Archiv für die Kategorie ‘Fingerübungen’

Nathan der Esel

Freitag, 29. Mai 2009

Rafael Seligmann schreibt in seinem Spiegel-Essay unter den Titel “Das Fremde bei uns” den Untertitel “Religionen müssen intolerant sein” (!!!)

Der Beitrag, welcher anhand des Skandals um den Hessischen Kulturpreis (siehe auch Artikel “Lustiges Hessenhampeln”, “Durchgegrifffen, abgegriffen” und “Bravo, Herr Kermani”) das problematische Verhältnis zwischen Judentum, Christentum und Islam insgesamt sehr ausgewogen und lesenswert abhandelt, weist seine obige These für die drei abrahamitischen Religionen sauber nach und wirft de facto sämtliches Freimaurertoleranzgeschwafel seit Lessings Nathan glatt über Bord, allerdings ohne die Vierte Kolonne des Abrahamitismus konkret und explizit zu entlarven.

Nun wissen Heiden, Hindus, Buddhisten, Agnostiker, Atheisten usw. seit dem Auftauchen Mohammeds, dass auch der dritte abrahamitische Religionsversuch sich in die dreitausendjährige Tradition der Intoleranz  einreiht und werden darin keine bahnbrechende Erkenntnis des Herrn Seligmann sehen.

Dass jedoch ALLE Religionen intolerant sein müssten, wird mancher als eine der üblichen Dreistigkeiten empfinden.

Herr Seligmann erwähnt namlich keine einzige andere Religion als DIE DREI, um dann nur diese betrachtet habend seinen Schluss für alle Weltanschauungen zu universalisieren.

Ich unterselle nun dem Herrn erstmal keine böse Absicht oder auch Trickserei, noch viel weniger, dass der hoch gebildete Schriftsteller etwa noch nie von nichtabrahamitischen Religionen gehört haben könnte.

Dann aber mangelt es an der Fähigkeit oder dem Willen zum logischen Denken doch erheblich. (weiterlesen…)

Hitlers Hollywood II (Cannes can crack ‘n cack)

Dienstag, 26. Mai 2009

Die Goldene Palme des Filmfestivals zu Cannes ist vergeben.

Kaum verwunderlich, dass als bester Film ein Streifen ausgezeichnet wurde, der lauter perverse und faschistoide Deutsche (die Kinder sollen schon so sein!)  zum Gegenstand hatte, originellerweise mal vor der Nazi-Zeit, als Proto-Nazis sozusagen.

Als bester männlicher Hauptdarsteller wurde ein Ösi ausgezeichnet, der – Sie haben es unschwer erraten – einen durchgeknallten SS-Offizier und -Schlächter gab.

Als beste Hauptdarstellerin – vielleicht erraten Sie’s jetzt nicht so leicht – wurde eine Frau ausgezeichnet, die sich in einem Kunstwerk mit dem spannenden Namen “Antichrist” nackt selbst verstümmelt.

Nazis sind in dem Falle wohl ausnahmsweise keine dabei.

Aber immerhin stammelt sie im FAZ-Interview irgendetwas von Nietzsche daher.

Antideutsche Mindestpflicht also erfüllt.

Wenn in Cannes beinahe nur noch abartige Nazis, Kinderschänderfilme mit Pfaffe und blutiger Selbstgeißelungs-Sex-Obskurantenhorror ausgezeichnet werden, sollten sich wenigstens unsere Politiker nicht mehr darüber wundern, wenn frustrierte Jugendliche Ego-Shooter spielen bis hin zum realen Amoklauf.

Ob man Uran-”Dick” Cheney demnächst zur Abwechslung mal irakische Kinderleichen wird…sehen, George Bush es sich zuguckend selbst besorgend und indem Obama begeistert dazu in die Hände klatscht, während Henry Kissinger ihm den Nacken krault? (weiterlesen…)

Lustiges Hessenhampeln

Donnerstag, 14. Mai 2009

Ich möchte alle Leser, die sich für das folgende Thema en Detail interessieren, nicht mit einer Reihe von Zitaten aus der FAZ heutigen Datums behelligen und verweise dazu auf den Artikel “Ein deutsches Trauerspiel” von Lorenz Jäger auf “faz.net”.

Ich fasse daher die postmoderne Komödie inhaltlich kurz zusammen und rezensiere sie nebenher.

Das Kuratorium, welches über die Verleihung des jährlichen “Hessischen Kulturpreises” entscheidet, kam auf die besonders originelle Idee, dafür einen Katholiken, einen Lutheraner, einen Juden und einen Moslem zu erwählen.

Alle wurden über ihre Mitpreisträger im vorhinein in Kenntnis gesetzt (!), damit auch ja keiner beleidigt sein könne.

Alles erschien geritzt, doch dann erregte sich der Moslem über die Kommentare des Juden zum Gaza-Krieg und erklärte, mit dem zusammen werde er den Preis nicht annehmen.

Unangenehm zwar, aber natürlich fand man einen Ersatzmoslem, gegen den zunächst keiner der anderen Einwände hatte.

Alles schien nun glücklich ausgekungelt. (weiterlesen…)

Klagauer

Dienstag, 12. Mai 2009

Laut FAZ-online soll Papst Benedikt Jerusalem bei seinem Besuch “Friedensstadt” genannt haben.

Den Witz erfindet so leicht kein Satiriker.

Für die Art Humor muss man Priester sein.

Illuminaten?

Freitag, 24. April 2009

Ich will in dem Zusammenhange behaupteter “Illuminaten”, die, wie viele in ihrer Hilflosigkeit meinen, im Verborgenen die große Weltverschwörung betrieben, zum wiederholten Male hervorheben, dass jene zunächst “Obskuranten” geheißen werden müssten, also “Jene im Dunkel” statt “Diese im Licht”, um solchem Gesindel, existierte es wirklich und wollte man ihm ernsthaft begegnen, nicht noch seinen verdrehten, sich selbst verliehenen “Ehrennamen” durch regen eigenen Gebrauch zum Vorteile zu machen, sondern es zu benamen wie zutreffend.

Meine lieben Damen und Herren Verschwörungstheoretiker, ein Minimum an Verständnis elementarer magischer Theorie und Praxis täte, zumindest um von mir ernstgenommen zu werden, schon not.

Endlich

Dienstag, 07. April 2009

Wir dürfen jetzt endlich denken.

Der SPIEGEL schrieb gestern, der amerikanische “Rolling Stone” habe geschrieben, dass wenige Finanzleute sich die amerikanische Regierung gekauft hätten.

Damit wurden sogenannte Verschwörungstheorien “mainstream”.

Was jeder Informierte  lange wusste, erscheint jetzt in der Zeitung für jeden Seppel.

Danke SPIEGEL!

Go, SPIEGEL, go!

Merkel II

Dienstag, 31. März 2009

Merkel, about whom I only recently wrote a not very flattering article here concerning her opportunistic mindset, seems now suddenly to have become a bravely dangerous “Anti-New-Deal” German trickster, putting up a bulwark against the further global spending spree Obama and Brown had set as their agenda for the G-20 summit, or so at least some irate Anglo-Saxons say.

Others have started to glorify her as the Sane One, the politician who stands at the forefront of the sensible fight of survival against hyperspending, thus hyperinflation. (weiterlesen…)

Ungeniert – Unzensiert

Sonntag, 29. März 2009

Reden wir mal kurz über das Motto dieser Seite.

Ob sie ungeniert ist, mögen Sie beurteilen.

Unzensiert ist sie jedenfalls in der Hinsicht, dass ich bisher keinen Literaturpreis für sie  gewonnen habe und man sie noch  ungehindert aufrufen kann.

Inwieweit ich sie jedoch  selbst zensiere, davon will ich Ihnen jetzt der Redlichkeit halber einen kleinen Einblick geben.

Ich schreibe prinzipiell nicht kritisch über gefährdete Minderheiten wie Männer, Christen, Moslems, Kinder usw., wenn ich nicht unbedingt muss.  Der Krieg in Afghanistan ist auch mir fast heilig. Der Euro erweist sich als eine derartige Missgeburt für Griechen, Iren, Deutsche und den Rest, dass ich nur nachtrete, wenn ich ob meiner Chronistenpflicht nicht anders kann (weiterlesen…)

Nietzsche und ich

Sonntag, 29. März 2009

Mir wurde die Meinung zugetragen, ich verkörpere hier den Neo-Nietzscheaner als ein ihm entsprechender Nihilist. Darauf gehe ich gerne ein.

Erstens bin ich nicht Neo sondern 45. Zweitens gilt für mich Miguel de Cervantes Saavedra als Literat ebensoviel wie Friedrich Nietzsche. Drittens und eigentlich erstens gibt es keinen dümmeren Anwurf als den, Nietzsche des Nihilismus zu zeihen.

Nietzsche zum Nichts-Woller machen zu trachten, zeugt bestenfalls von Lesunfähigkeit (weiterlesen…)

Heute positiv

Donnerstag, 26. März 2009

Ich bin heute einmal positiv. Ja, ich glaube daran, dass ich als Radler den Erwerb neuer Autos über die Abwrackprämie mitfinanzieren sollte. Ja, ich glaube, dass ich für das 235-Milliarden-Loch der HRE geradestehen sollte (weiterlesen…)

Arg

Mittwoch, 25. März 2009

Meine geschätzte Kollegin Friederike Beck regte an, ich könne doch mal den Fachwortschatz unserer überaus geachteten Oberfinanz-”Neocons” noch etwas näher unter die Lupe nehmen, da sie sich gerade mit der Vita des neuen Wirtschaftsministers zu Guttenberg umfässlich beschäftige.

Also:  “Shareholder Value”, “Outsourcing”, “Lean Management”, “Credit Default Swaps”, “Derivate”, “Stop-Loss-Option”, “Short-Selling”, “Master of Business Administration”, “Chief Executive Officer”, “Key Account Manager”, “Market Analyst”, “Art Director”, “Creative Director”, “Sales Manager”, “Auditor”, “Bachelor”, “Senior Partner”, “Trendscout”, “Trainee”, “Win-Win-Situation”, “Consultant”, “Equity”, “Underperformance”, “Broker”, “Rating-Agenturen”, “Human Capital”, “Risk Manager”, “Franchisenehmer”, “Hedgefonds”, “Crossborder-Leasing”, “Privatinsolvenz”.

Ich gebe unumwunden zu, dass mir so relativ einfache Begriffe wie z. B.  Wert, Gewinn, Verlust, Bankrott, Verkaufsleiter, Aktie, Praktikant,  Händler, Leerverkauf, Auslagerung, Berater, Vertragshändler, Mitarbeiter, Vorstand, Geschäftsführer, Buchprüfer, Bargeld und Besitz leichter eingehen, obschon ich des Englischen leidlich mächtig bin.

Allerdings weiß ich jenseits aller Freude, meiner Muttersprache, zumindest wenn ich Deutsch reden oder schreiben will, den grundsätzlichen Vorzug zu geben, dass genau mittels dieser angelsächsischen Nebelkerzen nicht nur mancher Betriebswirtschaftsstudent auf den Pfad des Machbarkeitswahnes von “High Finance” geführt wurde sondern auch Politiker, Landesbänker und Stadtkämmerer republikweit. (weiterlesen…)

Gewichtheberinnen und Gigolos

Sonntag, 15. März 2009

In einem aktuellen bayerischen Schulbuch für Englisch an Realschulen wird eine Sechzehnjährige als “supercool” erklärt, die als geradeso erfolgreiche wie fette und hässliche Gewichtheberin abgebildet ist. Davon, dass dieses Mädchen sich mit noch höherer Wahrscheinlichkeit als ein männlicher Halbwüchsiger den Bewegungsapparat ruinieren wird, kein Wort. Auch kein Wort davon, dass Gebärunfähigkeit droht.

Wiederum Bayern: Vor ein paar Tagen ein Bayern-2-Bericht über Frauen in Männerberufen, diesmal waren die Heldinnen zwei fröhliche junge Dachdeckerinnen. (weiterlesen…)

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