Archiv für die Kategorie ‘Bildung’

Vom Weltnetze, Google & Cie.

Dienstag, 21. August 2012

Das Weltnetz bedarf, auf dass es nicht Google und der NSA und Facebook usw. allein gehöre, vieler Spinnen.

Ich kann Ihnen jetzt leider nicht umfässlich verraten, wie man als Einzelspinne seine Fäden spannt. Das wäre in diesem Zusammenhange verfrüht.

So viel aber darf ich preisgeben (es mag zunächst wie eine Banalität klingen), als dass es hier ganz eigentlich um der Sprache Macht geht.

Noch einmal ganz anders, als ehedem. (weiterlesen…)

Sucht sie, die Beispiele!

Dienstag, 21. August 2012

Es ist etwas völlig anderes, ob man zur Ausschmückung und zur Freude ein bisschen fabuliert, oder ob man einen Gedanken, der in einem, vielleicht etwas längeren Satze, vielleicht notwendigerweise einem Traktat von zwei Seiten, zu formulieren wäre, zu einem Buche auswalzt.

Was bei einer guten Novelle, auch wohl einem Romane mit klarem Leitgedanken, durchaus statthaft, hat in einer anständig geführten Debatte keine Daseinsberechtigung.

Es ist nämlich geradezu, außer blöd, hinterlistig und arg, einen Gedanken zwischen zwei Buchdeckel zu binden, wo ein Brusttaschenzettel dafür hinreichend gewesen wäre.

Studiert Euch nicht doof!

Das ist schon allzuvielen passiert!

Kommt, wenn Ihr etwas zu sagen habt, zum Punkt!

Oder wollt Ihr zeitlebens ochsen? (weiterlesen…)

Dem Nachwuchse XXII

Dienstag, 21. August 2012

Die folgende Erörterung ist zwangsläufig etwas vereinfacht, da es selbstverständlich Mischformen verschiedenster Art gibt, Einsprengsel der einen in eine andere usw.; sie beschreibt nur ein systemisches Grundgerüst.

Wir schauen also strukturell zunächst auf drei Arten Texte. (Textsorten sind etwas anderes: Essay, Roman, Kurzgeschichte…).

Erstens den Text, der von praktisch jedem so gut als möglich verstanden werden soll.

Zweitens jenen, der im wesentlichen von praktisch jedem verstanden werden soll, dem aber Elemente beigefügt, die voraussichtlich nur wenige oberbewusst in ihrer Bedeutung und Tragweite erfassen werden.

Drittens denjenigen, in dem gar kein Wert darauf gelegt wird, dass ihn zunächst auch nur einer halbwegs, außer vielleicht fetzenweis, oberbewusst verstehen werde. (weiterlesen…)

Teufelchen entkraft

Montag, 20. August 2012

Es gibt eine Gruppe Leute, und denen dackeln immer noch mehr National- und Internationalidioten hinterher, die uns unter anderem vorgeben, wie viel und was wir wider eine andere Gruppe von Leuten sagen dürfen.

Da eh keiner rauskriegt (Denken ist zwar noch nicht offiziell verboten, es wird beinahe von selbst ausgestorben), wer die beiden Gruppen sind, kann ich befreit aufschreiben.

Witzigerweise sind nämlich beide Gruppen eng verwandt, sich, auch wenn die meisten ihrer Mitglieder dies vehement bestritten, sehr ähnlich, quasi von einem Holze, dabei zu erheblichen Teilen schwerst verfeindet.

Das ist aber, tiefer geschaut, nur Schein. (weiterlesen…)

Dem Nachwuchse XX

Sonntag, 19. August 2012

Anlässlich der im Vorartikel “Feminasmus: Kegelstumpfichter Gendersumpf” beschriebenen Geschichte ergibt sich, nochmals angeregt durch das Nachgespräch mit zwei lebenserfahrenen gesetzten Herren, eine weitere Fragestellung bzw. Lehre.

Denn einer der beiden, der ungeachtet seines sonst sehr sonnigen Gemütes seinerseits noch mit der intransigenten Lady aneinandergeraten, dabei wider seine glaubwürdig beteuerte Gewohnheit nicht an deutlichen Worten zu sparen sich veranlasst sah, erklärte, er kenne jede Menge (zumal arrivierte) Leute, die sich mit Figuren wie jener Genderistin nach Nullkommabeinahenix gar nicht mehr auch nur noch zwei Sätze lang weiterunterhielten.

Ich entgegnete, dass ich das wohl verstehen, kaum verurteilen könne, dass ich aber, immer wieder, wenn auch nicht stets, einen anderen Weg wähle, indem ich, bis zu einem gewissen Punkte, gerade erst recht mit Leuten spräche, deren Wirrnis so oder ähnlich auffällig. Denn: Wie sonst sollten sie denn je zur Räson gebracht werden? (weiterlesen…)

Vom Buddhawäscher zum Trilliardär

Dienstag, 31. Juli 2012

Als ich vorhin mal wieder ob der übertriebenen Computerdaddelei meines älteren Sohnes etwas ungehalten war, fragte ich ihn, ob er denn sein Hirn etwa schon bei lebendigem Leibe selber kompostieren wolle.

Der Spruch war ihm natürlich ziemlich egal.

Eine Stunde später aber geschah ein Unvorhergesehenes.

Auf dem Rückwege vom notwendigen Einkaufe kamen wir nämlich an einem vielleicht fünfzigjährigen, sehr gepflegten Manne, etwas indisch aussehend, vorbei, der doch tatsächlich mitten auf der Gasse im Gerberviertel sorgsam, mit Schwamm und Eimer, seine 30 bis 60 Zentimeter hohen Buddhastatuen wusch, also andächtig wie gründlich, und die Sache ergab auch Sinn, denn die noch nicht gewaschenen Buddhas waren in der Tat teils etwas weißlich-trübe anverfleckt (Der Stein oder Guss war von einem mattdunkelblau-gräulichem Tone), sahen nach der ihnen angediehenen Ganzkörperpflege schon wieder viel besser aus.

Meine Niederlage von vorhin noch nicht gänzlich verwunden habend, sprach ich, fast gleichzeitig, meinen Sohn allda keck darauf an, ob er nicht vielleicht Buddhawäscher werden wolle, den leicht überrascht aber weiterhin freundlich reagierenden Meister, ob er denn wohl noch einen Stift, äh, einen Lehrling einstellen wolle, der das bei ihm lernen könnte. (weiterlesen…)

Piraten bekommen Brodersch eine gebinst

Montag, 30. Juli 2012

Endlich – wie lechzte mir nur schon so lange der Sinn darnach – habe ich die Gelegenheit, einen Text von Henryk M. Broder zu loben.

Er berichtet unter dem Titel ‘Monströse Binsenweisheit “piratischer Außenpolitik”‘ auf welt.de von der Potsdamer Konferenz der Piraten zur Außen- und Sicherheitspolitik.

Dass da praktisch nur Windhuberei aus den Rossbreiten von Resthirnen abgesondert würde, war zu erwarten.

Broder schildert aber alles sehr schön: Seine Metapher mit den Binsen bildet mir einen flachen, schlickichten Teich auf, wo alle, hüft- bis brusthoch in der Schlammbracke sumpfwatend, ihre alten Nachen durchs Gebinse schieben müssen, dieweil die Ruder sich sonst in der orange-ockerbraunen Brühe verhedderten. (weiterlesen…)

Matrix: Im Zoo

Montag, 30. Juli 2012

Das ganze mit der “Matrix” ist ein vorsätzlich hohlgequirlter Quatsch.

Wir verfügen über einen freieren Informationszugang denn je, und wir dürfen, zumindest noch, einen Großteil der verfügbaren Informationen auch verbreiten. Und wir dürfen dies nicht nur, wir können es auch so leicht und schnell und billig wie nie zuvor.

Wer keine an der Waffel hat, weiß, dass es zwar teratonne weithin wirksamer Lügen gibt, Obskurantenzirkel der übelsten Sorte, allerlei blutsaugende Geldkathedralenpopen und -popel, Waffenschieber, Geheimdienstassassinen, Schwarze Operationen, Zinsmanipulationen, den Patriot Act wie den Detention Act, Uranmunition, HAARP, den Klimaschwindel, die Gendermache, die Usurpation der Aufklärung im Sinne reaktionärer religiöser Kräfte, Biospritumwelt- und Menschheitsernährungsverbrechen an der Tagesordnung, manipulierte Berichterstattung zu Kriegen in den Medien sowieso, man übersieht sogar mal hundert Milliarden, was dann aber eigentlich egal, weil sie ja eh nur auf dem Papier standen, also im Grunde nie dagewesen.

Ja, all dies und noch viel mehr ist uns bekannt, und zwar sehr dingfest, und da wollen wir uns darüber beklagen, eine “Matrix” walte über uns und unserem Denken?

Lachhaft. (weiterlesen…)

Denkfiguren: Wo ist die Stoa?

Sonntag, 29. Juli 2012

Trifft man mit der Stoa das Tor besser?

Ist der Samurai, gar der Ninja, in Wahrheit ein Stoiker?

Der Steinmetz, der Schmied?

Die Gebärende beim Geburtsschmerz?

Sind nicht alle Tapferen Stoiker?

Kann man ohne Stoa überhaupt leben?

Kann eine Philosophie taugen, die dem Menschen seine Leidenschaften nehmen will?

Wie stoisch ist der Schlaf selbst?

Kann man nicht erst Stoiker sein, wenn man gründlich tot ist?

Ist der vollkommene Stoiker nicht schon lebicht tot?

Ein Untoter?

Darf der Stoiker ein Glas Wein trinken, aber keine zwei?

Was darf der Stoiker überhaupt?

Doch auch mal begehren, Spaß am Sex haben?

Sich freuen, wenn er im Schach gewann?

Kann man so einen in eine schlagende Studentenverbindung schicken?

Wie langsam raucht der Stoiker? So langsam, dass ihm dabei seine Tugend nicht erlischt?

Bin ich selber ein Stoiker, weil ich die stoische Lehre so gelassen sehe?

Wie laut darf ein Stoiker lachen, wie ungebärdig sich freuen? (weiterlesen…)

Weg mit X und W!

Samstag, 28. Juli 2012

Ich weiß, jeder weiß, dass in Deutschland bestimmte Symbole in öffentlicher Verwendung verboten sind: Das hat sich, wenigstens fallweise, inzwischen bis hin auf das Keltenkreuz ausgedehnt. (Die Odalsrune ist auf Uniformen von Haupt- bis Oberstabsfeldwebeln statthaft, auch auf Werbeveranstaltungen der Bundeswehr, aber nicht auf beliebigen Demonstrationen.)

Die Türkei indes, dazu durfte ich wohl eben eine diesbezügliche Bildungslücke schließen, ist in ihren Bestrebungen, den Bürger vom Ohngeiste freizumachen, vielleicht sogar schon etwas weiter als wir, was wir neidlos anerkennen sollten. Denn sie verbietet, wenn man dem folgenden Zitat aus der FAZ Glauben schenken darf, bei uns völlig übliche, an das lateinische Alphabet angelehnte Buchstaben:

“Gerade hat ein Gericht in Diyarbakir, der inoffiziellen Hauptstadt der türkischen Kurden, die Annullierung von 19 kurdischen Namen für Parks und Straßen verfügt, da in den Bezeichnungen die verbotenen kurdischen Buchstaben x oder w enthalten waren.” (weiterlesen…)

Dem Nachwuchse XIX

Samstag, 28. Juli 2012

Wir kommen jetzt zu einer der schwierigsten Anforderungen an den menschlichen Geist überhaupt.

Diese besteht darin, Prozesse im nachhinein nicht zu einseitig vom Ergebnisse her zu betrachten.

Allzu leicht nämlich sehen wir, wenn etwas – womöglich gegen große, schier unüberwindlich wirkende Widerstände – gelang, die Sache so, wie als ob wir alles, zumindest das Entscheidende, richtig gemacht haben müssten.

Andersrum, im Falle des Scheiterns, sind wir geneigt, selbst dort verhängnisvolle Fehler zu sehen, wo vielleicht gar keiner gemacht wurde.

Das ist allzumenschlich, trübt aber das Denken. (weiterlesen…)

Gott, Es, Gaia: Wer will falsch’ Zeugnis?

Mittwoch, 25. Juli 2012

Wie es scheint, häufen sich Themen, die grob als esoterische zu umreißen sind, im sogenannten Sommerloch: und es wirkt – oh Entsetzen! – , wie als ob ich mich in diesen Trend einreihte.

Jede Menge Religiöses (für mich fällt das darunter), Crowley, Todesartenweissager, Rückführungsspezialisten, Gottesworte, ach, auch um das Überleben im Quantenkolosseum kämpfende Elementarteilchen, der Katechismus der theoretischen Physiker, Geheimgesellschaften, selbstverständlich die Jesus-Frage, archaisch-magische Initiationsriten: allerlei nicht eigentlich klassisch Wissenschaftliches kam hier jüngst dazu.

Bis zu einem gewissen Grade finde ich das lustig, und manchmal, das nicht zuzugeben wäre töricht, fordere ich derlei ja im Sinne einer weiterführenden Debatte auch frech heraus.

Ärgerlich wird es aber, wenn weder ein geistiger oder theoretischer Fortschritt erzielt wird, noch gar einer, der konkret auf das Jetzt passte.

Sich also alles nur im Kreise dreht, allzuwenig Weiterführendes erkennbar. (weiterlesen…)

Also stund’s dort

Dienstag, 24. Juli 2012

Das Folgende fand sich eben im Fotoarchiv, alswie ich es vor ein paar Jahren in Hammelburg auf eine Stahltafel, an der Außenwand der Schafgasse 1 prangend, fürs Nachhilfeschülchen zur Werbung aufgemalt stehen hatte (Großbuchstaben “LESEN” an den Zeilenanfängen rot, der Rest schwarz, auf Weiß):

Lebendiges sich vorstellen aus allen Zeiten

Eigenes Denken in Geschichten erleben

Selber in alle denkbaren Welten fliegen

Eigene Bilder im eigen Kopf schaffen

Natur, andere, sich selbst erkennen

Dem Nachwuchse XVI

Dienstag, 24. Juli 2012

Mit der Metamorphose der Erweiterung der Wahrnehmungs- und Assoziationsfährigkeit, gerade auch im Sinne der nicht direkt kausal verknüpften Entsprechungen, wächst auch die spontane Empfindlichkeit, ja Reizbarkeit, sehr leicht übers Maß.

Man darf gerade jetzt in schwierigen Lagen nicht vergessen, dass die Dummheit unergründlich klug ist.

Sie hat es gar nicht nötig, nichtlineare, analoge Verknüpfungen von Geschehnissen und Sachverhalten anzuerkennen. Sie ignoriert sie einfach, weiß aber sehr wohl, wie derlei vor der Masse lächerlich zu machen, in Abrede zu stellen ist. Das hat sie gelernt.

Man darf also mitunter noch nicht einmal im Vieraugengespräch also höflich wie deutlich sagen, was eigentlich zu sagen wäre, wenigstens als Meinung zulässig sein müsste.

Dreht sich die schwierige Lage nun gar um die eigenen Kinder, die der Gegenseite in erheblichem Maße ausgeliefert sind, und jene weiß das zu nutzen, genau dahingehend, man schade doch gerade selbst ihnen, indem man noch herumhändele, zumal die Würfel schon gefallen seien, wie das halt mal im Leben manchmal so sei (indem der Erklärende am gezinkten Würfelfallen durchaus bewusst beteiligt war), so darf man, davon muss man ungetrost ausgehen, sich einer Phalanx an schwer herauszubrechenden sich gegenseitig Deckenden gegenüberstehen sehen: zumal, wenn alles Gebaren der beteiligten Protagonisten schon vorher fast nur diesen Eindruck zu machen vermochte.

An dieser Stelle gibt es, wiederum vergröbert (eben nämlich auch Mischformen, zeitliche Versetztheit, Abstufungen), drei oder meinetwegen auch vier grundsätzliche Möglichkeiten.

Erstens, man gibt die Sache ganz auf.

Zweitens, man gibt die Sache vorläufig auf (Hintergedanken bleiben).

Drittens, man versucht einen Parforceritt.

Viertens, man geht nach und nach, Schritt für Schritt, auch nach dem Prinzip von Versuch und Irrtum, beharrlich, ausdauernd, intuitiv, kreativ, Widrigkeiten unerhörte Ideen entgegensetzend, auf Gelegenheiten wartend, Chamaeleon wie Springspinne wie Amurtiger wie Flughund wie scheinbar mönchisch absent, so gut als möglich gezielt und folgerichtig vor. (weiterlesen…)

Gehatet oder Gelovet? (II)

Sonntag, 22. Juli 2012

Das eigentlich Bemerkenswerte an einem derart dummen Gewäsch wie “gehatet” und “gelovet” besteht ja nicht darin, dass Leute derlei Unfug herausblasen, sondern dass sie von vielen darin noch ernstgenommen werden.

Normalerweise gehört sowas ins Kabarett, in die Satire.

Vor kurzem dachte ich noch, dass das facebooksche “gedisliked” der absolute Knaller der deutschsprachigen Weltnetzsprachverfuselungsidioten sei, und es hält auch nicht schlecht mit, aber “gehatet” gefällt mir noch besser.

“Gehasst” traut man sich nicht zu sagen. Das wäre zu deutsch und deutlich: also “hatet” man.

“Den hawick denn ma jeheitet!”

“Der isch jeddsd kheided, dass grachd!”

Schwabylon grüßt sein geliebtes Berlin. (weiterlesen…)

Gehatet oder Gelovet?

Sonntag, 22. Juli 2012

Gerade blubbert auf meinem derzeitigen Lieblingsradiosender ein “App”-Entwickler vor sich hin, der eine Applikation mitentwickelt hat, mittels derer man Bilder ins Netz laden kann, auch wiederbewerten, sich per selbstlernenden virtuellen Stadtplänen von seinem Handy führen lassen, und die beiden zu wählenden Kategorien sind, wie originell, “hate” und “love”, wissen die Appler von “Lover and Hater”.

Es kommt also, wie diese Großmeister der deutschen Sprachoptimierung treuherzig vermelden, darauf an, wer am meisten “gelovet” oder “gehatet” wird.

Dass diese heldenhaften Volkspoeten noch nicht das Bundesverdienstkreuz für die konsequente, zeitgemäße Modernisierung unseres Wortschatzes erhalten haben, verwundert doch zutiefst. Ich möchte meinen, dass man das einen waschechten Skandal zu heißen sich keineswegs übertrieben echauffiert hätte. (weiterlesen…)

Kindern Philosophie?

Mittwoch, 18. Juli 2012

Man mag meinen, es sei lächerlich, Kindern mit Philosophie zu kommen.

In Wahrheit tut dies jeder gute gebildete oder auch weniger gebildete Elter, wenn er nicht immerzu den Herrgott im Munde führt, ob bewusst, ob unbewusst, jeden Tag.

Allein schon ob wenigstens vierer Dinge: einen erweiterten Blickwinkel zu schaffen, das Selbstbewusstsein zu stärken, das Urteilsvermögen zu schärfen und den jungen Menschen als soziales Wesen zum Verständnis des Ganzen hinzuführen.

Als ich schon über dreißig Lenze zählte, mich wieder einmal in schwieriger Lage befand, sagte meine lebensweise, überaus tapfere Oma wie zu einem Kinde zu mir: “Magnus, em Läba goht emmer widder a Dierle uff!” (Magnus, im Leben geht immer wieder ein Türlein auf!)

Das gab mir, doch schon halbwegs erwachsen, einfach so, viel Mut und viel Kraft.

Und genau hierher gehört wiederum mein (eines von zweien) spanisches Lieblingssprichwort: Me he quebrado el brazo, quizás por bien! (Ich habe mir den Arm gebrochen, mag sein zum Guten!)

Noch persönlicher: Meine geliebte verstorbene Frau, mit der ich zwei prächtige Buben gezeugt habe, meinte einmal zu mir, was mich dauerhaft und tief berührte (gut, das ist jetzt nicht unbedingt direkt “Philosophie für Kinder”, ich erlaube mir das Abschweifen hier aber), dass ich sie ohne meine schweren Verletzungen, heute noch als Narben überdeutlich sichtbar, vielleicht nie angesehen, gar genommen hätte. (Ich wusste lange nicht, wie ich Mädchen bzw. Frauen überhaupt ins Gesicht schauen könne.)

Will, auf Kinder bezogen, heißen: Ein Blick auf die Dinge über den Augenblick, die momentane Lage hinaus, Höheres, kann nicht früh genug vermittelt werden!

JETZT hast du es nicht geschafft, ja! Heißt das etwa, dass du es nie schaffen kannst? Pustekuchen!

Man kann Mädchen von Hildegard von Bingen erzählen und Jungs von Miguel de Cervantes Saavedra.

Und es geht eben nicht nur um Lebenshilfe in ungünstigen Lagen. (weiterlesen…)

Dem Nachwuchse (XV)

Sonntag, 15. Juli 2012

Ich fand gestern beim Aufräumen ein handschriftliches, bereits vergessenes Traktat, das sich recht peinlich larmoyant dessen befasste, dass ich leider nicht in der Lage sei, bestimmte Themen so ausladend zu behandeln, wie andere das können, nämlich dahingehend, aus dem Inhalte eines Essays ein ganzes Buch zu machen.

Schluss mit dieser irren, erbärmlichen Jammerei!

Das ist ja geradezu tragikomisch lächerlich!

Wozu sollte ich denn aus einer Sache ein Buch machen, wenn alles Wesentliche auf einer oder zwei Seiten gesagt werden kann, zu sagen ist?

Mögen sich doch die Beispielklauber und Endloserklärer darum kümmern!

Gibt es derer etwa nicht genung?

Was soll diese – ich gebe es beschämt zu – Nacheifer- und Buchgeschriebenhabergeltungssucht?

Solch minder Drang nach Kommerz und Anerkennung?

Kann ich nicht, in der Zeit, in der quälenden Zeit, derer es bedürfte, einen Grundgedanken, der in wenigen Zeilen klar darzulegen, zu einem halbwegs lesbaren Buche aufzublasen, hundert Ideen betreuen?

Was liegt an denen, die einer klar dargelegten Sache noch tausend Beispiele brauchen, einer Redundanz bedürfen, dass eine solche noch nicht einmal in der Ausbildung von Jagdhunden notwendig sein sollte?

Will ich Buchrücken für Deppenregale?

Heilandsack! (weiterlesen…)

Hurra, ein neuer Kinderwahnsinn ist entdeckt!

Montag, 09. Juli 2012

Näheres zum wissenschaftlichen Stand bezüglich des neuen Kinderwahnsinns, den man zwar – wie ADHS, von dem er sozusagen abstammt – nicht genau diagnostizieren kann, für den man aber schon diverse Chemokeulen bereithält, lesen Sie bitte auf faz.net.

Das neue Leiden, das in den schönen USA erfunden wurde, wo sonst, trägt einen Namen, der jenen des “Aufmerksamkeitsdefizithyperaktivitätssyndroms” meines Erachtens an Originalität und Stupiditas noch übertrifft:

“Disruptive Mood Dysregulation Disorder” (kurz: DMDD)

Ich habe mal versucht, dieses Monster ins Deutsche zu übersetzen:

“Zerreißende Stimmungszerreguliertheitsstörung”

“Zerrissene Stimmungskontrolllosigkeitsstörung”

Wenn von vier Wörtern, die eigentlich zusammen einen Begriff bilden sollen, gleich drei mit “Dis” (respektive “Dys”, was so ziemlich dasselbe ist) anfangen, dann muss schon etwas äußerst disparat, dysfunktional und disarrangiert sein. (weiterlesen…)

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