Vorhin war sie wieder da: die Versuchung zur Korruption.
Es hatte sich schon lange aufgestaut, dass ich den Beuysschen Kunstbegriff einmal gründlich auseinandernähme.
Nun war es ausgerechnet Lisa, die mir den Ball zuspielte.
Nicht nur, dass sie hier schon öfter interessante Gedanken eingebracht; sie scheint auch noch eine Frau zu sein, und ich bin so altmodisch, vielleicht auch nur lebenserfahren, dass ich wider die Gedanken von Frauen gar nicht so gerne hart antrete.
Lieber wäre es mir in der Tat gewesen, mein Freund R., der auf ihrer Linie liegt, oder ein anderer, hätte mir hier Beuys auf den Tisch geworfen.
Es wäre aber feige, korrupt gewesen, den Ball nicht entsprechend aufzunehmen, nur, weil er mir von einer (vermutlichen) Frau, der ich neben Achtung einige Sympathie entgegenbringe, ins Feld gespielt ward.
Vielleicht, es wunderte mich nicht, redet sie nie mehr ein Wort mit mir.
Das ist sicher nicht, was ich will.
Doch: Hätte ich mich dieser Befürchtung unterwerfen sollen?
Bin ich nicht zuvörderst der Wahrheit, der Weisheit, so wie ich sie sehe, vepflichtet? (weiterlesen…)










