Archiv für die Kategorie ‘Sprachwissenschaft’

Dem Nachwuchse (V)

Donnerstag, 24. Mai 2012

Ich sprach irgendwo schon einmal davon, aber das macht nichts, denn wichtige Dinge sind wiederholt durchzunehmen.

Es gibt keine “Weiße Magie”.

Bestenfalls mag es neben der Schwarzen Magie eine Hellgraue geben.

Das wäre dann jene, die in der besten Absicht angewandt.

Sie kann deshalb nie “weiß” sein oder werden, weil jede bewusste magische Handlung eine versucht manipulative, unerfragte ist. (Ich rede jetzt nicht vom Senden guter Gedanken, von Liebe, was durchaus förderlich sein mag. Das wird aber klassischerweise nicht unter dem Begriff “Magie” einsortiert.)

Zu unterscheiden: Wenn eine Frau mir schöne Augen macht, mag das eine gewisse “magische” Wirkung haben. Ich sehe aber, dass sie das tut, kann es erhebend finden, oder auch nicht.

Es gibt auch Leute, die verharmlosend-beschönigend sagen, alles sei Magie.

Wäre das wahr, hätte das Wort keinen eigenen Gehalt, es wäre ein sinnloses Synonym für alles. (weiterlesen…)

Wenn schon Lügen, dann Pfunden

Mittwoch, 23. Mai 2012

Ein guter Kumpel von mir in Jugendjahren – als es noch nicht jedem Neunjährigen möglich war, sich im Netz masse Pornos anzugucken – , der sich (er war 15 oder 16) in die Altstadt aufgemacht hatte, in der “Bierorgel” (wenn ich mich recht erinnere) mal einen harten Streifen sehen zu können, berichtete mir hernach, wie er den gesetzeswidrigen Einlass (in dieser grauen Vorzeit ab 18) erwirkt habe.

“Haben die dich nicht nach deinem Alter gefragt?”

“Klar!”, erwiderte er.

“Ja, und, was hast du gesagt?” (weiterlesen…)

Hundsfötter

Dienstag, 22. Mai 2012

Ich muss jetzt auch mal eine Schwäche zugeben, denn das macht ja angeblich sympathisch.

Sie gilt dem Worte “Hundsfott”.

Noch mehr dessen Plural: “Hundsfötter”.

Das muss ich nicht weiter begründen.

Facebook k…. ab

Dienstag, 22. Mai 2012

Die Finanz- und Börsenfrickos sind schon lustig.

Facebook soll 2011 3,7 Milliarden Dollar Umsatz gemacht haben und eine Milliarde Gewinn.

Und dann soll ein derart popeliger Laden 110 Milliarden wert sein. Da haben die Hühner jetzt doch gelacht.

Natürlich heißt es jetzt auf einmal, dass keiner, der noch alle Tassen im Schrank habe, die Papiere gekauft hätte.

“Soziales Netzwerk” heißt das Teil.

Mein Sohn war vier Wochen dabei und ebenso schnell kuriert.

Denn da hatte ihn schon ein Mitschüler derart verleumdet, dass ihm der Spaß am Sozialen verging.

Ich denke, das Ding wird nicht über lange implodieren. (Liebe facebook-Freunde von zeitgeist Print & Online: Uns wird es dann immer noch geben, und Ihr dürft uns desfalls selbstverständlich weiterhin mögen.) (weiterlesen…)

Ausgewogenheit? (II)

Montag, 21. Mai 2012

Wenn ich mir recht überlege, was selbst der Besten welche, die ich kenne, mir im Zusammenhang mit der sogenannten “Ausgewogenheit” raten, verliere ich fast schon ganz die Lust daran, mein Grundtrotz kommt hinzu, noch irgendeinen auswiegenden, sprich balsamierenden, netten, fröhlichen Gutmenschentext zu schreiben.

Vielleicht muss ich mir sogar jede schriftstellerisch zugegebene, gar noch beförderte Fröhlichkeit verbieten, da ich wahrnehme, was da angesonnen.

Ich soll also Rücksicht auf jede Bet- und Bettelkrücke hinter dem Schwulenpartykonvent von Sankt Pölten nehmen, während Israel mit Atomwaffen herumfuchtelt und Fukushima weiter durchschmurgelt?

Da die Leute es ja nicht ertragen könnten, zu lesen, was ist? (weiterlesen…)

“Ausgewogenheit” – ?

Montag, 21. Mai 2012

Vorhin sagte mir jemand, dessen Urteil ansonsten für mich zählt, es gehe ja bei allem Schreiben (selbst meinem und gerade bei jenem) um “Ausgewogenheit”.

Er meinte es zweifelos gut mit mir.

Sein Ding war, knapp gesagt, dass man doch besser auf jeden Artikel hin, der hart sei, auch mal wieder einen bringen solle, der die Gemüter besänftigt, zeigt, dass man kein totales Monster sei.

Der Gedanke ist nachvollziehbar, augenscheinlich nicht verkehrt: aber eben doch grundverkehrt.

Denn letztlich läuft er darauf hinaus, dass man – nein, den “man” kenne ich nicht, und es war ja auch ich gemeint – sich immer wieder beim Es anbiedern müsse.

Also zwischendrein gezuckerte Wattebäuschchen verteilen, auf dass man dann mal wieder sein klein Knittelchen auspacken könne, ohne dass man als manischer Dauerstinksiefel auffiele.

So funktioniert Philosophie nicht. (weiterlesen…)

Der Königin Rüge

Montag, 21. Mai 2012

Heute morgen bestellte mich die Königin ein und tadelte mich schwer.

Sie meinte, ich versähe meinen Dienst zwar zweifellos stets mit höchster Hingabe, lasse aber dabei immer wieder den nötigen feierlichen Ernst gerade dann vermissen, wenn es auf ebendiesen besonders ankomme.

Sie ließ es auch nicht gelten, als ich erwiderte, dass doch jeder Hof eines Narren bedürfe. Sie meinte, dass der königliche Stallmeister ja nicht auch noch dauernd vermeinen könne, nebenher den Narren zu geben.

Mein darauffolgendes Gesuch, die Stallmeisterei abzugeben und stattdessen Narr im Hauptbehufe zu werden, lehnte sie brüsk ab. (weiterlesen…)

Dem Nachwuchse (IV)

Montag, 21. Mai 2012

Ihr dürft in Eurer Sprache ebensowenig berechenbar sein, wie in Euren Reaktionen, Eurem Denken selbst.

Wenn Ihr berechenbar seid, werdet Ihr auf kurz oder lang von einem Irgendjemand in der Pfeife geraucht.

Dabei ist Unberechenbarkeit nicht mit Unstetheit zu verwechseln; denn dies, egal was man Euch weismachen will, sind zwei völlig verschiedene Dinge.

Muss ich das noch erklären? (weiterlesen…)

Erwortung – Dem Nachwuchse (III)

Samstag, 19. Mai 2012

Ich weise zunächst auf den Vorgängerartikel ‘Writing “For Our Time” ‘ hin, der, sei es mit etwas Mühe, oder eben etwas Hilfe, auch dem Deutschsprachigen entzifferbar sein sollte, wiederhole deshalb hier direkt nichts von dem dort Erläuterten.

Es geht jetzt um Dinge, die Englischsprachige meist gar nicht hören und noch viel weniger aufnehmen wollen, da für sie Englisch schlicht (Ausnahmen gewährt; ich kann auch boshaft sein, liebe Angelsachsen, denn Ihr zerbombt mein Land, meine Landsleute, meine Sprache immer noch nach Lust und Laune, zum Spaße) alles ist, was Englisch ist.

Also, dass Etymologie eine lustige kleine Spielwiese von ein paar Sprachwissenschaftlern in Oxbridge sei, ansonsten aber ein eitles Betätigungsfeld, da alle Sprachen der Welt ohnehin nur darauf hingesteuert hätten, dem Englischen als Eunuchen zu dienen, bis dass dieses seine vermeintliche, selbstverständliche globale Omnipotenz erlangt, von Gott vorherbestimmt, eingenommen habe.

Wer das einzelne Wort nicht schon von seiner Herkunft bestimmt zu achten willens, wird lediglich intuitiv schreiben. Manche können das, eingestanden, trotzdem ziemlich gut.

Gleichwohl ist das Studium der Wortentwicklung durch die Sprachen und Zeiten ein Ausbildungsbehuf der gewichtigsten Art; dies nicht nur, um Tiefenschichten der Semantik erkennen und einsetzen zu können, sondern auch ob der Zersprechfähigkeit wider jene, die zu übelen Zwecken Schindluder mit der eigenen Sprache treiben, ihnen also gewitzigt wie eiskalt auf den Punkt entgegenzutreten sich zu befähigen. (weiterlesen…)

Writing “For Our Time”?

Samstag, 19. Mai 2012

If one is gifted for, and does pursue, the writing of good novels, the question if he be writing “for our time” may be secondary. (It was, certainly, not so for Cervantes.)

Not quite the same is true for authors of essays and satire.

If their income is ok, their reputation therewith (or, mostly the same thing, thereby, at least with their wives and relatives), they may not even consider the problem.

Otherwise though, in the half-desert of some reception and little or no money earned, it is, at least for the better, more ambitious ones necessary to ask: “Am I doing this righteously, mainly, just for “our time”?

Or, is it not wiser, apter to this given fate, merely to take up some traits of the ruling zeitgeist, now and then poking some swine-snooted, dough-sooted, picking them nonchalantly up to go for goals beyond the now?

Can we not, should not exactly we, who are given the leisure (or rob it somewhere) to write what doesn’t even pay for wine and cigs, let alone rent and health insurance, give a darned sh.. on what is the latest babble of some petty politician, half-naked celebrity, pseudo-philosophical talkshow nitwit, the bankster whores, the blatant “scientific” lies of the shallow waters of the “expert” circus of the bigshot plutocrat pissoirs? (weiterlesen…)

Dem Nachwuchse (II)

Montag, 14. Mai 2012

Einen Mozart oder einen Capablanca der Literatur hat es meines Wissens nie gegeben. Also einen, der in diesem Fach als Sechsjähriger schon weit oben spielte.

Dies hat einen einfachen Grund (man könnte auch sagen tausende), der, da oft nicht bedacht, so selbstverständlich er auch sein sollte, hier einleitend Erwähnung finden muss (auch weil man Euch diesbezüglich viel Mist erzählen wird, sobald Ihr unmissverständlich zeigt, dass Ihr Bedeutendes zu erzählen wisst).

Denn überragende Begabung, ein geradezu selbstverständliches Gefühl, das sich nur noch Bahn brechen muss, gibt es, im harten Gegensatze zur Tonsetzer- und Schachkunst, in der Schreibkunst nicht dahingehend, dass sie schon für Höheres genügte.

Sondern bedürft Ihr des – wie meine verehrte Professorin Reiss es zu nennen pflegte, die hier jetzt mal angemessen gewürdigt sei – “Weltwissens”.

Das heißt, dass Euch gar nichts egal sein kann. Egal gibt es nämlich für den Schriftsteller nicht. Physik, Geographie, bildliche und musikalische Ästhetik, alles Kulturelle, einfach alles, was der Mensch je ersann oder erkannte, muss Euch interessant und Grundlage sein. Sonst wird es nie was. (weiterlesen…)

CERN hab’ ich gern

Sonntag, 13. Mai 2012

Eben las ich mal wieder einen Artikel über die Arbeit der Physiker von CERN, dem Riesenteilchenbeschleuniger in der Schweiz.

Wie immer verstand ich so gut wie nichts Spezielles vom Gesagten (außer, dass es so merkwürdige Begriffe wie “Leptoquark” usw. hagelte, die dem Philologen natürlich gefallen), aber doch, dass den Spezialisten dort inzwischen gewaltig der Arsch auf Grundeis geht, dahingehend, sie müssten vielleicht bald zugeben, dass sie seit 35 Jahren nur Mist erzählt haben und ebensowenig abraffen wie ich und zudem noch Einstein selig und heilig weiland obendrein verstund.

So wie wir als Kinder Schiffe versenken spielten, scheinen diese Leute Milliardenversenken zu spielen. Im Teravoltbereich. (weiterlesen…)

Mit Kafka gegen die Antisemitismuskeule?

Samstag, 12. Mai 2012

Was macht man, wenn man öffentlich ein ganz klarer “Antisemit” geheißen wird?

Mir ist das kürzlich, als ich mich nicht nur islamkritisch, sondern auch israel- bzw. judenkritisch (nicht generell, sondern in bestimmten Machtzusammenhängen) äußerte, zum ersten Mal passiert, und ob meine Reaktion die richtige, angemessen war, daran rätsele ich noch.

Also zunächst, was ich tat, dann Erwägungen, was ich vielleicht hätte stattdessen tun können. (weiterlesen…)

Dem Nachwuchse

Samstag, 12. Mai 2012

Dieser Einleitungsartikel gilt wie die folgenden nur dem philologisch ernsthaften Nachwuchs. Alsomit in Deutschland bestenfalls 100 Personen. Der Rest möchte sich anderwo darin üben, nicht zu denken.  (weiterlesen…)

Schavan: Nur mal so

Mittwoch, 02. Mai 2012

http://schavanplag.files.wordpress.com/2012/05/plagiatsdokumentation_schavan_020512.pdf

Der Tomatenmarkanschwitzer

Sonntag, 29. April 2012

Gemeinsam mit meiner Frau, die eine ausgezeichnete, von bester badischer Tradition geprägte Köchin war, schaute ich ab und an die Lektionen eines Meisters namens Alfons Schubeck im TV.

Wir gestanden ihm durchaus zu, dass er von der Fischbereitung etwas verstehe, aber ansonsten fiel auf, dass der Chef bei fast allen Soßenbereitungen erstmal (oder etwas später dazu) Tomatenmark anschwitzte, oft auch Puderzucker.

Darüber entspann sich eine Debatte, weshalb der das denn mache, so einen untilgbaren Einheitsgeschmack in seine Soßen brachte.

Sie meinte alsbald ganz trocken, dass gegen das Tomatenmarkanschwitzen grundsätzlich nichts einzuwenden sei, der gute Badenser Koch das aber nur mache, wenn nichts Anständiges im Hause sei, außer ein paar Resten, Zwiebeln und Gewürzen.

Ab da nannte sie den Maestro denn auch nur noch den Tomatenmarkanschwitzer. (weiterlesen…)

Antischeißesturm kontra Netzhatz

Samstag, 28. April 2012

Manche Kommentatoren setzen “Shitstorm” noch in Anführungszeichen, ich habe sie bei “Antischeißesturm” in der Überschrift mal weggelassen.

Viele hat der Scheißesturm schon getroffen, viele haben inzwischen Angst davor. Unternehmen, Künstler, Schriftsteller, Politiker, Sportler, Journalisten…

Im Netz ist der Pöbel los. Aus einer legitimen Protestform wird immer öfter Cyber-Mobbing, Netzhatz, indem Zielpersonen Pest und Cholera an den Hals gewünscht werden, mit beliebigen Verleumdungen überzogen, nicht selten gewürzt mit Gewaltphantasien, kaum verhüllten Aufrufen zur realen Selbstjustiz, ohne Maß und Grenze.

Bleibt wohl zunächst kaum etwas anderes, als mit einem Antischeißesturm zu reagieren, wenn man nicht tatenlos bleiben will, da auf juristischem Wege oft wenig bis nichts und selbst das noch zu langsam zu erreichen ist. (weiterlesen…)

Kurios: Killerspiel soll nicht so heißen

Freitag, 27. April 2012

Ein Egoshooter-Spiel namens “Crysis 2″ hat eine politische Kontroverse entfacht, da es den Deutschen Computerspielpreis 2012 erhielt. Das ganze Gelaber dazu ist hier gut zusammengefasst.

Der Knaller an der ganzen Debatte ist, dass die FDP jetzt gegenüber Kritikern der Vergabe von “Killerspiel-Rhetorik” spricht, die nicht hilfreich sei, die SPD die Verwendung des Begriffs “Killerspiel” als zweifelhaft bezüglich einer differenzierten Debatte bezeichnet, die Grünen gar von einem Rückfall in “alte Schützengräben” reden.

Ja Jeu! Wo kommen wir denn da hin, wenn böse Konservative ein Spiel, in dem man sich durch sämtliches Gesindel eines neosteinzeitlichen Manhattans ballert (das ist, soweit ich’s verstanden habe, Sinn und Reiz des Spiels) in altgestrig-diskriminierender Art  ein “Killerspiel” nennen, also fieserweise das, was es ist. (weiterlesen…)

Weltnetzerfolg

Mittwoch, 18. April 2012

Ich darf von einem weiteren durchschlagenden Weltnetzerfolg dieses Blogs berichten. Denn bei Terras größter Suchmaschine behaupten wir uns unter dem Suchbegriff “dumme Texte” nicht nur beharrlich auf der ersten Seite, sondern erscheinen daselbst einzig gleich mit zwei Beiträgen, so dass wir, von einem gewissen moralischen Blickwinkel aus gesehen, zum Thema sogar den Platzhirsch für uns reklamieren können.

Diese erhöhte Rangstufe ist natürlich Ergebnis einer minutiösen Planung; es gibt schließlich Suchbegriffe, die man getrost anderen überlassen kann, aber auch solche, um die es mit allen legitimen Mitteln und Tricks zu kämpfen gilt. Dieser hier lag denn auch auf einer der höchsten Prioritätsstufen des Hauses.

Man stelle sich mal vor, jemand gibt ganz ernsthaft strebend und eifrig bemüht “dumme Texte” ein, und findet diesen Blog nicht auf Anhieb. Der müsste sich dann, wenn schon nicht betrogen, wenigstens als schlecht sortiert informiert worden seiend empfinden, sobald er gewahrt, was der Suchmaschine entsprechend zu positionieren nicht gelang oder gelingen wollte. Der Ansehensverlust für den Anbieter wäre enorm. (weiterlesen…)

Du Hitler! – Selber Nazi!

Mittwoch, 18. April 2012

Eben stieß ich zufällig auf eine Seite namens shoah.org.uk

Das ist eine ziemlich grelle Kiste, denn unter “Shoah” versteht man dort offenkundig (es erscheinen diverse professionell gemachte Artikel), was derzeit mit den Palästinensern geschieht, und so heißen die entsprechenden israelischen Schufte denn “Zio-Nazis”, oder kurz bloß “Nazis”, und der Judenstaat “IsraHell”.

Da kratzt man sich, obzwar der NS-Israel-Vergleich im Netz nicht neu, schon am Kopfe. Was versprechen sich diese Leute davon? Sind die nie auf die Idee gekommen, dass sie ihrer propalästinensischen Sache damit eher schaden als nützen könnten?

Jedenfalls steckt ein – wenn auch vielleicht nicht ganz nüchternes – Kalkül dahinter. (weiterlesen…)

Iranlüge: Vom medialen Faktotum der Kriegstreiber (II)

Montag, 16. April 2012

Seit ich den Erstartikel von fünf Tagen verfasste, ergibt sich bezüglich der Verbreitung der Iranlüge aufgrund gegenläufiger Tendenzen ein uneinheitliches Bild.

Einerseits scheint die Iranlüge an manchen Stellen schon vorsichtig heruntergefahren zu werden, andererseits wird sie andernorts umso agressiver hochgehalten und vor sich hergetragen. Letzteres mal eher kalkuliert, mal eher reflexhaft.

Da wirft es auch nur einen kleinen Schlagschatten, dass mir ein Leserkommentar mit Hinweis darauf kassiert wurde.

Man muss wohl davon ausgehen, dass viele Journalisten das Problem zu verdrängen trachten, oft in etwa so, wie als ob es egal sei, was im Iran wirklich gesagt wurde, da man ja getrost davon augehen könne, dass es so gemeint gewesen, wie es Reuters & Cie verfälschend übersetzten. Immerhin meinen das ja alle anständigen Leute.

Aber der anständige Journalist weiß natürlich auch, dass er womöglich ziemlich schnell am existentiellen Ende landet, wenn er hier für Aufklärung sorgt. So schaltet er sich dann lieber passiv oder aktiv gleich. Und unterdrückt jeden eventuellen Impuls zur Selbstprüfung. (Ich weiß, warum ich jetzt keine Namen nenne. Wer dies liest, mag sie erkennen, und selbst wer nur heimlich hier liest, vielleicht sich selbst.) (weiterlesen…)

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