Mit ‘Reichstag’ getaggte Artikel

Die lange Leistungsschutznacht

Donnerstag, 29. November 2012

Das neue Gesetz zum Leistungsschutz soll, ja, ich schrieb es schon, heute Abend debattiert werden, heute Abend, wenn man kurz nach halb drei noch zum Abend rechnet.

Im Ernst (sollte nicht an mehreren Orten 1. April sein): Die Debatte ist auf 2.35 bis 3.15 Uhr angesetzt.

Die Zukunft des deutschsprachigen Netzes soll also nach dem achten Pils, dem sechsten Prosecco, dem elften Kognak zerreichstagt werden.

Aparte Idee.

Ob es irgendwo ein Klo gibt, wo man auch mal in aller Ruhe einen Joint rauchen kann, bei so einer Nachtschicht?

Es ist eigentlich Wochenende (für Abgeordnete des Deutschen Bundestages gehört der Freitag normalerweise zum Wochenende), und man muss (naja, wohl nur die wenigsten – werden mehr als dreißig von sechshundert Hanseln da sein?) dann doch noch von halberder Dreie bis viertelder Viere so tun, wie als ob man was jobbte: das kann einen schon killen.

Man weiß zwar, wie üblich, kaum, worum es genau geht, so dass nicht allzuviel von einem erwartet wird, aber man hat, da irgendwie zuständig geworden und deshalb zu dieser Scheißzeit inhäusig, am Rande mitbekommen, dass es mit diesem blöden Gesetz noch einen ziemlichen Ärger geben könnte, dass sich schon wieder eine ganze Menge Leute, die ebensowenig wissen können, wie man selber, wie es sich in der Praxis auswirken werde, darüber aufregen.

Was regen sich die Leute über ungelegte Eier auf? (weiterlesen…)

Neues vom Netzdeppen

Samstag, 31. März 2012

Da ich von der Denkkrankheit schwerstens – chronisch akut – befallen bin, bleibt mir wenig bis nichts, denn auch darüber nachzusinnen, wie eine angemessene Vergütung von Künstlern, geistig Schaffenden insgesamt, im Netzzeitalter beizutreiben sei.

Es möchte über eine Generalkulturabgabe nach “Klicks” gehen, sagen viele. Das sei auch nichts anderes als sonst, wo die Bildzeitung eben mehr gekauft werde als die Frankfurter Allgemeine, obzwar, so ist das Leben, letztere zu produzieren zweifellos mehr Mühe erfordere. Pech halt, wie allüberall, für den, der etwas Gescheites macht. (weiterlesen…)

“Piss-In”?

Sonntag, 26. April 2009

Ich fing gestern noch mehr ernsthafte Kritik ein als die, ich habe der jüngeren Wunschbewegung zuwenig Sorgfalt angedeihen lassen, also Beinahebetrug an meinen Lesern begangen, weil in deren Schriften ja doch eine Jahrtausendidee das Licht der Welt erblickt haben könnte.

Derselbe gute Freund meinte nämlich darüber hinaus, ich hätte im Artikel “Raus” meine durchaus originelle Idee eines gigantischen “Piss-Ins” – vielleicht besser “Piss-Aufs” – am Berliner Reichstag achtlos vergeudet beziehungsweise entwertet, indem ich sie so indirekt und im Zusammenhang mit alkoholisierten Obdachlosen präsentierte. (Sie ist übrigens älter als die Finanzkrise, aber jünger als der Afghanistan-Krieg.)

Diesmal bin ich geneigt, ihm teilweise zuzustimmen, weshalb ich flugs versuchen will, die Scharte auszuwetzen.

Ich wollte in einer Zeit, da schon mindestens ein Gewerkschaftsboss, ein Parteichef und eine Bundespräsidentschaftskandidatin vor sozialen Unruhen warnen, die Sache nicht offensiv angehen, da ich von gewaltsamen “Lösungen” in Deutschland genausowenig halte wie anderwo.

Zwar erfüllte ein Anpinkeln des Reichstags sicher nicht den Straftatbestand der schweren vorsätzlichen Körperverletzung, wie sie unser Ehrendoktor Joseph Fischer für ihn folgenlos gegenüber einem wehrlos am Boden liegenden Polizisten beging (weiterlesen…)