Mit ‘Konstantin Eulenspiegel’ getaggte Artikel

Konstantin Weines in Würzburg

Mittwoch, 10. April 2013

Nachdem Konstantin in München seine Geldkatz’ für die nächsten Unternehmungen zu Hamburg gefüllt hatte, beschloss er doch, auch da sie am Wege, zur Erholung, auch des berühmten Weines wegen, der dort wachset und gekeltert, der schönen Stadt Würzburg einen Besuch abzustatten.

Schon vor dem Bahnhofe, der fast am Fuße jenes Heiligen Weinberges, dem Steine, gelegen, drangen die süßen Düfte der gerade erblühten Magnolienbäume, derer einige daselbst die erste Frühjahrspracht Würzburgs bilden, ihm entgegen, indem die Sonne keck zwischen sich verziehenden Wolken durchlugte, seine Seele also obendrein erquickend.

Kecke Studentinnen der Lebens- und Erdkunde, der Unrechts- und Betrugswissenschaft, durchschwärmten den Ringpark alswie die Mainauen, ihre Ränzlein anmutig geschnüret und geschürzet; die Singvögelein erschollen im Balzgesange; blaue Zipfel harrten Konstantins schon im Sude; die Steinburg blickete gütig auf all dies Frankentreiben herab: nicht lange, da saß Konstantin denn auch, unter der beeindruckenden Mainfränkischen Festung, direkt am Flusse, mit Blick auf die herrliche Alte Mainbrücke, im Gasthause Brückenbäck, sich erste Atzung verschaffend.

Indem er nun dort saß, der zweite Silvaner seine Kehl’ gar freundlich hinabgeronnen, sagte er zu sich: “Potzblitz! Es zieht mich so bald doch gar nichts an jene verregnete Hamburg, wo jeder mittlere Marketender, so geht die Kunde, sich für einen Alwis hält!”

Nach dem dritten Glase machte er sich also auf; zuerst die Feste hinan, des herrlichen Blickes, ehrfürchtig der Inneren Leiste gewahrend, dann zum Käppele, zum Nachgusse auf den Schützenhof. “Eiderdaus! Jetzt hab’ ich schon dreißig Jahr’ auf dem Puckel, und sehe doch dieses Kleinod zum ersten Male!” – also sann er fast ehrfürchtig dorten, indem er andächtig Gerupften mit Bauernbrot zu einem vortrefflichen Weißburgunder führte.

So beschloss er, sich für diese Nacht keine Herberg’ zu suchen, stattdessen im Sacke mit einem Bocksbeutel auf der Festungswiese zum süßen Traume zu kommen. Der ganze Himmel hing so voller Geigen, dass er heute auch jedes Schabernacks, jedes Streiches zu entraten sich zum Vorsatze machte. (weiterlesen…)

Konstantin und der Münchener Geck

Samstag, 06. April 2013

Wie wir aus vorangegangener Meldung wissen, weilte Konstantin zuletzt in München. Nun, was allda, nachdem der Geck ihn in seine Agentur geladen, geschah.

Nachdem Konstantin sich mit seinem Anruf die gebotene Zeit gelassen, saß er also im Büro des Herrn Bruno Grieshaber, und wusste selbstverständlich, dass der, als moderner, betont weltoffener Münchener, über seinen doch eher weniger trendigen Namen, als Chef einer PR-Agentur, nicht eben angetan.

Das Gespräch hub, indem Grieshaber sich dem Gewichte der Sache angemessen lässig zurücklehnte, an.

“Nun, Herr Eulenspiegel, wollen wir nicht lange um den heißen Brei herumreden. Ich habe mir natürlich ein paar Gedanken gemacht, wie jemand wie Sie, der keinerlei professionelle Branchenerfahrung mitbringt, aber doch einiges an Weltläufigkeit, seine Fähigkeiten im Sinne der Unternehmensziele von Grieshaber Consulting & Communication Services einbringen könnte.”

Kunstpause.

“Die Firma Trimens, wohl auch Ihnen ein Begriff, wünscht eine etwas außergewöhnliche Dienstleistung von unserem Hause.”

Kunstpause. Konstantin merkte, dass er jetzt etwas sagen müsse.

“Die wäre, wenn ich fragen darf?”

“Nach der jährlichen Aktionärsversammlung, die nächste Woche, pflegt das höhere Management von Trimens mit einigen Bänkern, Wirtschaftsprüfern undsoweiter in exklusivem Rahmen feuchtfröhlich zu feiern. Man wünscht sich dieses Jahr, zur Auflockerung sozusagen, einen Alleinunterhalter, der sich auch auf derbe Späße versteht, dabei in der Lage ist, diese doch mit so viel Etiquette und Fingerspitzengefühl vorzutragen, dass auch die anwesenden Damen befreit mitlachen können. Kein leichter Auftrag also.”

Konstantin merkte gleich, dass etwas faul war, kam, Grieshaber ein wenig zu überraschen, direkt zur Sache: “Darf ich dem entnehmen, dass die Aktionäre dieses Jahr nicht nur Grund zur Zufriedenheit haben werden?”

Grieshaber wackelte etwas merkwürdsam mit dem Kopfe und entgegnete, sehr leise, fast andächtig: “Sie haben es erfasst. Die dort werden tags ganz schön Prügel bezogen haben. Die Aufgabe ist also durchaus etwas heikel.”

“Nun, Herr Grieshaber, ich sehe da kein Problem. Kalamitäten zu jokundifizieren, das ist eines meiner Spezialgebiete.” (Konstantin sahe sofort, dass sein Gegenüber ihn lediglich dem Sinne nach verstanden hatte, sich aber nichts anmerken zu lassen bemühte. Würde er jetzt auf den Punkt frech, so wäre ihm der Auftrag sicher. Also fasste er unmittelbar nach.)

“Problematisch wäre es allenfalls für Sie, wenn Sie mich nicht angemessen bezahlen könnten. Gute Arbeit, guter Lohn.”

Grieshaber war etwas stupefakt. Ein derart zielgerichtetes Vorgehen hätte er von jenem halben Gammler, den er da beim Italiäner aufgegabelt, gar nicht erwartet. Es bestärkte ihn aber darin, die richtige Wahl getroffen zu haben.

“Was haben Sie sich denn vorgestellt, Herr Eulenspiegel?”, versuchte er so lässig als möglich zu versetzen.

“Fünfzehntausend wären, denke ich, dem Gewichte des Auftrags angemessen”, meinte Konstantin, nach kurzer Pause, die Stirne ein wenig in Falten gelegt.

“FÜNFZEHNTAUSEND! -?”, platzte es aus Grieshaber heraus; er griff zum Wasserglase, nahm einen Schluck.

“Ja was dachten Sie denn?”, setzte Konstantin nach, sobald klar war, dass der andere sich wieder gefasst hatte.

“Fünftausend, und keinen Eurocent mehr!”, bellte Grieshaber.

Konstantin merkte, dass da noch Luft drinwar, Grieshaber definitiv keinen anderen hatte, dem er die Sache zufriedenstellend zu lösen zutraute.

“Also gut”, meinte er langsam, “ich habe heute meinen guten Tag. Weil Sie es sind: meinetwegen zehn, dann aber Vorkasse, Cash. Das ist mein letztes Wort.” (Konstantin mag unnötige Anglizismen nicht, dachte aber, dass Cash hier besser säße als bar.)

Grieshaber schnaubte, sah plötzlich fast zehn Jahre älter aus.

“Also gut, Sie… Also gut.”

Konstantin hatte also den Auftrag, nahm endlich doch einen Scheck, holte sich bei der Hypo, die noch genug Geld hatte, seine zehntausend Euronen und gab den Pennern der Stadt, wo er sie traf, erstmal einen aus.

Vier Tage später war Termin. Konstantin hatte absichtlich zwei Tage lang nichts gegessen und nur mäßig getrunken, um mit einem angemessenen Hunger und Durste schon einen professionellen Eindruck zu machen, indem er an Buffet, Champagner und Kognak herantrat.

Gegen zehn, also nach zwei Stunden, spannte sein Ranzen mächtig, und er hatte angemessenen mittschiffs einen im Kahn, war er an der Reihe. (weiterlesen…)

Konstantin doch schon in München

Samstag, 09. März 2013

Wien war Konstantin doch zu langweilig.

Allzuleicht sei dorten jeder Hofrat, Magister, Doktor, Minister: Doch zu wenig Reiz habe die Stadt ihm diesbezüglich gespendet.

Zwar reizten ihn das nahe Pressburg, auch Budapest gar; seinen Leichter hatte er noch gut vertäut; flussab ist nicht schwer, hatte er sich gesagt; aber, so sehr er sich’s gerne mal wohl ergehen lässt, so sehr juckt es ihn doch immer wieder, auf die dicksten Bierbäuche zu klopfen.

Da es heutzutage keine Treidelpferde mehr gibt, die Konstantins Leichter die Donau und schließlich die Isar hinangezogen hätten, das Hinaufpaddeln nicht immer seins, die dummen Wiener ihm Reisegelds genung spendiert, reiste er bequem mit der Eisenbahn.

Wo er nun erwartet hatte, massenweise gemütliche, bierbäuchichte, selbstzufriedene altmünchener Ochsenseppl und Gschaftlhuber vorzufinden, ergab sich doch weithin ein ganz anderes Bild: Fast die ganze Stadt schwurr und schwirrte von jungen, schlanken, gut angezogenen Marketendern und deren ebenso schmucken Hilfsmägden; kein Eck, an dem, bei hochwichtigen Verkaufsgesprächen, nicht des Italiäners Kaffee und Tresterbrand gereicht, nicht Scharen adretter Nießbraucher Volkes Arbeit säßen.

“Ja”, sagte er sich, “in dieser Stadt gibt es auch brave Leute. Aber im Grunde ist diese Stadt ein einziges Hurenhaus. Schlimmer noch, als gar Berlin.”

Er beschloss also, den eitelsten Gecken auszufinden, jenem einen Streich zu spielen. (weiterlesen…)

Konstantin doch in Knokke?

Sonntag, 24. Februar 2013

Konstantin scheint tatsächlich gen Österreich hinuntgeleichtert zu sein. Denn aus der Donau rechts isarauf, zu München, wäre er längst aufgefallen; dort auch nur mehr als einige Stunden zu hinterlassen, in der jetzigen Lage, hätte ihm, mit einiger Sicherheit, wohl nichts Gutes eingebracht; er wird den Münchenern schon noch kommen. Wahrscheinlich bei Isarhochwasser, aber von der anderen Seite her.

Ein bisschen was hat er immerhin erzählt.

Er halte, meint er, Wien für einfach, weil man da, wie er mehrfach glaubhaft berichtet bekommen habe, nur mit den richtigen Leuten Wein trinken müsse und etwas beredt sein.

Von beidem verstehe er was, und von daher sei ihm in Wien nicht bange.

Er äußerte lediglich die Befürchtung, dass er zum Zwecke seiner Beratungsgeschäfte im Sinne auch einer bezahlten Beherbergung, der Zeche zumal, mit den entsprechenden Wienern so viel Wein trinken müsse, dass die Sache mit dem stillstehenden Riesenrad erstmal zu vergessen.

Wo aber, meint er, der Wein erstmal zum Guten hinkreise, da könne das Größtsonstmögliche und -denkbare auch noch bequem ein Momentchen warten.

Schließlich ward er doch geschwätziger. (Ich vermute, inzwischen, er ist, jawohl! – : schon in Wien.)

So sagte er denn, selbst die gelahrten Leute in Wien wüssten eigentlich gar nicht, dass es Berlin gebe, jedenfalls wie, wo er ja grade, vor der notwendigen Kurzeremitage unter der Schwäbischen Alb, ebenda gesehen habe, dass dort so gut wie keiner mehr einen guten konstantinischen Spaß versteht.

Seine Rede werde gut angenommen. Es habe sogar schon wieder für gute neue Stiefel und nicht wenig Wiener kräftig Essen gereicht. Er fühle sich gut gestärket.

Ich vermute allerdings, dass Berlin Konstantins Treiben in Wien nicht lange untätig zuschauen wird; und Konstantin wird das wissen; es wird also wohl kein ewiger Wein in Wien werden.

Ob er rüber nach Südtirol macht, weil die Italiener dort eh keinen halbwegs deutschsprachigen Narren von einem anderen scheiden können, selber schon Schafsnarren sind, und zuwenigst die meisten angestammten Tiroler derartige Zuzügler nicht von vornherein verachten?

Naja. Ich könnte mir vorstellen, dass er nach Wien, dem ganzen Kalb- und Rindfleisch, jetzte noch einen Aufflug in gleichzeitig feinstwürstigste und -schinkendste alswie edelkäsigste Bergländer anzunehmen, wo des Weines auch nicht immer geschont und dessen ebenfalls genung vorhanden.

Immmerhin. Ich wünsche ihm mal Erholung. Es kann auch in Wallonien sein. Da kann man es sich mächtig gut sein lassen. Dort essen sogar die Frauen noch freiwillig und ordentlich. Wobei man es in Flandern schon so krachen lässt, zumal ein Faible für schräge Käuze hat, dass er sich auch dort seiner Regenereszenz widmen könnte.

Ich vermute fast, er ist doch in Knokke. (weiterlesen…)

Konstantin noch unter der Alb?

Freitag, 22. Februar 2013

Konstantin hat sich klandestin von der Schwäbischen Alb her bei mir gemeldet.

Die Bundestagsverwaltung habe erklärt, die Reinigung der Reichstagskuppel habe 3000 Milliarden Euro gekostet. Es sei erstmal nicht mehr lustig. Alle Büttel von Freiburg bis Usedom seien hinter ihm her. (weiterlesen…)

Konstantin in Berlin

Donnerstag, 21. Februar 2013

Konstantin wanderte über Erfurt, alswo sein Bruder Till das Fliegen vom Dome also erfolglos wie dazu lachend geübt, gen Berlin.

Man hielt daselbst gewaltig Hof. Man aß beim Italiäner, beim Japanesen, nichts war den Herren nicht feil.

Da sahe Konstantin, obdrein, die Glaskuppel des Reichstages.

“Hei, das wäre mal ein Spaß, da obendrauf herumzurutschen und dabei etwas Farbe zu verteilen, während die da drinnen Volkes Gut an die Geldwechsler wegprassen!” (weiterlesen…)

Wie Konstantin schiergar in Freiburg blieb

Sonntag, 06. Januar 2013

Wie stets waren ein paar Tage des Müßiggängertums, selbst an einem so schönen Orte wie dem Bodensee, genung, dass Konstantin der Lust auf neue Fährnisse nicht mehr zu widerstehen vermochte. So machte er sich denn, noch sieben Goldfranken in der neuen Joppe, bester züricher Meisterstiefel auch, doch gen Freiburg auf. Konstanz schien ihm einfach zu nah; denn gerade, wenn es ihm mal ein paar Tage gutgegangen, er des Bieres und Weines und der Würste nicht zu schonen Gelegenheit gehabt, scheuete er der kurzen Wege; er wusste längst des verderblichen Geistes der Trägheit. So machte er sich nun, auf Schusters Rappen, also war’s ihm meist am liebsten, auf ins Breisgau, freuete sich schon des einfachen Gutedels, umso mehr des Rieslings, den er sich dort, nicht aus der Übung zu geraten, einzugeußen gedachte. Doch, kaum durchs Stadttor (die Freiburger Wachtbüttel gewahrten wohl, dass da ein gutgenährter, schicklich gekleideter, also fröhlicher wie stattlicher Bursche ihrer Stadt Schönheit begehrte, ließen ihn darob gerne ein), da ward Konstantin von einer gar merkwürdigen Maid angesprochen. Etwa dreißig Jahr, Konstantin merkte gleich, dass sie keine Dirne war, die es nur auf seinen schmalen Beutel abgesehen, sprach sie, schlichten, doch gut geschürzten Kleides, zu ihm, grad und forsch: “Suchet er a Herberg, der Herr Baron?” Der wunderschöne alemannische Klang, Singsang, in ihrer kurzen Frage aufs Beste freche schon erklungen, rührte an Konstantins Herze, allzumal sie wohl anzuschauen war, von einem Liebreize, wie er auf der dem Franzen zugeneigten Seite des Schwarzwaldes bekanntlich nicht selten ersprießet. “Bettes werd’ ich schon finden”, versetzte Konstantin, “aber taugt bei Eucho auch der Wein?” “Er kann bei uns selbst vom Elsässer des besten Bechers füllen lassen; unsere Kammern sind einfach, der Güte des Weines aber sorge er sich nicht.” Das schien Konstantin verständig und artig gesprochen; und so folgte er ihr in eine alte Winkelgasse. (weiterlesen…)

Von Katern, vom Käs und von Konstantin

Dienstag, 01. Januar 2013

Vorhin meinte mein Großer zu mir, nachdem ich ihm berichtet, dass ich nicht nur, wie er, bis um Viere getagt, sondern bis um Achte, ich habe ja wohl einen mächtigen Kater.

Wat’n Unfuch. Ich erklärte ihm, dass ich zwar heute nicht der zugspitzerstürmenden Frischesten einer, es mir aber blendend gehe. Ein Kater zeichne sich durch allgemeines körperliches Unwohlsein aus, normalerweise gepaart mit Schädelbrummen, gar Reue: Ich wisse aber von keinerlei derartigen Unbilden zu berichten.

In der Tat hat sich wieder einmal gezeigt, dass eine große Vorspeisentafel mit anschließendem Käsfondue, sodann Underberg, Kaffee und einem Schokolädchen eine zwar nicht feuer-, aber sehr feierfest machende Grundlage für weiteren anschließenden Weingenuss, gar tragfähige Rede, bildet.

Wenn man dann noch auf Neujahr davon erfährt, dass einer, der nunmal keineswegs den Eindruck eines verkaterten Rausschwätzblödels macht, mit einem ernsthaft ein interessantes Projekt ansinnt, hängt der Neujahrshimmel zwar nicht gleich, wie als ob Dulcinea Nietzsche einen förmlichen Antrag gestellt hätte, kaum mehr von meiner Seite weichen zu dürfen, voller Geigen, doch lässt sich das schonmal sehr begrüßlich an. (weiterlesen…)

Konstantin bei Bärli in Züri

Samstag, 29. Dezember 2012

Konstantin kam, da ihm in deutschen Landen eine zeitlang zu unwohl geworden, ein Landvogt dem andern zu sehr glich, nach Zürich, einer Stadt, von der er wohl schon so manches gehört hatte, doch nie dorten gewesen; närrisch sei sie, aber nicht nur, hatte er vernommen; und derlei Städte reizten ihn selbstverständlich am meisten, daselbst zu schauen und zu lernen und vielleicht auch mal einen braven Bürger zu ärgern.

Kaum dass er durchs Stadttor gelassen, sahe er denn allda auch derer haufenweise; zwar trieb sich auch dorten am und hinterm Markte allerlei Gesindel herum: in dieser Stadt aber war selbst das Gesindel allermeist guten Kleides. Oft musste selbst der weitgewanderte Konstantin genauer hinschauen, um das Gesindel von den braven Bürgern sicher scheiden zu können.

(Schnelle aber ward ihm klar, dass jene, welche die einheimische Mundart pflegten, recht viel seltener zum Gesindel gehörten, auch dann, wenn sie gerade im Schurze Fische ausnahmen und abschuppten.)

Von den vielen Geldwechselhäusern in Zürich hatte Konstantin selbst in Böhmen und Mähren schon gehört; um wieviel mehr in Frankfurt; gleichwohl war er demgegenüber, wie immer, etwas misstrauisch geblieben, ob es denn wirklich gar so viele und so stattliche seien. Und nun war da jedes zweite ansehnliche Haus ein Geldwechslerhaus. Da wunderte sich Konstantin nun gar nicht mehr, dass in dieser Stadt selbst das Gesindel Wert darauf legte, sich gut zu kleiden. (weiterlesen…)

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