Archiv für die Kategorie ‘Satire’

Wieso Jesus nur seine Keuschheit bedecket

Montag, 29. Oktober 2012

Ich habe es schon verschiedentlich erwähnt, will es aber nochmals aufgreifen.

Die vorm Publiko öberststärkste aller Aufmerksamkeitsstärkegranaten wäre gegeben, wo man Geld (oder Gold), Sex, Jesus, Skandal und Katastrophe (Weltuntergang) in eine Büchs schüttete.

Gier, Trieb, Glaube, Entrüstung, Schauder: Wer all das in eine Geschichte zu packen weiß, ist der Meister aller Klassen, der Meister aller Flaschen.

Probieren wir’s mal aus.

Es war kurz vor Armageddon. Jesus war ziemlich abgebrannt, und die Magdalenerin hatte ihn schon tagelang nicht rangelassen. Petrus hatte ihm gar den ganzen Wein weggesoffen. Er war stinksauer.

Da kam ein Marketender esels des Weges, allerlei bunte Bänder, Schnüre, Kupferkettchen und sonstigen Tand feilbietend.

“Schmuck und Zierrat für einsame Herzen! Schmuck und Zierrat f…”

Bams da lag er. Das war Jesus nun doch Hohnes zuviel. (weiterlesen…)

Keuschlammfrüchte

Freitag, 26. Oktober 2012

“Keuschlammfrüchte”: Ja, so etwas gibt es, und der botanisch normalerweise nicht völlig unbewanderte Blogautor erfuhr es erst über den sogenannten “Mönchspfeffer”.

Dass der, vom Geschmacke wie vom lateinischen Namen “Vitex agnus-castus” her (wie z.B. auch der Szechuan-Pfeffer) kein echter Pfeffer sein könne, war mir, (auch weil er sonst hätte “Piper” heißen müssen) gleich klar, als ich letztes Jahr in der Markthalle zum erstenmal ein Päckchen davon erworben und soßenwürzend verkostet hatte.

Meine Nachlässigkeit als Philolog, dass ich bei diesem deutschen wie lateinischen Namen (agnus und castus kann ich noch) nicht gleich nachsuchte, was es damit auf sich habe.

Und siehe da, dieser Lippenblütler (Salbei, Oregano, Thymian…: sehr viele unserer Würz- und Heilkräuter sind Lippenblütler) soll doch tatsächlich seit Menschengedenken bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt werden, Wechseljahresproblemen, hat seinen Namen aber davonher, dass ihm nachgesagt wurde (wird? – ich habe keinen Spion im Vatikan), er entgeile den Mann, mache die Mönche keusch, wie es sich geziemt. (weiterlesen…)

“Rechersuche”: Googles Ende?

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Nein, beim Titel ist kein “n” verlorengegangen, sondern es handelt sich um den Namen der neuen französisch-deutschen Suchmaschine (er spricht sich zu Deutsch etwa “Reschersüsch”).

Wir haben die Seite, die Google ersetzen soll, mal auf Herz und Nieren getestet und gaben folgerichtig zuerst den Suchbegriff “Test” ein.

Die ersten drei Ergebnisse lauteten:

francemedicaux.fr “Le mot anglais ‘test’ ne peut pas…”

testyourgerman.eu “Die intergubernementale Implementation des Euro ist ein Test für…”

bankenunion.de “Die Testphase der europäischen Banken- und Medienunion…”

Das war schon recht ermutigend.

Wir beschlossen dann, den Begriff “Lüge” einzugeben: (weiterlesen…)

Magnus Egalplag, der Mindmapper

Montag, 22. Oktober 2012

Mein Gott, bin ich froh, dass ich weder einen redlich verdienten noch einen erschwindelten Doktortitel habe.

Ersterenfalls hielte ihn jeder für erschwindelt, zweiterenfalls wäre er es auch noch.

Letzteres wäre, bei allem Elend, aber doch noch besser, da gerechter.

Auch viel normaler. Und normal zu sein, das ist heute wichtiger denn je.

Normaler als mit einem erschwindelten Doktortitel kann man fast gar nicht sein.

Man fällt so keiner Sau mehr auf.

Außerdem, wenn man dann noch Frau ist, also gut übernormal normal, wird jeder, der die erschwindelte Promotionsarbeit kritisiert, jede Alsodochsau, zum “Hexenjäger”: erst recht, wenn die Hex’ katholisch ist.

Was lernen wir aus der ganzen Plagerei?

Bis zum Abitur sollte frau beim Abschreiben aufpassen, danach ist es Egalplag. (weiterlesen…)

Fazplag / Jürgen Kaube: Mein lieber Schavan

Montag, 22. Oktober 2012

“Die Diskussion um Annette Schavans Dissertation hat keine Absurdität ausgelassen.”

Das ist der erste Satz des von Jürgen Kaube verfassten Kastens unter dem jüngsten FAZ-Artikel zur Schavan-Promotionsaffäre unter dem bezeichnenden Titel “Cui bono?”.

Und er ist sozusagen selbstbezeichnend.

Kaube sagt darin, sinngemäß, nicht ganz zu unrecht, dass die Erziehungswissenschaften der letzten Jahrzehnte im Prinzip recycelter Müll seien.

Dass die meisten Doktorarbeiten dazu so scheiße und irrelevant und nur abgeschrieben und kompiliert seien wie jene von Frau Schavan, weshalb es auch egal sei, dass diese scheiße und abgeschrieben und irrelevant sei.

Komplett unterschlagen wird dabei, dass man selbst bei einer scheißigen, irrelevanten, zusammenkompilierten Dissertation, außer, dass sie hinreichend Wörter aufweisen muss, wenigstens die Zitierregeln gelernt haben und beachten sollte.

Offiziell gilt das heute noch, werter Herr Kaube. (weiterlesen…)

Kontaktanzeige: Mit Altlasten!

Dienstag, 16. Oktober 2012

Hallo Lulu, Dudu und Suleika!

Du suchst den Mann Deines Lebens, Deiner Träume, der garantiert nicht altlastenfrei?

Ich kann Dir diesbezüglich bieten, was Du sonst nicht so leicht finden wirst. (Ich rede gleich Klartext, damit Du weißt, was masse ist.)

Einen Bauch und einen Bart kann ich Dir zwar nicht bieten, aber immerhin eine Brille.

Außerdem rauche und trinke ich und habe ein unverwechselbares Charaktergesicht mit deutlich etwas mehr als so ein paar lächerlichen Schmissen eines alten Herren einer schlagenden Verbindung.

Darüber hinaus bin ich Witwer, regelmäßig ziemlich depressiv, bringe zwei Racker mit, die sich genauso gerne prügeln wie sie nicht aufräumen.

Mein Einkommen ist keineswegs gesichert, und vor Rentenansprüchen musst Du Dich auch nicht fürchten. (weiterlesen…)

Vom Lehrertrauma

Montag, 15. Oktober 2012

In Diskussionen in jüngster Zeit fiel mir wieder auf, wie belastet das Wort “Lehrer” bei vielen, oft durchaus Gebildeten, die zumindest manchen ihrer Lehrer nicht wenig zu verdanken haben dürften, einem roten Tuche gleich, ist.

Man hat nichts gegen den “Coach”, den “Trainer”, den “Dozenten”, den “Seminarleiter” (manche nichtmal was gegen Gurus, also Lehrer, im westlichen Sprachgebrauch absolute Oberlehrer), meinetwegen Kognitionskoordinatoren, Logophilaster, Hirnstromakkutechniker…kurzum: Die Lehrer dürfen heißen, wie sie wollen, nur eben nicht Lehrer.

Dass einer, der lehrt, auch dann ein Lehrer ist, wenn er sich einen anderen Namen gibt, scheint da bei vielen Zeitgenossen nicht die Bohne eine Rolle zu spielen.

Manchmal habe ich mir schon überlegt, ob ich vor dieser verbreiteten Wortphobie klugerweise lieber einknicken solle, nicht mehr zugeben, wie lange ich Lehrer war bzw. bin, damit man mich nicht gleich für eine Kreuzung aus Arschloch und Gefängniswärter hält. Und gar nichts mehr von dem wissen will, was ich sage, weil man einem Lehrer prinzipiell nicht zuhört.

Wer mich allerdings kennt, weiß, dass ich eine derart schwachsinnige sprachliche Anpassung an den Zeitohngeist gar nicht gerne mitmache. So sehr ich nämlich bisweilen Spaß am Basteln von Neologismen habe, obschon ich des Englischen leidlich mächtig, auch manchen Latinismus oder Gräzismus mal in meine Diktion einfließen lasse, so bockelstur bin ich doch, wenn ein geläufiges, gutes altes deutsches Wort auf einmal in Bann getan wird, weil die Leute spinnen. (weiterlesen…)

“Erleuchtung”: Schwachsinn! (II) – Wege zu höherem Bewusstsein

Freitag, 12. Oktober 2012

Ich setze hier wieder einmal – tut mir leid, aber manchmal muss das sein – die Kenntnis des Erstartikels sowie des anschließenden Kommentarstranges wenigstens in groben Zügen voraus.

Dort befassten wir uns – nochmal mein Dank an die Kontribuenten – vorwiegend mit dem Konzept der “Erleuchtung”, dessen Statthaftigkeit, historischem Missbrauche, Inkonsistenz, Unklarheit an sich.

Dabei waren sich alle Kommentatoren darin einig, dass hierzu viel Müll abgekippt worden sei, auch darin, dass es gleichwohl durchaus Wege zu einem weitaus höheren Bewusstsein gebe, als der Durchschnittsmensch, auch man je selber (jedenfalls dauerhaft), bis dato erlangt habe.

Indem ich dies schreibe, kommt gerade folgender Kommentar zum Artikel “Quantenkatastrophe” von “Kolibri”, der sich auch zum Strange des ersten Teils ausführlich einbrachte, wie als ob beim Universum bestellt, herein, weshalb ich eine weitere seltene Ausnahme mache, ihn hier, sozusagen nacheinleitend, zur Gänze wiedergebe: (weiterlesen…)

Quantenkatastrophe

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Subquant W 13 / F 434 zum Rapport.

Quant F 434 zum Subquant: “Du hast mir heute noch gar kein neues Untersubquant gebracht.”

“Herr, irgendein mir bislang unbekanntes Subquant tauchte wie aus dem Nichts auf und hat sie mir alle vor der Nase weggeschnappt.”

“Ausreden!”

“Nein, Herr. Die Gerüchte gehen dahin, dass Quant R 318 ein ganzes Heer an Untersubquanten rekrutiert. Jedes Untersubquant soll bei Erfolg 12 leibeigene Spanquanten versprochen haben bekommen. Zudem 3000 Staubquanten.”

“Was redest Du da, so viel kann doch kein Quant allein bezahlen!”

“Das ist es ja Herr. Quandt R 318 scheint nur der sichtbare Teil einer größeren Antiquantenverschwörung zu sein. Alle, die ich länger kenne, waren sich in dieser Analyse einig.”

“Wer soll denn da dahinterstecken? Wie lange arbeitest Du jetzt für mich? Du müsstest doch wissen, dass noch nie ein Quant dem anderen getraut hat!”

“Ja, Herr. Die Sache ist aber womöglich noch viel schlimmer…”

“Ergehe dich vor mir nicht in Andeutungen, frecher Kerl! Rede!”

“Herr, bitte entquantelt mich nicht…”

“REDE!!!”

“Herr, es geht das Gerücht, dass ein Mensch dahinterstecken könnte.”

“Ein WAS?” (weiterlesen…)

Heil unseren Brauern, Bauern, Winzern, Wasserwerkern!

Samstag, 29. September 2012

Ich weiß, dass man gemäß heutiger Regeln, es sei denn, man ist Großbänker, untertags nichts trinken sollte, außer mindestens drei Liter Wasser. (Was allerdings schon manchen, der dies allzugenau befolgte, frühe ins Grab brachte.)

Frage mich aber doch, weshalb mir Wasser selbst tagsüber manchmal nicht so recht schmeckt.

Gibt es einen Wasserwissenschaftler, der mir diese meine scheinbare Anomalie mal erklären kann?

Diese Spezialwasserleute, die haben ja inzwischen Verwirbler- und Begasinstrumente entwickelt, dass einem schon beim Durchlesen der Gebrauchsanweisungen schwindlig werden kann, noch mehr ob der Wirkungen, die das Wasser dann auf alle Chakren, Mikrosepte, Hirnareale, Hornhäute usw. usf. habe.

Steht dann da aber so eine Flasche Weins oder Biers, von der ich sehr wohl weiß, dass fast eine Übermenge Wassers auch darinnen gefangen, so will ich manchmal doch nicht anders, als diese schon zum Mittagessen zu verkosten, ziehe sie dem Wunderschwirbelreinwasser vor. (weiterlesen…)

Vom Es, dem Wie und dem Was

Samstag, 29. September 2012

Das Es kam zum Was und fragte: “Wie?”

Das Was: “Zum Wie gibt es bei mir kein Grüß Gott!”

Das Es, entsetzt: “Und was ist dann mit mir?”

Das Was, kühl: “Du bist sowieso nur ein Scheinsubjekt.”

Das Es darauf: “Aber es benutzen mich doch alle!”

Das Was: “Ich schonmal nicht. Ein Was braucht nämlich kein Es.”

Das Es: “Wieso gibt es mich dann überhaupt?”

Das Was: “Frag das Wie. Vielleicht lernst Du dann sogar was über das So.”

Das Es: “Und wenn das Wie wiedermal kneift?”

Das Was: “Dann kneif es zurück.”

Die Satire schuf Gott und der aus dem Nichts den Rest

Freitag, 28. September 2012

Nicht nur Gott, also das sowieso aus dem Nichts, selbst gar vor dem Nichts, ewig vorhandene Was, vermag aus einem Nichts etwas zu erzeugen: Wir Menschen können das auch.

Der Nachweis dafür ist spätestens im Kommentarstrange zu “Sind wir alle Quanten?” meines Erachtens überzeugend erbracht.

Der Göller sagt fast nichts über das All aus dem Nichts, und die Schöpfung, der Quantenrechner, jedenfalls Teile davon, legen los wie nochwas. (weiterlesen…)

Geldschreiber

Freitag, 28. September 2012

Inzwischen habe ich es wirklich eingesehen. Aber es ist, wie so oft, halt zu spät.

Ich hätte nur über Geld schreiben sollen. (weiterlesen…)

Sind wir alle Quanten?

Mittwoch, 26. September 2012

Leser Dude hat mich dankenswerterweise mit dem Wort “Quantencomputer” gefüttert.

Nun, es ist nicht neu, vielleicht hat das Tavistock Institute sogar schon einen Prototyp davon, der zwar nicht in schweizerischer Präzision, aber doch wenigstens ab und an, ein schwarzmagisch brauchbares Wort ausspuckt, Dude hat mir eben, auf eine Nichtmalrüge hin, versichert, er werde das Teil, zumindest hier, künftighin “Quantenrechner” nennen (ich sprach, angesichts einer so hoch zu rechnenden Sache davon, dass man so eine Silbe spare, der deutschen Sprache damit auch nicht unbedingt einen Tort antäte: siehe Kommentarstrang zu “Libertäre – alles nur Träumer?“).

Dude nimmt nun den Quantencomputer bzw. Quantenrechner als eine sinnige Bezeichnung für alles Geschaffene an, also Sie, mich, Ihre Kaffeetasse ebensowohl wie sich selbst.

Ein Rechner ist ein Teil, das rechnen kann, soviel habe ich schon in meiner Kindheit vermeint zu begreifen.

Was ein Quant so genau sei, habe ich noch nicht begriffen (siehe auch dazu meine mit einem Hauch des Spottes wie der Selbstbedauerlichkeit geschriebenen Erwägungen zur mir nicht zugänglichen Definition eines Quants über den obigen Link).

Ich überlege jetzt schon zehn Minuten hin und her (eine lange Quantenzeit also!), wie ich das in mein Weltbild bringe, eigentlich nicht das zu sein, von dem ich immer dachte, dass ich das ganz diskret und ungefähr sein könne, sondern nur ein Quant im Großen Quantenrechner. (weiterlesen…)

Knabenbeschneidung: Enddekadenz

Mittwoch, 26. September 2012

Ich hatte ehrlich vor (das mögen Sie mir jetzt glauben oder auch nicht), zur Penisverstümmelung keine Satiren zu machen.

Gar zu krass erschien mir das.

Inzwischen habe ich mich anders entschieden.

Ich bin nicht mehr bereit, dieses Mittels zu entraten, um damit mein Entsetzen, meinen Protest demgegenüber auszudrücken, was im Zusammenhang damit abgesondert wurde und inwischen offiziell als Gesetz in Planung ist.

Irgendwann langt es.

Dann sollen sie eben, die Kinderverstümmler und -schänder legitimiert habend, einen Satiriker vor Gericht bringen.

Einen, der es kaum noch fassen kann, wie tief das Rechtsempfinden der Mächtigen dieses Landes, auch deren Denkvermögen, ins absolut Verwerfliche, haltlos Unmoralische gesunken ist.

Ich unterwerfe mich dem nicht. (weiterlesen…)

Von Lügen, dem Netz, der Zensur und der Satire

Dienstag, 25. September 2012

Eben schrieb ich in Antwort auf einen Kommentar zu “Vom Lügenpantheon III” folgendes (das Eingangszitat ist von Herrn Reschke):

@ Gerd-Lothar Reschke

‘ “Man kann deshalb gar nicht sachlich und tatsachengetreu genug argumentieren.”

Meine Zustimmung, aber mit einer gewichtigen Einschränkung.

Es kommt auf die Textsorte an, die man wählt.

In meinen Satiren “argumentiere” ich nicht selten nicht nur sachlich; sonst wären es ja keine; und Satiren können auch und gerade in den ernstesten und gewichtigsten Zusammenhängen ebendas leisten, was die rein sachliche und tatsachengetreue Argumentation nicht kann.

Nicht selten mische ich die Textsorten auch; das heißt z.B., dass eine inhaltlich gnadenlos genaue Argumentation trotzdem mit einem satirischen Unterton geschrieben, oder satirische Passagen als Einsprengsel in einen ansonsten vollernsthaften Text gesetzt.

Viele Menschen fangen erst dann mit dem Denken an, wenn richtige Gedanken so schräg daherkommen, dass sie sich deshalb am Kopfe kratzen.

Außerdem dürfen wir uns unseren Humor nicht nehmen lassen.

Und hat das nicht in jeder Weise bzw. immer ernsthafte Schreiben (naja, vielleicht ist gute Satire das ernsthafteste Schreiben überhaupt…) auch die wichtige Funktion, Menschen zu zeigen, dass da drüben einer sitzt, der die Welt nicht verbiestert sieht, gerne lacht.

Das erleichtert vielen den Zugang zu Dingen, vor denen sie sich scheuen, die ihnen krummgelogen, weggelogen wurden.

Insofern kann Satire – auch wenn der Leser das nicht oberbewusst merken mag – eine Art der subtilen Handreichung, der Aufweichung eines ins Mentale eingesenkten Bollwerks sein.

(Das ist jetzt schon wieder ein Ansatz für einen eigenen Artikel dazu; ich werde wohl den ganzen Kommentar als Eingang dafür verwenden.)

LG

Magnus’ (weiterlesen…)

Knabenbeschneidung: Was ist noch “normal”?

Samstag, 22. September 2012

Ich habe einige Zeit überlegt, ob ich das Folgende, vor allem den Kernsatz, hier hinschreiben solle, dürfe.

Frank Schirrmacher hat mich dann aber mittels seiner soeben von mir zum Thema kommentierten “Dankrede” davon überzeugt, es zu tun.

Indem wir gestern Abend – vor Kenntnis von Schirrmachers Rede – mal wieder die Unmöglichkeit diskutierten, ein – aus mehreren Gründen – auch nur annähernd tragfähiges, grundgesetzkonformes Knabenverstümmlungserlaubnisgesetz zusammenzuzimmern, ich schon eingebacht hatte, dass ich gerne mal beim Bundesjustizministerium Mäuschen wäre, wenn die entsprechenden Fachjuristen in der x-ten Debatte, schließlich schon nicht mehr beim Kaffee, sondern schon beim Kognak, angefangen haben, sich wechselseitig als Blödmänner usw. zu beschimpfen, auch aufgekommen war, dass ich erst kürzlich hier erklärte, zum Thema Beschneidung keine Satire machen zu wollen, nicht nur, weil das mancher nicht mehr lustig fände, mein Gegenüber Tucholsky ins Spiel gebracht, der sagte, Satire dürfe alles, also: warum nicht?, die Ramifikationen des Kölner Urteils nochmal erörtert, meinte der andere schließlich: “Vielleicht sitzt ja ein großer Teil des Gehirns in der Vorhaut, und sie muss deshalb ab.” (weiterlesen…)

Apple bald am Ende

Samstag, 22. September 2012

Nicht über lang wird irgendein grenzdebiler amerikanischer Hobbyflieger, auf irgendeinem vorgeblichen Flugfeld landend, das in Wahrheit ein Genmaisacker ist, aufgrund der Dorthinleitung durch sein neues Apple-Schmerzphon, sich daselbst und desgrunds nachweislich seinen Ringfinger im Ursche brechen, darob eine Klage über 3000 Milliarden Dollar ansetzen, 500 Milliarden (die Anwälte, die ihm dazu rieten und ihn erfolgreich vertrieten, 200 Milliarden) zugesprochen bekommen, und dann war’s das mit diesem inkompetenten Puff.

Eurowitz des Jahres: Karlspreisverdächtig!

Donnerstag, 20. September 2012

“Nur eine Währung, die fortbesteht, ist stabil.”

Das soll das deutsche EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen allen Ernstes losgelassen haben.

Neuerdings werden unsere Bänker also auch noch Kabarettisten, Komiker, sondern schräge Aphorismen ab.

Der obige grandiose Satz bringt es tatsächlich fertig, einerseits nicht mehr bestehende Währungen implizit als instabil zu bezeichnen (was nicht da ist, ist nicht stabololobil), andererseits eine fortbestehende als praktisch automatisch staballodöns.

Jaja, eine Geiß, die es nicht mehr gibt, die ist auch keine Ziege. Und als Nichtziege kann sie keine Milch mehr geben und auch keine sieben Geißlein mehr auf die Welt bringen. Wo nichts ist, hat ja bekanntlich selbst der Kaiser sein Recht verloren.

In der Tat ist die D-Mark, seit es sie nicht mehr gibt, auch nicht mehr stabil.

Dieser Bänker blickt echt voll durch. Unser erster bedeutender Philosoph nach Nietzsche. (weiterlesen…)

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