur ein paar entsorgt.

Ich habe mir schon öfter vorgestellt, ich täte als Troll arbeiten, ordentlich dafür entlohnt.

Dann stellte ich mir vor, ich träfe auf einen wie mich.

Da wurde mir klar, dass ich das nicht nur sowieso nicht tun täten wollte, sondern auch regelmäßig zwangsläufig den Kürzeren ziehen müsse, wofern der Betrollte sein Geschäft auch nur zu drei Vierteln so gut versteht wie ich.

Versteht der Betrollte sein Geschäft, so ist er immer im Vorteil. (weiterlesen…)

Spenden

Donnerstag, 16. Januar 2014

Ich habe mich, obzwar öfter auf die Möglichkeit hingewiesen, dazu aufgefordert gar, lange dawider gesträubt, selbst auch einen Spendenaufruf zur Unterstützung meiner Arbeit zu tätigen.

Hiermit springe ich also dahingehend über meinen Schatten.

Unter dem Gestrichelten wird künftig zu jedem Beitrag stehen, was Sie jetzt sehen. 

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“Spende nie an eine Organisation, die in einem größeren Haus wohnt, als du selber.” (A.C.)

Wir drei leben auf 81 Quadrat – wegen des Unterrichtsraumes eigentlich neun weniger.

Haben Sie mehr als 24?

Magnus Göller – Volksbank Stuttgart – BLZ 600 901 00 – Kto. 580 280 13

 

Willkommen im Schwarzen Reich

Donnerstag, 16. Januar 2014

Inzwischen – es ist dies nicht ganz neu – wird zunehmend kolportiert, die deutschen Nationalsozialisten hätten die EU antizipiert, so etwas wie die EU konzipiert, herbeigesehnt und endlich kräftig bei deren Entstehung mitgeholfen.

Dafür waren sie offensichtlich bereit, auf dem Rücken ihres Volkes den Zweiten Weltkrieg zu verlieren. Schließlich waren es Sozialisten. Da ist das Nationale immer vorgeschoben.

Die Nazis haben den Zweiten Weltkrieg also nur zum Schein verloren. Sie gewinnen jetzt via Brüssel.

Was für ein Konkokt!

Der Krieg kam schon nach sechs Jahren.

Will man uns Deutschen jetzt auch gar noch die EU also hintenrum reindrehen, den Euro, den ganzen Schiet, der da angerichtet?

Jaja, ich hör’s schon trapsen, so nach Scientologenmanier: Deutsche Psychiater sind an allem schuld.

Und ich dachte immer, die Nazis versuchten nur Flugscheiben zu bauen, die nie flogen.

Immerhin aber fällt was für mich ab. Ich bin nämlich dann, wenn ich mich wider die EU stelle, doch immerhin so etwas Ähnliches wie ein edler Antifa.

Sie können mir nicht folgen?

Willkommen im Schwarzen Reich!

Da liegt hier ein Pike, dort weint Goethes Geist um ihn, hinten, da, im Schimmer, lacht ein Avatar von Aleister Crowley über der Gruft von Coudenhove-Kalergi.

An der Wand kleben auch Elohim, was von ihnen übrig, manchmal zischeln sie der Maske Atons zu. Immer dann besonders gern, wenn Isis sie gerade darin nicht löscht.

Gabriel treibt es derweil mit allerlei Chimären; der Saturnalien nicht wenig; in jenem Jaguar dort steckt der Geist von Azkuatepetl.

Und, siehe, alle tanzen sie um kleine Pyramiden.

Außer mir.

Deshalb kann ich Sie gefahrlos durch das Schwarze Reich führen.

Da hinten, sie wetten schon darauf, die Freunde Plutos, wie lange auf die Relativitätstheorie noch zu wetten sei!

Hier links sehen Sie die Spieler, die auf Außerirdische setzen. Ein noch loseres Gesindel.

Wenn einer eine aufs Maul bekommt, dann wissen Sie, dass er zu dumm betrogen hat.

Normale Verlierer gibt es hier nicht.

Vergessen Sie nicht, Sie sind im Schwarzen Reich.

Sie wollten es sehen.

Sonst wären Sie mir nicht bis hierhin gefolgt.

Ich habe Ihnen ja bisher auch nur einen kleinen Teil davon gezeigt.

Mehmet und Rudi (eine Zusammenfassung)

Freitag, 10. Januar 2014

Der schwule Transgender Mehmet Ükcü hat vergangenen Freitag Rudi Brehme, der früher noch, wie er selbst sich outete, “ein fanatischer Hetero” war, kirchlich geehelicht. Der bisexuelle protestantische Pfarrer von Bischweiler hatte Tränen in den Augen, als er das Wunder (“ein Zeichen”, so Mehmet vor der Presse) segnen durfte.

Der Landesvater, Herr K., ließ sich durch seinen Kultusminister vertreten, der aber versprach, dass dies Ereignis beispielhaft nicht nur in die Sozialkundebücher des Landes einfließen werde.

“So werden schon die Grundschulkinder künftig lernen, ganz anders als gestern und vorgestern, dass die Ehe mehr als nur etwas Heiliges zwischen Mann und Frau sein kann.”

Die grüne Landtagsfraktion hat einmütig beschlossen, die gemeinnützige “Alle sind Mehmet”-Stiftung ins Leben zu rufen. (Man munkelt, sie habe sich nicht mit der SPD abgesprochen, um der, wie man früher gesagt hätte, hintenrum “eine reinzuwichsen”.)

Die FDP lallt, und die CDU weiß, wie heutzutage immer, nichts zur gesellschaftlichen Modernisierung des Landes zu sagen.

Der Verein “Lesben im Südwesten” allerdings hat Strafanzeige gegen den Kultusminister erstattet und seine sofortige Abberufung gefordert.

“Der Kultusminister hat weibliche Homosexualität unzweifelhaft in unerträglicher Weise diskriminiert, indem er sie, diese rein männliche Veranstaltung feiernd, nicht einmal erwähnte.” So der Kernsatz der Begründung.

Auch der Verband “Schwule Muslime in Deutschland” zeigte sich empört. Mehmet sei als Muslima, damals noch Fatima, aufgewachsen, ein Abtrünniger also, der von der Landesregierung in perfidester Weise dazu benutzt worden sei, zu suggerieren, der Islam sei selbstverständlichen Lebensentwürfen gegenüber intolerant. Dass die Trauung überdies an einem Freitag stattgefunden habe, sei ein weiterer, unerträglicher Affront.

Eine echte Suada kam vom “Wir anderen Generäle e.V.” : “Uns ist unbegreiflich, wieso kein Bundeswehrangehöriger in Ausgehuniform, wenigstens eine Frau Hauptmann oder Frau Oberstabsfeldwebel, zu der Zeremonie geladen und entsprechend gewürdigt wurde. Ständig wird von der Verbesserung der Akzeptanz der Streitkräfte, deren bessere Einbindung, gerade familiär, in die Gesellschaft gesprochen, doch sind das angesichts dieses beispiellosen Skandals offenkundig nur leere Worte. Auf der ganzen Welt dürfen wir bluten und sterben für jene, die uns ausgrenzen und missachten. Für geistig-moralische Verräter.”

Selbst die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft war mit der Veranstaltung nicht ganz glücklich.

Deren Sprecherin, Frauke Himmelstoß, erklärte, leicht indigniert: “Wir hätten uns schon gewünscht, dass der Kultusminister ein paar schwule und lesbische LehrerInnen zum Outing geladen hätte, mal ein paar von denen, die täglich in der Schule an der Front stehen, öffentlichkeitswirksam die Hand zu schütteln: Das wäre ein echtes Signal für alle Schülerinnen und Schüler und alle Kolleginnen und Kollegen gewesen.”

Auch manche Medien stichelten.

So etwa die Stuttgarter Zeitung, in einem Feuilletonbeitrag (“Kultur im Ländle im Griff?”) von Timo Treitschke: “Man rätselt in manchen Kreisen im Südwesten schon, weshalb der Kultusminister noch nicht einmal einen offiziellen Empfang der Brautleute angesetzt hat. Warum gab es nicht wenigstens ein kleines Kinder- und Volksfest?”

Die Frankfurter Rundschau: “Es gab zwar eine allgemeine Einladung an die regionale und überregionale Presse, aber nicht einmal einen Fahrtkostenzuschuss für unsere Redakteurin Felicitas von Rosenberg. Der Geiz treibt die Schwaben also selbst dann noch, wenn es endgültig ums soziale Sein oder Nichtsein geht.”

Auch wurde ein YouTube-Video von Google gesperrt.

Eine junge (rechtsextreme?) Komikertruppe (“Die Anonymen Anusse”)  - hier gleich mehrere Strafanzeigen wegen Volksverhetzung – hatte ein Filmchen ins Netz gestellt, das sich auf den Schulhöfen in Windeseile verbreitete.

Auch des Urheberrechts nicht achtend, hatten die Täter zur Melodie von Helge Schneiders neuem Hit gegrölt: “Was ist nur los in diesem Land? Alle Menschen gehen anschwulen, nur ich nicht! Ich habe doch keine Schwulheit! Schwulheit mag ich nur, wenn sie ganz weit weg ist!”

Unverschämtes Glück für diese Hassverbrecher, so Juristen, dass sie noch nach dem Jugendstrafrecht abgeurteilt werden dürften. Sollten sie keiner rechtsextremen Verbindungen überführt werden, so mögen gute Verteidiger sie noch auf Bewährungsstrafen raushauen können.

Derweil arbeitet das Justizministerium an einer Vorlage, wie die Verbreitung des Videos, Jugendkult jetzt schon, unter besondere Strafe gestellt werden kann.

Besonders problematisch dabei: Auch Zwölf- und Dreizehnjährige, also strafunmündige Kinder, verbreiten es massenhaft. Es muss also auch das Abspielen unter Strafe fallen. Und zumal erwogen werden, ob in diesem Falle nicht die Eltern haftbar gemacht werden können, oder das Strafmündigkeitsalter herabgesetzt.

Im Stuttgarter Regierungsviertel beißt man sich derweil schon etwas auf die Lippen. “Des war oifach sauschlechd vorbereided, Menschenskinde!” – Soll der Landesvater, in kleinem Kreise, für seine älblerische Art sehr heftig, geknurrt haben.

Derweil, heißt es, freuen sich die Schulbuchverlage. Sie rechnen mit immer neuen Ausgaben, die durch immer neue Ausgaben ersetzt werden werden.

Der Kultusminister wird dazulernen müssen. Noch zwei oder drei solche Medienauftritte, und er wird vom LV geschasst und hernach von seinen Genossen in irgendeinem Bahnhofsloch versenkt.

Ich bleibe bei meinen Unspiris

Sonntag, 05. Januar 2014

Gestern sprach ich lange mit einem, der durchaus Gründe hat, sich aus meiner Sicht recht unerklärlich verfolgt zu fühlen.

Das “cui bono”? erörternd, kam er darauf zu sprechen, dass es wohl einfach Menschen gebe, die sich daran delektierten, andere zu quälen.

Das ist mir natürlich durchaus bekannt.

Es gibt sogar Leute, die davon ausgehen, es gebe (außerirdische) Wesen, die energetisch grundsätzlich vom Leiden anderer lebten.

Ich weiß nicht, ob es so etwas gibt.

Manches spricht allerdings wenigstens ansatzweise dafür.

Wenn ich mir allein anschaue, nicht erst seit ich diesen Blog betreibe, sondern schon Jahrzehnte davor, wie wild manche Leute werden, wenn ich ihnen in ihre pseudospirituelle Suppe spucke, deutet das immerhin in diese Richtung.

Sie werden wütend, drohen und fuchteln. Manchmal schwafeln sie auch nur, scheinbar mindergefährlich aufgelegt, weil sie das für eleganter, gerade zielführender halten. Oder sich nicht zu sehr verausgaben wollen.

Die meisten von ihnen glauben, erfahrungsgemäß, fest an eine volle Reinkarnation des Individuums. Wer nicht daran glaubt (oder einen anderen Glaubenssatz), ist also lange, wie er das nicht zu deutlich macht, ein Trottel. Wird er dahingehend aber frech, so identifiziert man ihn, der eine mehr, der andere weniger, als eine Art Feind.

Wie als ob er dessenthalben der Schlimmste wäre.

Das habe ich am Glauben ohnehin noch nie begriffen: Wie kann der nur so ins Wanken kommen, wie können alle hehren Liebheitsziele so leicht über Bord gehen, nur, weil einer nicht mitglaubt?

Und da erzählt man mir, ich sei zu schwach im Glauben.

Hoffentlich bin ich da schon gleich so schwach, dass mir die eben beschriebene Übung erspart bleibt.

Schon die Differenzierung, dass an etwas nicht zu glauben nicht heißt, es auszuschließen, entgleitet regelhaft deren Denkmöglichkeit.

Oft ziehen sie gar noch Nietzsche bei (Osho und die anderen bringen es alleine nicht hinreichend, wie es scheint).

Auf dessen Werk will ich mir nun wahrlich keine Deutungshoheit anmaßen.

Wer aber, wenn nicht Nietzsche, hat je unmissverständlich vor dem Glauben gewarnt?

Sagte auch: “DEN Weg, DEN giebt es nicht!” – ?

Ja, der Friedrich gummelt ihnen schon schwer im Magen, den Spiris.

An Crowley trauen sie sich meist schon gar nicht ran, an dessen Class-A-Schriften jedenfalls. Schon “Little Essays Toward Truth” wäre eher zuviel.

So versammeln sie sich um billigeres, “gechanneltes” Material, immerhin im “Original” auch meist Englisch.

Irgendwo aus dem Äther kömmt da das höhere Bewusstsein her, schwurbelischwurbela.

Es wird und ist initiiert, dass die Schwarte kracht, die Erleuchteten sirren und schwirren, man kriegt sich schon fast nicht mehr ein.

Echte geistige Entwicklung, wie sie schon einmal in der Erweiterung der Wahrnehmung tatsächlich möglich, spielt da lieber keine so große Rolle.

Man ist auch eher arbeitsscheu. Wo es einfach die Backen aufzublasen gilt, da geht man natürlich gerne hin. Sich aber länger und genauer und immer wieder neu mit einem Gegenstand ernsthaft zu befassen, nein, das bringt den Spirispaß so recht nicht.

Konfuzius mögen sie meist gar nicht. Der sprach so oft so unmissverständlich davon, wie wichtig das lebenslange Lernen sei, dass ihnen wohl genau das entscheidend auf den Keks geht. Sooo viel Arbeit! Lebenslänglich! Ein ganz übler Unspiri. Irgendwann muss es doch mal gut sein, mit der Erleuchtung.

Konfuzius kannte, das ist auch noch übel, noch nicht einmal echte magische Grade. Er schätzte seine Schüler zwar ein, aber ein derartiges Brimborium zog er nicht auf. Er förderte jeden nach seiner Art.

Nochmal saumäßig unspiri. Ohne Rang und Titel ist doch alles nichts.

Was die Spiris am allerwenigsten begriffen haben, ist, dass man sich seinen Rang vor sich selbst erringen muss. Ihn finden, anerkennen, für ihn stehen.

Klare Urteilsfähigkeit, klare Rede. Das ist das Erste.

Bei Nietzsche und bei Konfuzius.

Bei Cervantes kommt noch ein besonderes Spiel hinzu.

Ich bleibe bei meinen Unspiris.

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