Mit ‘Mobbing’ getaggte Artikel

Angst der Masse

Mittwoch, 04. Januar 2012

Eigentlich banal, doch immer wieder ins Blickfeld zu rücken: Wofern man den Linken zu rechts und den Rechten wenigstens zu halb, wenn nicht schon verkappter Volksverräter, dann begrüßt einen die sogenannte Mitte, wen wundert’s, grade auch noch erst recht nicht.

Eine solche Lage könnte einen verzagt machen; man kann von dieser eigentümlichen Position aus aber auch erst recht frei aufschreiben.

Von allen geschmäht heißt auch niemandem verpflichtet.

Da man keine Klientel hat, kann man auch keine verlieren.

Man kann eines Fisches Schuppen betrachten, eines Weibes Gebaren beurteilen, eines Tapirs Trab, also unschuldig, denn wenn man als ein Neugeborenes schriebe; aus dem Nirgendwo; man darf zum fröhlichen Nichts werden.

Eine solche Freiheit zu erlangen, hat aber auch einen hohen Preis. (weiterlesen…)

“Worte sind Taten”

Mittwoch, 20. Januar 2010

Meine regelmäßigen Leser wissen, dass ich als Anglist nicht allzuviel von unnötigen Anglizismen in deutschen Texten halte; einschlägige Beispiele werde ich jetzt nicht anfügen, denn hierher verirren sich nur die Lesfähigsten, und ich will Sie intellektuell nicht damit beleidigen, ein paar allfällige diesbezügliche Blödsinnigkeiten hier aufzuzählen (was indes nicht heißt, dass ich an anderer Stelle nicht doch einmal ein paar besonders bemerkenswerte Unsitten dieser Art aufspießen werde).

Ein Anglizismus jedoch gefällt mir ganz gut: “Mobbing”.

Das Wort “Mob” ist inzwischen als sehr alltäglich ins Deutsche eingedrungen: Und auch die gerundiale Verbalableitung ist gut auszusprechen und gemäß deutscher Orthographie leicht korrekt zu schreiben.

Außerdem ist das Lexem griffig und mitunter auch hilfreich; als ein Mitglied meiner Familie in einer dadurch treffend beschriebenen Weise behandelt wurde, half das Wort, um den Erniedrigten und Beleidigten von seinen Peinigern immerhin separieren zu können und ihm damit eine neue Chance zu eröffnen.

Indem mir selbst nun Ähnliches an ähnlichem Orte widerfuhr, ging mir wiederum genau dieses Lehnwort durch den Kopf; und obschon ich es in meiner Gegenwehr, jedenfalls soweit ich mich erinnere, nicht einmal aussprach, war es vielleicht gerade durch das Nichtausgesprochenwerden erst recht hilfreich.

Wittgenstein sagte in einem seiner berühmtesten Aphorismen: “Worte sind Taten”.

Schon ein Wort im Kopfe kann diesen Spruch mitunter bestätigen.

Implikation ist eben oft stärker noch als Explikation.

Wohl dem, der für solche Erkenntnis nicht erst in einem indischen Aschram bei einem Guru in die Lehre gehen muss.