Mit ‘Künstler’ getaggte Artikel

Und wieder ein merkwürdiger Künstler

Mittwoch, 01. Januar 2014

Gestern habe ich mal wieder jemanden kennengelernt, der erschien, als könne er nur einem etwas überdrehten Drehbuch entstammen, in der Wirklichkeit kaum so existieren.

Natürlich ist er ein Künstler.

Nein, keine Angst, er ist nicht ich und auch kein Schriftsteller.

Als wär’s, wie gesagt, vom Film, haust er mitten in der Stadt in einer Kate, einer Klause, wie ich sie vordem kaum gesehen.

Praktisch alles steht einfach so herum.

Und wiederum wie aus einer Fiktion: Ein schwerer Schlag beraubte ihn lange seiner praktischen Möglichkeiten als Musiker. Es geht aber wieder. Ich habe es gehört.

Und es eignet dem völlig friedsamen Manne (wieder?) eine Physis, mit etwa sechzig, dass ich keinem frechen Zwanziger anraten möchte, zwanghaft mit ihm anzubinden.

Und immer noch so viel Schwäche neben all der Kraft!

Ich weiß nicht, ob wir uns wiedersehen werden. Jedenfalls vorsätzlich. Vielleicht war ich ihm schlussendlich zu anstrengend. Es liegt an ihm.

Kann man, darf man so einem Manne überhaupt zu helfen suchen?

Was wird er, außer an dionysischem Abende, noch hören wollen, können?

War ich überhaupt dort? Waren es wirklich wohl zwei Stunden?

Ich habe mir, ganz absichtlich, nicht nur da ich Weins etwas beladen, die Adresse nicht gemerkt. Ich weiß nur noch ungefähr, wo seine Kate.

Wie als ob mich die merkwürdigen Künstler verfolgten. Oder ich sie.

Krieg den Künstlern?

Samstag, 21. April 2012

Unter dem vielsagenden Titel “Lieber frei als gerecht” äußert sich ein Michael Seemann zum Urheberrecht im Internet auf SPON.

“Manche glauben, dass ich gegen das Urheberrecht argumentiere, weil ich es den Künstlern nicht gönne. Nein, ich gönne den Künstlern alles Geld dieser Welt. Aber vor die Frage gestellt: Urheberrecht oder freies Internet, zögere ich nicht lang.

Wenn die Piratenpartei sich nicht traut, fordere ich es eben: Schafft das Urheberrecht ab!” – also elegant schließt der Mann sein Plädoyer.

Soso, er gönnt uns gar alles Geld der Welt. So viel wollen wir gar nicht. Arbeiter und Fabrikanten und anständige Polizisten, Lehrer zumal, sollen ruhig auch noch etwas davon abbekommen.

Isses nicht drollig, wie da einer, der uns unsere (potentiellen) Einkommensquellen ersatzlos streichen will – denn von greifbarem Ersatz berichtet er nichts – derart großzügig als unser Gönner auftritt?

Will wohl heißen, dass er niemandem verbieten will, uns ein paar Kreuzer in die Kappe zu werfen. Und wer gerade seine Hasen geschlachtet hat, der mag uns gerne mal einen halben Schrumpelkohl und zwei Mohrrüben in die Künstlerrestetonne hinterm Marienplatz schmeißen, ohne dass sich der brave Bürger dafür schämen müsste. Auch gebrauchte lange Unterhosen nimmt man in Herbst besonders gern. (weiterlesen…)