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Heilandsjesusgottesdonnerwetter (noch einmal)!

Samstag, 14. Januar 2012

Den obigen Fluch pflegte mein Vater gelegentlich abzulassen, wenn er sich gewaltig ärgerte.

Bemerkenswert daran ist nicht nur die klangliche Qualität dieses Kompositums, sondern auch, dass darin neben dem Heiland, Jesus und Gott auch noch Donar vorkommt, man also von einer christlich-heidnischen Hybridfluchbildung sprechen kann.

Das Wort, welches drei Starktöne birgt, am Schluss erstaunlich sanft, mit drei schwachen Silben ausklingt, wie als ob die Welt damit erlöst wäre und wieder zur Ruhe kommen könne, hatte, jedenfalls in der Diktion meines alten Herrn, einen deutlichen, langen Hauptstarkton auf dem “je”, holte mit dem “Heiland” gleichsam bis dahin aus, um dann mit abnehmender Tonspannung sehr schnell zum Ende zu kommen. (Man beachte auch die elegante Verteilung der Vokale und Konsonanten!)

Er hatte diesen Spruch, den er selten verwandte, so hervorragend, fast putzig zu nennnen, drauf, dass wir als Kinder manchmal lachen mussten, was für ein shakespearesker Mime da vor uns stand, wobei wir uns natürlich lieber hinter einen Sessel verzogen, um ihn nicht noch mehr zu ärgern, uns womöglich noch ein “Was gibt’s doh zom Lacha, ihr Heilandsäck’?!!” einzufangen. (weiterlesen…)