Archiv für die Kategorie ‘Weltnetz’

Kleinschreiber

Donnerstag, 03. Juni 2010

Wenn mir allgemein im Netz etwas auf die Nerven geht, regelhaft, dann sind es die Kleinschreiber.

Sie sind praktisch alle destruktiv.

Meist sind sie sogar zu einfältig, wenigstens am Anfang des Satzes sowie Namen groß zu schreiben, machen sich also gar noch zu Unterangelsachsen.

Diesen Dünnsinn gibt es vorwiegend linksdumm, aber auch scheinpatriotisch-modern.

Also je auf blöd.

Kriegspropaganda, Lohnschreiber des Krieges

Montag, 19. April 2010

Das Folgende las ich gestern auf der Netzseite freitag.de (der Autor ist der Leiter des Politikressorts der Berliner Wochenzeitung):

“Lutz Herden schrieb am 19.04.2010 um 11:42
Gestern abend war bei der Sendung Anne Will eine erwartbare Variante im medialen Umgang mit dem Thema Afghanistan zu beobachten und zu erfahren. Da Gregor Gysi geladen war, wurden Gegner des Krieges und des deutschen Truppeneinsatzes kurzerhand als nützliche Idioten der Taliban hingestellt. Nein, nicht die Bomben von Kunduz am 4. September 2009 würden die Aufständischen zu Aktionen veranlassen – vielmehr sei es die von Leuten wie Gysi angezettelte Debatte. Die ermuntere die Taliban, die Bundeswehr anzugreifen und die Diskussion in Deutschland von außen zu beeinflussen.
Es ließ sich heraushören, wie eine neue Dolchstoß-Legende ausfallen könnte und tatsächlich schon gärt. Es war spürbar, wie Stimmungen geschürt werden, die gern den Verräter ins Visier nehmen, der letzten Endes für den Tod von Bundeswehrsoldaten verantwortlich ist, weil er den Taliban die Hand führt. Nicht nur in Afghanistan herrschen Krieg und kriegsähnliche Zustände, auch in den Medien. Die Heimatkrieger sind unter uns.”

Ja: Die Heimatkrieger sind unter uns. (weiterlesen…)

Aphorismen 108

Donnerstag, 15. April 2010

Man schmiert und erpresst die Regierungen im Norden, Süden, Osten und Westen: so bekommt man jeden Krieg, den man mittendrin gerade braucht. Das einzige Problem dabei bilden aller Länder wahre Patrioten.

Aphorismen 107

Donnerstag, 15. April 2010

Schreiberlinge sind billiger als Panzer.

Rabää!

Donnerstag, 15. April 2010

Der dümmste Anglizismus, der das deutsche Medienwesen, zumal in Netzforen, in letzter Zeit erreicht hat, ist “thread”.

Den Roten Faden, den Gesprächsfaden, den Gedankenstrang, man sagte auch einfach schon Thema, Gegenstand, die Frage, die Sache dazu, schreibt natürlich dann auch noch mancher Netizen-Großkasper in gewisser Weise besonders trefflich hin, nämlich als “threat”, mithin Drohung oder Bedrohung.

Aber “thread” ist halt “cool”, das finden die “downloadenden” “user” der “community” “chilled”, da “stalken” sie dann so richtig los, “posten”, was das “Display” hergibt, “scrollen” sich einen runter, auf dass das “feedback” komme, stets hoffend, dass der “Webmaster” es mal ganz easy takete…

Aber es gibt andere, einer davon heißt Göller.

P.S.: Ich wette eine Flasche Sternburg-Pilsener, dass die meisten dieser “Poster” das Wort “thread” auch noch nicht einmal richtig auszusprechen vermögen, denn das englische “r” nach anfänglichem “th” fällt vielen Deutschen besonders schwer.

Nettiquetten

Mittwoch, 24. März 2010

Wenn der Troll den Troll antrollt, er solle sich trollen, trollt sich grollend nicht der Troll, sondern der Troll.

Also

Dienstag, 23. März 2010

Das Folgende erschien ursprünglich auf freitag.de:

http://www.freitag.de/community/blogs/carl-gibson/wert-und-ehre-deutscher-sprache—wort-schoepfungen/?searchterm=Carl+Gibson

21.03.2010 | 11:29
“Wert und Ehre deutscher Sprache” – Wort-Schöpfungen
sprache sprachreinhaltung wortwarte hugo von hofmannsthal wortschöpfung wandel veränderung linguistik dialekt neologismen

Es ist ein Verdienst von Freitag , auf dieser Plattform freie Geister unzensiert argumentieren zu lassen.

Diejenigen, denen man in den Online-Ausgaben der ZEIT, der FAZ, des SPIEGEL etc. das “Wort” abschneidet, finden sich hier wieder – und sie reden hier so, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, frei, wobei die Grenzen des kategorischen Imperativs doch noch respektiert werden.

So fand ich hier zufällig einen geistigen Mitstreiter wieder, den ich vor 20 Jahren das letzte Mal gesehen und gesprochen hatte. Ich stieß dann auch auf seinen Blog und auf seine Eigenheit, nicht nur frei zu reden, tacheles, wie man so schön sagt, sondern auch individuell.

unzensiert.zeitgeist-online.de/

Magnus Göller betätigt sich – undeklariert und vielleicht nicht zur Freude des Bibliographischen Instituts in Mannheim (dort wird der Duden herausgegeben) – als Sprachveränderer und Wortschöpfer. (weiterlesen…)

Pornos und Jugendliche

Samstag, 20. März 2010

Kürzlich erzählte mir ein Fünfzehnjähriger, selbst recht offenkundig ohne eigene weitergehende Erfahrung, er wisse ja eigentlich schon so gut wie alles über Sex und wie man es richtig macht, da er sich das alles im Netz ausgiebig angeschaut habe.

Dass dabei eine Dreißigjährige (er ist wohl ein Hetero, also von daher schon ein faschistoider Diskriminateur) für ihn bereits als olle Schrapnell angesehen ward, ist bei dem Alter leicht verzeihlich: aber was ist mit diesem Jungen passiert?

Ich wäre in dem Alter nie auf die Idee gekommen, abgesehen von den in der Schule gelehrten biologischen Grundgegebenheiten zur Sache, dass ich, nur weil ich auch an ein paar Pornofilmchen und -heftchen herangekommen war, “den vollen Plan hätte”.

Und als ein Mann von 46 Jahren, der seine beiden Kinder mit seiner geliebten Frau ganz vorsätzlich und sehr wahrscheinlich selbst gezeugt hat (“pater semper incertus est” sagte der Lateiner, ich habe indes bislang keinen Anlass verspürt, einen in klassischer Zeit nicht verfügbaren Gentest zum Beweise vorzunehmen), habe ich immer noch nicht das Gefühl, in jederlei Hinsicht, “den vollen Plan” zu haben.

Denn, wer weiß schon, wie es für andere oder mit einer Anderen dann wirklich wäre, sich entwickelte, welche Vorlieben entstehen könnten?

Pornographie ist so alt wie die Menschheit und aus meiner Sicht völlig normal, jedenfalls so normal wie Biertrinken, Beten oder Bohnen essen.

In ihrer heutigen Form aber, da sie zumal auch Jugendlichen in allen Abvarianten online abrufbar geworden ist, müssen wir vom Grunde her neu darüber nachdenken, was wir jungen Menschen zur Sexualität erzählen, die dort meist beziehungslos, ohne jeden Bezug zur Fortpflanzung, Schamhaare in der Regel wegrasiert, in allen erdenklichen Abvarianten dargeboten wird.

Misstrauen im Netz

Montag, 15. März 2010

Ich las gerade von jener “Zachor!”, die ich im vorigen Artikel als Bloggerin erwähnte:

“Doch ist Misstrauen im Internet das oberste Prinzip.”

Nettes Zitat aus dem Munde einer Person, die unter Decknamen auftritt.

Kraft im Netz

Samstag, 30. Januar 2010

Ich setze auch im Netz darauf, dass die ihren Klarnamen zeigen sich als stärker erweisen werden als jene unter Decknamen.

Go Brits, go!

Freitag, 29. Januar 2010

Der Daily Telegraph-Blogger und Journalist James Delingpole hat sich vor ein paar Tagen schon süffisant darüber beklagt, dass er an einem Buch über den Klimaschwindel schreibe, das vielleicht schon obsolet geworden sei, bis dass er es fertigstellen könne, weil deren Lügengebäude möglicherweise so rapide zusammenbrächen, dass es bis dahin keiner mehr interessant fände zu lesen, was und wie man uns da so freche aufgetischt hat.

Der aufmerksame Leser dieses Blogs weiß, dass ich kein großer Freund der britischen Außenpolitik der letzten Jahre bin (der deutschen allerdings auch nicht), um das Mindeste zu sagen; die britische Innenpolitik, mit Zulassung von Scharia-Gerichten am traditionellen Rechtswesen vorbei, die manische Viedeoüberwachungswut, gepaart mit einer Political Correctness, die nicht einmal mehr Christmas-Cards, Weihnachtsfeiern in Betrieben oder Nikoläuse, geschweige denn Weihnachtsdekoration in Innenstädten zulässt, da das ja kulturell diskriminierend wirken könnte, macht mich auch nicht gerade zum kniefälligen Anhänger derzeitiger “Britishness”.

Was allerdings die Aufbereitung des Klimaschwindels anlangt, so muss ich, wenn ich die deutsche Presse zur britischen im Vergleich anschaue, zum wiederholten Male betonen: Chapeau! (weiterlesen…)

“Macht uns Google dumm?”

Dienstag, 12. Januar 2010

Gerade las ich einen Artikel mit dem Titel “Is Google Making Us Stupid?”, den ich wärmstens empfehlen möchte (theatlantic.com/doc/200807/google – tut mir leid, meine Linkfunktion hängt gerade).

Der Autor Nicholas Carr beschreibt darin die fragwürdige Transformation unserer Informationsverarbeitung und damit unseres Denkens durch das Netz.

Mich persönlich als Autor brachte der Text bislang auf ein paar Schlussfolgerungen: (weiterlesen…)

Wikigate (Fickigate)

Dienstag, 05. Januar 2010

Von “Climategate” zu “Wikigate”: Ich gebe zu, ich bin ein bisschen neidisch, dass mir der Begriff nicht selbst einfiel.

Allerdings warne ich Schüler wie Nichtschüler schon lange vor dem “Wiki” (unter Freunden nenne ich ihn auch, pardon, den “Ficki”), denn auf dieser Plattform kann man schon einmal fragen, was eigentlich Insekten seien, und bekommt sicherlich die Antwort, die hätten alle sechs Beine, welches ja schon der wissenschaftliche Name “Hexapoda” besagt.

Ab da aber ist der Spaß mitunter schnell vorbei.

Sobald die Fragen subtiler werden, taucht nicht nur schnell mal ein signifikanter Unterschied zwischen dem amerikanischen und dem deutschen F… auf, sondern man wird einseitig, wenn nicht gar irreführend gefüttert.

Also: Mal nachfragen, was ein Walross in etwa wiegt, das kann man durchaus dort machen; werden die Themen heikler…

Links und Haftung (II): Lügen geboten

Samstag, 02. Januar 2010

Nach einer ausdrücklichen und ordnungsgemäßen Distanzierung von allen Inhalten dieses Blogs und ganz besonders des Artikels “Links und Haftung: noch mehr Netzfragen” will ich einen weiteren, psychologisch-volkspädagogischen Aspekt bezüglich des Distanzierungszwanges von selbstgesetzten Links aufgreifen.

Es handelt sich dabei natürlich um keinen Zwang im engeren juristischen Sinne: Wer sich nicht distanziert, macht sich nicht zwangsläufig strafbar, sondern nur dann, wenn ihn Inhalte der verlinkten Seite als nichtdistanzierten Verlinker mitstrafbar machen.

Man macht sich also nur dann strafbar, wenn ein anderer das für einen besorgt.

Ein de-facto-Zwang ist dies dann aber doch: Wer liefert sich wohl in einer solchen Weise aus?

Also sagt ein jeder brav sein Sprüchlein, dass er “sich ausdrücklich von allen Inhalten aller verlinkten Seiten distanziere”: und schwuppdiewupp hat es der Rechtsstaat geschafft, praktisch alle Netzseitenbetreiber, die Links setzen, also wirklich fast alle, zum p e r m a n e n t e n  L ü g e n zu nötigen, sich öffentlich (!) gegen alle, und seien es die befreundetsten Seiten, inhaltlich explizit auszusprechen, um einer eventuellen Strafverfolgung zu entgehen (bisher, siehe vorigen Artikel)! (weiterlesen…)

Links und Haftung: noch mehr Netzfragen

Samstag, 02. Januar 2010

Muss ich mich auch ausdrücklich von den Inhalten meiner eigenen Netzseite distanzieren, also von meinem eigenen Geschreibsel, wenn ich z. B. in einem Diskussionsforum einen Link auf meinen Blog einstelle, um nicht rechtlich noch zusätzlich dafür belangt werden zu können, sollte ich z. B. wegen einer Urheberrechtsverletzung oder eines satirischen Textelementes, das als beleidigend ausgelegt wird, juristischen Ärger bekommen?

Denn wenn ich mich selbst verlinke und mich nicht hinreichend eindeutig von mir distanziere, so könnte ich ja außer wegen der Haupttat auch noch wegen Beihilfe bzw. Begünstigung belangt werden…

Dies mag zunächst wie ein Kalauer eines Satirikers aussehen, dem die Ideen ausgehen; aber, ist die Sache wirklich so eindeutig, zumal für den Betreiber der externen Seite, der mich nicht davon abhielt, meinen Schmuddelkram bei ihm anzupreisen und zu verlinken?

Und wenn ich in meinem eigenen Impressum darauf hinweise, dass ich mich von den Inhalten aller Seiten, die ich verlinke, ausdrücklich distanziere, wie dies seit jenem einschlägig schwachsinnigen Präzendenzurteil dazu praktisch jeder tut: hebt sich das nicht gegebenenfalls rechtlich nachvollziehbar doch auf, wenn ich in einem Text oder danach eine verlinkte Seite implizit wie explizit empfehle? (weiterlesen…)

(Mehrfach-)Decknamen und Beleidigung im Netz

Freitag, 01. Januar 2010

Ich werde versuchen, so sachlich und nüchtern wie möglich zu bleiben, obzwar meine Lust dazu am Neujahrstage gegen Null strebt.

In jenen Diskussionsforen des “Freitag”, derer ich hier schon erwähnte, ist inzwischen der Netzdurchdreh erreicht.

Verschiedene “User” der “Community” bezichtigen sich mit Harke und Forke der Beleidigung, des Mobbings, des Stalkings, der Nötigung und anderleier Nettigkeiten mehr.

Dabei blühen Verschwörungstheorien, wie z. B. dass eine besonders mobbeske Teilnehmerin unter drei verschiedenen Nicks aufträte, um dadurch umso mieser ganze “Threads” und zumal einzelne “Community-Mitglieder” aufzumischen, womöglich gar aus verschmähter Liebe heraus.

Zwischendurch bezeichnet man sich gegenseitig als schizoid, irgendwie sonst krank und als dringend therapiebedürftig, wenn nicht grade kriminell; wer sich’s angucken will, zum Plaisir oder aus soziologisch-wissenschaftlichem Interesse, der mache die Netzseite auf und schaue nach dem “Thread” der “Wiedehopfin” (“Jetzt reicht’s aber!?”).

Da war ich zu meiner Zeit, als ich die intellektuelle Linke nochmal genauer kennenlernen wollte und ins Geschehen eingriff, noch gut dran (weiterlesen…)

Aphorismen 56

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Mit Deckname schreibt man Diktatur oder geht zur Hur’.

Boshafte unter Decknamen im Netz

Mittwoch, 09. Dezember 2009

Der “Freitag”, jene linke Wochenschrift aus Berlin, die ich hier schon erwähnte, hat jetzt noch ein Problem weniger: mich.

Ich habe dort heute Nachmittag meinen Abschied als Kommentator erklärt, mindestens bis dass klare andere Sitten herrschten.

Diese spontane Entscheidung, meine Ausflüge nach dieser Seite hin einzustellen, hatte, wie im Fach Geschichte gelehrt, eine Ursache sowie einen Anlass.

Die Ursache lag darin, dass auf den – wie schon erwähnt mitunter auch niveauvollen Kommentarseiten der Netzausgabe des Blattes – teilweise Schimpforgien gegen vermeintlich nicht ganz Koschere gefahren wurden, die eigentlich schon länger unerträglich waren.

Schließlich traf es dabei eine sehr fleißige Bloggerin – von der zwischenzeitlich pikanterweise bekannt wurde, dass sie auch als reguläre Journalistin für das Blatt schreibt, was ich allerdings nicht wusste – mit Decknamen klara, welche es gewagt hatte, in einem sehr persönlich gehaltenen Beitrag ihr Unbehagen bezüglich Minaretten zu gestehen. (weiterlesen…)

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