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Krieg den Künstlern?

Samstag, 21. April 2012

Unter dem vielsagenden Titel “Lieber frei als gerecht” äußert sich ein Michael Seemann zum Urheberrecht im Internet auf SPON.

“Manche glauben, dass ich gegen das Urheberrecht argumentiere, weil ich es den Künstlern nicht gönne. Nein, ich gönne den Künstlern alles Geld dieser Welt. Aber vor die Frage gestellt: Urheberrecht oder freies Internet, zögere ich nicht lang.

Wenn die Piratenpartei sich nicht traut, fordere ich es eben: Schafft das Urheberrecht ab!” – also elegant schließt der Mann sein Plädoyer.

Soso, er gönnt uns gar alles Geld der Welt. So viel wollen wir gar nicht. Arbeiter und Fabrikanten und anständige Polizisten, Lehrer zumal, sollen ruhig auch noch etwas davon abbekommen.

Isses nicht drollig, wie da einer, der uns unsere (potentiellen) Einkommensquellen ersatzlos streichen will – denn von greifbarem Ersatz berichtet er nichts – derart großzügig als unser Gönner auftritt?

Will wohl heißen, dass er niemandem verbieten will, uns ein paar Kreuzer in die Kappe zu werfen. Und wer gerade seine Hasen geschlachtet hat, der mag uns gerne mal einen halben Schrumpelkohl und zwei Mohrrüben in die Künstlerrestetonne hinterm Marienplatz schmeißen, ohne dass sich der brave Bürger dafür schämen müsste. Auch gebrauchte lange Unterhosen nimmt man in Herbst besonders gern. (weiterlesen…)