Mit ‘Scheißestürme’ getaggte Artikel

Terra als Narrenhaus

Dienstag, 19. Juni 2012

Eben las ich – wo ist in dem Falle unerheblich – , dass Adidas eine neue Designer-Edelsportlatschenausgabe wegen eines Netzscheißesturms zurückgezogen hat, weil die daranstilisierten Plastikhochfußfesseln Afroamerikaner an die Sklavenhalterzeit erinnerten und darob zu wütenden Protesten veranlassten, vor denen das Unternehmen nach kurzer Gegenwehr einknickte.

Anscheinend haben die Leute, während aus Syrien ein zweites Libyen gemacht werden soll, in Japan immer noch die Reaktoren vor sich hinschmurgeln, der Euro bei uns, keine wirklichen Probleme mehr, außer sich wegen irgendwelcher harmloser Sachen gewaltig beleidigt zu fühlen.

Jede Sorte Minderheit, selbst wenn sie gar keine ist, so wie z.B. Frauen in Deutschland oder Moslems in Pakistan, sucht immerzu nach einem Beleidigtseinsgrund (Vgl. auch mein älteren Beitrag “Beleidigtsein” auf zeitgeist Online).

Ich fände, als real immer wieder hart und direkt konkret und folgenreich diskriminierter alleinerziehender Vater mit Söhnen, außerhalb dessen, was mich keineswegs beleidigt, sondern manchmal macht- und fassungslos dastehen lässt, sofort hunderte Gründe, mich wegen irgendeiner allgemeinen, läppischen Lächerlichkeit, oder auch, ob schon härterer, durchaus gezielterer Anschläge auf Gruppen, denen ich mich zugehörig fühlen könnte (Aasfresser, Deutsche, Denker…) “beleidigt” zu fühlen.

“Diese Odinsdarstellung beleidigt mich und alle Germanen!”

“Diese Hose hat einen Latz, fast wie die traditionelle Lederhose eines Bayern, wird von einem Komödianten getragen, und da muss ich mich als Schwabe solidarisch mitbeleidigt fühlen!”

“Außerdem habe ich als Kind auch solche Lederhosen getragen!” (weiterlesen…)