Mit ‘Runen’ getaggte Artikel

Vom offenen Geheimbunde

Sonntag, 10. November 2013

Was auch immer Ihr schreibt: Es sei am Grunde ein Gesang.

Kafka zum Beispiele fiel das sehr schwer. So schwer, dass er seine Werke nicht einmal veröffentlicht sehen wollte.

Auch Heinrich von Kleist fiel, viel zu früh.

Schiller wurde schändlich verscharrt, wahrscheinlich, nachdem man ihn umgebracht hatte.

Ihr habt Buchstaben. Am Grunde Runen.

Jeder zähle.

Horcht Eurer eigenen Worte.

Jeder Satz klinge in Euch.

Jeder, der dies versteht, ist mein “Bruder”.

Im offenen Geheimbunde.

In jenem, der keiner Verschwörung bedarf.

Er ist nämlich nur gegenüber jenen geheim, die nicht hören, nicht wissen wollen.

 

Vom neuen – weiblichen – Esoteren (II)

Montag, 16. September 2013

Das Telefon steht seit gestern nicht mehr still.

Ich soll den neuen Eso-Apps Namen geben, verkaufsfördernde Slogans dazu raushauen, gnadenlos.

Besonders gefragt ist, man wundert sich nur auf den ersten Blick, die “Yoni-App”, die die Kanzlerin höchstselbst inspiriert hat.

Ich musste zwar selbst manchen Nichtinder darüber aufklären, dass die magische Symbolik der “Yoni-App” einerseits durchaus als eine freimaurerische angesehen werden kann, andererseits eine runische. (weiterlesen…)

Vom Strategeme des günstigen Witzes (Nr. 47)

Donnerstag, 25. Juli 2013

Das Strategem des gunstverschaffenden Witzes begegnet uns praktisch überall, auf Schritt und Tritt. Werber, Politiker, Redner, Buhlende, Lehrer, Schreiberlinge: Es ist allgegenwärtig in Anwendung.

Schwierig wird es aber, was wunder, in gefährlicher Lage.

Da mag es sich dann sowohl um in der Not ad hoc zu findende tragfähige Witze drehen, als auch langfristig und verschlüsselt angelegte. Und halbverschlüsselte angelegte sowie dergestalt verschlüsselte, dass der speziell damit belegte Lachende nicht eigentlich weiß, weshalb er lacht, dass, wenn dies anliegt, viele oder die meisten oder fast alle nicht wissen, weshalb sie lachen.

Und es geht um jene Witze, zu denen die Leute sich nicht trauen zu lachen, vor sich selbst wie vor anderen, wo zunächst nur ein innerer Lachreiz erzeugt werden soll. Womöglich als Anfang oder Zwischenglied einer strategemisch aufgestellten Reihe von Witzen. Als Vor- bzw. Begleitwitz sozusagen. Als Weichkochwitz.

Und natürlich scheinbare wie wirkliche Ablenkwitze, die erst recht weiter in die gewünschte Richtung lenken.

Ohnehin kann der Strategemausübende vor einer so schwierigen, langfristig zu betreuenden Aufgabe stehen, dass er die meisten Witze gar nicht auch nur als dahingehende klare Versuche zutage treten lassen darf, sondern sie irgendwo in seiner Prosa so einzubetten, dass sie, wenn wahrgenommen, wie zufällig wirken, jedenfalls nie unzweifelhaft dingfest zu machen, bei den meisten ohnehin, meist, eher unterschwellig wirkend. Ja, anderen aber schon hörbar.

Der Punkt, so banal das klingt, ist auch schlicht der, dass die meisten Menschen lieber mehr lachten, als sie es tun, dass Lachen bekanntlich befreiend wirken kann, weshalb es auf verschiedensten Ebenen, eben auch unterbewusst oder halbbewusst nachgesucht wird. Wer also mit dem Strategeme des günstigen Witzes, als sich wiederholendes, mehrdimensionales Kettenstrategem, umzugehen weiß, kann sehr wohl im Großen wirken.

An bestimmten Stellen kann es sein, dass der Strategemanwender plötzlich gezwungen ist, den Narren zu spielen oder, es kann auf dasselbe hinauslaufen, eine ganze Witzkaskade abzusondern. Viele Leute stehen einfach stupefakt, wenn zu schnell zu viel Schräges auf sie einstürmt, halten allein deshalb inne, sehen vielleicht gar von schon fest geplanten oder spontan ins Hirn geblitzten übelsten Vorhaben und Taten ab. Die Witzkaskade kann ganz unmittelbar Leben retten. (weiterlesen…)

Den Runophoben

Donnerstag, 18. Juli 2013

Mit das Lächerlichste, was mir im Laufe des Betreibens dieser Seite entgegenschlug, war, dass mir im Kommentarstrang zu “Warum Zeitreisen möglich sind (Gastbeitrag)” unterstellt wurde, ich wolle eine (germanische) Religion begründen, da ich lediglich erwähnt hatte, dass die Runen für mich keineswegs ein idiotischer esoterischer Krimskrams seien.

Dabei ist der dies vorbrachte weder ungebildet noch grunddumm noch dass er keinerlei Ahnung davon hätte; es scheint eine Art morphogenetisch antrainierter Reflex zu sein, vom Interesse an den Runen auf eine Art sinisterster Religiosität zu schließen.

Das ist gesetzt alswie ein Bollwerk. Doch ich bohre. (weiterlesen…)

Tolkien war ein Scharlatan

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Diese ganze Tolkienerei geht mir gewaltig auf den Sack.

Jetzt wird schon davon herumgeschwurbelt, der Mann habe Zugang zu altem esoterischem Wissen gehabt.

Ich gebe zu, dass ich in seinen Sachen nur eher lustlos herumgelesen habe.

Obschon seine englische Sprache zweifellos von großer Kraft.

Auch die Bilder sind stark.

Irgendetwas aber hat mich immer davon abgehalten, all dieses hinausgezogene Gemache bis ans Ende zu ertragen.

War es nicht mein Primitivlingstum, so war es etwas anderes. (weiterlesen…)

Fröhliche Neue Mathematik

Montag, 27. August 2012

Ich denke, ich habe es vielleicht wenigstens zum Teil raus.

(Die Vorrätsel finden Sie im Beitrage “Mathe is’ fürn Müll” sowie den Kommentaren dazu.)

Da es Nichts nicht gibt, kann die Null nicht für Nichts stehen.

Daher muss sie für ein noch so winziges Was stehen.

Bilde ich nun eine endlose Reihe addierter Nullen, also winzigster Wasse, so werden sich daraus nacheinander alle reellen Zahlen bis hin zu unendlich generieren.

In vereinfachter Darstellung ergibt also null mal unendlich (je nach der Mächtigkeit der angewandten Unendlichkeit) jede reelle Zahl. (weiterlesen…)

Dem Nachwuchse XII

Freitag, 06. Juli 2012

Wer die Teile I bis XI verstanden hat, dem vermag ich – bis zu neuen eigenen Erkenntnissen – nur noch wenig zu raten. (Was natürlich nicht heißt, dass es ab da schadete, hier zu lesen.)

Wichtig ist, dass man immer wieder mal eine Gewohnheit ändert.

Das heißt nicht, dass man sich alle vier Wochen eine neue Freundin suchen soll oder jedes Jahr umziehen oder seine besten eingetragenen Bergstiefel wegschmeißen.

Sondern, beispielsweise, dass man, wie ich es erst vor wenigen Tagen gemacht habe, nach jahrzehntelangem Nichttragen, einfach eine Armbanduhr kauft und sich damit einen neuen Werdegang erwirbt.

Dass man, wenn man den Rinderbraten sonst immer mit Salbei oder Rosmarin gemacht hat, ihn auch mal mit Thymian macht.

Dass man, wenn man durch die Stadt geht, einfach mal andersrum geht, als sonst.

Dass man mal mit der Linken macht, was sonst die Rechte besorgt.

Ich werde in absehbarer Zeit sogar nochmal Kürbissuppe versuchen (nach einigen kläglich gescheiterten Versuchen an diesem Matsch, den andere gar höchst köstlich zubereitet fanden; ich kochte sogar schon selber welche, mit aller redlichen Mühe, Sahne usw., doch es half nichts), obschon dies so ziemlich das einzige Essbare ist, was bei mir nahezu einen Kotzreiz erzeugt.

Ich habe ja auch meine Kartoffelbreiphobie überwunden, die mir als wehrloses Kind im Stuttgarter Marienhospital von bösartigen Nonnen auf übelste Weise angezüchtet wurde.

Den Sinn solcher Maßnahmen muss ich hier nicht weiter erklären.

Was überdies Sinn ergibt, ist, sich über wiederkehrende Strukturen in den eigenen Träumen Gedanken zu machen. Was steckt dahinter? Wieso hat man was, von dem man sehr wohl weiß, was für eine Rolle es im eigenen Leben gespielt hat, nicht positiv aufgelöst, so dass man es immer wieder verarbeiten muss? Wieso drücken andere Sachen, vielleicht ärgste, nicht mehr?

Des weiteren die Entwicklung der Wehrlosigkeit als eine der stärksten Wehren und des eigenen Humors und damit der Lebenskraft. (weiterlesen…)

“Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant”

Freitag, 11. Mai 2012

Ich werde dem Piratengeilen, der das in der Überschrift Zitierte jetzt im Zusammenhang mit der Urheberrrechtsdebatte gegenüber Künstlern ejakulierte, nicht die Ehre angedeihen lassen, ihn hier namentlich zu erwähnen.

Man findet ihn über die Zaubermaschine sicherlich per zusätzlichem Knopfdruck leicht raus.

Damit ist die Piratenhose endgültig unten, oder, sollte man eher sagen, das Kopftuch?

“Systemrelevanz” als Kriterium also ausgerechnet bei jenen, die vorgeben, gegen das System zu sein?

Na, da wird es ja lustig, Ihr Räuber und Lugenbuben.

Kaum auszudenken, Euer Geschrei, wenn einer Euch für “nicht systemrelevant” bezeichnet hätte. Auf ihn mit Gebrüll!

Damit wird deutlich, dass Ihr nicht nur Banausen seid, Kunstohnsinnige, nützliche Idioten, sondern auch, dass sich unter dem Kopftuch nur Gier, Selbstherrlichkeit und Gnadenlosigkeit verbirgt. Nebst einem Flachgeist, dessen Dünne nicht einmal mehr in ganzen Nanometern zu messen ist.

Letztlich wollt und könnt Ihr nichts, als anklicken und herunterladen. Darauf reduziert sich Euer Verstand, Eure Weltsicht.

Eine kulturfeindlichere Haltung als jene ist mir bislang nicht bekannt. Ihr werdet noch sehen, was Ihr davon habt. Denn wir werden Eure Leichter derart in der Pfeife rauchen, dass Ihr Euch noch wünschen werdet, Ihr müsstet bloß nackicht die Barentsee durchschwimmen. (weiterlesen…)

Schreiben ist Ritzen und Raten

Donnerstag, 19. Januar 2012

Schreiben bleibt Ritzen und Raten. Oft folgt der Ritz dem Rat, oft ist es umgekehrt. Das Geschriebene befragt sich selbst. Und immer richtet der Klang. Als der unbestechlichste der Richter. Wie weit stehet dies Wort vom anderen? Will es doch noch einmal wiederholet sein? Wie liegt die eine Schicht unter der anderen? Welche Pfade laufen zu schnell ins Nichts? Will ich jemanden ansprechen? Wen? Wozu? Ritze ich nur mir selber ich selbst? Mit wie vielen Verständen kann ich raten? Vermag ich die Hülfe des Zufalles zu fassen? Sehe ich in jedem Gegenstand vor mir das noch nicht Entstandene? Schmeckt der Wein ins neue Sein rein? Bündeln sich tausende Strubbelfasern plötzlich in einen Strang? Bedingt gar noch eine Störung erst die Eingebung? Kunst der Kunst? Diene ich? Bin ich Herr? Was macht das Wort? Zeugt diese Schleife Heil, oder ist sie Selbstbiss? Sind die Nebentöne hell genug hörbar? Raunt es richtig? Was ist mit früheren Schriften? Schreibe ich ab? Nach? Hintennach? Welche Wendung genießt ein unziemliches Vorrecht? Was gehört, in angemessener Form, eben doch dazu? Wen erwähne ich gerade erst recht nicht? Wie viel Uhu, wie viel Adler? Wann welcher der beiden Raben? Soll es wirklich wehtun? Willst du heute ganz lieb sein? Schlange oder Adler? Skorpion? Hohn? Lohnes wegen sprachtauchen? Schnell Lobes heimsen, oder lange Unbill führen? Stehet da überhaupt etwas? Was?

Runen: Text nicht lesen!

Mittwoch, 14. September 2011

Ich habe mir grade mal vorgestellt, wie es wohl sein muss, wenn man religiös ist.

Ohne jemanden beleidigen zu wollen, muss ich gestehen, dass mir bei dem Gedanken ein kalter Schauder den Rücken hinunterlief.

Immerzu einer letztlich unerklärlichen Macht verantwortlich, immer Sünder. (weiterlesen…)

Unheiliges Versprechen

Mittwoch, 25. Mai 2011

Ich verspreche hiermit also niedrig wie unheilig, dass ich mindestens ein paar Tage hier keine gesonderte, ausgewiesene religiöse Provokation mehr vornehmen werde.

Die hochgeschätzte Leserin Lesezeichen hat mich nämlich gewarnt: Sie meinte, ich ARBEITETE mich unsinnigerweise an solcherlei Dingen AB.

Nun habe ich – wie jeder weiß, der mich kennt – wenig bis nichts gegen Unsinn, wenn dieser hinreichend kompensatorischen Spaß bereitet, so dass sich daraus wiederum doch ein Sinn ergibt.

Aber ABARBEITEN?

Nicht nur, dass der Schwabe weitaus lieber schafft, denn dass er arbeitete, aber Abarbeiten, das ist fraglos die nicht zu überbietende Höchststrafe, die über einen verhängt werden kann, der versucht, sich Geistigem wenigstens durchs Fernrohr zu nähern.

Hölle, Fegefeuer, Hades, Tartaros, Orkus: Wie sie alle heißen, gemessen am Abarbeiten sind das Anstalten, in denen nur Bordeaux und Kognak fließen.

Lesezeichen hat mir einen Heidenschrecken eingejagt. (weiterlesen…)

Runen und ein Standhafter

Samstag, 24. April 2010

Ein alter Sprachwissenschaftsprofessor, schon lange Emeritus, den ich selbst in seiner vollen Pracht und akademischen Gnadenlosigkeit noch genießen durfte, erzählte mir vor ein paar Tagen, da ich ihn ob Recherche im Zusammenhang mit meiner auf zeitgeist-online.de inzwischen erschienenen Buchbesprechung (Karl-Heinz Göttert: Deutsch – Biografie einer Sprache) anrief, es gebe geradezu eine Renaissance des Interesses an der Runenkunde.

Als ich erwähnte, dass ich von erheblichem Fleiße auch in Japan beiläufig mitbekommen habe, meinte er, die Japaner kümmerten sich in der Tat mit großer Ernsthaftigkeit geradezu rührend.

Mich rührte dabei an, wie ein wohl schon über Achtzigjähriger mir Rede und Antwort stand, gleich bereit war, den Herd herunterzuschalten, sein Bücherregal anzusteuern und mit mir auch noch einen Plausch über deutsche Dialekte zu beginnen, einer, bei dem ich als Gaststudent (ich war damals nicht in der Germanistik eingeschrieben) vor zwanzig Jahren gerade mal ein Seminar besucht hatte.

Sicherlich nicht mehr auf dem Zenit seiner körperlichen Kräfte, redete da ein immer noch hellwacher, selbstbestimmter Geist, den jene Alzheimersche Krankheit wohl nie wird erreichen können, da er die entscheidenden Gegenmittel in seiner mentalen Hausapotheke hat (weiterlesen…)

Magie der Laute

Mittwoch, 07. Oktober 2009

In anderem Zusammenhang (Aphorismen 40) kam ich schon auf Lautmalerisches zu sprechen.

Die Magie der Laute ist ungebrochen und meines Erachtens noch immer nur ansatzweise erforscht: Als Kind hörte ich z. B. “Ulan-Bator” oder “Montevideo”, und schon wollte ich wissen, wo das denn jeweils sei.

In der letzten Zeit lese ich in “The White Goddess” von Robert Graves herum (leider bisher noch nicht ganz geschafft, das Werk ist auch anstrengend), wo einige Ansätze, vielleicht mehr als das, zu finden sind.

Es gibt auch runisch gegründete Bücher dazu (wahrscheinlich der beste bisher gefundene prinzipielle Ansatz zum Thema), von welchen ich jetzt mal nur “Oding-Wizzod” von Gerhard Heß empfehlen möchte.

Sobald ich wieder in der Lage bin, längere Texte zu schreiben, mir noch einmal eigene Gedanken gemacht habe, werde ich die Sache hier vertiefen.

Bundeswehr und Runen

Sonntag, 19. April 2009

Vergleicht man die Rangabzeichen der Bundeswehr mit jenen der Wehrmacht ab 1933, so fällt unschwer ins Auge, dass letztere verhältnismäßig verspielt sind, erstere dagegen durchgängig einen runischen Charakter aufweisen.

Vom Gefreiten bis zum Oberstabsgefreiten sehen wir Is-Runen auf den Schulterklappen, Unteroffiziere und Stabsunteroffiziere bekommen ein – immerhin abgerundetes offenes respektive geschlossenes – ”uruz”, Feldwebel und Oberfeldwebel folgen mit gekippten K-Runen, und Hauptfeldwebel, Stabsfeldwebel und Oberstabsfeldwebel schaffen es dann bis zur Odalsrune, die außerhalb der Bundeswehr mitunter als ein “verfassungswidriges” Symbol verortet wird (weiterlesen…)

Ungeniert – Unzensiert II

Sonntag, 05. April 2009

In der Tat: Ich habe ein wenig geschwindelt, und sei es nur durch Unterlassung.

In meinem Artikel “Ungeniert – Unzensiert” vom 29.3. erwähnte ich, über welche Themen ich lieber nicht schreibe (weiterlesen…)