Dem Nachwuchse XVII

Jetzt kommen wir zum Königswege.

Ich sage nicht, dass ich ihn wie notwendig zu beschreiten wüsste.

Er besteht darin, dass man noch selbst das wunderlich Ärgste in einen Quell der Inspiration und Erkenntnis und wegweisenden Kunst zu verwandeln voranschreitet.

Solches entwickelt viele Ebenen der Kraft, die ich in diesem Kapitel nicht eingehend beschreiben will.

Hier geht es darum, dies vom Grunde her zu begreifen. Weshalb Beispiele leicht nur schaden könnten.

Der Königsweg ist derjenige der schöpferischen Verwandlung des Äußeren über das Innere ins Äußere.

Selbstverständlich nicht nur das.

Viel Äußeres muss im Innern zusammengeflossen sein, bis dass der Königsweg auch nur am Horizonte sichtbar erscheint.

Die Verwandlung des Äußeren kann nicht herbeimeditiert werden.

Solches behaupten die Weltabgewandten, die Feigen.

Es bedarf – und sei es “nur” der geistigen – dafür der Tat.

Sonst bleibt man ein Schwamm mit etwas Spülmittel.

Es ist der Weg vorbei an, durch, über, unter, immer die Mitte wiederfindend, entlang der Fragen, die, den Wanderer nicht aufhaltend, ja nährend, seiner schöpferischen Entwicklung einbegriffen.

Das mag stoisch klingen, ist es aber nur sehr begrenzt (ich rede auch zur Stoa am 3.8. bis 5.8. in Dresden, siehe Veranstaltungshinweis zu “Denkfiguren” oben rechts); denn der des Königsweges verschreibt sich nicht etwa nur der Gelassenheit und Selbstvervollkommnung, sondern auch der Gestaltung des Ganzen durch den Einzelnen, offen, auf der Agora, in Wort und Schrift, in Gebaren und Handeln.

(Zur Stoa wird hier die nächsten Tage noch ein anreißendes Mehr erscheinen: auf dass sie sich nicht zu früh unerschöpflich behandelt sehe.)

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