Archiv für die Kategorie ‘Deutsch’

Schamhafter Dichter

Donnerstag, 12. Januar 2012

Gelernt ist erst der Anfang

Bestanden fordert zum Bestehn

(Also prangte der Spruch auf den T-Hemden der Bad Kissinger Abiturienten im Jahre 2000. Der halbhammelburgische Aphoristiker wollte weiland noch nicht genannt sein.)

Metatextsemantik

Mittwoch, 11. Januar 2012

Gestern Abend las ich wieder einen Artikel von einem, der hervorragend schlecht schreiben kann und mir darob schon zuvor aufgefallen war.

Die Sachen, die ich bislang von ihm kenne, die er macht, sind stilistisch äußerst geschliffen; für heutige Verhältnisse sehr selten; trotzdem werde ich ihm jetzt nicht die Ehre angedeihen lassen, ihn zu erwähnen.

Zum einen deshalb, weil seine zahlreiche Anhängerschaft meine Kritik an – jüngst – seiner Papstseligkeit und deren Begründung mir weit überwiegend reflexhaft als Neid des bislang Kürzergekommenen auslegte, zum anderen, weil ich mir diesen Blender bis zu einer besseren Gelegenheit aufsparen will. (weiterlesen…)

Schnallenbelgel gegen Lechts

Dienstag, 10. Januar 2012

Alle Parteien rechts von der Linkspartei sind rechts.

Und rechts ist dasselbe wie rechtsextrem. (Siehe mein Kommentar zum vorigen Beitrag mit Link auf die entsprechende Jugendwettbewerbsseite der Justizministerin, die sich von rechts wegen mit Rechten auskennen sollte.)

Grüne, SPD, FDP, CDU und CSU gehören daher dringend einem geordneten Verbotsverfahren zugeführt (dürfte keine Probleme wie bei der NPD bereiten, da diese Parteien wohl weit überwiegend nicht von Verfassungsschutzmitarbeitern geführt werden, so dass das Bundesverfassungsgericht in diesen Fällen mit leichter Hand den Hammer fallen lassen können sollte).

Sobald dann nur noch die Linkspartei – als einzige des Verfassungsbogens – im Leichstag sitzt, sind wir das ganze rechte Drecksgesindel endlich los, und man kann wieder eine anständige Politik machen.

Alles gut wird aber erst, wenn alle Deutschen Mitglieder in der Linkspartei geworden sind.

Und selbstverständlich muss die Linkserziehung nicht erst in den Klippen beginnen, sondern schon auf der Entbindungsstation, was sage ich, im Mutterleibe, durch Beschallung mit der Internationalen.

Aber selbst das könnte noch zu spät sein.

Wehret den Anfängen!

Es müssen schon Eierstöcke und Hoden entsprechend zielführend behandelt werden. (weiterlesen…)

“Seriös” schreiben

Freitag, 06. Januar 2012

Ich will jetzt mal ein bisschen Schreiberlingsstriptease betreiben: Man gönnt sich ja sonst nichts. (weiterlesen…)

Wulff als Heiland

Freitag, 06. Januar 2012

Ich habe im letzten Beitrag “Wulff oder Chaos” meinen Rückhalt für den Bundespräsidenten Wulff ein wenig satirisch eingehegt. Es ist mir damit aber ernst.

Je länger dieser Mann bleibt, um desto lächerlicher wird diese Republik der Selbstaufgabe.

Das kann zumindest mittel- bis langfristig nur gut für uns sein. (weiterlesen…)

Wulff oder Chaos

Donnerstag, 05. Januar 2012

Ich bin endentschieden dafür, dass Wulff bleibt.

Eine Republik, die im Handumdrehen das gesamte Volksvemögen verpfändet, braucht auch einen angemessenen Repräsentanten, der dazu entsprechend grinst.

Man stelle sich mal vor, wir hätten einen glaubwürdigen, respektablen Bundespräsidenten.

Das brächte alles ins Chaos.

Die Leute drehten vollkommen durch, müssten sie erkennen, dass noch irgendwas mit rechten Dingen zugeht.

Das wäre der direkte Weg in die Staatskrise.

Untragbar. (weiterlesen…)

Deutsche “Qualitäts”-Presse im sprachlichen Sinkflug

Freitag, 30. Dezember 2011

Inzwischen häuft sich in den Kommentarspalten großer Schafsmedien der Leserspott über die mangelnde Handwerklichkeit der “Praktikanten”.

Dass denen anscheinend nicht einmal mehr ein alter Hase über die Schulter guckt.

Hier findet man auch Orthographiefehler, selbst schlimmere als nur das, klar, aber ich habe einfach kein Geld für einen Lektor, produziere am Tag oft alleine mehr als halbe Redaktionen, eigenes zumal, nicht nur Wiedergekäutes, benutze aus Prinzip kein Rechtschreibprogramm (ich habe schon einmal erklärt, weshalb, ein andermal vielleicht noch Erweiterndes dazu) und weiß natürlich, dass man die eigenen Fehlleistungen am leichtesten übersieht.

Diese Großmeier aber haben Fett genug, sind indes offenkundig entweder zu geizig oder wurstig, oder wirtschaftlich so am Ende, dass sie keinerlei Korrektoren (geschweige denn Lektoren, das ist ein Unterschied!) mehr bezahlen mögen, obzwar einer wie ich (nein, ich verrate jetzt nicht, wie schnell man das ziemlich anständig machen kann), achwas, nicht ich, wenigstens ein begabter Student, dem man vielleicht etwas mehr auf die Stunde bezahlt, denn wenn er als Möbelpacker jobbt, das immerhin bis zu einem erträglichen Ergebnisse hinbrächte.

Bei der Zeit zum Beispiel verbringt man mit Sicherheit mehr Zeit mit dem Zensieren von Leserkommentaren, als mit der Prüfung eigener Texte. (weiterlesen…)

Das originellste Impressum der Welt

Freitag, 30. Dezember 2011

Viele “hosten” ihre Netzseiten, um – oft Fragwürdiges – zu “posten” (so ein sprachlicher Abranz!), bekanntlich gerne in Ländern ohne Impressumspflicht, geben für den Fall nur einen – vielleicht sogar real vorhandenen – Winkeladvokaten in Istanbul oder Singapur an, um eifrig Texte klauen und verleumden, mitunter auch, um Sachen veröffentlichen zu können, die in Deutschland nicht zur absoluten Meinungsfreiheit passen.

Nun habe ich aber durch einen wundersam damit im Zusammenhange stehenden Zufall (ich befragte die Suchmaschine nach dem Eintrag “Staatsschutzkammer”, anlässlich dessen, dass der Bundespräsident höchstpersönlich einen armen Zittauer “Verunglimpfer”  - gemäß § 90 StgB – demnächst vor die Dresdener laden lässt, Konsequenz schlimmstenfalls 5 Jahre Kiste für den armen Tropf)  eine Seite aufgegabelt, die auch inhaltlich ganz lustig erscheint (der neueste Artikel lacht sich über die Simpel von der SZ einen Ast, die von also arglistig wie verhängnisvoll bewusst mit Marihuana gepanschten Cannabisprodukten schreiben!), aber in seinem deutschen Impressum für mich bislang wirklich den Vogel abschießt.

Denn dort ist unter anderem zu lesen:

“Diese Website steht unter der inhaltlichen Verantwortung von Elias Schwerdtfeger, zurzeit ohne Anschrift, da obdachloser Bettler.” (weiterlesen…)

Lidl: Abschiedsmark in Feingold

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Jetzt kümmert sich der Lidl nicht nur mehr qua Versorgung mit Nudeln und Distelöl aktiv um das Überleben des deutschen Volkes, sondern gar, indem er echte Goldmünzen für labbrichte, bekanntlich demnächst wertlose Euronen verkauft, mit dem Flaggschiff “Abschiedsmark” aus dem Jahre 2001.

Im Ernst.

Das selbstlose soziale Engagement dieses Unternehmens ist in der Tat beispielhaft.

Denn mit den eingenommenen Euronen wird man über Nacht auf dem Weltmarkt Lebensmittel kaufen, die man dann, ob des Gewinns aus dem Golde, den Leuten noch billiger anbieten kann.

Die vom Aldi sind da im direkten Vergleich schon ziemliche Penner.

Verkaufen Socken und Soßenpulver, aber nicht eine müde Abschiedsmark.

Ich warte jetzt darauf, bis die Norma Silberbrocken in veränderlichen Gewichtsanteilen in den Wühltischen hat. (weiterlesen…)

Banalbattel

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Es gibt Leute, die meinen, sie könnten sich auf ein Wort setzen wie auf einen Schemel oder ein Klosett.

Oft haben sie nur irgendwann einmal eine seltene, eine Sonderbedeutung, meist entweder aus einer Mundart oder einer älteren Sprachschicht, irgendwo aufgeschnappt, viel seltener sich selber ausgedacht, tragen dann diese Findung ständig im Munde, als Fetisch, fühlen sich darob wie ein zweiter Shakespeare.

Noch schlimmer wird es mit dieser Art der Infantilität, wenn sie sich in eine Redewendung oder ein Sprichwort verbissen haben.

Dann hört man zu jedem Thema Sentenzen wie “Alles hat zwei Seiten!”, hiemit Aussagen, die nur dadurch überhaupt welche sind, dass sie offenkundig nicht stimmen.

Weshalb sollte alles ausgerechnet zwei Seiten haben? Weshalb nicht wenigstens drei? Oder zehn hoch achtzig (auf so viele Atome Gehalts wurde mal von bestimmten Schlaumeiern das Weltall taxiert)? (weiterlesen…)

Unwahlen

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Solange ich keine Formation wählen kann, die angemessen für die Freiheit meines Vaterlandes eintritt, werde ich weiterhin nicht wählen gehen. (weiterlesen…)

Vom Sprechen und vom Schreiben

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Gestern schrieb ich in einem Rückkommentar an Leserin “Lesezeichen”:

“Und unsere Schriftsprache ist in der Tat oft unzulänglich.

Hört und sieht man einen Menschen zu seinen geäußerten Worten, so hat man, zumindest in der Regel, ein klareres Urteil.

Aber schon diese Aussage ist trügerisch, einzuschränken.

Ist man jenem oder jener gewogen oder weniger gewogen, versteht jener oder jene bestimmte Beimittel gut einzusetzen: schon trübt es die Sache sehr leicht.

Die Schriftsprache ist unbestechlicher.

Es steht für jeden da.” (weiterlesen…)

Netzerei

Mittwoch, 28. Dezember 2011

“Netzerei” gehört netzmäßig jetzt einfach mir. Inhalte härtester Art werden folgen.

Die erlöste Nation

Dienstag, 27. Dezember 2011

So langsam frage ich mich, ob man Leute, die einen als “Verschwörungstheoretiker” oder gar als “rechts” bezeichnen, nicht wegen Verleumdung, Beleidigung oder übler Nachrede erfolgreich verklagen können müsse.

Schließlich ist das Substantiv inzwischen zu einer Art Synonym für “gemeingefährlicher Irrer”, “gesellschaftszersetzender Paranoiker”, “jugendgefährdender Schmierfink”, “Perverser” usw. geworden, alswelche sprachliche Entwicklung ein ordentliches Gericht sicherlich berücksichtigen sollte (es sei denn natürlich, es wäre dem “Verschwörungstheoretiker” nachzuweisen, dass es keinerlei Verschwörungen gebe und auch je gegeben habe).

Was das Adjektiv anlangt, so ist es in weiten Kreisen zweifelsohne zum blanken Schimpfwort mutiert, wird, obschon in keiner Weise klar definiert, als Quasisynonym für “faschistisch”, “demokratiefeindlich”, “böse” usw. verwendet.

Um eines schonmal klarzustellen: Ich bin links, dass es kracht und betreibe Verschwörungen ausschließlich praktisch. (weiterlesen…)

“Verschwörungsjunkies”

Dienstag, 27. Dezember 2011

“Verschwörungsjunkies”: Diesen originellen Begriff las ich eben in einer Gazette, Leuten zugeordnet, die sich immer noch fragen, wie die Dinge auch um das Ende des Thüringer Terror-Trios eigentlich zugegangen seien. (weiterlesen…)

Neue Verfassung für Deutschland?

Dienstag, 27. Dezember 2011

Ich las eben einen durchaus anspruchsvoll und mit einiger Mühe geschreibenen Artikel zur Verfasstheit oder eher Nichtverfasstheit unseres Landes.

Letztlich halte ich alle Diskussionen darüber ob des Sachstandes aber für sinnlos. (weiterlesen…)

Verkaufe Google doch nicht

Dienstag, 27. Dezember 2011

Ich widerrufe.

Ich werde mein Wissen über der Welt größte Suchmaschine doch nicht verkaufen. (weiterlesen…)

Unwegsprengbares Deutsch

Montag, 26. Dezember 2011

Wir müssen unsere deutsche Sprache rejustieren.

Das meine ich nicht in dem Sinne, dass wir einfach – nungut, wäre für die meisten doch nicht so einfach – zurück in unsere Klassik sollten, aber eben doch immerhin teilweise dahin.

Wir führen, daran gemessen, heute nicht nur eine ausdrucksschwache, sondern eben vor allem auch gefühlsarme Sprache.

Es fehlt am Duktus, an langen, weit geschwungenen Sätzen, dabei genauen, die einen an jenem See, von dem die Rede, auf jenem Berge, selber sitzen machen. (weiterlesen…)

Nietzsche: Vom Freien Geiste

Sonntag, 25. Dezember 2011

Nietzsche ist eben doch der bislang Größte.

Ich werde mich jetzt nicht einmal unterfangen, das Zitat anzubringen, das mir gerade wieder ins Hirn rauschte, auch nur ein wörtliches Beispiel von ihm zu geben.

Er irrte und lief in sich selber nicht nur den bekannten Erdball ab, erlangte nicht nur eine Sprachmacht, die selbst Wenigste dann doch nicht einmal annähernd erlangen: Er sezierte bis auf die letzten Gedankenknörpelchen und schuf ganze neue Geisteswelten. (weiterlesen…)

Ehrlich entfahren

Samstag, 24. Dezember 2011

“Leider hatte ich mich nicht als Lehrer!”

Diese Aussage entfuhr mir heute.

Im Zusammenhange mit Deutsch als Schulfach.

Hyperräuber? Teradiebe? Yottabetrüger? (II)

Dienstag, 20. Dezember 2011

Wir sind inzwischen sprachwissenschaftlich dahingehend erheblich weitergekommen, wie die Billionenschuldenverkäufer richtig zu benamen seien.

Neben den in der Überschrift zu gewahrenden ersten lexematischen Gehversuchen verfügen wir inzwischen unter anderem – Leser Cornel sei Dank! – auch über die sinnige Wortbildung “Lochverkäufer”. (Als Händler des nicht Vorhandenen.)

Mir fiel dann, entlang dieser Inspiration, auch noch “Nichtsvergeldler”, “Lochhändler”, “Locher”, “Lochmetz”, “Lochlud”, gerade noch “Lochmeier”, ein. (Nähere Erörterung der Begriffe siehe mein Kommentar zu Cornels im ersten Teil.)

“Zerbänker” gefällt mir auch nicht schlecht.

Oder “Abbänker” (wobei man im Steinmetzwesen unter “abbänken” das schlichte Herunterheben eines Steines von den Böcken versteht)?

“Ausbänker”?

“Zinszoppler”?

“Schuldatzer”? (weiterlesen…)

Hyperräuber? Teradiebe? Yottabetrüger?

Freitag, 16. Dezember 2011

Es gab Zeiten, da war “Gesindel!” noch ein ernstzunehmendes Schimpfwort.

Man bezeichnete damit verlogene Bettler, schmierige Luden, abgewrackte Bordsteinschwalben, kleine Taschendiebe, abgerissene Spieler, windige Lugenbeutel, schlunzige Heiratsvermittler, Schweinehirten, die rochen wie ihre Eber, Nachtwächter, die nichts taugten, käufliche Büttel, unfähige Kesselflicker, einfallslose Gaukler, wirre Schatzsucher und Fasler, scheeläugichte Haderlumpensammler, Hauslehrer, die Madame mehr beibrachten als der Tochter des Hauses, oder beiden gleichviel, schlurige Schreiber, Metzger, die nichts davon wissen wollten, dass Fleisch in die Wurst gehört, Bäcker mit zu kleinen Brötchen, Steinmetze, die jeden noch so stichichten Brocken versetzten, um überdies die Fugen nicht richtig zuzuschmieren, handaufhaltende Gerichtsdiener, heruntergekommene Schluckspechte, übelst tratschende Waschweiber, bigotte Pfaffen mit Hausmädchen, Quacksalber, Winkeladvokaten, Hinterhofbuchmacher, Kammerjäger, die ihre Ratten selbst mitbrachten, Regenmacher, Wanderprediger, schlechte Schuhwichser, Rosstäuscher, Scholastiker, minde Höflinge, billige Kokotten, eitle Gecken, fette Prahlhänse, heuchlerische Tugendbolde, Raufhändler, Weibsverprügler, Faulfruchtunterschieber, Kohlennässer, säumige Seifensieder, betrügerische Wirte, zahnbrechende Bader, Blinde, die sahen, und Lahme, die gehen konnten, Wein- und Bierpanscher, feige Soldaten, Mucker und Schleimer, Katzbuckler und Seimer, Grüßauguste und Trinen…: kurzum, jeder wusste, was und wer gemeint war! (weiterlesen…)

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