Archiv für die Kategorie ‘Deutsch’

“Rassismus” als lehrreiches Leerwort

Dienstag, 18. September 2012

Es kann ja durchaus von Vorteil sein, wenn der, mit dem man einen Händel hat, ein bisschen doof ist.

Aber nicht zwangsläufig.

Denn wenn der Rest drumrum lieber auch doof sein will, sich dessen Doofheit gar vor lauter Angst unterwerfen, gilt das nicht unbedingt. Er möchte aus seiner Doofheit (die vielleicht sogar keine ist, sondern ein auf genau jene abgezieltes Strategem) dann noch seinen Vorteil saugen.

Beim allfälligen Rassismusvorwurf wider all jene, die sich der Religion der Unterwerfung nicht unterwerfen wollen, scheinen beide Ausprägungsformen zu walten.

Es gibt masse moslemische Indogermanen (Bosniaken, Albaner, Kurden, Iraner, Paschtunen, Inder usw.), Mongolide (ich spare mir jetzt, weiterhin alle aufzuzählen), Turkvölker, ja, auch Semiten, Hamiten, Schwarzafrikaner, nur, bislang, wohl nicht allzuviele Indianer.

Der Rassismusvorwurf gegen Menschen, die den Islam nicht schätzen, ist hiemit völlig abwegig. (Ich sage das nicht zum ersten Mal, ja, aber Wichtiges muss mitunter auch wiederholt werden.)

Kaum aber einer traut sich, diesem totalen, offensichtlichen Schwachsinn entgegenzutreten.

Selbst Juden (oft selber Semiten) werden des Rassismus’ bezichtigt, von Arabern, ob ihrer Palästinenserunterdrückung. Derselbe Schwachsinn.

Nun, warum tritt diesem Schwachsinn fast keiner entgegen? (weiterlesen…)

G. C. Lichtenberg: Horcht, Ihr Aphoristiker!

Sonntag, 09. September 2012

Ich verstehe Georg Christoph Lichtenberg immer besser.

Er ist einer derer meiner Lehrer, die mir, was ich schon von Kindesbeinen an vermutete, bestätigten, dass sich immer noch ein nicht hinreichend betreuter lustiger oder auch tragikomischer Blödsinn findet, wofern man nur Augen und Ohren aufmacht.

Man kann auch das üben.

Jeder Aphoristiker ist gehalten, es zu üben.

Allzuleicht schleicht sich ein erlesener Unfug einfach an einem vorbei.

Nietzsche war natürlich noch besser als Lichtenberg.

Es geht aber nicht an, dass ich immerzu nur den alten Fritz lobe. Das hätte er bestimmt nicht gewollt.

Manchmal blicke auch ich in die Trübsal.

Spaziert aber irgendsoein tripelsandriger dummer Spruch oder Flachkopf an mir vorbei, so geht es mir oft schlagartig wieder besser. (weiterlesen…)

Dümmster Slogan seit Äonen sich verwohnen

Sonntag, 09. September 2012

“Mit Word kann sich jeder Text sehen lassen!”

Hörte ich gerade im Suburbstrottelradio.

Das ist der dümmste Werbespruch, seit der Urknall nicht stattfinden wollte.

Ein von Dementen betriebenes amerikanesisches Garagenklitschenstartup versucht so, Deutschen seine Resthirnerweichungsware zu verkaufen.

Das stachelt jetzt aber doch meinen Ehrgeiz an.

Es muss ein Sublativ, eine Untersteigerung, zu ermitteln sein. Wäre doch gelacht.

“Mit Word kommt es auf Ihre Sätze nicht mehr an!”

Zu lang. Zu komplex. Verstehen die meisten User nicht. (Nichtmal die Pusher, und das darf nun wahrlich nicht sein.) (weiterlesen…)

Vom Deutschler

Samstag, 08. September 2012

Ich meine jetzt, ausnahmsweise, mal was ernst.

Nämlich, dass ich zum Glück – oder auch durch Geschick – kein Anwalt bin.

Das hieße nämlich, dass ich meine Zulassung verlieren könnte, weil ich etwas Vernünftiges gesagt habe.

Wenn ich mir nur vorstelle, was meine Kinder dazu meinten.

“Papa, hast du nicht schon genug Unfug angerichtet? Jetzt hast du uns mit deinem Geschwätz auch noch weiter runterruiniert!”

Was bliebe mir da noch zur sinnigen Erwiderung? (weiterlesen…)

Kommentarstränge: Leser lernen Deutsch

Dienstag, 04. September 2012

Im Kommentarstrange zu “Vom ortbaren Handyoten” schrieb ich unter anderem:

‘Es ist für keine Zeitung leicht, die meisten ihrer Kommentatoren als “Verschwörungstheoretiker” oder, Neusprech, “Verschwörungsliebhaber” abzutun.’

Die großen Schafsmedien sitzen diesbezüglich inzwischen tatsächlich immer häufiger mächtig in der Tinte.

Einerseits sollen sie jeden selbständig denkfähigen Bürger auftragsgemäß als VSTler bzw. VSLHler verleumden und herabsetzen, andererseits werden sie von ebenjenen, ihren eigenen ach so blöden Lesern, immer unverhohlener ausgelacht und dafür runtergelassen.

Selbst das Zensieren hilft nicht mehr viel, da man eben nicht (in manchen Fällen) vier Fünftel der Beiträge zensieren kann, ohne dass man für seine diesbezügliche Hauspolitik irgendwann so notorisch wird, wie die Zeit.

Der Spiegel ist mit seinen Artikeln inzwischen nicht selten derart runter, vor allem jenen, in denen er sich als Oberkriegstreibermedium der Republik geriert, dass er fast nur noch Häme und Spott dafür erntet.

Ich halte es für enorm wichtig, dass Leute, die die Zeit dazu finden (ich habe sie nurmehr selten, um extern zu kommentieren), hier mit aller Beharrlichkeit und angemessenen Gnadenlosigkeit dranbleiben. (weiterlesen…)

Der Gender isch en Brissel

Dienstag, 04. September 2012

Da war einmal ein Schwab

Wie es kaum einen gab

Stuttgart verließ er

Günther hieß er

Gen Brüssel

Jenseits der Düssel

Deutsch konnt’ er nicht

Drum Englisch

Ganz benglisch

Er spricht

Früher speist’ er

Günther heißt er

Noch im Türmle

Das geistig Würmle

Gleich daneben, wo ich sitz’

Gedenkend seiner schlechten Witz’

Jetzo ist er Eurokrat

Dieser Schwabenunflat

Deutsch war ihm zu fad

Dem Halbrat

Brüssel muss ihn nun ertragen

Den nichtmal Vagen

Ob die Belger das verdient

Dass er dort jetzt grient?

Ja, wir hiesigen Schwaben

Uns schon schaben

Ohne ihn zu missen

Doch mit schlechtem Gewissen

Im Genack

Wegen dem Kreuzkrabbensack

Dass er dorthin durfte

Als Unsriger schlurfte

Vorm Neuen Schloss die Rabatten

Anhiero zu häckeln und pflegen

So wär’s recht des Matten

Auch Wege zu fegen

Mag sein es war stille Rache

Ob der Brüsselsache

Dass wir ihn dorthin

Wo er

Unschwer

Mid Disziblien

Gern auferschien

Bei uns in der Beiz

Ohne Geiz

Nein, voller Reiz

Seiner gedacht

Der Schand’ er gebracht

Jener Jaik

Dem sein Rad ein Bike

Als wär’ er Mike

On Strike

Oder Pike

Jetzt dort

Haubdsach

Der Schwach

Der Donder

Isch fort

Dort nonder

“Deutscher Ethikrat”

Montag, 03. September 2012

Hier zunächst, was der “Deutsche Ethikrat” auf seiner unheimlichen Seite zur Knabenbeschneidung eingestellt:

“Ethikrat empfiehlt rechtliche und fachliche Standards für die Beschneidung
PRESSEMITTEILUNG 09/2012
Berlin, den 23. August 2012
Unter großer öffentlicher und medialer Begleitung hat sich der Ethikrat am heutigen Donnerstag im Rahmen einer öffentlichen Plenarsitzung mit der Beschneidung minderjähriger Jungen aus religiösen und weltanschaulichen Gründen beschäftigt.

Die Vorsitzende Christiane Woopen betonte in ihrer Einführung, dass der Ethikrat mit seiner öffentlichen Debatte zur Versachlichung des Diskurses beitragen wolle.

Grundlage der Diskussion des Ethikrates waren Vorträge der Mitglieder Leo Latasch, Ilhan Ilkilic, Reinhard Merkel, Wolfram Höfling und Peter Dabrock zu medizinischen, religiös-kulturellen, straf- und verfassungsrechtlichen sowie ethischen Aspekten der Beschneidung.

Ungeachtet tiefgreifender Differenzen in grundlegenden Fragen empfiehlt der Ethikrat einmütig, rechtliche Standards für eine Beschneidung minderjähriger Jungen aus religiösen oder weltanschaulichen Gründen zu etablieren und dabei folgende Mindestanforderungen umzusetzen:

1. umfassende Aufklärung und Einwilligung der Sorgeberechtigten
2. qualifizierte Schmerzbehandlung
3. fachgerechte Durchführung des Eingriffs sowie
4. Anerkennung eines entwicklungsabhängigen Vetorechts des betroffenen Jungen.

Darüber hinaus fordert der Ethikrat die Entwicklung und Evaluation von fachlichen Standards für die Durchführung der Beschneidung unter Mitwirkung der Betroffenen und der beteiligten Gruppen.”

“Ungeachtet tiefgreifender Differenzen in grundlegenden Fragen empfiehlt der Ethikrat einmütig, …”

Soso. Die deutschen Oberethiker empfehlen also, indem sie sich grundsätzlich äußerst uneinig, einmütig, dass…

Wie bitte? (weiterlesen…)

Der Patient Englisch

Sonntag, 26. August 2012

Manchmal fange sogar ich an, Englisch zu reden, wenn ich mal wieder denke, dass es einen oder etwas nicht gibt.

Das ist nur konsequent, denn Englisch redet man eigentlich nur, um seiner Verwirrung ob der Dinge einen sprachlich kongenialen Ausdruck zu geben.

Die Syntax dieser Sprache ist ja normalerweise schon ein Grund zum Mitleiden; aber, nicht genug, wer noch den Wortschatz etwas genauer studiert, merkt unschwer, dass hier nicht selten der semantische Grenzwert deutlich überschritten wird.

Man kann jederzeit Sachen sagen, die man nicht gesagt hat und solche, die man nicht sagen wollte.

Beim Sprachspiele und nach vier Pints und drei Gin-Tonics macht das ja durchaus Spaß; insgesamt aber trägt sich hier ein eher bedenklicher, allzuvielen Kommunikanden in allzuvielen Situationen allzuschwerer Schuh.

Den ziehe ich mir, ja, ab und an mal an, wenn ich wert darauf lege, dass ich mich, egal wie verstanden oder nicht verstanden, als voll nicht verantwortlich bezeichnen kann.

Und das so, dass keiner eine Chance dagegen hat.

Wer will mir denn nachweisen, wenn ich es geschickt anfange, ob ich die zweite oder siebte Wortbedeutung angesetzt, nicht einfach das Homonym bemüht, in seiner vierten Bedeutung, Du Schlaumeier!?

Man kann auf Englisch natürlich auch vernünftige Sachen verfassen. Wenn man es wirklich will und sehr bewusst anfängt, kann man unzweideutige Sätze formulieren. Das ist zwar, sobald der Sachverhalt etwas komplexer wird, mit der, am Deutschen gemessen, erwähnten syntaktischen Behinderung verbunden, alswelche zu manchem Kunstgriffe zwingen mag, aber nicht gänzlich vereiteln kann, dass ein richtiger, in aller sinnigen Weise abgeglichener Gedanke doch auf einem gewissen holographischen Abbildungsniveau vom Kundigen dargelegt zu sein womöglich eine Zeigweise fände.

Einer der besten Witze in meinem privaten Schatzkästlein ist darum auch die einfache, so oft gestellte Frage: “Können Sie Englisch?”

Ich weiß nicht, wie oft ich mich je über fünf Silben so oft nicht beinahe zutode gelacht hätte, wie über jene.

Das Härteste ist dann, wenn einer einfach “Na klar!” sagt. (weiterlesen…)

Der Göller plant ins Kloster

Samstag, 25. August 2012

Demnächst gehe ich in ein Kloster.

Naja, oder vielleicht auch nicht.

Denn wenn es das Geld für die Reisekosten und einen zeitweisen vertrauenswürdigen Ersatzpapa nicht hat, kann es kaum klappen.

Ich will ja auch nicht nur zum Schmarotzen da hin.

Schwaben gelten zwar als sparsam, aber dass sie bloß schmarotzten, das sagt man ihnen gemeinhin denn doch nicht nach: vom Breisgau bis hinan nach Usedom.

Ich will dort nur ein gutes gegenseitiges Geschäft machen. (weiterlesen…)

Sucht sie, die Beispiele!

Dienstag, 21. August 2012

Es ist etwas völlig anderes, ob man zur Ausschmückung und zur Freude ein bisschen fabuliert, oder ob man einen Gedanken, der in einem, vielleicht etwas längeren Satze, vielleicht notwendigerweise einem Traktat von zwei Seiten, zu formulieren wäre, zu einem Buche auswalzt.

Was bei einer guten Novelle, auch wohl einem Romane mit klarem Leitgedanken, durchaus statthaft, hat in einer anständig geführten Debatte keine Daseinsberechtigung.

Es ist nämlich geradezu, außer blöd, hinterlistig und arg, einen Gedanken zwischen zwei Buchdeckel zu binden, wo ein Brusttaschenzettel dafür hinreichend gewesen wäre.

Studiert Euch nicht doof!

Das ist schon allzuvielen passiert!

Kommt, wenn Ihr etwas zu sagen habt, zum Punkt!

Oder wollt Ihr zeitlebens ochsen? (weiterlesen…)

Dem Nachwuchse XXII

Dienstag, 21. August 2012

Die folgende Erörterung ist zwangsläufig etwas vereinfacht, da es selbstverständlich Mischformen verschiedenster Art gibt, Einsprengsel der einen in eine andere usw.; sie beschreibt nur ein systemisches Grundgerüst.

Wir schauen also strukturell zunächst auf drei Arten Texte. (Textsorten sind etwas anderes: Essay, Roman, Kurzgeschichte…).

Erstens den Text, der von praktisch jedem so gut als möglich verstanden werden soll.

Zweitens jenen, der im wesentlichen von praktisch jedem verstanden werden soll, dem aber Elemente beigefügt, die voraussichtlich nur wenige oberbewusst in ihrer Bedeutung und Tragweite erfassen werden.

Drittens denjenigen, in dem gar kein Wert darauf gelegt wird, dass ihn zunächst auch nur einer halbwegs, außer vielleicht fetzenweis, oberbewusst verstehen werde. (weiterlesen…)

Gehatet oder Gelovet? (II)

Sonntag, 22. Juli 2012

Das eigentlich Bemerkenswerte an einem derart dummen Gewäsch wie “gehatet” und “gelovet” besteht ja nicht darin, dass Leute derlei Unfug herausblasen, sondern dass sie von vielen darin noch ernstgenommen werden.

Normalerweise gehört sowas ins Kabarett, in die Satire.

Vor kurzem dachte ich noch, dass das facebooksche “gedisliked” der absolute Knaller der deutschsprachigen Weltnetzsprachverfuselungsidioten sei, und es hält auch nicht schlecht mit, aber “gehatet” gefällt mir noch besser.

“Gehasst” traut man sich nicht zu sagen. Das wäre zu deutsch und deutlich: also “hatet” man.

“Den hawick denn ma jeheitet!”

“Der isch jeddsd kheided, dass grachd!”

Schwabylon grüßt sein geliebtes Berlin. (weiterlesen…)

Gehatet oder Gelovet?

Sonntag, 22. Juli 2012

Gerade blubbert auf meinem derzeitigen Lieblingsradiosender ein “App”-Entwickler vor sich hin, der eine Applikation mitentwickelt hat, mittels derer man Bilder ins Netz laden kann, auch wiederbewerten, sich per selbstlernenden virtuellen Stadtplänen von seinem Handy führen lassen, und die beiden zu wählenden Kategorien sind, wie originell, “hate” und “love”, wissen die Appler von “Lover and Hater”.

Es kommt also, wie diese Großmeister der deutschen Sprachoptimierung treuherzig vermelden, darauf an, wer am meisten “gelovet” oder “gehatet” wird.

Dass diese heldenhaften Volkspoeten noch nicht das Bundesverdienstkreuz für die konsequente, zeitgemäße Modernisierung unseres Wortschatzes erhalten haben, verwundert doch zutiefst. Ich möchte meinen, dass man das einen waschechten Skandal zu heißen sich keineswegs übertrieben echauffiert hätte. (weiterlesen…)

Dem Nachwuchse (XIV)

Donnerstag, 12. Juli 2012

Da Ihr – es wäre die Ausnahme – , nicht schreiben wollt, was Ihr sollt, müsst Ihr, wie der Kaufmann das formulierte, in Eure eigentliche Leistung zu den tausenden unentlohnter Stunden Arbeit auch Eure finanziellen Investitionen “einpreisen”.

Dies wurde so oder etwas anders schon tausende Male von anderen gesagt: Ich beginne diesen Teil aber trotzdem damit, denn man verdrängt diese Tatsache immer wieder allzuleicht, lässt die Vernunft fahren, sich Hoffnungen hingebend, die nur Energie abziehen.

Schaut Euch nur die letzten drei deutschen Literaturnobelpreisträger an: Soweit ich weiß, hat von denen nur einmal einer ein ziemlich gutes Buch geschrieben.

Sie bekamen den Preis eben nicht, weil sie besonders gut schrieben, sondern weil sie schrieben, was sie sollten. (weiterlesen…)

Die Kunst ist die Kür

Mittwoch, 27. Juni 2012

Töten Wissenschaft und Technik die Kunst?

Gestern kam ich ins Gespräch mit einem literarisch überaus gebildeten Manne, wohl um die sechzig, der meinte, selber Autor für Funk, Film und Fernsehen (gewesen) zu sein, und wie die Rede wogte, kamen wir wiederum darauf, dass es seit Kafka und Strauss – er nannte in der Musik als Ausnahme noch Schönberg – , also seit circa drei Generationen, keine mit den Großen vergleichbare Kunst mehr gebe.

H. ging sogar soweit, dass es gar keine Autoren und gar keine Leser mehr gäbe. (Ich ersparte es unserem Dialoge nicht, dass immerhin ich noch oder wieder da sei.)

Worauf er das zurückführe? – Er hatte flugs ein Hegel-Zitat parat, das ich mir, zwischen allem anderen, leider nicht genau gemerkt habe, aber darauf hinauslief, dass es irgendwann künftighin nur noch die Wissenschaften geben werde, die Kunst ob dieser verenden.

“Schau’s dir doch mal an: überall nur noch Technik, Technik, Technik! Es ist kein Platz mehr da für die Kunst! Wer liest denn heute noch ernsthaft einen Text, der länger ist, als vier Seiten?”

Vielleicht will ich es nur nicht wahrhaben, dass er recht hat – er meinte, er sei Taoist und gab von daher den Gelassenen, während ich mich dawider zur germanischen Dynamis bekannte – : Ich wandte ein, dass es eben wacker und unverdrossen entsprechender Anstrengungen bedürfe, dies zu ändern, nahm gar das Wort von einer Zweiten Renaissance in den Mund.

Klar ist, dass die vorgeblichen Antagonisten Wissenschaft und Kunst zunächst derselben Rune, Kenaz, zuzuordnen sind, so dass es schon wunder nimmt, weshalb sie Gegner sein sollten. (Spontan vermute ich, dass hier im Zusammenspiel mit Geba, Raidho und Othala etwas aus dem Ruder gelaufen ist. Das aber, da sich ja praktisch niemand für Runen interessiert, nur am Rande.)

Na gut, ein bisschen muss ich diese Konjektur doch erklären, auf dass sie nicht daherschwappe wie der berühmte Schluck Wasser in der Kurve: Es mangelt der Gabe, speziell auch der Hingabe, des Rhythmus’, also höherer Ordnung, und des Heiligen Hains.

Des Heiligen Hains auch physisch, aber vor allem geistig, in den Selbsten.

Will heißen, dass wir des wirklich eigenen inneren Raumes verlustig, des Hags, ohne welchen das Besondere nicht zu schaffen. (Das soll jetzt keine Ausrede für meinen immer noch nicht aufgeräumten Schreibtisch sein, da ich ja genug Zeit für meinen Inneren Hag bräuchte. Ein bisschen aber doch.)

Jetzt wird es nötigerweis – notdurftweis – ein wenig vulgär, aber das Beispiel passt genau hierher. (weiterlesen…)

Kübelkrieg

Samstag, 02. Juni 2012

Gestern meldete mir mein Virernschutzprogramm artig, dass mein Rechner vor dem Schadprogramm “Flame” bestens geschützt sei. Das hat mich umso mehr beruhigt, alsda an meinem Kübel keine Atomkraftwerkskühlung dranhängt und ich sowieso nicht so bescheuert wäre, irgendwas, was irgendeiner mit Sicherheit nicht wissen soll, auf meinem angeleinten Datenhuber abzuspeichern.

Außerdem ist man als Philosoph ohnehin perfekt “geschützt”: Man kann nämlich gar nichts wissen, was da draußen auch nur eine Cyberkriegssau interessiert. Weisheit ist denen so gut wie Scheißheit.

Über moderne Artillerie z.B. weiß ich nur, was jeder Schulbub weiß oder der Ficki hergibt. Meine Eins in Chemie in der Elften ist lange verjährt, so dass ich auch keine Ahnung von Spezialsprengstoffen habe, meine letzte Eins in Physik, wo es mal um den Hangabtrieb oder schiefe Würfe ging, datiert noch weiter zurück, so dass ich auch über U-Boote fast nur sagen kann, dass die Dinger unter Wasser fahren können und wohl meist ein Periskop und einen Schnorchel haben.

Und bezüglich Computern bin ich glücklicherweise noch ahnungsloser.

Lediglich, dass diese Elektrokästen manchmal unerklärlicherweise nicht so funktionieren, wie sie das sollten, ist mir bekannt. Ansonsten habe ich mir im Laufe der Jahre von Experten allerlei abenteuerliche Geschichten angehört, was wann warum wo wie sei, ohne diese auf ihren möglichen Wahrheitsgehalt hin ernstlich prüfen zu können. Zumal der eine Cyber-Supermann das erzählt, worüber sich der nächste nur scheppelich lacht.

Gut, der Ex-Verteidigungsminister kannte wohl zumindest einen, der, ebenso wie ich inzwischen, die Befehle Strg A, Strg C und Strg V anzuwenden in der Lage war, doch habe ich dem seine Doktorarbeit nicht abgekupfert, doch denke ich trotzdem nicht, dass ich darüber zum bedenklich gefährlichen Geheimnisträger mutiert bin.

Mein Wortschatz, den man mir vielleicht abzuschakalen trachten könnte, ist zwar wohl etwas größer (zumal im Deutschen), als jener selbst der meisten deutlich überdurchschnittlichen pentagonesischen Beuteltierbitbastler, aber da die immer noch weit davon entfernt sind, etwas damit anzufangen, was über ein unzuverlässiges Rechtschreibprogramm oder eine Schwachsinnsübersetzungsschleife, für die jeder Mittelschüler der Siebten die Jacke sich voller Sechsen hängen dürfte, hinauskommt, mögen die und andere, zumal bei den Suchmaschinen, zwar schon mächtig am Analysieren sein, was ich indes trotzdem nicht für bedenklich halte, da sie ja nichts mehr abzuschakalen und zu analysieren haben, wenn sie mich nicht mehr schreiben lassen bzw. mein Kübel streikt. (weiterlesen…)

Dem Nachwuchse (II)

Montag, 14. Mai 2012

Einen Mozart oder einen Capablanca der Literatur hat es meines Wissens nie gegeben. Also einen, der in diesem Fach als Sechsjähriger schon weit oben spielte.

Dies hat einen einfachen Grund (man könnte auch sagen tausende), der, da oft nicht bedacht, so selbstverständlich er auch sein sollte, hier einleitend Erwähnung finden muss (auch weil man Euch diesbezüglich viel Mist erzählen wird, sobald Ihr unmissverständlich zeigt, dass Ihr Bedeutendes zu erzählen wisst).

Denn überragende Begabung, ein geradezu selbstverständliches Gefühl, das sich nur noch Bahn brechen muss, gibt es, im harten Gegensatze zur Tonsetzer- und Schachkunst, in der Schreibkunst nicht dahingehend, dass sie schon für Höheres genügte.

Sondern bedürft Ihr des – wie meine verehrte Professorin Reiss es zu nennen pflegte, die hier jetzt mal angemessen gewürdigt sei – “Weltwissens”.

Das heißt, dass Euch gar nichts egal sein kann. Egal gibt es nämlich für den Schriftsteller nicht. Physik, Geographie, bildliche und musikalische Ästhetik, alles Kulturelle, einfach alles, was der Mensch je ersann oder erkannte, muss Euch interessant und Grundlage sein. Sonst wird es nie was. (weiterlesen…)

“Islamhasser”

Dienstag, 08. Mai 2012

In letzter Zeit wird das Lexem “Islamhasser” immer mehr zum Kampfbegriff von Idiotenstanern.

Daher will ich mich dessen mal annehmen.

Zunächst ist festzuhalten, dass der Islam alle “Ungläubigen” als lediglich des Todes und der ewigen Verdammnis proklamiert.

Dies wäre für jeden “Ungläubigen”, der Hass in seinem Repertoire hat, allemal ein hinreichender Grund, solch mörderischem Hass mit Hass zu begegnen.

Ich bin aber nicht jeder “Ungläubige” und sehe keinen Anlass, dawiderzuhassen.

Wieso sollte ich eine so dumme Religion hassen? (weiterlesen…)

Piratengroßmacht Beutschland

Dienstag, 01. Mai 2012

Die Piraten haben es geschafft. Sie halten Netzfreiheit und Meinungsfreiheit jetzt sauber getrennt. Erstere ist als absolut anzustreben, wofür es aber letzterer nicht bedarf. Denn es gibt Meinungen, die kein anständiger Mensch braucht, deshalb zurecht unter Strafe stehen, die daher recht eigentlich betrachtet auch gar keine mehr sind, weshalb logischerweise trotzdem totale Meinungsfreiheit herrscht. Ich habe von Anfang an keine Sekunde lang daran geglaubt, dass die Piraten für Meinungsfreiheit einstehen würden. Als viel zu korrupt und feige dafür erschien mir der zusammengewürfelte Haufen, seit er eine nennenswerte, betrachtenswerte Größe erreichte. Da ist es fast nur noch eine Randnotiz, dass man meint, Künstlern gehe es besser, wenn man sie endlich mal nicht mehr zuwenig bezahlt, nämlich gerechterweise überhaupt nicht. So kann sich keiner mehr beklagen. Jeder Künstler kann nämlich ab da von der vom entfesselten kreativen Schwarmgeiste zusätzlich erzeugten Abwärme leben. Endlich kann er sich ganz seiner Arbeit widmen und muss nicht mehr ans Geld denken. Der normale Pirat hat auch keine Kinder. Deshalb gibt er seine gleich in eine Nita (neol. aus “Nerd” u. “Kita”), wo der virtuelle Nachwuchs von einem koreanischen Roboter mit Tee versorgt wird, während er am Rechner Netspeak lernt. Dort gibt es zum Mittagessen Kulturfladen und nicht Junge noch Mädchen. Das Leben ist insgesamt klar geordnet. Der Mensch surft und schläft. Letzterem die Befriedigung sonstiger physiologischer Bedürfnisse hinzugerechnet, im Verhältnis des Goldenen Schnittes. Am Abend hat sich jeder so viel heruntergeladen, dass er rechtschaffen müde ist. So ist der Schlaf traumlos. (weiterlesen…)

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