Es gab Zeiten, da war “Gesindel!” noch ein ernstzunehmendes Schimpfwort.
Man bezeichnete damit verlogene Bettler, schmierige Luden, abgewrackte Bordsteinschwalben, kleine Taschendiebe, abgerissene Spieler, windige Lugenbeutel, schlunzige Heiratsvermittler, Schweinehirten, die rochen wie ihre Eber, Nachtwächter, die nichts taugten, käufliche Büttel, unfähige Kesselflicker, einfallslose Gaukler, wirre Schatzsucher und Fasler, scheeläugichte Haderlumpensammler, Hauslehrer, die Madame mehr beibrachten als der Tochter des Hauses, oder beiden gleichviel, schlurige Schreiber, Metzger, die nichts davon wissen wollten, dass Fleisch in die Wurst gehört, Bäcker mit zu kleinen Brötchen, Steinmetze, die jeden noch so stichichten Brocken versetzten, um überdies die Fugen nicht richtig zuzuschmieren, handaufhaltende Gerichtsdiener, heruntergekommene Schluckspechte, übelst tratschende Waschweiber, bigotte Pfaffen mit Hausmädchen, Quacksalber, Winkeladvokaten, Hinterhofbuchmacher, Kammerjäger, die ihre Ratten selbst mitbrachten, Regenmacher, Wanderprediger, schlechte Schuhwichser, Rosstäuscher, Scholastiker, minde Höflinge, billige Kokotten, eitle Gecken, fette Prahlhänse, heuchlerische Tugendbolde, Raufhändler, Weibsverprügler, Faulfruchtunterschieber, Kohlennässer, säumige Seifensieder, betrügerische Wirte, zahnbrechende Bader, Blinde, die sahen, und Lahme, die gehen konnten, Wein- und Bierpanscher, feige Soldaten, Mucker und Schleimer, Katzbuckler und Seimer, Grüßauguste und Trinen…: kurzum, jeder wusste, was und wer gemeint war! (weiterlesen…)









