Jesus als Phäno-Mem

Im Kommentarstrange zum Beitrag “Jesus kein Jude?” schrieb Leser haschmech heute unter anderem:

“Ob Jesus ein Jude war oder nicht, ist eigentlich schnurz.
Wer aber war oder ist Jesus, der große Weltlehrer, in Wahrheit?”

Jener Jesus, egal nun welcher, ob Hebräer, Arier, sonst einer Volkszugehörigkeit, hat es sozusagen “geschafft”, daran womöglich weitgehend unschuldig, zu einer fast beliebigen Projektion zu werden.

Wer er “in Wahrheit” war, werden wir mit einiger Wahrscheinlichkeit nie herausfinden, und gelänge es doch, so glaubten jene, die in ihrer Weise weiter an ihn glauben wollten, eben doch so an IHN weiter, wie sie das eben wollen.

So gesehen ist Jesus wohl das, was man gemeinhin als einen “hoffnungslosen Fall” bezeichnet.

Der abrahamitisch geprägte Teil der Menschheit (gut, die meisten Juden werden bloß lachen, sei ihnen gegönnt, ich lache auch) muss wohl noch eine längere, teils schmerzhafte Entwicklung durchmachen (die Moslems, die ihn als einen Propheten achten, auch), bis dass dieses auf ihn bezogene Gewaber morphischer Felder endet.

Jeder macht (ich spare mir und Ihnen jetzt jeweilige Einzelheiten) aus Jesus, was ihm gefällt. Er ist, in heutiger Diktion, egal, was, wer, ob er überhaupt war, nur noch ein beliebiges Mem. Ein “Phäno-Mem” in dem Sinne, dass sich in der Interpretation seiner fast nur noch die jeweiligen beteiligten Selbste spiegeln.

Das ist in der Tat mitunter recht lustig, aber natürlich, offenkundig, keineswegs immer so gewesen und immer noch nicht immer.

Denkt man in diesem Sinne etwas genauer darüber nach, so ist nicht schwer zu begreifen, weshalb Nietzsche das Christentum in hartem Urteile den einen untilgbaren Schandfleck der Menschheit genannt.

Er meinte ja, man solle protestantische Priester noch härter bestrafen als katholische: wider beide habe man nicht Argumente, sondern das Zuchthaus.

Ich sähe ihn manchmal gerne heute, wie er sich lesbische lutheranische Pfäffinnen anschaute, neben ihren ebenso offen schwulen Kollegen.

Vielleicht sagte er dazu auf Nachfrage nur, er habe zum Thema schon alles gesagt.

Ich mache jetzt gleichwohl einen eigenen Vorschlag, vielleicht ärgert sich wenigstens einer darüber: Ja, Jesus war ein Außerirdischer, den man ob seines Größenwahns seiner Galaxie verwies, der auf der Erde gerade den Idiotenhaufen seiner darnach unstillbaren Sehnsucht fand.

Und irgendein Stück Fleisch ließ der Memo-Technokrat dann an einem römischen Kreuze vergammeln, auf dass der Wahnsinn richtig sitze.

Kein Wunder jedenfalls, dass Jesus nicht zu den Chinesen oder den Japanern ging.

Dort wäre es ihm vielleicht wirklich übel ergangen.

Erstere hätten ihn vielleicht zu Suppenhundsfutter verarbeitet, letztere kurzerhand dekapitiert und in den Pazifik geworfen.

Sein Judengeschwätz jedenfalls hätte dort wohl kaum einen interessiert.

Es interessert dort heute noch, trotz aller jahrhundertelanger Bemühungen mächtiger Kräfte immer noch weit unter zehn Prozent der Leute.

Manchmal, ich gebe es offen zu, wäre ich allein aus diesem Grunde lieber ein Chinese oder Japaner als ein Schwabe und Deutscher; immerhin hat mein Volk sich diesen Humbug anzwingen lassen.

Aber, gut, auch die Chinesen und die Japaner haben schon Fehler gemacht; ich tröste mich gemeinhin damit, dass ich in dieser Inkarnation recht gut Schwäbisch und leidlich Deutsch lernen durfte.

Hiemit etwas, das sich eben doch auch nicht dauerhaft zwingend an Jesus-Memen aufhängen muss.

Engländer allerdings, das gebe ich ebenso unumwunden zu, wollte ich, eben schon der Sprache halber, noch nie geworden sein.

Engländer, und dann auch noch Christ!

Der Kelch, nein, diese beiden Kelche, sind – ich weiß nicht, ob ich mir das irgendwann irgendwo verdient habe – dann doch glücklich an mir vorübergegangen.

(Noch zur Klärung: Ich mag die Engländer eigentlich. Der normale Engländer ist weder deutschfeindlich noch humorlos, sehr korrekt und höflich. Ich habe mich auf der Insel meist sehr wohlgefühlt. Das Bier und das Essen, was mir sehr schwer fällt, natürlich herausgerechnet. Selbst England ist, gleich Polen, auch Deutschland, trotz Jesu, noch nicht verloren.)

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505 Antworten zu “Jesus als Phäno-Mem”

  1. Kolibri sagt:

    Dieses MEM ist mit Sicherheit der Grund- bzw. Eckstein, auf dem alle anderen Systeme aufgebaut wurden.
    Eine der gefährlichsten Massenvernichtungswaffe, heute in Zusammenarbeit mit den Medien. IS zeigen uns heute die Vorgehensweise.

    Glauben wurde mit diesem Mem jahrhundertelang über Wissen gestellt.

    Eine künstliche Ordnung, die nur durch äussere Zwänge aufrecht erhalten werden konnte.
    Ein hohles Gebilde aufgebaut auf ein Gewaltmonopol klerikaler und politischer Institutionen.
    Doch die Geschichte hat schon mehrfach bewiesen, dass eine künstliche Ordnung, durch Sachzwänge und Abhängigkeit auf Dauer keinen Bestand hat.

    Wenn tiefere Einblicke in die Perversion, Verstrickungen höchster klerikaler und politischer Kreise beweiskräftig veröffentlicht werden, ist es ratsam Kotztüten bereit zuhalten.

    Deshalb, es ist an der Zeit eine freiheitliche Ordnung anzustreben, die den uns innewohnenden Idealen entspricht.

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    Ich spreche für mich jetzt ein vorläufiges Schlusswort hier, mich dahingehend gleichzeitig korrigierend, dass noch (bald) Näheres zur Vergiftung des Verhältnisses der Geschlechter entlang des Phäno-Mems folge. Dazu ist hier schon vieles gesagt.
    Sobald ich die Muße dazu finde, werde ich den ganzen Strang inhaltlich noch einmal zusammenfassen, auch diesen Aspekt natürlich, vielleicht auch punktuell erweitern: das könnte gar ein kleines Büchlein werden.
    Es liegt wahrlich viel Material auf dem Tisch.
    Nochmal mein Dank an alle Mitwirkenden.
    Der Strang bleibt wie alle anderen selbstverständlich geöffnet.

  3. Una Bastet sagt:

    Lieber Magnus,

    mir ist hinsichtlich der Offenbarung noch ein interessantes Detail entgangen, nämlich die Meisterzahl 144 (Tausend), die die Anzahl der Geretteten aus den 12 israelischen Stämmen zu beziffern scheint. Scheint… Wie ich vor Kurzem gelernt habe, hatte diese Zahl in Hochkulturen immer besondere Bedeutung, “Meisterschaft”, über der der 33 noch. Die Mondpyramide der Maya (beziehungsweise der echten Erbauer, die von den Maya wohl mit roher Gewalt besiegt wurden) zum Beispiel hatte 144 Stufen, die Sonnenpyramide daneben hatte 216 (=6*6*6). Das Pentagramm, am Himmel alle acht Jahre neu “gezeichnet” durch die Konjunktionen der Sonne mit der Venus, ist, eingezeichnet in einen Kreis, unterteilt in den 4-Elemente-Teil, der 216° einnimmt und den von den anderen Elementen zum Äther, der Spitze, mit 144°. 216 dürfte also beispielsweise für den Tiermenschen, ohne ätherische Züge stehen, 144 für das, was zum Gott-Menschen noch nötig ist, dazukommen muss. Die 144 Tausend beschreibt wie, keineswegs wie viele, die Personen sind. Die 12000 * 12 Stämme Sache ist offenbar zur Verschleierung eingefügt worden. Auch die Rait, das neue Jerusalem, das vom Himmel herabkommt
    „16 Und die Stadt liegt viereckig, und ihre Länge ist so groß als die Breite. Und er maß die Stadt mit dem Rohr auf zwölftausend Feld Wegs. Die Länge und die Breite und die Höhe der Stadt sind gleich.”
    http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2012/10/21/jesus-als-phano-mem/comment-page-3/#comment-423004
    hat mit der 144 zu tun, sie hat ein Format :-) von 12*144 Tausend. Aber ihre Zahl ist wohl die 666 (die addierten Koordinaten des alten Jerusalem sind 66°60′). Das Tier 666 heisst deswegen Tier, um es vom “Menschen” 666 zu unterscheiden. Die Zahl soll laut Axel Klitzke (der irrt aber auch zuweilen) sowohl Böses als auch Gutes in sehr hoher Potenz symbolisieren können. 144 ist übrigens auch die 13. der mystischen Fibonacci-Zahlen, Trumpf XIII im Tarot steht für den Tod – und der ist Synonym für Horus, wenn auch eher symbolisch, im übertragenen Sinn, im Sinne des Zen in etwa.

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Una Bastet

    Ich will nur kurz auf ein paar Deiner vorgebrachten Punkte eingehen.
    Dass die 144 in der Bibel eine aufgeladene Zahl ist, daran kein Zweifel.
    Nun, in der Tat, bei einer 360-Grad-Einteilung des Kreises (im Zehnersystem) bildet sie zwei Fünftel dessen ab; womit wir beim Pentagramm wären, welches astronomisch-astrologisch für die Sonne-Venus-Konjunktionen steht, gleichzeitig für den Menschen, ästhethisch-geometrisch zumindest (Leonardo zeigte dies, siehe italienische Ein-Euro-Münze, auch die Mannuz-Rune liegt an der fünften Stelle, wenn man das 24er-Futhark “von hinten” liest), den Goldenen Schnitt, also die Fibonacci-Reihe, in der diese Zahl nun ausgerechnet an der dreizehnten Stelle, jener wiederum der Überschreitung der Jahresordnung (je nach Lesart rechts- oder linksherum im Futhark für jera – das Jahr – oder aiwaz – die Ewigkeit stehend) liegt; und das Pentagramm selbst teilt die Strecken exakt im Verhältnis des Goldenen Schnitts. Das ist schon eine Menge Holz.
    Dann noch die potenzierte 12, oder 3 hoch 2 mal 2 hoch 4 (9 mal 16); in Primfaktoren schriebe man man es an der Schule umgekehrt.
    Kein Wunder daher, dass man diese Zahl so “aufgejubelt” hat.
    (Ich sage Dir hier jetzt offenkundig kaum Neues; einem unbedarfteren, interessierten Leser mag meine Nacherläuterung aber nützlich sein.)
    LG

  5. Magnus Wolf Göller sagt:

    Ich bekam heute noch den Hinweis auf die Herodes-Geschichte der Flucht Mariä mit dem Heiligen Kinde nach Ägypten, die ein Engel angewiesen habe. Was uns dieses Zeichen zu sagen habe, weiß ich nicht.
    Wichtiger mir aber diese Frage, die mir von derselben Person zugetragen. Jesus habe im Tempel die Tische der Geldwechsler umgeworfen. Nur die der kleinen Geldwechsler, jener der Kupfer- allenfalls Silbermünzen.
    Wieso warf er nicht bei jenen, die in Gold wucherten, den Großen und Mächtigen, etwas um?
    Konnte er das nicht, oder wollte er das nicht?
    Sollte er das nicht?
    War ihm das gar vom Pappi verboten?

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