Eben las ich wieder einmal ein Stück über ‘das Verhältnis von Juden und “Nichtjuden”‘.
Und wieder fiel mir dabei auf, dass das Deutsche, an Begriffen und zumal an Wortbildungsmöglichkeiten wahrlich nicht die ärmste Sprache, hier irgendwie defizitär wirkt. (‘Juden und “Unjuden”‘ wäre auch nicht gerade eleganter.)
Im Englischen existiert das Lexem “gentiles” als Bezeichnung für alle “Nichtjuden”. (Zeitweise auch synonym für Christen verwendet; bei den Mormonen gar für alle Nichtmormonen, selbst Juden.) Laut Britannica leitet es sich vom hebräischen “goy” ab (für “Nichtjude”), enstand dann durch lateinische Übertragung zu “gens” (Volk).
Da nun “goy” im Jiddischen und Deutschen (auch schon im Hebräischen) durchaus nicht selten eine pejorative, also herabsetzende Bedeutung hat, eignet es sich wohl kaum besonders, dies sprachbehindert wirkende “Nichtjuden” zu ersetzen; “Heide” wäre eine Möglichkeit, die sich aber zumindest Christen und Moslems wiederum verbäten.
Das Ganze hat in der Tat eine komische, aber auch bedenkliche Seite; bin ich etwa ein Nichtbuddhist, Nichthindu, Nichtmoslem und Nichtchrist? Also vor allem etwas nicht? (weiterlesen…)









