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Heil dem Löffelhaken!

Mittwoch, 20. Juni 2012

Für einen jungen Menschen ist die Unstetheit selbstverständlich, Reiz, meist denkt er sich nicht einmal was dabei, wenn er seine Gewohnheiten ändert.

Ab einem gewissen Alter beginnt sich das, schleichend zunächst, bei vielen verhängnisvoll umzukehren. (Ich rede jetzt nur von etwas geistigeren Menschen, der restlichen Trott zum Ende hin interessiert hier nicht.)

“Das habe ich noch nie ausprobiert: Weshalb sollte ich es jetzt noch tun?”

“So schmecken mir meine Nudeln seit Jahren: Weshalb sollte ich sie anders bereiten?”

“Die Uhr, die ich habe, ist die beste. Denn ich habe sie.” (Der zweite, entlarvende Teil wird praktisch nie ausgesprochen, steckt aber hinter der ersten, selbstgefälligen Einschätzung.)

Alles soll irgendwie fest werden, während die Welt drumherum ihre weitere Entwicklung durchmacht.

“Klar”, sagt man dazu, “werde ich mir einen neuen Rechner besorgen, da der alte nichts mehr taugt.”

Und ich habe auch eine neue synthetische Affenradlerhose, wie sie heute modern ist. Denn das macht man jetzt so.

Aber wenn mir einer meinen Heiligen Sankt Suppenlöffel an einen anderen Haken hangt, alswo er seit Jahren hängt, finde ich das reichlich unpässlich und quittiere es auch ganz offen, außer es wäre eine Dame gewesen, vielleicht, oder ein hochmögender Gast, nicht nur mit einem Stirnrunzeln, sondern auch einer deutlichen Kurzpredigt.

Meine Souveränität, meine altersbedingte Lebensweisheit, besteht darin, dass bei mir, und sei es, dass ich darüber verhungerte, meine bewährte Ordnung waltet.

Revolutionswirren mögen entstehen, alles mag durcheinandergeraten, aber mein Suppenlöffel hangt an seinem Platze. (weiterlesen…)