An einem See ich Wasser sahe.
Archiv für die Kategorie ‘Schönes’
Höchste Erfeuchtung
Mittwoch, 11. Mai 2011Konfuzius, Jesus und Nietzsche ritzen und raten
Montag, 09. Mai 2011Die Idee, anhand des Christentums aus einem alten, teilweise übelst verstaubten Glauben einen geläuterten neuen zu entwickeln, eine solche Entwicklung wohlwollend zu begleiten, ist doch recht trächtig, wie die jüngeren hiesigen Diskussionen zeigen (siehe “Unerhört: Magnus Wolf Göller fördert das wahre Christentum” samt Kommentarstrang wie auch “Der Geldverkäufer”).
Fast sieht es so aus, als habe der Heide wenigstens zwei Christen mit dahinverholfen, weiteren Christen in vielerlei Hinsicht Mut und Klarheit zu spenden, durchdachte Angebote zu machen, klare Bilder zu senden.
Fast fühle ich mich schon wie ein halb unbeabsichtigter, von einem numinosen Fluidum eingenommener Neo-Samariter. (weiterlesen…)
War dies Weib eine Gender?
Sonntag, 08. Mai 2011Vor ein paar Tagen traf ich ein Weib, das war sehr wahrscheinlich eine Gender.
Zwar sahen die kurzen schwarzen Haare über dem ebenmäßig geschnittenen Gesicht adrett und ein wenig keck aus, wie man das mögen mag, doch stellte es sich selbst unter schweren Genderverdacht. (weiterlesen…)
Unerhört: Magnus Wolf Göller fördert das wahre Christentum
Samstag, 07. Mai 2011Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich einst Christen dazu aufriefe, ihren wahren Glauben zu verteidigen.
Und doch geschah es.
(Nachtrag 13.50 h)
Kurz nach Veröffentlichung dieser Beichte lachte mir Nietzsche laut eins ins Ohr und meinte, ich sei zwar ein hilflos romantischer Tor, aber ihm darin als stets unermüdlich verunglückender Schelm ein rechtes Vergnügen bei der Draufschau.
Wer den Schaden hat, braucht bekanntlich für den Spott nicht zu sorgen.
Der Urkundenfälscherblues
Samstag, 07. Mai 2011Kurz und knackig, der Obama-Geburtsurkundenfälscherblues mit Jeff Rense:
Der Herr sprach durch mich
Samstag, 07. Mai 2011Deuteronomicus 6:28 Der Unmäßige zeugte Schafsban; dieser zeugte Lammpoi, Keulon und Kottlach; Lammpoi zeugte Karreon, Ragot und Gulosch; Keulon zeugte Shemhamrosmanorasch, Knobladonai und Weinakuk; Kottlach zeugte Tophschmoran, Soßuch und Konakabram.
Lesemuss: Unschaf Janich nimmt sich den Fall bin Laden vor
Freitag, 06. Mai 2011Heute habe ich mal die erfreuliche Gelegenheit, einen überaus unschafichten Journalisten zu loben.
Oliver Janich liefert bei Kopp zum Fall bin Laden ein Lesemuss. (weiterlesen…)
Der Geldverkäufer
Donnerstag, 05. Mai 2011Der Weltuntergang traf mich völlig unvorbereitet, mitten in dunkler Nacht.
Gut, ich hatte gerade einen meiner etwas kafkaeskeren Träume, durch lange Flure und in Amtszimmer der seltsamsten Art, stets mit unnützem, ungeordnetem Gepäck beladen, gleichzeitig bierdurstig und mit Harndrang, aber es gab eigentlich sonst nichts Außergewöhnliches, das für traumatische Alarmstimmung hätte sorgen mögen.
So kam er gleich einem Ninja. (weiterlesen…)
Kurznachlese zum 3. Stuttgarter zeitgeist-Regionaltreff
Donnerstag, 05. Mai 2011Auf dem von mir moderierten Regionaltreff am vergangenen Freitag wurden dem hier bewanderten Leser bekannte Themen diskutiert, nachdem ein alter Herr, beklagend, dass man im Stuttgarter Treffpunkt Philosophie inzwischen wohl nur noch Esoterisches diskutiere – er monierte, seinen Plato in der Bücherauslage zwischen Altindischem und dem Dalai Lama und anderem nicht mehr wiedergefunden zu haben -, sich selber exkulpiert hatte: wozu ich ihm lediglich erklärte, ich sähe wohl kaum aus wie der Dalai Lama, führe ein ganz anderes Leben als jener und sei auch wohl in meinem Denken nicht in jenes Nähe anzusiedeln.
Gut, glückauf! – der Störer hatte seinen kurzen Auftritt, und es ging in überschaubarem Kreise zur Sache. (weiterlesen…)
Mr Silver vs Mr Gold
Samstag, 30. April 2011Gerade bekam ich zu “Gold und Silber: Gigantischer Schwindel?” von einem Mr Mindcontrol einen Kommentar herein, aus dem ich Ihnen ein Zitat nicht vorenthalten möchte:
“Insbesondere für Silber stimmt die Aussage nicht, dass keine neuen teschnischen Anwendungen diesen Stoff brauchen. Im Gegenteil, gerade Silber wird von der Industrie immer mehr verbraucht auch in medizinischen Anwendungen. Silber ist immer noch stark unterbewertet. Gold ist aber grarade deshalb als Weltleitwährung interessant weil es kaum verbraucht wird, es ist dadurch stabil. Warum wird hier auf Gold und Silber gedroschen aber nicht erwähnt dass Paiertgeld ledigluch den Heizwert hat.”
Aha.
Silber wird also immer wertvoller, weil man es braucht, Gold, weil man es nicht braucht. (weiterlesen…)
Satirikers schwerste Krise
Freitag, 29. April 2011Manchmal leidet man als Satiriker schwer an der Realität.
Wenn so etwas passiert wie im Falle Obamas vielleicht wirklich mit allen Konsequenzen, mindestens aber gedanklich im Sinne der realen Möglichkeit, nicht aus den eigenen Hirnwindungen heraus überzeichnet, dann mag man sich sehr klein und unnütz fühlen und überdies lächerlich genau dergestalt, wie man es sich nun gar nicht wünscht.
Die reale Welt macht einen dann selbst zur Karikatur, indem sie freihändig über alles hinaussteigt, was noch der gewitzteste und dreisteste alte Hase sich zu konkoktieren vermöchte: Die Alchemistenküche sieht plötzlich aus wie rostiger alter Hangar voller schimmliger Kartoffeln, derer schon die Ratten geflüchtet sind. (weiterlesen…)
Hat Obama ein Negerproblem? (II)
Freitag, 29. April 2011Ich muss trotzdem schon die ganze Zeit lachen, obwohl noch nicht gesichert ist, dass Obama darüber stürzen wird, dass man ihn nicht Neger nannte, als dies zwingend notwendig gewesen wäre.
Das wäre das politisch korrekt herbeigeführte Spracheigentor des Jahrhunderts.
Ein Satiriker, der sich so etwas ausgedacht hätte, wäre bestenfalls als ziemlich übergeschnappt bezeichnet worden und zumal von vielen auch als übler Rassist.
Der Präsident, der fiel, weil man ihn zum angemessenen Zeitpunkt
n i c h t Neger nannte.
Das ist jenseits von Gut und Böse.
Mindestens.
Wie soll man das noch übertreffen?
Hat Obama ein Negerproblem?
Freitag, 29. April 2011Die Diskussion über Obamas Geburtsurkunde schlägt weiter hohe Wellen.
Im ersten Falle wird über eine graphisch unstimmige Textur verargumentiert, das jetzt vorgelegte Dokument sei manipuliert.
Im zweiten wird ebenso entlang graphischer Parameter verfahren, diesmal ob Unstimmigkeiten in der Pixelung.
Da ich von Bildverarbeitung zu wenig verstehe (obschon die Argumentation in 1. ganz logisch erscheint), um die Richtigkeit der Behauptungen prüfen zu können, bitte ich darin bewanderte Leser, ihre Sichtweise hier einzustellen.
Jetzt aber kommt der Clou, sollte stimmen, was Wayne Madsen bezüglich der Sprachregelung für hawaiianische Geburtsurkunden des Jahres 1961 darlegt. (weiterlesen…)
Homo Tierophant
Donnerstag, 28. April 2011Nachdem ich mich in letzter Zeit um Mücken (deren besondere Organe), Kamele und Ziegen (deren Fähigkeiten in der Abwehr), Schafe (wegen der Bibel und den Medien), Pferde (wegen ihrer Flugkünste), Kriechtiere (wegen deren Einkreuzung in unser Genom) sowie um allerlei Außerirdische (wegen deren Verschwörungen) gekümmert habe, soll jetzt einmal wieder der Mensch in seiner vermuteten Urform zur Sprache kommen.
Dieser ist nämlich, wenn man wirklich tierisch ehrlich sein will, eine Kreuzung aus einem durchgedrehten Stier und einer willigen Bache, und entsprechend verhalten sich auch seine Nachkommen.
Weiß der Hirsch, wie er es geschafft hat, als völlig auf den Hund gekommener Lemming seiner Triebe, Blindfisch wie Maulwurf des Geistes, so lange zu überleben.
Papageienhaft aalt er sich im eigenen Nachsprech, schwarz wie ein Molch, krötengrün, seegurkenrot, blattlausgelb. (weiterlesen…)
Eros vor Logos
Donnerstag, 28. April 2011Wenn ich mir anschaue, welche hiesigen Beiträge die bisherigen Renner bei der Kommentarschlagzahl waren, nämlich “Dichten Lesben Sapphorismen?”, “Ehret den Weltuntergang!” und “Denken und Glauben”, so geht es hier offenkundig ganz normal zu: Sex, Glauben und das Ende von Sex und vom Glauben interessiert die Leute am meisten. (Rang vier, “Was sollen wir Männer nun dürfen wollen, Frau Minister?”, dreht sich im weitesten Sinne um eine Kombination dieser Trias.)
Bemerkenswert und vielleicht nicht normal ist, dass ein Geldthema (“Gold und Silber: Gigantischer Schwindel?”) erst an fünfter Stelle rangiert.
Dass ein philologisches Thema (“FAZ-Blogger hat hat”) erst an sechster Worts erregte, darf wiederum nicht verwundern, ebensowenig wie dass es ein genuin philosophisches (“Vom positiv traumatisierten Menschen V”) lediglich auf Platz sieben schaffte. (Womit man allerdings wohl sehr zufrieden sein kann.) (weiterlesen…)
Das Vierhornschaf war weg
Donnerstag, 28. April 2011Es begegnete mir im Traume ein Vierhornschaf.
Bevor ich es selbst anrufen konnte, sprach es: “Siehest Du meine vier Hörner?”
‘Das wird ja ein spannender Traum werden, die Leier kenne ich schon’, sagte ich mir, ließ mir aber nichts anmerken und versetzte: “Soll ich noch mehr als Viere sehen? Hast wohl noch eins im Schlund versteckt?”
Da erlosch des Vierhornschafs Lust auf Späße schlagartig. (weiterlesen…)
Wie kommt das Internet aus der Pubertät?
Mittwoch, 27. April 2011(“Wie kommt das Internet aus der Pubertät?” – Siehe rotes Feld zur Veranstaltung rechts.)
Eine wesentliche Frage dahingehend, wie das Internet aus der Pubertät kommt, ist jene nach den gepflegten sprachlichen Formen. (Siehe dazu auch “Blogger Dir Einen” und verwandte Beiträge.)
Während einerseits zu beobachten ist, dass ein erheblicher Teil der Netznutzer sich in ihren Äußerungen wie halbwüchsige Rotzlöffel benimmt (durchgängige Kleinschreibung, nicht sachgemäßer Slang, unnötige Vulgarismen, pöbelnde schlechte Witze usw.), erwächst andererseits eine neue Schreib- und Streitkultur, in der auch Leute ernstgenommen werden wollen, die sich unter Decknamen einbringen.
Da ist man nicht ehrenkäsig, wenn mal ein Tippfehler hineinrutscht – vielleicht wird er gar noch in einen trefflichen Scherz sublimiert – , gibt sich aber bei aller mitunter gebotenen Eile, einen Einwurf, eine Riposte, eine Spontansatire, einen Knittelvers zu verfassen, durchaus Mühe, die meisten traditionell als fehlerhaft zu bezeichnenden Stellen nach dem Motto “Jupiter ist erlaubt, was dem Ochsen nicht” mit Absicht zu setzen.
Freude am sprachlichen Spiel, in aller Ernsthaftigkeit Witz und Biss: Es mag bis hin zum philosophischen Gespräch im Netz führen, einer spontanen Burleske, einem metaphorischen Drama. (weiterlesen…)
Letzte Chance durch den Hohen Galaktischen Rat
Dienstag, 26. April 2011Ich will jetzt auch einmal eine Riesenkatastrophe prophezeien.
Wer das nicht macht, ist inzwischen total out.
Wer noch den Konjunktiv verwendet, Wörter wie “könnte”, ist in diesem Wettbewerb nicht gefragt: indikativisches Futur I ist angesagt, will man gehört werden.
Also, was nehmen wir? (weiterlesen…)
Hirnreport: Hirn geht durch die Decke!
Dienstag, 26. April 2011Hätten wir jetzt das Wörtchen Hirn durch Gold ersetzt, wäre Ihnen dann wohler ums Herz?
So ergibt sich die Gelegenheit, beiderlei Bestände zu begutachten und zu schätzen.
Haben Sie viel Hirn, aber wenig Gold, so wird Ihnen der gemeine Bänker ebensowenig tun wie der normale Staßenräuber, solange sie keine zu freche Lippe riskieren; im umgekehrten Falle jedoch werden diese beiden alten Zünfte Sie aufmerksamer betreuen, selbst wenn sie gar nichts sagen.
Im übrigen kann ein wirklich intelligenter Mensch, einer, der an seinem Wissen nicht schwer zu tragen weiß, auch ziemlich gut einen Blödrian spielen, wenn es not tut, denn er wurde schon so oft für einen gehalten, dass er die Situativik gut kennt.
Das heißt natürlich nicht, dass Sie, wenn Sie mit mehr Hirn als Gold gesegnet sind, diejenigen so einfach narren könnten, welche von Ihrem Besitzstand schon länger Kunde haben und denen dieser als solcher wie als Konkurrenzbesitz missfällt.
Allerdings gibt es in solcher Lage noch den trimagischen Hebel. (weiterlesen…)
Muckenseckel: Das Wort, durch das die Welt justiert
Montag, 25. April 2011Eines der schönsten schwäbischen Wörter ist der “Muggaseggel” (Muckenseckel).
Der Begriff wird verwendet, um ein kleines Bisschen, eine kleine Menge, einen winzigen Unterschied anzusprechen.
“No an gueda Muggaseggel diafer” bedeutet also, dass das Bild noch etwa einen halben Zentimeter zu hoch drapiert.
Ob der Begriff aus der Feinmechanik stammt oder eher der Genauigkeit schwäbischer Philosophie und Finesse in der Kochkunst (an Muggaseggel meh Salz däd ed schada), konnte ich wortgeschichtlich bislang nicht klären.
Ich habe auch noch nie einen Landsmann getroffen, der mit dem Vergrößerungsglas Muckenseckel gesucht und exakt vermessen hätte. (weiterlesen…)
Reden ist Gold
Montag, 25. April 2011Ich setze auf eine Wiedergeburt des begrifflichen Bewusstseins.
Genug geklagt, dass Krieg Friede genannt werde.
Genug georwellt.
Genug gematrixt.
Wir müssen die klar überlegene Sprache selbst setzen.
Auf allen Ebenen so überlegen, dass die Falschspielerei daran bricht.
Hinterfragen und Durchkreuzen reicht nicht: Setzen ist Pflicht. (weiterlesen…)









