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In der Tat hat die engagierte, 1951 geborene Künstlerin, die auf über 3000 Soloabende zurückblicken kann, vielfach demonstriert, dass sie nicht davor zurückschreckt, Missstände in unserer Gesellschaft laut und deutlich beim Namen zu nennen. Damit steht sie selbst in der Kabarettszene recht einsam in der Landschaft, sieht man einmal von Ausnahmen wie Georg Schramm oder Roland Düringer ab. So schrieb Fitz etwa Ende 2010 in der Münchner Abendzeitung: „Nicht mehr mit Fegefeuer und Hölle, sondern mit Terror, Klimalügen und Ressourcennot werden zeitgemäß Ängste geschürt. Ich bin aber nicht ängstlich, ich bin mutig und will die Wahrheit wissen!“

Bezeichnenderweise heiße Fitz‘ aktuelles Kabarettprogramm Mut, so Effenberger weiter. Unerschrocken decke die „Gegen-den-Strom-Schwimmerin“ Widersprüche in den Panikkampagnen ideologischer Angstmacher auf, ob es nun ums Waldsterben geht oder um Pandemien. Selbst vor Geostrategie und machtpolitischen Netzwerken mache sie nicht Halt: Mit gekonnter Ironie und Witz transportiere sie komplexe Sachverhalte an ein Publikum, das heute vor allem Zerstreuung erwartet.

Die Preisvergabe an Lisa Fitz überrascht nicht wenige, weil bislang eher Unterhaltungskünstler ausgezeichnet wurden, wie ein Blick auf die Liste der Vorgänger zeigt. Dies lässt Hoffnung aufkeimen, dass der Mittelstand nicht länger in Lethargie verharrt. Zumindest wurde hier ein erstes deutliches Zeichen gesetzt.

Der „Deutsche Mittelstandspreis 2012“ in der Hauptkategorie ging an den ehemaligen Berliner Finanzsenator und Vorstand der Bundesbank, Thilo Sarrazin, der wegen seiner mutigen publizistischen Auseinandersetzung mit der Eurokrise geehrt wurde. Zum „Kustos des mittelständischen Unternehmertums“ ernannte markt intern den Richter am 7. Senat des Niedersächsischen Finanzgerichts, Michael Balke. Er bekam die Auszeichnung für seinen hohen ethischen Anspruch und konsequenten Einsatz für das Grundgesetz und gegen staatliche Willkür.