Seit ein paar Tagen wird Stuttgart der anstehenden OB-Wahl halber zuplakatiert.
Was völlig neu, ich noch nie erlebt habe, ist, dass man nicht auf einem einzigen von mir bislang wahrgenommenen Plakat zum Gesicht des Kandidaten einen Parteinamen prangen sieht.
Was bei den beiden Sammelkandidaten für SÖS und Linke, für CDU, FDP und Freie Wähler, noch halbwegs nachvollziehbar sein mag, erhellt bei den Kandidaten von SPD und Grünen – anderen, sah ich schon andere? – nicht ohne weiteres.
Offensichtlich will vor den Stuttgartern kein Politiker mehr für eine Partei stehen.
Alle Kandidaten scheinen ihre eigenen Parteien als klare Negativwerbung zu empfinden, sich vor den Bürgern für diese zu schämen.
Der gemeine Zentralschwabe war also mal wieder außerordentlich progressiv, erzwang dergestalt bei seinen Großkopferten die Anpassung an den neuen Zeitgeist.
Einen Oberbürgermeister braucht man selbst in der Nachpostmoderne: Aber wer braucht noch Parteien?
Ich schätze, die CSU, wenn sie noch Humor besäße, könnte in Stuttgart locker einige hundert Plakate eines der Ihren, die untere Leibeshälfte als blauweißer Dackel gehalten, an die Laternenpfähle hängen, und weder das Ordnungsamt noch sowieso die politische Konkurrenz merkte etwas davon. (weiterlesen…)