Archiv für die Kategorie ‘Sprachwissenschaft’

“COIN”

Donnerstag, 24. Juni 2010

Normalerweise im ersten Lernjahr schon erfahren Klein Erna und Klein Otto, dass “coin” auf Englisch “Münze” bedeutet.

Etwas fortgeschrittener mögen sie dann noch “to coin” lernen, also “prägen”.

Doch erst gestern, nach über 35 Jahren des mal mehr mal weniger intensiven Studiums dieser merkwürdigen Sprache, erfuhr ich eher zufällig, was “COIN” neuerdings auch noch bezeichnet.

“COUNTERINSURGENCY”!

Also ungefähr “Gegenaufstand” auf Deutsch.

Ein anständiger Germanist sagte natürlich, (weiterlesen…)

Sind wir alle Hitlers?

Mittwoch, 09. Juni 2010

Eben las ich bezüglich der Ölkatstrophe im Golf von Mexiko unter dem Titel “Yes, Obama Is ‘Engaged’ – in a Colossal Crime” folgendes:

“The federal government is fully engaged and I am fully engaged,” said Obama, last week. OK, we’ll accept that he has been engaged in furthering the oil industry’s plans to drill at depths at which current technology makes mistakes irreparable — as the damage from the current ecological holocaust is already irreparable.

In dem Artikel von Glen Ford wird auch der Vergleich zu Tschernobyl gezogen, aber:

“ECOLOGICAL HOLOCAUST” ??? (weiterlesen…)

Bundespräsidialamt bald “Gauck-Amt”, “Wulff-Amt” oder gleich “Atlantik-Brücke-Amt”?

Dienstag, 08. Juni 2010

Die Stasi-Unterlagen-Behörde hieß in der Zeit des Wirkens des aktuellen Bundespräsidentschaftskandidaten von SPD und Grünen merkwürdigerweise bald fast nur noch “Gauck-Behörde”.

Dies erschien mir schon damals merkwürdig, da in einer Demokratie doch sehr ungewöhnlich, wenn nicht als prinzipiell fragwürdig oder gar untragbar anzusehen.

Die reine Silbensparerei kann es jedenfalls kaum gewesen sein; (weiterlesen…)

Gendrifikanten

Samstag, 08. Mai 2010

Die Gentrifikanten sind eine Plage unserer Zeit.

Sie haben sich im Ernst zum Ziele gesetzt, die Geschlechter zu zerstören.

“Gender Mainstreaming” lautet ihre Losung.

Sie versuchen das biologische, soziale, geistige Leben, wie es sich natürlich in der Gesellschaft ausdrückt, mit allen Mitteln zu zerstören; und sie fühlen sich noch erhaben und edel dabei.

Es sind, fast alle, Puppen.

Kein Sinn liegt darin, sie persönlich hart anzufassen, denn fast alle von ihnen wissen nicht, was sie tun.

Aber es gibt die Strippenzieher; und diese wissen genau, was sie tun und wozu.

Wer einmal in Ruhe darüber nachdenkt, wozu diese Agenda dienen könne und wer sie wohl eiskalt betriebe, kommt sicherlich darauf.

No pasarán!

Runen und ein Standhafter

Samstag, 24. April 2010

Ein alter Sprachwissenschaftsprofessor, schon lange Emeritus, den ich selbst in seiner vollen Pracht und akademischen Gnadenlosigkeit noch genießen durfte, erzählte mir vor ein paar Tagen, da ich ihn ob Recherche im Zusammenhang mit meiner auf zeitgeist-online.de inzwischen erschienenen Buchbesprechung (Karl-Heinz Göttert: Deutsch – Biografie einer Sprache) anrief, es gebe geradezu eine Renaissance des Interesses an der Runenkunde.

Als ich erwähnte, dass ich von erheblichem Fleiße auch in Japan beiläufig mitbekommen habe, meinte er, die Japaner kümmerten sich in der Tat mit großer Ernsthaftigkeit geradezu rührend.

Mich rührte dabei an, wie ein wohl schon über Achtzigjähriger mir Rede und Antwort stand, gleich bereit war, den Herd herunterzuschalten, sein Bücherregal anzusteuern und mit mir auch noch einen Plausch über deutsche Dialekte zu beginnen, einer, bei dem ich als Gaststudent (ich war damals nicht in der Germanistik eingeschrieben) vor zwanzig Jahren gerade mal ein Seminar besucht hatte.

Sicherlich nicht mehr auf dem Zenit seiner körperlichen Kräfte, redete da ein immer noch hellwacher, selbstbestimmter Geist, den jene Alzheimersche Krankheit wohl nie wird erreichen können, da er die entscheidenden Gegenmittel in seiner mentalen Hausapotheke hat (weiterlesen…)

Kriegspropaganda, Lohnschreiber des Krieges

Montag, 19. April 2010

Das Folgende las ich gestern auf der Netzseite freitag.de (der Autor ist der Leiter des Politikressorts der Berliner Wochenzeitung):

“Lutz Herden schrieb am 19.04.2010 um 11:42
Gestern abend war bei der Sendung Anne Will eine erwartbare Variante im medialen Umgang mit dem Thema Afghanistan zu beobachten und zu erfahren. Da Gregor Gysi geladen war, wurden Gegner des Krieges und des deutschen Truppeneinsatzes kurzerhand als nützliche Idioten der Taliban hingestellt. Nein, nicht die Bomben von Kunduz am 4. September 2009 würden die Aufständischen zu Aktionen veranlassen – vielmehr sei es die von Leuten wie Gysi angezettelte Debatte. Die ermuntere die Taliban, die Bundeswehr anzugreifen und die Diskussion in Deutschland von außen zu beeinflussen.
Es ließ sich heraushören, wie eine neue Dolchstoß-Legende ausfallen könnte und tatsächlich schon gärt. Es war spürbar, wie Stimmungen geschürt werden, die gern den Verräter ins Visier nehmen, der letzten Endes für den Tod von Bundeswehrsoldaten verantwortlich ist, weil er den Taliban die Hand führt. Nicht nur in Afghanistan herrschen Krieg und kriegsähnliche Zustände, auch in den Medien. Die Heimatkrieger sind unter uns.”

Ja: Die Heimatkrieger sind unter uns. (weiterlesen…)

Rabää!

Donnerstag, 15. April 2010

Der dümmste Anglizismus, der das deutsche Medienwesen, zumal in Netzforen, in letzter Zeit erreicht hat, ist “thread”.

Den Roten Faden, den Gesprächsfaden, den Gedankenstrang, man sagte auch einfach schon Thema, Gegenstand, die Frage, die Sache dazu, schreibt natürlich dann auch noch mancher Netizen-Großkasper in gewisser Weise besonders trefflich hin, nämlich als “threat”, mithin Drohung oder Bedrohung.

Aber “thread” ist halt “cool”, das finden die “downloadenden” “user” der “community” “chilled”, da “stalken” sie dann so richtig los, “posten”, was das “Display” hergibt, “scrollen” sich einen runter, auf dass das “feedback” komme, stets hoffend, dass der “Webmaster” es mal ganz easy takete…

Aber es gibt andere, einer davon heißt Göller.

P.S.: Ich wette eine Flasche Sternburg-Pilsener, dass die meisten dieser “Poster” das Wort “thread” auch noch nicht einmal richtig auszusprechen vermögen, denn das englische “r” nach anfänglichem “th” fällt vielen Deutschen besonders schwer.

Ovines

Sonntag, 04. April 2010

Heute las ich in einer Netzdiskussion (es ging ursprünglich um Religion als Opium für das Volk und Frauenfeindlichkeit in Judentum, Christentum und Islam) das Folgende von einer Teilnehmerin (ich denke mal, es ist eine) mit dem Nick “Titta”, die den zugrundliegenden Blogbeitrag also kritisch kommentierte:

“Der ganze Beitrag ist ungefähr so sinnig, als würde ich behaupten, Kommunisten dürfe es nach den Millionen Toten im Gulag nicht mehr geben bzw. diese wären alle ideologisch verirrte Schafe.”

Keiner reagierte auch nur ein wenig verärgert: vielmehr schien das Argument zu “sitzen”.

Man stelle sich vor, welche Hölle losbräche, ersetzte man in dieser Aussage “Kommunisten” durch “Nationalsozialisten” und “Gulag” durch “KZ”.

Frohe Ostern

Ungeniert unzensiert

Bei bestem Lammbraten

Wünscht Ihnen

Aus der Schafgasse 1

In Hammelburg

Ihr

Magnus Wolf Göller

P.S.: Gerade ließ sich in demselben Gesprächsfaden noch der protestantische Pastor Christian Berlin (scheint echt zu sein) also ein:

“Wenn die Morde im Namen des Marxismus Marx und seine Lehre nicht diskreditieren können, dann können die (früheren) Morde im Namen des Christentums Christus ebenfalls nicht diskreditieren.

Ich halte dieses Argument für zwingend und bin sehr gespannt auf Deine Erwiderung dazu.”

Synonyme

Dienstag, 30. März 2010

Ich muss, als Deutschlehrer, naturgemäß immer wieder erklären, was Synonyme, Beinahesynonyme, Antonyme, eben doch nicht echte Antonyme usw. seien.

Dabei erlaube ich mir immer wieder den Luxus, meine Schützlinge darauf hinzuweisen, dass es echte, sozusagen totale Synonyme nicht gäbe, da selbst z.B. englisch “nil”, “nought”, “zero”, “love”, “null” zwar vom Sachverhalt her zunächst dasselbe bezeichneten, indes schon in verschiedenen Kontexten und auf verschiedenen Sprachebenen verwendet würden, so dass sie eben schon im Sinne der jeweiligen Konnotation nicht deckungsgleich seien; zudem klängen die Lexeme noch recht verschieden, drängen anders ans Ohr, brächten damit jeweilig eigene Schwingungen mit: und Sprache komme nunmal vom Laut, vom Sprechen, sonst hieße sie Schrift.

Und wenn ein Wort bis zum Grunde dasselbe bedeutete wie ein anderes, weshalb lauteten sie dann nicht gleich?

Ein Beispiel: Wenn heute etwas als unverfälscht, ehrlich,  wirklich, unverlogen, rein, nicht manipuliert oder vogegaukelt, kurzum, im positiven Sinne als e c h t beschrieben werden soll, greifen viele Sprachteilnehmer sehr gern zu dem Worte “authentisch”.

Drei Silben anstatt einer, ein Fremdwort gar statt eines deutschen, um im Grunde genommen doch denselben Sachverhalt zu beschreiben, warum, wieso, wozu, weshalb, “cui bono”?

Nun, “authentisch” wirkt eben gebildeter, gravitätischer, verbraucht mehr Atemluft, lässt dem Sprecher mehr Zeit, vielleicht schon den nächsten Gedanken ohne “Äh” zu sortieren, der Starkton auf der zweiten Silbe lässt sich trefflich eingebettet besonders betonen, der Redefluss mag weniger leiden, als durch das gnadenlos harte “echt” usw. , usf., etc. pp, ff.

Also

Dienstag, 23. März 2010

Das Folgende erschien ursprünglich auf freitag.de:

http://www.freitag.de/community/blogs/carl-gibson/wert-und-ehre-deutscher-sprache—wort-schoepfungen/?searchterm=Carl+Gibson

21.03.2010 | 11:29
“Wert und Ehre deutscher Sprache” – Wort-Schöpfungen
sprache sprachreinhaltung wortwarte hugo von hofmannsthal wortschöpfung wandel veränderung linguistik dialekt neologismen

Es ist ein Verdienst von Freitag , auf dieser Plattform freie Geister unzensiert argumentieren zu lassen.

Diejenigen, denen man in den Online-Ausgaben der ZEIT, der FAZ, des SPIEGEL etc. das “Wort” abschneidet, finden sich hier wieder – und sie reden hier so, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, frei, wobei die Grenzen des kategorischen Imperativs doch noch respektiert werden.

So fand ich hier zufällig einen geistigen Mitstreiter wieder, den ich vor 20 Jahren das letzte Mal gesehen und gesprochen hatte. Ich stieß dann auch auf seinen Blog und auf seine Eigenheit, nicht nur frei zu reden, tacheles, wie man so schön sagt, sondern auch individuell.

unzensiert.zeitgeist-online.de/

Magnus Göller betätigt sich – undeklariert und vielleicht nicht zur Freude des Bibliographischen Instituts in Mannheim (dort wird der Duden herausgegeben) – als Sprachveränderer und Wortschöpfer. (weiterlesen…)

Armer Stabreim

Montag, 22. März 2010

Vorhin machte ich mir Gedanken über einen Stabreim und kam plötzlich auf die naheliegende Erkenntnis, dass sich dafür zwar auch das Schwäbische, aber noch viel mehr das Fränkische gesegnet sieht.

Debb, Delefon, Drandüde passen hier genauso zusammen wie Grauben, Galauer und Gobfgeburd; Budder, Busdeguchen und Banser bassen genauso, wie Derwisch, Dadüdada und Drombede…

Kein Wunder, dass der Stabreim im Deutschen ziemlich am Ende ist, seit der Badreiniger Hannoveranisch Battreinichöhr heißt und die Brücke Prücköh…

Misstrauen im Netz

Montag, 15. März 2010

Ich las gerade von jener “Zachor!”, die ich im vorigen Artikel als Bloggerin erwähnte:

“Doch ist Misstrauen im Internet das oberste Prinzip.”

Nettes Zitat aus dem Munde einer Person, die unter Decknamen auftritt.

Nobelpreise

Sonntag, 14. März 2010

Dass Friedensnobelpreise besonders gerne an Lügner und Kriegstreiber vergeben werden, wurde hier wiederholt erörtert.

Wie steht es mit den Literaturnobelpreisen?

Die deutschen Nachkriegspreisträger nach Hesse, den ich mal einfach gelten lassen will, heißen Böll, Grass und Müller.

Was haben die drei Letztgenannten gemein?

Da sich wahrscheinlich nur wenige weitestgehend Begriffsstutzige auf diese meine Seite verirren dürften, überlasse ich Ihnen, lieber Leser, die nicht allzuschwere Auflösung dieses Rätsels.

“Finanzkapitalismus”

Donnerstag, 11. März 2010

Im Zusammenhang mit dem – mit Verlaub – idiotischen Pleonasmus “Finanzkapitalismus”, der sich in letzter Zeit von “Links” bis “Rechts” in den Medien immer mehr festsetzt, um schlicht den heutigen Kapitalismus zu beschreiben, will ich mich hier noch einmal aus einem heutigen externen Netzforenkommentar selbst zitieren (ich hoffe mal, dass das rechtens ist):

“Reden wir demnächst nur noch von der terrestrischen Erde, dem lunaren Mond und der Solarsonne, weil sonst keiner begreift, was gemeint ist?”

Festbier

Samstag, 27. Februar 2010

Heute Mittag frugen mich meine Söhne mal wieder neckisch, weshalb ich denn Bier tränke (nachdem ich erklärt hatte, ich koche hier ja Nudeln für alle, putze für alle etc. und etwas Gegenleistung einforderte: das täte ich ja nur für mich alleine!).

Recht unbedacht antwortete ich, das sei in der Tat richtig, aber Bier sei nunmal das Flüssigbrot für Erwachsene, für Papas zumal, wenigstens für den Ihrigen.

Alsbald kippte die Sache ein bisschen, indem ich ihnen erklärte, Brot sei sozusagen ihr alkoholfreies Festbier.

Das falsche Buch

Dienstag, 26. Januar 2010

Da ich nicht so gut schreiben kann und von einem Buch abschreiben muss, musste ich ein Buch finden. Aber da ich kein Buch fand, fragte ich meinen Papa.

Er gab mir aus Versehen ein Buch in die Hand, das mit der alten Schrift geschrieben war. Ich sollte es gar nicht verstehen, ich sollte nur richtig abschreiben.

Als mein Papa den Text sah, da bemerkte er, dass das Buch in der alten Schrift geschrieben war. Er sagte: “Das darfst du nicht deiner Lehrerin zeigen.”

Ich fragte: “Warum nicht?” Mein Papa sagte: “Das Buch ist in der alten Schrift.”

Ich sagte zu meinem Papa: “Papa, das Buch ist doch so alt, dass man es sieht, dass es in der alten Schrift geschrieben ist. Du hast es schließlich selber gelesen.”

Papa sagte: “Ich habe nicht aufgepasst.”

(Text, Tags und Überschrift von Haldor)

“Worte sind Taten”

Mittwoch, 20. Januar 2010

Meine regelmäßigen Leser wissen, dass ich als Anglist nicht allzuviel von unnötigen Anglizismen in deutschen Texten halte; einschlägige Beispiele werde ich jetzt nicht anfügen, denn hierher verirren sich nur die Lesfähigsten, und ich will Sie intellektuell nicht damit beleidigen, ein paar allfällige diesbezügliche Blödsinnigkeiten hier aufzuzählen (was indes nicht heißt, dass ich an anderer Stelle nicht doch einmal ein paar besonders bemerkenswerte Unsitten dieser Art aufspießen werde).

Ein Anglizismus jedoch gefällt mir ganz gut: “Mobbing”.

Das Wort “Mob” ist inzwischen als sehr alltäglich ins Deutsche eingedrungen: Und auch die gerundiale Verbalableitung ist gut auszusprechen und gemäß deutscher Orthographie leicht korrekt zu schreiben.

Außerdem ist das Lexem griffig und mitunter auch hilfreich; als ein Mitglied meiner Familie in einer dadurch treffend beschriebenen Weise behandelt wurde, half das Wort, um den Erniedrigten und Beleidigten von seinen Peinigern immerhin separieren zu können und ihm damit eine neue Chance zu eröffnen.

Indem mir selbst nun Ähnliches an ähnlichem Orte widerfuhr, ging mir wiederum genau dieses Lehnwort durch den Kopf; und obschon ich es in meiner Gegenwehr, jedenfalls soweit ich mich erinnere, nicht einmal aussprach, war es vielleicht gerade durch das Nichtausgesprochenwerden erst recht hilfreich.

Wittgenstein sagte in einem seiner berühmtesten Aphorismen: “Worte sind Taten”.

Schon ein Wort im Kopfe kann diesen Spruch mitunter bestätigen.

Implikation ist eben oft stärker noch als Explikation.

Wohl dem, der für solche Erkenntnis nicht erst in einem indischen Aschram bei einem Guru in die Lehre gehen muss.

Goebbelse gegen Hitlers

Freitag, 15. Januar 2010

Das intellektuell gesehen traurige Godwin’sche Gesetz, wonach Nazi-Vergleiche bzw. -Anwürfe über kurz oder lang in jede politisch-gesellschaftliche Debatte hineingeworfen werden, worauf die Diskussion im diskursiven Orkus versinkt, erweist sich leider wieder als zutreffend.

In den Niederlanden wird ein Geert Wilders nicht müde, den Islam mit derlei Vergleichen zu belegen, während umgekehrt viele Moslems sich als die neuen Juden darstellen und ihnen gewogene Politiker, Feuilletonisten und Billigprofessoren Islamkritik entsprechend abhandeln.

Warum sagen die nicht einfach mal “Arschlöcher”, “Perverse”, “Verbrecher”, “Idioten”, “Unterdrücker”, “Wichser” oder sonst irgendetwas halbwegs Ziviles widereinander?

Haben die denn alle gar keine Ideen, verfügen die denn alle nicht einmal über den Wortschatz, die Kreativität und das scheinargumentative lexematische Repertoire eines halbwüchsigen Hilfsschülers?

Da graust doch langsam der Sau, ob man diese nun für verzehrbar halten mag oder nicht.

Wenn das so weitergeht, dann wachen wir eines Morgens auf, und jeder ist ein Hitler. Oder ein Goebbels.

Dann endlich können nur noch die Goebbelse die Hitlers beschimpfen und umgekehrt.

Womit die Menschheit dann den finalen herrschaftsfreien Diskurs erreicht haben dürfte.

Das gehört noch nichtmal mehr in meine Kategorie “Idiotenkabinett”.

Deshalb gibt es ab jetzt hier eine neue: “Goebbelse gegen Hitlers”.

“Macht uns Google dumm?”

Dienstag, 12. Januar 2010

Gerade las ich einen Artikel mit dem Titel “Is Google Making Us Stupid?”, den ich wärmstens empfehlen möchte (theatlantic.com/doc/200807/google – tut mir leid, meine Linkfunktion hängt gerade).

Der Autor Nicholas Carr beschreibt darin die fragwürdige Transformation unserer Informationsverarbeitung und damit unseres Denkens durch das Netz.

Mich persönlich als Autor brachte der Text bislang auf ein paar Schlussfolgerungen: (weiterlesen…)

Pages: Prev 1 2 3 ...16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 Next