Mit ‘Wilhelm Pötters’ getaggte Artikel

Von den Metzen (der Königin)

Sonntag, 17. Februar 2013

In einem der Heiligsten Bücher, das der Menschheit geschenkt ward, Grimms Wörterbuch der deutschen Sprache, heißt es, unter dem Eintrage “Metze”, nach verschiedenen Ableitungen, die daselbst nachzulesen, unter 5): metze, in unehrbare bedeutung übergetreten, die pfaffenköchin, zuhälterin eines pfaffen

Sodann wird die arme, brave, ursprünglich ehrbare Mechthild, deren Kosenamen, auch noch zur Zuhälterin des Landsknechts, späterhin, in neuerem Sprachgebrauche, ganz allgemein, zur Hure.

Und wie widerfuhr es erst der Dirne, die zunächst, vom Lateinischen her als kleine Dienerin ins Deutsche gedrungen, hernach, ein “unschuldiges” Mädchen, eine Jungfrau, war!

Sprache kann wirklich gemein sein. (weiterlesen…)

Der neuen, alten Philologie

Dienstag, 18. September 2012

Wen oder was fürchtet der Teufel, auch wenn er sich gerade mal wieder “Gott” nennt, am meisten?

Es ist eigentlich längst bekannt. Der seine Namen kennt, hat ihn gebannt.

Leider haben die wenigsten Sprachwissenschaftler diesen, im erweiterten Sinne, Mithauptbehuf ihrer Tätigkeit begriffen, gar verinnerlicht.

Jeder gute Philolog, Nietzsche hat es uns beispielhaft vorgemacht, muss ein Lügenjäger sein. Götzendämmerung. Sonst ist er drittklassig. Wahrheiten findet nur der Lügenjäger. (weiterlesen…)

Sucht sie, die Beispiele!

Dienstag, 21. August 2012

Es ist etwas völlig anderes, ob man zur Ausschmückung und zur Freude ein bisschen fabuliert, oder ob man einen Gedanken, der in einem, vielleicht etwas längeren Satze, vielleicht notwendigerweise einem Traktat von zwei Seiten, zu formulieren wäre, zu einem Buche auswalzt.

Was bei einer guten Novelle, auch wohl einem Romane mit klarem Leitgedanken, durchaus statthaft, hat in einer anständig geführten Debatte keine Daseinsberechtigung.

Es ist nämlich geradezu, außer blöd, hinterlistig und arg, einen Gedanken zwischen zwei Buchdeckel zu binden, wo ein Brusttaschenzettel dafür hinreichend gewesen wäre.

Studiert Euch nicht doof!

Das ist schon allzuvielen passiert!

Kommt, wenn Ihr etwas zu sagen habt, zum Punkt!

Oder wollt Ihr zeitlebens ochsen? (weiterlesen…)

Kosmospekulanten

Donnerstag, 05. Juli 2012

Ich bitte vorsorglich um Verzeihung dafür, dass ich mich aus aktuellem Anlasse noch einmal der Teilchenphysikerei widme, da mir gerade die psychische Standfestigkeit dafür fehlt, die Superkriminellen rund um den ESM-Vertrag sowie denselben angemessen zu würdigen.

Also: Was haben wir, als Laien, von den Sensationsmeldungen der letzten Tage, das “Higgs-Boson” und die “Dunkle Materie” betreffend?

Ersteres wurde vor vierzig Jahren postuliert, weil die ganze moderne theoretische Physik ihr Gebäude nicht halten könnte, gäbe es dieses nicht, da sonst nicht zu erklären wäre, weshalb irgendetwas eine Masse hat.

Jeder vernünftige Wissenschaftler kommt angesichts einer derartigen Forderung zumindest irgendwann mal auf die Idee, dass man sich komplett verrannt haben könnte.

Nun, es kommt noch dicker, behaupten aber dieselben Leute, die unbedingt dieses massevermittelnde Teilchen brauchen, um die bekannte Materie modellgemäß erklären zu können, dass diese nur 5 % derer insgesamt umfasse, während der Rest, jawohl, aus einer ebenfalls nie nachgewiesenen “Dunklen Materie” bestehen müsse.

Letztere wurde, ich wiederhole es absichtlich, ebenfalls nie nachgewiesen, aber wiederum hinzupostuliert, damit die bisherigen Annahmen (die gemessene Rotationsgeschwindigkeit von Galaxien usw. ins Bild einpassen zu können) irgendwie zu rechtfertigen seien.

Und, hier “wirkten” wohl nicht die Heiligen Higgs-Bosonen, sondern mit höchster Wahrscheinlichkeit noch ganz andere Teilchen.

Das muss man sich mal in Ruhe reintun: Von 5 % wissen sie (laut ihrer Theorie) nichts Bestimmtes, 95 % vermuten sie sich dann noch dazu, weil es sonst, selbst wenn das zu den 5 % entscheidend Dazuvermutete endlich nachgewiesen wäre, immer noch nicht passte.

Da muss man schon nachdenken, um noch einen Vergleich für derlei zu finden.

Ich probiere es – nach einem kleinen, Verschnaufeinschube – mal. (weiterlesen…)

Yale-Ökonom Chen: Sprache bedingt Denken und Handeln

Freitag, 16. März 2012

Nun, wenn ein chinesischstämmiger US-amerikanischer Forscher aus Yale, der Heimstatt des Gutmenschengeheimbundes Skull & Bones, das sagt, was ich mich so leicht nicht getraut hätte, die altehrwürdige FAZ es bringt (Titel: “Warum die Griechen mit Deutsch als Landessprache weniger Schulden hätten”), darf ich es jetzt wohl auch aufgreifen.

Keith Chen meint nämlich herausgefunden zu haben, dass die jeweilige Sprache, Sprache überhaupt, einen großen Einfluss auf das Denken habe. (Wer hätte das gedacht.) Was an sich ja irgendwo zwischen egal und faschistoidem Diskriminogefasel anzusiedeln wäre, beträfe es nur Nutzloses, also Kulturelles. Er aber ist von Haus aus Ökonom und sieht eine Korrelation zwischen Sprache und rationalem wirtschaftlichem Handeln und damit langfristigem Erfolg. (weiterlesen…)