Archiv für den Monat Mai 2013

Sinnloser Spiritualitätsexorzismus

Montag, 20. Mai 2013

Ich habe mir geschworen, denn die Angst ist groß – womit klar ist, dass es wohl schiefgehen wird – , dass ich selbst im Alter, in diesem Leben jedenfalls, nicht mehr spirituell werden will.

Vom Götzen Erfolg

Montag, 20. Mai 2013

Leser Armin hat sich hier wie auf seiner Seite conspirare.net öfter sehr deutlich, gar bitterlich, wider die Anbetung, Vergötterung, das maßlose Übergewicht des Erfolges ausgesprochen. Ganz speziell hier: http://www.conspirare.net/w2/erfolg-oh-du-glanzender-du-kt-mich-an/

Gegen Erfolg an sich ist selbstverständlich nichts einzuwenden; fast jeder erfährt ihn, weshalb, das muss hier wohl nicht erörtert werden, als solchen gern.

Erfolg kann aber auch ein schleichendes Gift sein, blind und taub machen.

Blind gegenüber den wahren Gründen des eigenen Erfolgs, taub gegenüber anderen,  die – scheinbar oder wirklich – vergleichsweise erfolglos.

Erfolg kann über jedes Maß selbstisch machen, überheblich, gnadenlos. Vollauf korrumpieren. Man sieht das nicht nur an fetten Bänkern, die den Erfolg ihrer Raubzüge am Volksvermögen feiern.

Und wird nicht nur oft der Erfolgreiche zu einem mit arg eingeschränkter Wahrnehmung, immer geringerem Einfühlungsvermögen, schmalem Blicke, sondern werden auch allzuviele der weniger Erfolgreichen, den Erfolgreichen bewundernd, unwissentlich immer kleiner, indem sich ihr Urteil trübt, sie immer noch mehr nach Erfolg schielen.

Also, dass die Qualität eines Werkes, einer Arbeit, kaum noch an sich, aus sich heraus, betrachtet, gewertet wird, sondern anhand des vielleicht trügerischsten, krummsten aller Maßstäbe. (weiterlesen…)

Konstantin weiß nicht Weibs

Montag, 20. Mai 2013

Konstantin war von Rottweil in Richtung Schwäbische Alb gewandert, und er wollte erstmal nichts als wandern.

Hie und da stieß er auf einen kleinen Flecken, wo er Weinschlauch und Brotbeutel füllte und sich eine Lammbrust oder ein Huhn, am abendlichen Feuer zu braten, besorgte.

Und immer wieder dachte er an die seiner harrende Hamburg; doch überkam ihn für die nächste Zeit nicht die geringste Lust, obzwar er viel von der Schönheit der Hamburgerinnen gehört hatte, sich jetzt im Nieselregen mit Kaufmannsstenzen, hochnäsigen Gecken und anmaßenden Kokotten herumzuschlagen, allda ihm, auf der herrlich sonnigen Alb, wo ihn derbe Holzknechte und brave Schäfer grüßten, noch seine Erlebnisse zu Würzburg, Freiburg und Rottweil durch den Kopf gingen.

Wenn, ja, wenn…

Die kecke Gitte, er sahe sie noch in der verlöschenden Glut, mit der er zu Würzburg einen gar köstlichen Abend verbracht, wollte ihm alswie ein vor lauter Dummheit schnöde verschmäheter Engel nicht aus dem Sinn. So gut und lustig hatte er sich nun leider selten mit einem Weibe unterhalten.

“Teufel aber auch, du wirst dich doch nicht etwa an einem Abend in eine freche Gelahrte verguckt haben, dessen nicht einmal merkend, meinend, dein Lieb warte deiner noch in Freiburg?  Du wirst ihr jetzt doch nicht gleich Hals über Kopf hinterherrennen? Außerdem war sie zwar schließlich gar freundlich, die Umarmung zum Abschiede herzlich, und, ja, sie lud dich auf den Reiterhof ihrer Eltern ein, doch mehr schien nicht im Schwange. Aber, sie ist ja eins von den wenigen gelahrten Weibern mit Herz und Sinn: Spürte sie vielleicht, dass du sie weiland gar nicht ernstlich begehrtest, da eine andere sein musste? Teufel aber auch, was reimst du dir da alles zusammen.” (weiterlesen…)

Hartholtz vor der Dunkelbütt

Sonntag, 19. Mai 2013

Gestern gab es in Freiberg einen Zwischenfall, den viele Südschwitzer mit gemischten Gefühlen betrachten. Manche lachen sich einen Ast, andere warnen.

Jeder in Südschwitz weiß, wo in Freiberg der Verfassungsschutz seinen kleinen Ableger betreibt, nämlich in einem zweistöckigen Haus im Regierungsviertel, das selbst einem Fremden auffallen muss alswie ein Kakerlak im Kartoffelkuchen. Nicht nur die vergitterten, von außen undurchsichtigen Fenster, sondern auch die massive Stahltür sind absolut landesuntypisch.

Mächtig genervt waren die Bewohner bzw. Insassen schon davon, dass Benno und Heike, die seit einiger Zeit Stadtführungen für Touristen anbieten, das Domizil der Schlapphüte nicht nur in ihre Tour eingebaut haben, sondern dort auch – nicht selten unter Gelächter, manchmal gar Gejohle der Teilnehmer, auch nicht selten schaulustiger Einheimischer – ein kleines Rezitativ vortragen, die besondere Verbundenheit der Südschwitzer mit dieser Spielart Abgesandter aus Norddoof zu verdeutlichen:

Dieses Haus, dieses Haus, sieht schon von außen dunkel aus

Keiner weiß genau, was all darinnen

Nur der Wodka-Ede, nunmehro abgezogen

Als er war noch mehr als sonst von Sinnen

Hat

Schnapses satt

Wohl darob nicht gelogen

Bevor ihn einer mit der Schubkarre

Ede trug nie keine Knarre

Nächtens vor dieser rostroten Panzertüre abgekippt

Indem jener mal wieder zuviel genippt.

So war der Ede schwer frustriert

Dass da in jener Kate

Nur Kaffee, Tee und Mate

Nie Bier ward serviert. (Der Chef sei ein arger Blaukreuzler, so Ede.)

Er lallte noch was

Von seinem Hass

Auf nichtmal Kwass.

Und etwas von Rechnersinken

Deren und andrer dülpichter Codes

Er immerzu nots

Vor sich tät sehen blinken.

Ja, liebe Gäste

Schmieriger Weste

Was sie gewahren dort

Ist des Verfuselungssschatzes traurige Hütt’

Allwo man trielt in der Dunkelbütt’

Ein verwunschener Ort.

Hinterher, man empfiehlt dann einen kleinen Umtrunk bei Olli, Durst ist hier ja immer gewiss, fragen die Leute, ob es den Wodka-Ede denn wirklich gab, wes ihnen alle Alteingesessenen bestätigen, wohl noch die eine oder andere Geschichte von ihm zum besten geben.

Das stößt, wie gesagt, logischerweise bei allen, die am Tropf von Norddoof hängen, auf wenig Wohlwollen; zumindest muss von denen jeder so tun, als ob; jetzt aber folgte eine weitere Eskalationsstufe. (weiterlesen…)

Hirnamputationen für Ärzte zu teuer – Kostenexplosion im Krankheitswesen hält an

Samstag, 18. Mai 2013

Mindestens Medizinern sollten die Krankenkassen auch Gehirnamputationen zahlen. Die finanzielle Gesamteinsparung durch diese Eingriffe wäre unterm Strich enorm.

Wer lässt sich schon von einem gehirnamputierten Arzt vergiften, amputieren und nachvergiften?

Natürlich läuft die Pharmaindustrie Sturm gegen diese Pläne, da sie bei deren Verwirklichung gerade mal ein paar Narkosemittel für die Eingriffe verkaufen könnte, aber schätzungsweise je Fall tausend bis zehntausend mal mehr an künftigem Umsatz verlöre. Und so lanciert sie denn, ganz gegen ihre sonstige Gewohnheit, allerlei Studien bezüglich der Risiken, die solche Operationen mit sich brächten, auch für die Gewinnung gesunder Transplantationsorgane.

Denn die Organe selbst eines vollausgeweideten, kerngesunden jungen Arztes bringen gerade mal eine Viertelmillion; das rechnet sich, so nett sich das Sümmchen zunächst anhört, im Leben nicht. (weiterlesen…)

Eine Exsexuelle? (An Exsexual?)

Samstag, 18. Mai 2013

Im Kommentarstrang zu “Mrs Nittit” fragt Rainer Grzybowski:

“Angelina Jolie – ist das jetzt eine Exsexuelle?”

In der Tat scheint bislang kein politisch wie sprachlich korrekter Begriff für jene gefunden, die sich freiwillig aus ihrem Geschlechte amputieren lassen.

Rainer, Du triffst den Nagel auf den Kopf. Trefflicher lässt es sich kaum sagen. Ein Neologismus mit Zukunft.

Dann machen wir es doch jetzt gleich auch engsächsisch, fürs Wörterbuch:

“An Exsexual is a person that has wilfully and with success ordered healthy sexual organs to be preventively removed.”

 

Schöne neue Schmerzphonwelt

Freitag, 17. Mai 2013

Ohne App ist alles nichts.

Mrs Nittit

Donnerstag, 16. Mai 2013

Tut mir leid, aber jetzt langt es mir doch: Mrs World Big Tits hat sich vorsorglich, vor lauter Angst, ihre gesunden Möppel absägen lassen. Zur Mrs Nittit. Applaus vom Publiko. Ehrfurcht. Achtung. Vorbild für alle Frauen. Dekadenz im Endstadium.

Vom Gegengifte für die Menschheit

Donnerstag, 16. Mai 2013

Wie ich bereits in einem Kommentar zu “Gründerzeit in Südschwitz” erwähnte, meinte R. vor ein paar Tagen zu mir, die Menschheit bedürfe eines “Gegengifts”.

Vom Grunde her sehe ich das schon lange so; doch hat der klare Begriff weiteres Nachdenken bewirkt.

Aus was müsste das Gegengift bestehen, wie wäre es zu gewinnen, wie einzusetzen und zu dosieren?

Ich war mir mit R. einig, dass wir jetzt nicht davon sprächen, allfällige Lügen der globalen Finanz-, Medien- und Kriegstreibermafia zu entlarven, so notwendig, lobenswert und wichtig diese von vielen unter großem persönlichen Einsatz verrichtete Arbeit auch ist, sondern von einem kulturellen Entwurf, einem Schaffen, welches nicht gegen, sondern setzend, positiv, gerade junge Leute mitreißend, allerlei Resignierte und Verzweifelte wiedererweckend, von einer Kraft, die das Gift zersetzender gleichmacherischer Afterkratzdekadenz nach und nach wirkungslos macht.

Nähern wir uns der Sache behutsam.

Vier Dinge, wenigstens und zunächst diese vier, müssen zusammengeführt werden: Geist, Liebe, Schönheit und Freude. (weiterlesen…)

Feigheit, dein Name ist Mann

Donnerstag, 16. Mai 2013

Öfter schon, eben wieder, hörte ich die Klage, dass Frauen sich noch so viel weniger gegen den Weltfinanzwahnsinn, die Kriegstreiberei, die technotronische Indoktrination von Kindern, und was an Irrsinn und Übeln mehr auf der Welt, stellten, als Männer.

Die Beobachtung als solche ist zwar sicherlich richtig; die Klage aber ist völlig unangebracht, ja naiv.

Ich kann mir dieses durchaus verbreitete Klagen, ja manchmal Jammern von Männern, die Frauen unternähmen gar so wenig, schwämmen bloß im Strome mit, nur dadurch erklären, dass diese, selbst wenn sie die Geschlechtergleichmacherei ansonsten ablehnen, ebenjener Propaganda unbemerkt eben doch in erheblichem Maße aufgesessen sind.

Wie kommt man (hier: Mann) dazu, von Frauen eine vergleichbare Risikobereitschaft und Führungsstärke zu erwarten, alswie von Männern?

Eine vergleichbare Fähigkeit zur klaren, überzeugenden Rede? (Ja: Frauen können gut reden, zumal viel, das ist bekannt. Wie viele aber sind wirklich fähige Rednerinnen?)

Wie viele Hildegards gab es in der Geschichte, wie viele siegreiche Amazonenheere?

Frauen an die Front, oder was?

Und die Männer machen dann für die Verwundetinnen die Krankenbrüder? (weiterlesen…)

Sprichwörter und Aphorismen

Donnerstag, 16. Mai 2013

Mancher Aphorismus ist bloß ein Sprichwort für wenige.

NSU-Prozess: Gigarechtsstaat in Aktion

Mittwoch, 15. Mai 2013

Nichtmal Wasserflaschen und Pausenbrote dürfen die Journalisten beim NSU-Prozess mit reinnehmen, und wer in einer Sitzungspause den Sicherheitsbereich verlässt, verliert seinen Platz. Da der einzige Wasserspender schnell leer gewesen sein soll, werden wohl einige von den feinen Damen und Herren entweder länger gedürstet oder auf den Abtritten ganz urschwäbisch aus den Wasserhähnen haben saufen müssen. Das nervt sie mächtig.

Es geht um zehn Morde, scheinbar.

Der Haupttatverdächtige, der noch am Leben, Andreas Temme, ist zwar nicht angeklagt, was aber keinen stört, denn es geht darum, dass das Kruzifix im Saale abgehängt werden soll, die Journalisten keine Mollis basteln können und auch nicht mit Leberwurstbroten werfen. (weiterlesen…)

Bilderburger und ein grüner Held

Montag, 13. Mai 2013

Trittin isst rein pflanzliche Bilderburger schon zum Frühstück.

Und sonst?

Montag, 13. Mai 2013

Ich bin immer sonst.

Schafsmedien links liegen lassen

Montag, 13. Mai 2013

Die Schafsmedien immer weiter links liegen zu lassen, muss man keinen Schritt nach rechts; nur stet gradaus.

Gründerzeit in Südschwitz

Montag, 13. Mai 2013

Die Hintlinge bauen Zisternen wie die Gedopten.

Seit der Buschpflanzen-Roland ihnen gezeigt hat, was man auch mit wenig Wasser, über Pionierpflanzen, mit Halbverschattung durch Akazien, den richtigen Sorten, Dornbuschhäckselgut, mondgebundener Aussaat und Ernte, Wasweißichnoch, alles erzielen kann, ist im Wilden Westen von Südschwitz eine neue Gründerzeit ausgebrochen.

Unter den Hintlingskindern ist ein veritabler Kamel- und Ziegendungsammelwettbewerb entstanden, denn durch die expandierende Landwirtschaft ist die Nachfrage groß, und so bringt ein Sack getrocknete Scheiße zuhause oder am Markt in Buschhausen kein schlechtes zusätzliches Taschengeld.

Etwas Anstoß erregte lediglich, dass einer meiner Schüler, der ein rechter Spaßmacher (ich half auch noch mit, nicht ahnend, was ich da anrichte), im Kurs für kreatives Schreiben das Scheißesammlerlied nicht nur erdichtete, sondern auch sehr schnell populär zu machen wusste. (Nicht wenige fanden nicht nur den Text erstmal gar nicht witzig, sondern auch, dass er überdies zur Melodie der deutschen Nationalhymne gesungen wird. Es hat schon im Original bislang nur eine Strophe.)

“Scheiße, Scheiße über alles,

Über alles auf dem Feld,

Wenn sie stets zu Nutz und Putze

Säuberlich beisammgekellt

Von der Geiß bis ans Kamele,

Von der Quetsch bis ran ans Geld -

Scheiße, Scheiße über alles,

Über alles auf dem Feld!” (weiterlesen…)

Wie Leute im Netz ihre Nicks verbrennen

Montag, 13. Mai 2013

Ich will hier einleitend, nur in Auszügen, exemplarisch, die Eskalation einer gestern erlebten Kommentatorendiskussion beiziehen.

Zunächst hatte ich in der Tat selbst scharf angegriffen, indem ich eine Kernpassage des anderen nachzitierte und mich dazu also äußerte:

Göller: Ich bitte Dich mal darüber nachzudenken, was für einen in sich verqueren, haltlosen Unfug Du da erzählst.

Deckname: Dass du hervorgekrochen kommst, ist mir klar. (Zur zitierten Passage sagte Deckname nichts.)

Deckname: Ich stech ins Wespennest, mir klar, aber eben ansehbar.

Göller: Ich kann wenigstens noch selber kriechen. Selbst hervor. (weiterlesen…)

Konstantin: Rats und Rede in Rottweil

Sonntag, 12. Mai 2013

Indem Konstantin nach seinem ersten vergnüglichen Abend in Rottweil erst einmal gut ausgeschlafen, sich gereckt, ein angemessenes Frühstück eingenommen, Stadt und Umgebung ein wenig durchstreift, wobei er zunächst den Eindruck hatte, dass die Rottweilerinnen etwas vierschrötiger denn die Freiburgerinnen daherkämen, was er vorderhand dem rauheren Klima zuschob, wofür er sich dann aber schalt, da sein Urteil diesbezüglich vielleicht doch noch etwas getrübt sein mochte, begab er sich, wie vereinbart, um zwei Uhr, an jenen vereinbarten Ort, etwas oberhalb der Stadt, wo er vom Ratsherren zur verschwiegenen Zusammenkunft ein gemütliches Bänklein, mit herrlichem Ausblicke, leichthin fand, diesen schon daselbst auf ihn wartend sitzend.

“Ha no, schee, dad kommschd, setz die erschdmol noh!”, ward er feundlichst begrüßt.

Also setzete er sich, und erst einmal schwiegen beide ein paar Minuten, der Frühlingssonne und der herrlichen Landschaft genießend.

“Wie kann ich Euch helfen, werter Rat?”, hub Konstantin schließlich an.

“Wir haben arge, streunende Rottweiler, wissen uns derer nicht mehr zu helfen.”

Zunächst verstund Konstantin nicht, dann aber ward ihm schnell klar, dass es sich hier wohl um Vertreter der so genannten Hunderasse handeln müsse, derer er schon welche als selbst für einen wackeren Burschen, wenn in Wut, wofern der kein gutes Messer griffbereit, als eine möglicherweise nicht unernsthafte Prüfung erlebt hatte.

“Ja seid ihr Rottweiler nicht manns genug, ein paar streunender Rottweiler Herr zu werden, und sei es, dass der Knüttel sausen muss, bis dass sie Ruhe geben?”

“So einfach ist die Sache leider nicht. Nicht nur, dass wir Rottweiler Rottweiler lieben, es geht auch um das Ansehen unserer Stadt in aller Welt. Was soll man denn von uns halten, wenn wir, uns nicht anders zu helfen wissend, beginnen, Rottweiler totzuschlagen? Was denkst du, wie man nicht nur in Tuttlingen und Villingen, nein gar in Stuttgart und darüber hinaus, über uns lachen und spotten wird? Der Ruf der ganzen Stadt, aller Rottweiler, steht auf dem Spiele.”

“Wie kam es denn, dass die Hunde wild und bös wurden?”, fragte Konstantin.

“Es gibt hier drei große Züchter. Jeder versuchte die anderen darin zu übertreffen, dass er noch größere und schärfere Rottweiler habe. Bei der jährlichen Schau sind dann plötzlich, unvermittelt, von jedem vier Tiere ausgebrochen, die stärksten; seitdem holen sie sich Hühner, Jungsauen, Kälber, Schafe, Ziegen: was sie nur finden. Dem Breitgwann Karl haben sie sogar seinen Zuchtbullen niedergemacht und zusammengefressen.”

“Hat denn keiner versucht, mit den Hunden zu reden?”

“Natürlich haben wir das versucht. Sie greifen ja auch keine Menschen an. Jedenfalls noch nicht. Aber wer sich hinstellt, der bekommt ein Geknurre und Gefauche, dass er sich nicht weiters versuchen will, wann er nicht doch einmal rottweilermäßig gebissen wird. Du weißt, wie Rottweiler beißen können?”

“Ich habe es mir sagen lassen. Gründlich. Kann der Knochen schnell ab sein. Das wünsche ich keinem.”

“Eben.”

“Das Beste also, wenn ich das richtig verstanden, wäre, wenn ich mit den Tieren mal vernünftig redete.”

“Genau.”

Konstantin dachte eine Weile nach und sagte schließlich: “Gut, ich will mich dessen unterfangen. Aber ich brauche Hilfe.”

“Welcher Hilfe?”

“Ich bedarf der zwölf stärksten Männer Rottweils, die es mit bloßen Händen je mit einem Rottweiler aufnehmen können, Hunde lieben, je gerne einen guten Rottweiler hätten.”

Der alte Rat wog seinen Kopf hin und wieder, sagte schließlich: “Ich werde dir die Männer schaffen. Wir treffen uns morgen Abend in der Rottweiler Stube, allwo ich dich kennengelernt. Um die Zeche mache dir schonmal keine Gedanken.” (weiterlesen…)

Vom Glaubenwollen als Stabilisator historischer Lügen

Samstag, 11. Mai 2013

Es geht um die letzten hundert Jahre historischer Lügen, derer ich hier bewusst keine erwähnen, geschweige denn erörtern will.

Denn hier soll allein der Frage nachgegangen werden, wieso selbst längst mehrfach und unzweifelhaft entlarvte gewaltige historische Lügen selbst jetzt noch, im Netzzeitalter, da entsprechende Berichte und Zitate leichthin auffind- wie verbreitbbar, daher auch nicht gerade nur, wie noch vor 20 oder 30 Jahren, wenigen bekannt oder zugänglich, ständigzu weiterhin aufrechterhalten und im großen Maßstabe, als absolute, unbezweifelbare Wahrheiten, verbreitet werden können.

Die naheliegende, bekannte Antwort lautet, die Massenmedien seien eben in den Händen jener, die von dieser Lage profitieren, sie erst herbeigeführt hätten.

Das genügt mir nicht. (weiterlesen…)

Konstantin in Rottweil

Freitag, 10. Mai 2013

In den zwei Tagen, die Konstantin brauchte, Rottweil zu erreichen, endlich durchs Schwarze Tor zu schreiten, dachte er immer wieder an das Gesicht mit dem Männlein auf dem Feldberge, zumal dieser Spruch, den es ihm gesagt, wollte ihm nicht aus dem Sinne:

“Was weißt du denn schon davon, was du gelernt!”

“Wie soll ich, Heidenblitz aber auch, wenig oder gar nichts von dem wissen, was ich gelernt? Heißt das, ich kann allerlei Sachen, dachte nur noch nie daran? Wie lernt man etwas so, dass man nichts davon merkt? Was könnte es denn alles sein, das ich schon gelernt, aber noch nichts davon weiß?”

Inzwischen waren Brot, Zwiebel, Käs, Schinken und Wein aus Freiburg aufgebraucht, und Konstantin brachte einen guten Wandererhunger und -durst mit in die schmucke kleine Stadt am Neckar, die für ihre Fasnet, also auch für keinen Mangel an Narren, wenigstens zeitweis im Jahr, weithin berühmt. (weiterlesen…)

Dem Nachwuchse XXV

Donnerstag, 09. Mai 2013

Erstmal ist zu begreifen, dass man, hat man etwas zu sagen, allenfalls seltenst schnell verstanden werden wird. Eher werden Nichtbeachtung, Spott, Verachtung, Verhöhnung, bestenfalls Anfeindungen die Wegbegleiter sein. Ja, so gnadenlos ist das. Hat man, erfängt man seine Welt nicht in sich selbst, so ist man verloren, oder verloren, indem man zu einer Hofschranze mutiert. Der Weg des Schaffenden ist steinig, dornig, unsicher, hart. Wenig Atzung am Rande. Lange. Der Lohn für die Mühsal ist zunächst nur, dass man sieht, was andere nicht sehen. Den aber gilt es wertzuschätzen.

Irgendwann ist man so weit, dass es vergiftetes Lob hagelt. Ja, das sei schon so, aber auch ganz entschieden anders, wofern man sich nur zu benehmen ergäbe, könne es schon noch was werden.

Noch weniger Weiber, üblicherweise, werden auf das etwas geben, was man tut, denn Männer. Warum? Das erklärt sich von selbst.

Irgendwann aber, wenn man beharrlich, noch viel weiter oben angelangt, bröckelt die Ignoranz, und selbst die Bosheit bekommt Probleme mit sich selbst. Das heißt aber noch lange nicht, dass man eigentlich gehört werde. Gerade da kann sich die Bosheit bis zum Sichüberschlagen steigern. Man habe nochmal extra Acht.

Der nicht weiß, dass er womöglich dereinst schäbig verscharrt werden könnte, soll sich auf diesen Weg besser gleich gar nicht begeben. Nur wer wirklich will, wird etwas schaffen.

Irgendwann tut alles weh. Wie als ob es nichts Schönes mehr gäbe auf der Welt. An dieser Stelle ist es entscheidend, dass man noch die letzte Hoffnung fahren lässt: aber eben gerade nicht das Selbstvertrauen.

Diese beiden haben nämlich nicht das Geringste miteinander zu tun. Fast könnte man sagen, dass sie Feinde seien.

Erfolg darf einem keinerlei Maßstab sein. Der Erfolg ist einer der größten Betrüger.

Ja, man darf und soll auch etwas für sich wollen. Man lebt. Wer aber nur für sich etwas will, wird schon an der Vortreppe scheitern. Das ist gewiss.

“Adel verpflichtet”: Das ist immerzu das Gebot.

Wenn andere etwas nicht vermögen, ist es meins, es zu tun.

Ganz einfach.

Es war nie anders.

 

Klug ist dumm, und dumm ist klug

Donnerstag, 09. Mai 2013

“Fair is foul and foul is fair”

Ich übersetze Shakespeare jetzt mal sehr frei, zeitgemäß: “Klug ist dumm und dumm ist klug”.

Klug, also dumm, sind die an ihren Schmerzphonen hangen; dumm, also klug, ist der Rest.

 

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