Archiv für die Kategorie ‘Deutsch’

Armer Stabreim

Montag, 22. März 2010

Vorhin machte ich mir Gedanken über einen Stabreim und kam plötzlich auf die naheliegende Erkenntnis, dass sich dafür zwar auch das Schwäbische, aber noch viel mehr das Fränkische gesegnet sieht.

Debb, Delefon, Drandüde passen hier genauso zusammen wie Grauben, Galauer und Gobfgeburd; Budder, Busdeguchen und Banser bassen genauso, wie Derwisch, Dadüdada und Drombede…

Kein Wunder, dass der Stabreim im Deutschen ziemlich am Ende ist, seit der Badreiniger Hannoveranisch Battreinichöhr heißt und die Brücke Prücköh…

A weng Ünnerfrängisch

Dienstag, 16. März 2010

“I hoh a E ü”.

Habe ich natürlich nicht: Den Spruch hörte ich ursprünglich als dem Orte Rimpar bei Würzburg zugeschrieben (aber hier in der Gegend versteht das jeder).

In jenem Großdorf hatte ich einmal das Privileg, als Steinmetz arbeiten zu dürfen, und ich erinnere mich, wie als ob’s gestern gewesen wäre, wie ein Rimparer, da wir mit dem LKW durchs Kaff fuhren, einen Fußgänger entdeckte und zu seinem Kompatrioten meinte: “Dou guck har, dös is dr … !” “Dönn kenn ich ach!” “Wesst scho, wie dar dann un dann gerollt hot?” “No kloar wess ich dös, dös wisse doch olle!” “Dös iss a richticher Rimbarer!”

Danach schlugen sich beide stolz johlend auf die Schenkel und setzten die sonstige Konversation fort, während der neben ihnen sitzende Feingeist zu dieser neuerlichen Initiation schwieg.

Achso, die ungefähre Transkription: “Da schau her, das ist der …!” “Den kenne ich auch!” “Weißt du schon, wie der den und den betrogen (fertiggemacht) hat?” “Na klar weiß ich das, das wissen doch alle!” “Das ist ein richtiger Rimparer!”

Der Spruch oben heißt übrigens: “Ich habe ein Ei übrig.”

(Für Philologen: Selbst wenn man die beiden hochdeutschen “ei” als Diphtonge korrekt als einen Laut wertet, kommt der Franke hier gegenüber dem Nachrichtensprecher zur Darstellung desselben Sachverhaltes mit 6 Lauten anstatt 14 aus; man sollte diesen Volksstamm, aus dem ein Karl Martell hervorging, in seiner Schlagzahl und -kraft niemals unterschätzen.)

P.S.: Noch einer. “Bist in Werzburch gewast?” “Jo.” “Wos host dann do gmecht, a boor Schuh gekefft odder dich frisier gelosst?” “Näi, I hob mi foto loss grafier.”

A weng Schwäbisch

Dienstag, 16. März 2010

(Das Folgende ist bis auf ein korrigiertes “ä” statt “a” aus jenem Blog zu Herta Müller etc. von mir übenommen.)

Magnus Göller schrieb am 15.03.2010 um 22:54
I denk emmol, Fraile odder Frau Zachor, dass Sie Schwäbisch verschtanded on der Carl Gibson au.

Mir Schwoba senn jo a gmiadlichs Velgle, abber wenn oiner moint, dass’r ons bloß nonderdonga koh, nei enn der Scheißdreck, noh hodder sich discha.

I han bloß oimol gheerd, wia der Carl noh mid seiner Muader gschwädsd hod, I hädd suschd gar nia dengt, dass der faschd em selbä Dialeggd uffgwachsa wär wian I.

“I han der Schlissel derbei”, hod er gsagd, des wars oinzige Schwäbisch, ware je vonneremm gheerd han.

Des isch jedsd än Zuafall wia dasser’s Läbe monchamol brengd, abber vielleichd eba au ned, dia Buddhischda on andere glaubed doh jo garned dro.

Ond dia Gschichd isch wohr, s’war emma Dorf, des hod ghoißa Urphar, schee iberm Bach gläga, do hodder dordmols no mid seiner Frau, seiner Mueder on seim Kend glebd.

Iehne ond am Carl mues wohl koiner ibersedsa, wane doh gschriaba han: des war jedsd hald onser Geheimschbroch.

Mid freindliche Grias

MG

Banater Schwaben, Securitate und ein Nobelpreis

Montag, 15. März 2010

Ich bin in eine Netzdebatte hinein geraten, in der ein rumänischer banater Exilschwabe (Carl Gibson), den ich, wie es der Zufall will, im Studium in Würzburg vor über zwanzig Jahren kennengelernt und danach aus den Augen verloren hatte, gegen die Bloggerin mit Decknamen “Zachor!” argumentiert, welche offenkundig, im Gegensatz zu ihm, die Person wie das Werk “unserer”, gleichfalls aus dem Banat stammenden, frischgebackenen Literaturnobelpreisträgerin, sehr schätzt, worüber eine teilweise skurrile Auseinanderstzung entstanden ist.

Kern der “Causa Müller” dorten ist grob gesagt, dass Herr Gibson, der selbst in Rumänien als Widerständler im Gefängnis saß, deren moralische Integrität bezweifelt (weiterlesen…)

“Netiquette”: Keine Karte

Sonntag, 14. März 2010

Die Diskussionen über “Nicks” im Netz, Decknamen, Pseudonyme in Blogs und Netzforen wurden andernorts hinreichend geführt.

Ich setze jetzt aber die Keine Karte.

Gegen jeden Anonymus, der wider einen mit Klarnamen Auftretenden mit irgendwelchen bösartigen Unterstellungen oder groben Anschuldigungen, unflätiger Sprache etc. agiert, behalte ich mir jederzeit vor, die erklärte Keine Karte der ab da folgenden gnadenlosen Nichtbeachtung ob Gesichtslosigkeit zu ziehen.

Fiese Namenlose dürfen folgerichtig als Unpersonen behandelt werden, sobald Sie meinen, gegen ehrliche, echte Menschen frech werden zu wollen.

P.S.: Der erste, den die “Keine Karte” traf, ist dorten zu finden:

http://www.freitag.de/community/blogs/galut/all-diese-niederungen-von-herta-mueller/?searchterm=zachor

Magnus Göller schrieb am 14.03.2010 um 04:21
Zusatz:
Lieber “SiebzehnterJuni”,
Sie kommen hiermit weltweit als erste Entität in den Genuss, von mir die “Keine Karte” zu bekommen.
Dies bedeutet, dass ich Sie solange nicht mehr wahrnehmen werde, wie Sie als Anonymus wie oben lästern bzw. sich nicht fürs Vergangene explizit entschuldigt haben.

Näheres zum Prinzip “Keine Karte” finden Sie hier.

 

Weiß Wallstreets Westie das?

Freitag, 26. Februar 2010

Zur aktuellen Westerwelle:

Noch bei Jane Austen (Ende 18. Jahrhundert) war “liberal” in seiner Hauptbedeutung gleichbedeutend mit “großzügig”, “freigiebig”; “a liberal man” war insonderheit ein Wohlhabender, der etwas für die niederen Stände übrig hatte und ganz persönlich in seinem Umfeld und Hauswesen für deren Wohlfahrt sorgte.

Nietzsche sodann meinte, liberal, das sei ein Synonym für mittelmäßig (soweit ich mich erinnere, verwies er dabei auf die Engländer).

Im späten zwanzigsten Jahrhundert hieß daraufhin liberal, dass man Schwule nicht mehr verhaut und einsperrt.

Jetzt im einundzwanzigsten bedeutet es, dass man für die Banken freiwillig erfriert und verhungert, auf dass das ganze liberale System nicht in sich zusammenbräche.

Im zweiundzwanzigsten dürfte das Adjektiv für diejenigen stehen, die lieber gleich gar nicht mehr auf der Erde inkarnieren mögen, um hienieden nicht womöglich noch die Gesellschaft anderer Liberaler bis zum Exitus ertragen zu müssen.

Bravo, Herr Extraterritorialsubservient!

Mittwoch, 10. Februar 2010

Eben hörte ich in meinem Bayernradio, dass wir uns in Afghanistan laut Außenminister Westerwelle ab heute in einem “bewaffneten Konflikt im Sinne des humanitären Völkerrechts” befinden.

Der schmucke Bonner hat also ganz im Sinne seiner rheinischen Frohnatur und exakt zur richtigen Jahreszeit sage und schreibe 18 (!) Silben für das verbraten, was der Amerikaner “war” nennt, der Franzose “guerre” und der nicht völlig auf die Laberrübe gefallene Deutsche ebenso einsilbig Krieg.

Bald wird dieser Wortkünstler wohl auch nicht mehr erklären, er sei schwul (weiterlesen…)

“Worte sind Taten”

Mittwoch, 20. Januar 2010

Meine regelmäßigen Leser wissen, dass ich als Anglist nicht allzuviel von unnötigen Anglizismen in deutschen Texten halte; einschlägige Beispiele werde ich jetzt nicht anfügen, denn hierher verirren sich nur die Lesfähigsten, und ich will Sie intellektuell nicht damit beleidigen, ein paar allfällige diesbezügliche Blödsinnigkeiten hier aufzuzählen (was indes nicht heißt, dass ich an anderer Stelle nicht doch einmal ein paar besonders bemerkenswerte Unsitten dieser Art aufspießen werde).

Ein Anglizismus jedoch gefällt mir ganz gut: “Mobbing”.

Das Wort “Mob” ist inzwischen als sehr alltäglich ins Deutsche eingedrungen: Und auch die gerundiale Verbalableitung ist gut auszusprechen und gemäß deutscher Orthographie leicht korrekt zu schreiben.

Außerdem ist das Lexem griffig und mitunter auch hilfreich; als ein Mitglied meiner Familie in einer dadurch treffend beschriebenen Weise behandelt wurde, half das Wort, um den Erniedrigten und Beleidigten von seinen Peinigern immerhin separieren zu können und ihm damit eine neue Chance zu eröffnen.

Indem mir selbst nun Ähnliches an ähnlichem Orte widerfuhr, ging mir wiederum genau dieses Lehnwort durch den Kopf; und obschon ich es in meiner Gegenwehr, jedenfalls soweit ich mich erinnere, nicht einmal aussprach, war es vielleicht gerade durch das Nichtausgesprochenwerden erst recht hilfreich.

Wittgenstein sagte in einem seiner berühmtesten Aphorismen: “Worte sind Taten”.

Schon ein Wort im Kopfe kann diesen Spruch mitunter bestätigen.

Implikation ist eben oft stärker noch als Explikation.

Wohl dem, der für solche Erkenntnis nicht erst in einem indischen Aschram bei einem Guru in die Lehre gehen muss.

Sonnwende

Dienstag, 22. Dezember 2009

Ich war am heutigen Sonnwendabend auf dem Weihnachtskonzert des Hammelburger Gymnasiums in der schönen gotischen Stadtpfarrkirche und war von der Darbietung beeindruckt: Großes Orchester, Bläserquartett, Violine mit Querflöten, verschiedene Chöre wechselten sich ab bis zum gemeinsamen Finale; 170 Schüler, also ein großer Teil des kleinen Gymnasiums, waren beteiligt.

Einzig befremdlich war, dass die gesungenen Lieder fast alle auf Englisch angestimmt wurden, “Feliz Navidad” wurde auch eine Weile geträllert, lediglich das Schlusslied auf Lateinisch und Deutsch.

Der Göller kann wohl nie aufhören zu meckern…

Nein, aber warum?

Machten die Schüler etwa nicht mit, wenn sie statt “follow the Star to Bethlehem” “folget dem Stern nach Bethlehem” singen sollten, weil das zu “uncool” wäre?

Ich weiß es nicht.

Ich wünsche Ihnen allen jetzt schon frohe Weihnachten, eine schöne Julfeier, ein glückliches Christfest und viel Freude angesichts der Wiedergeburt des Lichts.

“Klimaleugner” gleich “Holocaustleugner”?

Sonntag, 20. Dezember 2009

Wie hier schon verschiedentlich erwähnt, wurden in jüngerer Zeit mehrfach sogenannte “Klimaleugner” mit “Holocaustleugnern” praktisch in eins gesetzt.

Zunächst zur Bedeutungsklärung, denn das Thema ist, naturgemäß, heikel: “Klimaleugner” ist ein blödsinniger Begriff, denn er suggeriert, es gäbe Leute außerhalb des Irrenhauses oder einer fürsorglichen sonstigen Intensivbetreuung, die da nicht als Komiker oder Satiriker leugneten, es gäbe ein Klima.

Zumal in der Analogie zum “Holocaustleugner”, der nicht an die systematische Vernichtung von sechs Millionen Juden durch das nationalsozialistische Regime glaubt, wäre das die Entsprechung. (weiterlesen…)

Gibt’s bald was in die Ohren?

Dienstag, 15. Dezember 2009

Da ich zum anständigen, systemischen Philosophen mindestens so wenig tauge wie jener Thüringer, habe ich mir jetzt bei Feinkost-Lidl um vierzig Euro ein Diktiergerät als vorzeitiges Weihnachtsgeschenk an mich selbst geleistet.

Seit bald dreizehn Jahren kaspere ich nunmehr vor meinen Schülern herum und werde mäßig dafür bezahlt; da sollte sich mehr draus machen lassen.

Nach ersten kleinen Tests (meine Söhne sind von dem Gerät sehr begeistert) habe ich festgestellt, was nicht weiter verwunderlich ist: Schwäbisch kann ich immer noch am besten.

Danach ist auch mein Englisch nicht ganz schlecht, wenn auch vielleicht nicht glockenrein; Hochdeutsch kann ich nicht ganz akzentfrei, sogar schlechter; Unterfränkisch ist nicht übel und Spanisch passabel.

Italienisch und Französisch habe ich noch nicht probiert.

Insgesamt ist meine Stimme aber sehr sonor; vielleicht noch schlimmer als meine Schreibe: also sollte da was zu machen sein.

Ich werde die Welt deromaßen mit Unfug und Unsinn überziehen, wie das nur mittels des gesprochenen Wortes möglich ist, Versuch macht kluch.

Jedenfalls bin ich frohen Mutes, auf noch einem weiteren Gebiete zu dilettieren: schließlich habe ich in meinem Leben nur Schwäbisch und geschriebenes Deutsch einigermaßen gut gelernt.

Ich will daher noch nichts versprechen, denn dabei verspricht man sich allzuleicht; aber wenn die Technik mitmacht bzw. mein diesbezügliches Dilettantentum, dann wird es hier bald erste Tondokumente zu vernehmen geben, damit man mal nicht immer nur lesen muss, sondern auch hören kann, was dieser verkrachte Typ mit dem schrägen Grinsen, dieser radikalfundamentalistische Neokleistianer, so loslässt.

Kunst ist, wenn man wenigstens selber ertragen kann, womit man sich gerne Mühe gemacht hat.

Islamkritik “rassistisch”?

Dienstag, 08. Dezember 2009

Das merkwürdigste “Argument”, welches gegen Leute vorgebracht wird, die den Islam nicht als die reinste Religion der Liebe und Offenheit gegenüber Andersdenkenden ansehen (um das blöde Toleranzwort mal außen vor zu lassen), ist jener Vorwurf des “Rassismus”.

Dem Islam hängen nämlich zu ähnlich großen Anteilen Semiten (überwiegend Araber), Indogermanen (Inder, Perser, Kurden, Bosniaken, Albaner, Paschtunen), Schwarzafrikaner diverser Völker, Turkvölker sowie Südostasiaten (Indonesier, Philippinos) an; dazu kommen in geringerem Maße Kaukasusvölker, mongolische (in Afghanistan die Hazara) und andere.

Eigentlich bleibt nur die indianische Rasse (oder gibt es nur Rassismus, aber keine Rassen?) diesbezüglich weitgehend außen vor.

Logischerweise müsste auch ein Christentumkritiker als Rassist bezeichnet werden, denn es gibt schwarzafrikanische, weiße, indianische, selbst viele semitisch-arabische (koptische, chaldäische, palästinensische, libanesische) Christen; der überwiegende Teil der Philippinen ist außerdem christlich; und noch im Reich der Mitte finden sich wohl mal zwanzig bis dreißig Millionen Han-chinesische Jesus-Anhänger.

Weshalb eine kritische Haltung dem Islam gegenüber also Rassismus ausdrücken solle, erschließt sich wohl nur einem kompletten Toren.

Oder aber es handelt sich dabei um eine sachlich völlig ungegründete gezielte Hetze.

Peinliche Einheit

Samstag, 05. Dezember 2009

Am Schlusse wollen unsere Linken doch genausowenig Frauen gesteinigt sehen wie unsere Rechten.

Was lehrt uns das?

Links ist auch lustig

Freitag, 04. Dezember 2009

So langsam bekomme ich das Gefühl, die intellektuelle deutsche Linke besser zu kennen als mich selbst.

Wenn ich auf meinen Streifzügen und ob meiner Beiträge auf den Kommentarseiten des “Freitag” nicht immer mal wieder, manchmal auch recht unsanft, darauf hingewiesen würde, dass ich irgendwie kein anständiger Mainstream-Linker sei, merkte ich’s wohl selbst kaum noch.

Ich las dort so viele auch intelligente Erwägungen, zumal immer wieder sehr gutes Deutsch, dass ich manchmal fast schon dachte, eine Mörgenröte allgemeiner Vernunft sei augerechnet dorten am Anbrechen, wo einer, der sich nicht schämt, ein Deutscher zu sein, es wohl kaum erwarten könnte.

Ich bin noch immer nicht endgültig wirksam gemobbt, weil meine Ansichten zum Islam etwas von manchen anderen Teilnehmern differieren, obwohl es dahingehende Versuche gab und mir erst vorher “personale Vernichtung” angekündigt wurde; und ich nehme diese mit einem besonderen Lächeln, da ich mich auch schon einmal eine zeitlang auf einer “patriotischen” Seite herumgetrieben habe, auf welcher ich wegen meiner uneinseitigen Gedanken schon länger nicht mehr statthaft bin.

Ob diese “Linken” es jenen “Rechten” jetzt im Sinne der sogenannten Intoleranz, ich nenne es lieber mangelnde Redefreiheit, gleichtun wollen, wird sich zeigen.

Die “Linken” jedenfalls drehen zur Zeit wegen der mangelnden Liebe von Europäern zum Islam oft schon beinahe kollektiv durch.

Bin mal gespannt, was da noch so alles kommt.

Als Kärrner

Donnerstag, 03. Dezember 2009

Manchmal versuche ich nur, Lichtenberg aus dem achtzehnten und Nietzsche aus dem neunzehnten in unser einundzwanzigstes Jahrhundert zu übertragen.

Patrix

Montag, 23. November 2009

Es gibt ein paar Menschen, die aus dem, was anlässlich des Idiotenfilms (wieso ich diesen so benenne, ein andermal) “die Matrix” genannt wird, deutlich ausgebrochen sind.

Als vorsichtiger Geist sehe ich mich selbst da mal nur für Dreiviertel des Weges bisher gut: aber immerhin.

Um das (vermeintliche) restliche Viertel zurückzulegen, verordne ich mir, soweit ich dazu komme, jetzt wiederholenden autodidaktischen Lateinunterricht, nebst anderem; Schärfung der sprachlichen Erkenntnisfähigkeit ist der Trumpf der Trümpfe.

Die Agenten “Smith” dieser Welt werden nicht durch metakarateske Akrobatik gepaart mit esoterischen Konzentrationsgrotesken erledigt.

Gegen solche hilft schlicht schnöde Logik: Griechisch “Logos” bedeutet Wort, Sinn, Zahl, Lehre, Kunde.

Den gefühligeren unter meinen Lesern, die solches ernstnehmen mögen und jetzt nicht gähnend weiterblättern, füge ich gerne hinzu, dass jeweils ein Schuss Intuition nicht schaden mag.

Wer dafür indes gen Osten blickt, dem bekenne ich freimütig, dass Konfuzius mir, obschon nur unzureichend studiert, dazu mehr gibt als Reinkarnationslehren oder gar die abrahamitische “Matrix”.

Ansonsten empfehle ich außer Cervantes noch immer die Gebrüder Grimm und Friedrich Nietzsche.

Ernst M. Pfitzler

Mittwoch, 04. November 2009

Er könnte sich natürlich auch Walter S. Börne heißen oder Kevin F. Meyer oder Rüdiger L. Safransky oder Holger V. Giacometti oder…

Nun, jedem Tierchen sein Plaisierchen.

Wer verschriftetermaßen einen Großbuchstaben nebst Punkt, gesprochenermaßen ein “Emm” (nach drei Joints vielleicht auch “Ähm”), “Ess”, “Eff”, “Ell(e)” (da lacht der Franzose), “Vau”, “Oh” oder auch “Weh” zwischen seinem ersten Ruf- und seinem Familiennamen verortet haben möchte, dem rufe ich natürlich zu: “It’s a free country!” (weiterlesen…)

Die gefährliche Tumbheit der Mitte

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Das, was bei uns die politische Mitte genannt wird, ist in Wahrheit die größte Gefahr für unser Gemeinwesen, viel schlimmer als Linke und Rechte.

Die sogenannte Mitte schluckt alles: sei es nun Krieg für die Amerikaner, Waffengeschenke an Israel, Islamisierung, Klimakoller, Überwachungsstaat, Schweinegrippeabzocke, Finanzhaiwirtschaft, Gender-Mainstreaming, Sprachvermanschung, Meinungsverbote, Kinderseelenschändung durch Erbschuld, Kinderdrogen, EU-Entrechtung, Schwulenehe, Frauen im Krieg, Internetzensur, Kündigung wegen eines kalten Restfleischklopses, Millionenboni aus Steuergeldern, Pharmaabzocke, Hungerlöhne, korrupte Ärzte und Wirtschaftsprüfer, Börsenmanipulationen durchs Plunge Protection Team, Genfutter, Feindstaatenklausel, Obama als Friedensnobelpreisträger, Kriminalisierung von Kiffern, Sprit aus Lebensmitteln, Privatisierung elementarer Infrastruktur, Beschneidung und Schächten, kinderschändende Priester, Verbot von Begriffen und Symbolen, Verleumdung der Vertriebenen, Geschichtsfälschung, Blut- und Fäkalientheater als Ausdruck der Hochkultur, Knabendiskriminierung, Saatgutmonopole, Diskriminierungsgesetze, Agents Provokateurs des Verfassungsschutzes, staatlich subventionierte “Antifas” als Autoabfackler und Steinewerfer gegen Polizisten, Rufmordkampagnen gegen Abweichler, Verbachelorung unserer Universitäten, ein schlechtes Gewissen für jeden Furz, botmäßige Angst vor jedem gerade propagierten Mist, einfach alles.

Bloß nicht auffallen bis zum Umfallen.

Dekretierte Dekadenz

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Die gesamte Debatte um den Islam bzw. Moslems in Deutschland trieft nur so vor Heuchelei.

Eine Religion, deren Forderungen in weiten Teilen grundgesetzwidrig sind, wird als “kulturelle Bereicherung” bezeichnet, deren Anhänger werden, vom christlichen deutschen Innenminister gar, ausdrücklich willkommen geheißen.

Grüne und Liberale zumal, als Heuchler wie aus dem Lehrbuch, überschlagen sich vor Forderungen zur Toleranz; lieber führen sie in Afghanistan Krieg, lassen Landsleute sinnlos in Mittelasien bluten, denn dass sie hier in der Heimat Maßnahmen gegen die Unterdrückung von Mädchen und Frauen ergriffen. (weiterlesen…)

“eigentümlich frei”

Freitag, 09. Oktober 2009

Nachdem ich kürzlich eine “linke” Zeitung (siehe “Der Freitag”) als nicht uninteressant erwähnt habe, soll auch die “Rechte” nicht zu kurz kommen.

Der Titel der Monatsschrift lautet wie die Überschrift hier, und man betreibt unter “ef-magazin.de” eine gut gemachte Netzseite.

Diese ist grundgeprägt vom sogenannten “Libertarismus”, also marktgläubig, allerdings nicht im Sinne der Spekulation und der großen Abzocker unter der Ägide der Fed, Goldman Sachs et. al.

Ansonsten werden sozial und kulturell konservative Positionen vertreten, auch deutsches Selbstbewusstsein wird durchaus hochgehalten.

Sprachlich wie inhaltlich bewegen sich die diversen Kolumnisten auf hohem Niveau, und dies keineswegs holzig-verknöchert, sondern mit viel Humor und mitunter durchaus derb-deutlichen Ansagen.

Die regen Leserkommentare sind ebenfalls oft sehr interessant und anspruchsvoll: da lohnt es sich mal reinzuschauen.

Magie der Laute

Mittwoch, 07. Oktober 2009

In anderem Zusammenhang (Aphorismen 40) kam ich schon auf Lautmalerisches zu sprechen.

Die Magie der Laute ist ungebrochen und meines Erachtens noch immer nur ansatzweise erforscht: Als Kind hörte ich z. B. “Ulan-Bator” oder “Montevideo”, und schon wollte ich wissen, wo das denn jeweils sei.

In der letzten Zeit lese ich in “The White Goddess” von Robert Graves herum (leider bisher noch nicht ganz geschafft, das Werk ist auch anstrengend), wo einige Ansätze, vielleicht mehr als das, zu finden sind.

Es gibt auch runisch gegründete Bücher dazu (wahrscheinlich der beste bisher gefundene prinzipielle Ansatz zum Thema), von welchen ich jetzt mal nur “Oding-Wizzod” von Gerhard Heß empfehlen möchte.

Sobald ich wieder in der Lage bin, längere Texte zu schreiben, mir noch einmal eigene Gedanken gemacht habe, werde ich die Sache hier vertiefen.

“Der Freitag”

Dienstag, 06. Oktober 2009

Der Sohn des SPIEGEL-Gründers Rudolf Augstein, Jakob, hat sich eine kleine sogenannte “linksliberale” Zeitung namens “Der Freitag” zu Berlin gekauft, die sich bisher, wie er zugibt, nicht rechnet.

Darüber regte er im Netz eine Diskussion an, wie man zumal über Netzangebote rentabel werden könne.

Er bekam von der “Community”, wie es dort peinlicherweise heißt, prompt hunderte (!) Kommentare, ein paar von mir (man ist durchaus nicht dogmatisch-verblödet links, weshalb ich auch sonst schon einige Diskussionsbeiträge einstellte).

Man kann sich das durchaus mal anschauen, was die machen; außer immer wieder nervigen Anglizismen können da selbst viele aus der “Community” durchaus ordentlich schreiben.

Wer mal nach “links” schauen möchte, ist an dieser Stelle nicht schlecht beraten.

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