Die Reinkarnationslehre ist auf eine erstaunlich naive Weise ganz wesentlich eine des beherztes menschliches Handeln untergrabenden Trostes. Und bewirkt damit eine Zementierung herrschender (ungerechter) Verhältnisse.
Jeder habe verdient, im Guten wie im Schlechten, was er sei und wo er gerade stehe; die Bösen werde ihr Schicksal irgendwann schon noch ereilen, ebenso, wie die Lieben irgendwann belohnt würden.
Das lenkt vom zielgerichteten Tun in dieser Welt ab; denn Gerechtigkeit ergebe sich schließlich sowieso; also muss man sich hienieden nicht unnötig auflehnen und selber dafür sorgen, dass diese vielleicht schon etwas bälder verwirklicht.
Wenig erstaunlich dabei, dass ein Großteil derer, die sich vom klassischen Christentum, durch dieses geprägt, abwenden, diesem Glauben zuwenden.
Auch beim Glauben ist nach der Motivation zu fragen. Sie ist hier leicht erklärt: Dieser Glaube bietet ein imaginäres, irgendwo wartendes Himmelbett für die Unterdrückten, gleichzeitig eine Rechtfertigung für alle Unterdrücker. Daher nicht verwunderlich, dass Hubbard das Konzept übernahm.
Jede Art Tatenlosigkeit und Feigheit ist so durch den Glauben gerechtfertigt und begründet; Leiden ist nunmal karmisch bedingt; alles richtet sich schon von selbst.
Es macht also am Grunde nichts, wenn einer Millionen Menschen quälen, verstümmeln und hinmorden lässt: denn irgendwann wird er das schon abzahlen müssen. (weiterlesen…)









