Mit ‘Würzburg’ getaggte Artikel

Konstantin und der Abgender

Samstag, 27. April 2013

Konstantin, dem nach seinem ersten dionysischen Abende zu Würzburg klargeworden war, dass der dortigen Universität ein also schicklicher wie nachhaltiger Besuch abzustatten sei, durchstreifte zunächst ein wenig die Räumlichkeiten, indem er sich als wie ein Altstudent oder Doktorand führend, am Röntgen- und Sanderring, stadtaus am botanischen Institut wie am Hubland umtat, den richtigen Ansatz- und Angriffspunkt auszuerspähen.

“Oha!” – Was fand er da?

Einen kleinen, fast unschuldigen Aushang des Inhalts, dass am heutigen Abend um 19.30 Uhr im Zuge des Studium Generale am Sanderring ein berühmt schwuler Gastdozent, Mister Pete Reuben Randolf Dooley, zum Thema “The Genes Of Gender Studies” im großen Hörsaal einen englischsprachigen Vortrag mit anschließender offener Diskussion abhalten werde.

Das gefiel Konstantin natürlich, indem er den Entenbraten doch schon ziemlich abspaziert hatte, gar wohl, denn also würde er sich nur nochmal über einen Gerupften mit zwei oder drei Brezeln, einen geruhsam dazu genossenen Silvaner im rechten Biergarten, hermachen müssen, den Kamm zwischendrein mal angewendet, einem womöglich also lustigen wie zielführenden Abend entgegenzusehen.

Dummerweise, so schien es zunächst, sozusagen, redete sich Konstantin mit einem theoretischen Physiker und dessen Freundin, einer philosophisch sehr bewanderten Altphilologin, deromaßen fest, dass er doch zwei Silvaner trank und auch noch eine gute halbe Stunde zu spät beim Vortrage eintraf, alswo er sich ganz schräg hinten oben diskretest noch dazusetzte.

Er kam genau richtig. Das Männlein da unten hatte sich in eine Art der merkwürdigsten Ekstase geredet, es war, wirr wie alles war, klar, dass es sich binnen kurzem zu einem Entscheidungssatze hinansteigern werde, einem Schlachtrufe, einem Mantra, zur Quintessenz seiner Blödheit hin. Und natürlich kam der Satz schließlich auch. (Es setzte noch ein etwas extrapeinliches retardierendes Moment an, kam dann aber doch, wie zu erwarten, zum Hauptergusse.)

“Gender mens, gender means you are somebody!” (weiterlesen…)

Vielleicht zum Guten

Mittwoch, 03. Juni 2009

“Ich habe mir meinen Arm gebrochen, vielleicht zu meinem Guten”

Dieses Sprichwort, übersetzt aus dem spanischen Original, gehört seit langem zu meinen Lieblingen.

Da diese Seite wohl selten von halben Analphabeten oder ziemlich Begriffsstutzigen besucht wird, muss ich nicht grundsätzlich erklären, welch starke Metapher hier vorliegt.

Deshalb komme ich gleich zum daran anschließenden Nächsten: dem Irrealis.

“Wenn ich damals dem Chef gesagt hätte, dass…dann…!” “Wenn meine damalige Freundin nicht so stur gewesen wäre…dann…!” “Wenn ich damals nicht das Pech gehabt hätte, dass…dann…!”

Allerlei solche Konditionalsätze in der Form der “impossible condition”, der unmöglichen Bedingung, hören wir täglich.

Merkwürdigerweise aber meist soherum in Spekulation, außer mal böswillig gegen andere, dass der Betreffende davon redet, anders wäre es ihm Pechvogel besser ergangen und er heute der größte Held.

Davon, dass selbst etwas Schiefgegeganes andernfalls hätte noch viel dümmer ausgehen können, nämlich statt Arm gebrochen Kopf ab, hört man dagegen höchst selten. (weiterlesen…)