Archiv für die Kategorie ‘Weltnetz’

Schalwitz komm raus!

Freitag, 04. Mai 2012

Ein Kartoffelchipproduzent dreht ein Werbefilmchen mit Rocker, Hippie, Lagerfeldverschnitt und einem etwas schrägen Inder, alle gespielt von Ashton Kutcher, und schon wieder dreht man im Netz durch, ob des Letzteren, von wegen Rassismus.

Inzwischen hat sich der Chef der Firma bei der ganzen Welt demütigst entschuldigt, den Clip zurückgezogen.

Einen kurzen Bericht dazu und das Video finden Sie hier.

Langsam aber sicher kommen wir an einen Punkt, wo man nur noch hellstweiße Trottel und Spinner persiflieren darf, da es in dem Falle keinen Rassismusvorwurf hageln kann. Und Frauen – außer blonden vielleicht noch – dürfen auch nicht mehr doof sein, weil das ja sexistisch wäre. (weiterlesen…)

Piratengroßmacht Beutschland

Dienstag, 01. Mai 2012

Die Piraten haben es geschafft. Sie halten Netzfreiheit und Meinungsfreiheit jetzt sauber getrennt. Erstere ist als absolut anzustreben, wofür es aber letzterer nicht bedarf. Denn es gibt Meinungen, die kein anständiger Mensch braucht, deshalb zurecht unter Strafe stehen, die daher recht eigentlich betrachtet auch gar keine mehr sind, weshalb logischerweise trotzdem totale Meinungsfreiheit herrscht. Ich habe von Anfang an keine Sekunde lang daran geglaubt, dass die Piraten für Meinungsfreiheit einstehen würden. Als viel zu korrupt und feige dafür erschien mir der zusammengewürfelte Haufen, seit er eine nennenswerte, betrachtenswerte Größe erreichte. Da ist es fast nur noch eine Randnotiz, dass man meint, Künstlern gehe es besser, wenn man sie endlich mal nicht mehr zuwenig bezahlt, nämlich gerechterweise überhaupt nicht. So kann sich keiner mehr beklagen. Jeder Künstler kann nämlich ab da von der vom entfesselten kreativen Schwarmgeiste zusätzlich erzeugten Abwärme leben. Endlich kann er sich ganz seiner Arbeit widmen und muss nicht mehr ans Geld denken. Der normale Pirat hat auch keine Kinder. Deshalb gibt er seine gleich in eine Nita (neol. aus “Nerd” u. “Kita”), wo der virtuelle Nachwuchs von einem koreanischen Roboter mit Tee versorgt wird, während er am Rechner Netspeak lernt. Dort gibt es zum Mittagessen Kulturfladen und nicht Junge noch Mädchen. Das Leben ist insgesamt klar geordnet. Der Mensch surft und schläft. Letzterem die Befriedigung sonstiger physiologischer Bedürfnisse hinzugerechnet, im Verhältnis des Goldenen Schnittes. Am Abend hat sich jeder so viel heruntergeladen, dass er rechtschaffen müde ist. So ist der Schlaf traumlos. (weiterlesen…)

Antischeißesturm kontra Netzhatz

Samstag, 28. April 2012

Manche Kommentatoren setzen “Shitstorm” noch in Anführungszeichen, ich habe sie bei “Antischeißesturm” in der Überschrift mal weggelassen.

Viele hat der Scheißesturm schon getroffen, viele haben inzwischen Angst davor. Unternehmen, Künstler, Schriftsteller, Politiker, Sportler, Journalisten…

Im Netz ist der Pöbel los. Aus einer legitimen Protestform wird immer öfter Cyber-Mobbing, Netzhatz, indem Zielpersonen Pest und Cholera an den Hals gewünscht werden, mit beliebigen Verleumdungen überzogen, nicht selten gewürzt mit Gewaltphantasien, kaum verhüllten Aufrufen zur realen Selbstjustiz, ohne Maß und Grenze.

Bleibt wohl zunächst kaum etwas anderes, als mit einem Antischeißesturm zu reagieren, wenn man nicht tatenlos bleiben will, da auf juristischem Wege oft wenig bis nichts und selbst das noch zu langsam zu erreichen ist. (weiterlesen…)

9/11: Praktikant schaft für die Welt

Dienstag, 24. April 2012

Heute hängt sich WELT ONLINE mit einem Artikel zu 9/11 (Titel: “Warum die USA 9/11 nicht geplant haben können”) aus dem Verschwörerfenster, der bemerkenswert schlecht und schlampig gemacht ist.

Ich will die einzelnen kapitalen Böcke, die der Autor schießt, hier gar nicht alle aufzählen, frage mich vielmehr (zunächst war im Artikel noch die Rede vom 9.9., was die Redaktion dann verschämt änderte, als das Gelächter im Kommentarstrang folgte), wie man zu diesem Reizthema einen derartigen Naivling – oder schlechten Lügner – auf Springers Schlachtschiff bestellen kann.

So fehlt es im Kommentarstrang neben dem üblichen Antiverschwörungstheoretikerkram der spottenden bis beschimpfenden Art denn auch nicht an entlarvendem Widerspruch, so dass die im Sinne des Autors Gläubigen nicht nur argumentativ-inhaltlich ins Hintertreffen geraten (wofern sie überhaupt argumentieren), sondern auch zahlenmäßig in die Minderposition.

Lesen also überwiegend unbelehrbare Spinner ausgerechnet die wider sie sich stellende Welt, oder sind das nur die fleißigeren Kommentatoren, so dass dieser Eindruck trügt?

Wieso reißt die Welt hier derart stümperhaft ihre Flanke auf? Passiert das denen einfach so? Praktikantentag? (weiterlesen…)

Krieg den Künstlern?

Samstag, 21. April 2012

Unter dem vielsagenden Titel “Lieber frei als gerecht” äußert sich ein Michael Seemann zum Urheberrecht im Internet auf SPON.

“Manche glauben, dass ich gegen das Urheberrecht argumentiere, weil ich es den Künstlern nicht gönne. Nein, ich gönne den Künstlern alles Geld dieser Welt. Aber vor die Frage gestellt: Urheberrecht oder freies Internet, zögere ich nicht lang.

Wenn die Piratenpartei sich nicht traut, fordere ich es eben: Schafft das Urheberrecht ab!” – also elegant schließt der Mann sein Plädoyer.

Soso, er gönnt uns gar alles Geld der Welt. So viel wollen wir gar nicht. Arbeiter und Fabrikanten und anständige Polizisten, Lehrer zumal, sollen ruhig auch noch etwas davon abbekommen.

Isses nicht drollig, wie da einer, der uns unsere (potentiellen) Einkommensquellen ersatzlos streichen will – denn von greifbarem Ersatz berichtet er nichts – derart großzügig als unser Gönner auftritt?

Will wohl heißen, dass er niemandem verbieten will, uns ein paar Kreuzer in die Kappe zu werfen. Und wer gerade seine Hasen geschlachtet hat, der mag uns gerne mal einen halben Schrumpelkohl und zwei Mohrrüben in die Künstlerrestetonne hinterm Marienplatz schmeißen, ohne dass sich der brave Bürger dafür schämen müsste. Auch gebrauchte lange Unterhosen nimmt man in Herbst besonders gern. (weiterlesen…)

Iranpflüge, Iranflüge, Iranlüge

Donnerstag, 19. April 2012

Unter “Iranpflüge” und “Iranpflug” findet der Google bis jetzt gar keine echten Iranpflüge, sondern nur Iranflüge, anders, als bei der Iranlüge. Guten Iranpflug! Gepflegten Lugflug!

Iranlüge: Irrwitzige Werbung schnell getilgt

Donnerstag, 19. April 2012

Jetzt ist die schöne Flugreisenwerbeanzeige im Sinne der Iranlüge schon weg. Kaum, dass sie einmal gepriesen. Der Google ist ganz schön schnell. Nehmt Euch in acht, die passen auf uns alle ziemlich gut auf.

So billig ist die Iranlüge inzwischen

Donnerstag, 19. April 2012

Das fand ich beim Google eben unter “Iranlüge” noch über meinem Geschreibsel:

Anzeige für iranlüge Warum diese Anzeige?
Iran Flüge Online – Tolle online Flugangebote weltweit.
www.qatarairways.com/Iran
Buchen Sie jetzt bei Qatar Airways!
Business Class ab 2.199 € – Sri Lanka ab 525 € – Bali ab 810 €

Geschäft ist Geschäft.

Netzophorismus (Netophorism)

Mittwoch, 18. April 2012

Grrrbrrlrmpf. Hmpf. Trrrbt. Kmprrmrrt. Ntrfsst. Sqssst. Bcksmplt. Splt.

Trutheridgin

Mittwoch, 18. April 2012

Ich hatte durchaus schon davon mitbekommen, dass es in der deutschsprachigen “Truther”-Szene seit einiger Zeit einen ziemlichen Knatsch gibt, habe mir jetzt aber mal ein wenig Muße genommen, mich in die jeweiligen Beschuldigungskataloge einzuarbeiten.

Verknappt gefasst, sagen die einen, die Großen der alternativen Szene führen praktisch alle eine Ablenkungsagenda, da sie selber Freimaurer oder Scientologen oder so etwas seien; diese hinwiederum kanzeln jene als Fundamentalisten, Spinner, Extremisten usw. ab.

Immerhin, insofern besteht wohl noch Hoffnung auf Versöhnung, ist ein fast durchgängig einigendes Band unter den Streithähnen unschwer auszumachen: Rechtschreibung und Zeichensetzung sowie der korrekte Gebrauch der deutschen Sprache sind ihnen meist gleichgültig oder gar fremd. Man versucht, wie bei jeder anständigen Hinterhofschlägerei, noch nicht einmal als ein ordentlicher Volksschüler negativ aufzufallen. (weiterlesen…)

Weltnetzerfolg

Mittwoch, 18. April 2012

Ich darf von einem weiteren durchschlagenden Weltnetzerfolg dieses Blogs berichten. Denn bei Terras größter Suchmaschine behaupten wir uns unter dem Suchbegriff “dumme Texte” nicht nur beharrlich auf der ersten Seite, sondern erscheinen daselbst einzig gleich mit zwei Beiträgen, so dass wir, von einem gewissen moralischen Blickwinkel aus gesehen, zum Thema sogar den Platzhirsch für uns reklamieren können.

Diese erhöhte Rangstufe ist natürlich Ergebnis einer minutiösen Planung; es gibt schließlich Suchbegriffe, die man getrost anderen überlassen kann, aber auch solche, um die es mit allen legitimen Mitteln und Tricks zu kämpfen gilt. Dieser hier lag denn auch auf einer der höchsten Prioritätsstufen des Hauses.

Man stelle sich mal vor, jemand gibt ganz ernsthaft strebend und eifrig bemüht “dumme Texte” ein, und findet diesen Blog nicht auf Anhieb. Der müsste sich dann, wenn schon nicht betrogen, wenigstens als schlecht sortiert informiert worden seiend empfinden, sobald er gewahrt, was der Suchmaschine entsprechend zu positionieren nicht gelang oder gelingen wollte. Der Ansehensverlust für den Anbieter wäre enorm. (weiterlesen…)

“OPERATION: SCHWEINEBACKE”

Montag, 16. April 2012

Die “Welt” bringt anlässlich der Koran-Salafistensause jetzt zu diesem Artikel ein “verfremdetes” Video des Titels “OPERATION: SCHWEINEBACKE”, das ich Ihrer emsigsten Prüfung anheimstellen will.

Brauchen wir so etwas?

Wer macht da was?

Wozu?

Man reflektiere.

Iranlüge: Vom medialen Faktotum der Kriegstreiber (II)

Montag, 16. April 2012

Seit ich den Erstartikel von fünf Tagen verfasste, ergibt sich bezüglich der Verbreitung der Iranlüge aufgrund gegenläufiger Tendenzen ein uneinheitliches Bild.

Einerseits scheint die Iranlüge an manchen Stellen schon vorsichtig heruntergefahren zu werden, andererseits wird sie andernorts umso agressiver hochgehalten und vor sich hergetragen. Letzteres mal eher kalkuliert, mal eher reflexhaft.

Da wirft es auch nur einen kleinen Schlagschatten, dass mir ein Leserkommentar mit Hinweis darauf kassiert wurde.

Man muss wohl davon ausgehen, dass viele Journalisten das Problem zu verdrängen trachten, oft in etwa so, wie als ob es egal sei, was im Iran wirklich gesagt wurde, da man ja getrost davon augehen könne, dass es so gemeint gewesen, wie es Reuters & Cie verfälschend übersetzten. Immerhin meinen das ja alle anständigen Leute.

Aber der anständige Journalist weiß natürlich auch, dass er womöglich ziemlich schnell am existentiellen Ende landet, wenn er hier für Aufklärung sorgt. So schaltet er sich dann lieber passiv oder aktiv gleich. Und unterdrückt jeden eventuellen Impuls zur Selbstprüfung. (Ich weiß, warum ich jetzt keine Namen nenne. Wer dies liest, mag sie erkennen, und selbst wer nur heimlich hier liest, vielleicht sich selbst.) (weiterlesen…)

Piraten auf großer Bühne

Montag, 16. April 2012

Wahlrecht ab Zwölf, Einheitsschule, Auflösung der Klassenverbände, alles für alle, alle für keinen, Stimmrechtsverleih, flüssige Demokratie: so viel Fordern war nie.

Da werden die Grünen blass um die Nase, indem sie gewahren müssen, dass die Piraten ihnen ihre Hauptklientel der Träumer, Selbstgerechten, Infanten und Hedonisten streitig macht, mit dem denkbar einfachsten Mittel, nämlich jenem, einfach herumzukrakeelen, als pseudoanarchistische (wer für volle Meinungsfreiheit eintritt, büßt) Chaotentruppe aufzutreten, die ganz offen dazu steht, nichts vom Durchdenken von Konzepten zu halten, dafür umso mehr von Spaß und Radau, dabei selbstgerecht, die geistige Avantgarde des Netzzeitalters als Vertreter der spontanen Eselei, diffus liberal bis libertär, gleichzeitig Alles-ist-da-muss-nur-verteilt-werden-sozialistisch, hinreichend links und proletarisch in ihrem Gebaren, dass auch die Klientel der Linken betroffen, selbst jene vom erbärmlichen Rest der Restparteien.

Man sagt ganz einfach: “Mehr Unfug anrichten, als die alten ewiggestrigen Säcke, die noch nichtmal wissen, was ein Proxy-Server ist, können wir gar nicht. Egal, wie sehr wir uns anstrengen.”

Das kommt an beim Publiko, das eine Transposition der Realität derart herbeisehnt, dass es dafür alle Vernunft fahren lässt, an die Verkündiger jener nicht einmal mehr Mindestmaßstäbe der Urteilskraft anlegt, ein geradezu esoterisches Heilsuchen, über die Juxtaposition von tatsächlicher visionärer Kraft und Wirklichkeitsflucht stets beigemischt, gut an, jeder ein Piratomobil, mal hier, mal dort, mal irgendwie und irgendwo, jeder ein Teilchen der dissoziativ entropischen Schwärmkräfte, sozusagen immerhin mal etwer, Vieh als Hirtenversammlung. (weiterlesen…)

Nichts ist gut in Kulturplattstan

Dienstag, 10. April 2012

Vielleicht wäre es doch das Beste, das Urheberrecht einfach ganz abzuschaffen.

Das möchte dann zwar dazu führen, dass nur noch Tanzbären und Possenreißer von ihrer künstlerischen Arbeit leben können, aber eben auch dahin, dass Künstler nur noch unter ihresgleichen mitteilsam werden, es sei denn, man agiere im Sklavenaufstande gen Außen.

So, wie es jetzt aussieht, soll den Künstlern, gerade den “kleinen”, noch ihre letzte Hoffnung genommen werden. Wer wird denn das Geld verteilen? An mich etwa?

Und das Härteste am Gedanken an eine “Kultur-Flat” ist ja, dass hier irgendeiner festlegen soll, was Kultur wert sei, ja überhaupt, was Kultur sei, wenn er schon deren Wert festlegen und verteilen will.

Nichts ist gut in Kulturflatstan. (weiterlesen…)

Piraten für ein neues Urheberwas?

Dienstag, 10. April 2012

Unter dem Titel “101 Piraten für ein neues Urheberrecht” ist gestern eine Sammlung von 101 Einzelmeinungen als eine Art politisches Manifest erschienen. (Es waren zunächst 102, doch wurde Nr. 61 getilgt, da der Herr als holocaustrelativierverdächtig aufgefallen sein soll.)

Ich habe mir mal die Mühe gemacht, das ganze Konvolut durchzulesen. Es lohnt sich durchaus, zumindest für Leute, die einerseits an der Thematik interessiert sind und andererseits an den Sichtweisen der Piraten.

Zusammenfassend zunächst das Positive: Es werden viele gute Argumente vorgebracht, weshalb ein neues Urheberrecht vonnöten sei. Die weitaus meisten betonen, dass Künstler anständig bezahlt werden sollten, klingen dabei durchaus glaubwürdig, verbinden damit regelhaft auch scharfe Kritik an der bisherigen Vormachtstellung von Verwertegesellschaften.

Das Negative: Kein einziger von 101 Piraten stellt auch nur in Grundzügen ein konkretes Konzept für ein funktionables neues Urheberrecht vor.

Es wird sozusagen von allen ein Irgendwas gefordert, das modern und fair und klasse sein möge.

Man darf ohne weiteres vermuten, dass da kein Konzept erscheint, weil keiner eins hat. (weiterlesen…)

21.12.: Der Tag ist nah!

Samstag, 31. März 2012

Ich habe die Sache jetzt raus: die mit dem Weltuntergang.

Sie werden es vielleicht schon gemerkt haben. Eben allda, wo ich der Redseligkeit, der langen Sentenz gar, normalerweise nachweislich bis zum Endkampf abhold, nämlich hier, übermannte mich in den letzten Artikeln ein gewisser Hang zur Explizitheit, gar anschaulichen Deutlichkeit, der nur durch NEADS (das Naherkenntnisadsdstringenzsyndrom) zu erklären ist.

NEADS tritt in solch heftiger Form nur selten auf. Bei mir jedenfalls lediglich dann, wenn ich kurz vor der Lösung großer Rätsel stehe.

In diesem Falle ging es um den Weltuntergang am 21.12. dieses Jahres. Dieser Hundling hat mir ganz schön zu schaffen gemacht. Seine Tarnung war eines Zhuge Liang, eines Sun Tsu, eines Tao Te Kings würdig. Denn der Weltuntergang ist in Wirklichkeit ein Weltaufgang. Ja, nicht nur “auf” anstatt “unter”, sondern auch noch “ein” anstatt “der”. Er benutzte also ein geschicktes Doppelstrategem.

Die Eine Welt, die da aufgehen wird, zu jener Wintersonnwende, ist jene des ES. Des Endgültigen Sozialismus’. Im ES wird es weder Taiwanes’ noch Tungus’ noch Tünnes noch Schäl mehr geben: nur noch Menschen. Ihr Garten Eden wird das Weltnetz sein. (weiterlesen…)

Neues vom Netzdeppen

Samstag, 31. März 2012

Da ich von der Denkkrankheit schwerstens – chronisch akut – befallen bin, bleibt mir wenig bis nichts, denn auch darüber nachzusinnen, wie eine angemessene Vergütung von Künstlern, geistig Schaffenden insgesamt, im Netzzeitalter beizutreiben sei.

Es möchte über eine Generalkulturabgabe nach “Klicks” gehen, sagen viele. Das sei auch nichts anderes als sonst, wo die Bildzeitung eben mehr gekauft werde als die Frankfurter Allgemeine, obzwar, so ist das Leben, letztere zu produzieren zweifellos mehr Mühe erfordere. Pech halt, wie allüberall, für den, der etwas Gescheites macht. (weiterlesen…)

Netzfreiheit? Piraten? Idioten?

Samstag, 31. März 2012

Netzfreiheit? Was ist denn das für ein seltsam Ding?

Dass Staaten das Weltnetz zensieren, wissen wir alle. Schon nicht mehr alle wissen aber, oder machen sich auch nur Gedanken darüber, was da all nicht gesagt werden darf. Das interessiert ebengrad die “Piraten” auch offenkundig gar nicht. Denn, wenn etwas nicht gesagt werden darf in “unserem freiesten Staat der Geschichte auf deutschem Boden” (wahrscheinlich durfte man unter römischer Besatzung noch mehr sagen als heute, man denke mal darüber nach), dann wird das, sagt sich der wagemutige Pirat, ja wohl seinen Grund haben.

Denn die Netzfreiheit, die er sich freierbeuten will, betrifft nur die ihm interessante Beute. Also, dass er alles billigst oder ganz für Umme kriegt, was in seinen Flachkopf passt.

Mit freundlicher Genehmigung von Tanja Krienen stelle ich, als “Earcatcher” (geilet Wort, wat?) den folgenden Kommentar, den sie zu meinem Artikel “Grundeinkommen mit Bedingung” einbrachte, hier, weiter einführend, nochmal ein: (weiterlesen…)

Google wird semantisch

Freitag, 16. März 2012

Eben vernahm ich – das Thema wird hier wohl noch vertieft werden, je nachdem, was aufkommt bzw. sich noch eruieren lässt – , dass Google jetzt sukzessive eine “semantische Suche” in seine Maschine einbauen will.

Noch weiß ich nicht, ob ich darüber bald zum Milliardär werden werde, oder obsolet. (weiterlesen…)

Denkt! Schafft! Redet!

Freitag, 09. März 2012

Ich danke hiermit mal auch meinen Deutschlehrern der neunten und zehnten Klasse, dass sie mir, zwar nicht soherum beabsichtigt, sondern genau anders, eine gewaltige Wut gegen jedes hohle Geseich und Geschwätz anerzogen, die, wie jeder hier öfter Lesende weiß, auch heute noch gelegentlich aus mir bricht.

Wider Willen und Absicht haben mir diese beiden mit am besten geholfen. Mich, sich selbst als avantgardistisch wähnend, mit zu dem Revoluzzer gemacht, der ich heute erst recht bin. Denn sie waren schon politisch korrekt, als es diese Chiffre noch gar nicht gab und ich noch linksrum dachte. Aber nicht linksrum genug für meine Deutschlehrer! Danke!

Die Emanzen – gab es damals schon – die dann im selbstverwalteten Jugendhaus ein Bierverbot erließen, gaben mir den vorläufigen Rest. Da hatte Nietzsche hernach, wenn auch ein paar Jahre und ein paar Professoren später, ein leichtes Spiel mit mir. Auf den konnte ich nur gewartet haben.

Der, außer Cervantes und einer Amerikanerin, die mir eindringlich nahebrachte, ich sei sprachbegabt – das hatte ich praktisch verdrängt und vergessen, ihr gebührt mein ewiger Dank darob – führte mich, außer meinem bislang unübertroffenen Lehrer Wilhelm Pötters, schließlich nämlich dahin, wieder auf die Kraft der Sprache, auch meiner eigenen, vertrauen zu lernen.

Es gibt die “positive Traumatisierung” (siehe Suchfunktion oben rechts, schon davon geschrieben) eben doch. Gerade der, der einen, im Falle des Zehntklasslehrers nicht einmal gänzlich inkompetent, jener der Neunten war eine Quadratsnull, mal richtig ungerecht, nein, besser gesagt, von der Enge und Einseitigkeit seines zeitgeistig verprägten Denkens geplagt, mag einem den Weg gerade dahin weisen, wohin er das als Hinterletztes vorhatte, eingerichtet war, dies zu tun.

Hätte mir mit Fünfzehn einer gesagt, dass ich mal Spachwissenschaftler würde, den hätte ich noch nicht einmal zu verlachen mir normalerweise Zeit genommen. Erst auf heftigste Insistenz hin hätte ich ihm erklärt, dass all diese Deutschfritzen erwiesene Laberaffen seien, deren Gewerk eines, das nur von sinnlosen Backenaufbläsern betrieben werde.

So ändern sich Ansichten und Zeiten. Heute liebe ich kaum noch etwas mehr als meine Kinder, mich selbst, meinen Salbei und meinen Rosmarin, meinen Wein auch, denn diese unsere herrliche deutsche Sprache, die uns jederzeit Labsal, Trost, Ansporn und Erhebung zu spenden vermag, wie sie die Naturwissenschaften, die ich immer noch nicht, trotz mancher Verleidung dahingehend, irgend verachte, zumindest momentan mir nicht zu geben vermögen.

In der Sprache nämlich schlägt sich alles, schlägt sich der ganze Mensch nieder. Oder vielmehr, sie vermag ihn in ihrer ganzen Kraft auch aufzurichten. Sie ist unser größter Schatz. Gold, Geld, selbst Raketen und Raumschiffe, sind nur erschmolzene oder auch erlogene Stoffe, lediglich Artefakte im Vergleiche. (weiterlesen…)

Pages: Prev 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 Next