Archiv für den Monat Dezember 2012

Wie lange verlacht der Lug das Können?

Freitag, 21. Dezember 2012

Heute habe ich mich deromaßen aufgeregt, dass ich als Luftballon mit Sicherheit geplatzt wäre.

Worüber, das wird hier noch genauer Thema werden, aber nicht jetzt.

Es sei nämlich zunächst grundsätzlich angepackt.

Ich will mich so weit wieder abgeregt haben, dass ich mich wieder anständig aufregen kann.

Ich las und hörte von Leuten, die sich gleich Alwissen gerieren, als Profis aufführen – und zwar gerade die Gebiete betreffend, wo ich mich wirklich auszukennen meine! – , also fett, arrogant und bräsig, grundverkehrtes Gezeugs, dass ich fast lieber jenem Kinderspielzeuge ans bekannte Ende gefolgt wäre.

Ich werde im Trüben bleiben. Das muss auch keiner lesen. Einfach wegklicken.

Zu Didaktik und Sprache, Spracherwerb, derart Unterirdischem, dass mich zeitweise die blanke Wut packte. Ja, teils ward ich heute richtig “emo”. (Auch darüber wird noch zu reden sein, die damit verbundenen Schwachsinnigkeiten und Lügen.)

Kein Wunder, dass die Leute einen Weltuntergang wollen. Ich werde den entstandenen Dreck aber nicht wegfegen. So schon genug Hirndreck. (weiterlesen…)

Freundschaft (III)

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Über ohngefähr 15 Jahre hinweg dachte ich eben auch immer wieder an K., den ich, nachdem wir zusammen unter anderem ein paar durchaus nicht normalbürgerliche Dinge erlebt bzw. bewerkstelligt hatten, aus den Augen verloren (Weiber waren daran zumindest mitschuld, aber nicht alleine).

Schließlich spendete mir das Netz seine Telefonnummer, ich rief ihn vor ein paar Tagen an.

Ganz der Alte. Ich hörte ihn, er sprach mit mir, erzählte von der Zwischenzeit, wie als ob keine Stunde vergangen wäre. (weiterlesen…)

Ein Weib in Mannsverachtung

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Selbst noch die allerstursten Frauen, die ein Riesenressentiment aufgebaut, können immerhin dahin kommen, wider willen ein bisschen sanfter zu werden.

Meine Herrn!

Heute erntete ich fast so etwas wie einen freundlichen Blick (nein, es war noch weit davon entfernt, aber eine Ahnung dessen, dass es einen solchen geben könne, kam schon auf) von einer, die mich mächtig gefressen zu haben scheint.

Dabei, das ist dazu erläuterungsnotwendig, ist die weder doof noch allgemein ein übles Biest.

“Du Granatenarschloch!” – das war über lange Zeit jeder Blick, jede Bewegung.

In drei Monaten grüßt sie mich vielleicht andeutungsweise. Oder auch nicht. (weiterlesen…)

Tolkien war ein Scharlatan

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Diese ganze Tolkienerei geht mir gewaltig auf den Sack.

Jetzt wird schon davon herumgeschwurbelt, der Mann habe Zugang zu altem esoterischem Wissen gehabt.

Ich gebe zu, dass ich in seinen Sachen nur eher lustlos herumgelesen habe.

Obschon seine englische Sprache zweifellos von großer Kraft.

Auch die Bilder sind stark.

Irgendetwas aber hat mich immer davon abgehalten, all dieses hinausgezogene Gemache bis ans Ende zu ertragen.

War es nicht mein Primitivlingstum, so war es etwas anderes. (weiterlesen…)

Freundschaft (II)

Dienstag, 18. Dezember 2012

Mit der Liebe (ob auf körperlicher oder geistiger Ebene) klappt es ja bekanntlich oft bei vielen lange nicht so recht. Darüber will ich jetzt auch nicht reden.

Ich frage mich, weshalb so viele es, wenn das nicht hinhaut, nicht wenigstens erstmal mehr mit der Freundschaft versuchen.

Stets soll es gleich die “Große Liebe” sein.

Ja, der Freund, mit dem man beim Biere sitzt und sinnt und Dinge wälzt und auch mal lacht, der mag einem die geliebte Frau im Arme nicht ersetzen können; und doch: Was ist das für eine tumbe, törichte Rechnung? (weiterlesen…)

“Borderliner” und fragwürdige “Therapien”

Sonntag, 16. Dezember 2012

Gestern sah ich wieder so ein anrührendes Wesen.

Eine Frau von vielleicht 45 Jahren, die, wenn versonnen, vor sich hinsinnend, im Gesichte deutliche Spuren schwerer Jahre trug.

Kaum aber freute sie sich, so leuchteten nicht nur ihre Augen, sondern war ihr ganzes Antlitz wie verwandelt.

Da ich – nicht immer, aber grundsätzlich – ein ziemlicher Sentimentalo bin, frug ich mich sogleich, wie dies Licht wohl dauerhafter gemacht werden könne.

Sogenannte “Borderliner” (ich denke inzwischen, dass der Begriff an sich schon irreführend ist, damit auch die Übersetzung “Grenzgänger”; das aber führe ich aus, wenn die Gedanken dazu gereifter): Wie diesen zu helfen sei?

Schulmedizin wie alternative Methoden (letztere meist auf asiatisch gegründeten Theorien fußend, in der Regel eine Auflösung von “Traumata” ansteuernd) versagen mir allzuoft.

Das Urteil nicht weniger Therapeuten geht so weit (gut, die meisten Ärzte oder Arztähnlichen wollen halt unentbehrlich sein, was wunder), dass derlei Leuten von ihnen Nahestehenden, zumal Lebensgefährten, praktisch prinzipiell nicht geholfen werden könne. (weiterlesen…)

Wir dem Glücke (II)

Samstag, 15. Dezember 2012

“Glück ist nicht verhandelbar.”

(Den obigen hervorstechenden Satz brachte Thomas Stahl in einem Kommentar zum ersten Teile ein. Ich bat darum, ihn hier nochmal einstellen zu dürfen. Von Thomas stammt auch der vieldiskutierte Gastbeitrag “Libertäre – alles nur Träumer?“.)

IPCC : International Politbureau of Climate Cranks

Samstag, 15. Dezember 2012

Eben las ich, dass jener IPCC meint, es werde Ende des Jahrhunderts “in Bodennähe mit großer Wahrscheinlichkeit 0,2 bis 4,8 Grad wärmer sein als heute”.

Oha, mit großer Wahrscheinlickeit also passiert ziemlich wenig oder eben auch das 24-fache davon.

Sollte ich doch nochmal Nachwuchs zeugen, so sage ich mir wohl auch, dass der mit großer Wahrscheinlichkeit zwischen Schuhgröße 20 und 480 haben wird.

Diese Leute scheinen noch nicht einmal mehr etwas davon zu merken, wie gezielt sie sich lächerlich machen.

Früher, als es noch etwas derber zuging, hat man derlei Leute auf dem Jahrmarkt ausgestellt. (weiterlesen…)

Von der “homosexuellen” Unterdrückung

Freitag, 14. Dezember 2012

Ich finde, dass der Begriff “schwul” verpönt gehört.

Denn er diskriminiert Frauen in einer nicht hinnehmbaren Weise.

Sowieso fällt auf – ich meine nicht, dass ich mir das einbilde! – , dass “lesbisch” zu sein bei weitem nicht die gesellschaftlichen Vorteile bringt, wie schwul zu sein.

Machen Sie mal den Test: Wie viele erfolgreiche, hochgelobte, bekennende Lesben fallen Ihnen spontan ein?

Ich komme nur auf Alice Schwarzer und Anne Will.

Bei den Schwulen reichte die Liste von hier bis Alaska.

Also unterdrücken die Männer die Frauen wieder. (weiterlesen…)

Hierzu vorläufig das letzte Stück

Freitag, 14. Dezember 2012

Wes wir bedürfen, das ist eine Wiederbelebung des Ästhetischen.

Das betrifft alle Kunstformen.

Wir haben es heute mit Architekten zu tun, die von dauerhaftem, nützlichem, dabei harmonischem Bauen ebensowenig verstehen wie von Werkstoffen, die, wenn sie “Goldener Schnitt” hören, nachgucken, ob ihr Ringfinger noch dran ist.

Mit Bildhauern, die noch nicht einmal eine Fläche sauber hinbekommen.

Mit Musikern, die nicht ein Instrument einigermaßen beherrschen.

Mit Malern, deren Technik fast so erbärmlich wie meine.

Mit Schriftstellern ohne ausgebildetes Sprachgefühl, syntaktischen wie semantischen Hinrotzern.

Was aber vor allem fehlt, ist ein konsquentes Sichaufbäumen gegen solche Verhältnisse. (weiterlesen…)

Lisas Kunstbegriff: Eine Abwägung

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Zwar im Kommentarstrang zu “Zur Entspannung: Ein kleiner Crowley-Lug“, aber doch eher in Antwort auf “Beuys’ Kunstbegriff: Eine Abrechnung” schrieb Leserin Lisa folgendes:

“Angeblich kann man nicht definieren, was Kunst sei. Ich, für mich, habe es definiert und – natürlich gilt das nur für mich – ist Kunst in jeder Form eine Aussage, welche über das schon Bekannte hinausweist, neue Aspekte des Menschen erkennt, beschreibt oder darstellt und in irgendeiner Form ausdrückt. So gesehen waren für mich die technischen Erfindungen die bedeutendste Kunst im 20. Jahrhundert. Aber Technik und Wissenschaft als Kunst sind natürlich auch umstritten.”

Den zweiten Teil ab “So gesehen…” will ich hier zunächst nicht gesondert erörtern, führe ihn aber der Vollständigkeit und seines Gewichtes halber trotzdem mit an.

Ziehen wir uns also den Kern der Definition heraus: “Kunst ist in jeder Form eine Aussage, welche über das schon Bekannte hinausweist, neue Aspekte des Menschen erkennt, beschreibt und in irgendeiner Form ausdrückt.”

Mein zunächst einziger Verbesserungsvorschlag geht dahin, die Doppelung herauszunehmen, also entweder: “Kunst ist in jeder Form eine Aussage, welche über das schon Bekannte hinausweist, neue Aspekte des Menschen erkennt, beschreibt und ausdrückt.”

Oder: “Kunst ist eine Aussage, welche über das schon Bekannte hinausweist, neue Aspekte des Menschen erkennt, beschreibt und in irgendeiner Form ausdrückt.”

Ich will mich da erstmal nicht entscheiden, zumal Lisa überlassen, welche Variante sie vorzieht, sei es auch die ursprüngliche, redundante.

Vielmehr frage ich mich, ob noch irgendetwas Wichtige fehlen könnte. (weiterlesen…)

Zur Entspannung: Ein kleiner Crowley-Lug

Mittwoch, 12. Dezember 2012

“For pure will, unassuaged of purpose, is every way perfect.”

Das Obige ist ein Gedächtniszitat aus jenem “Liber Al” jenes Aleister Crowley (oder seines Herunterkanalers), aber es dürfte stimmen.

Ich versuche mich mal an einer neuen Übersetzung: “Denn reiner Wille, unerweicht von Zweck, ist allwegs vollkommen.”

Was für ein also primitiver wie grandioser Lug!

Im Wollen selbst steckt ja immer ein Zweck, ein Ziel, ein Vorgenommenes, ein als erstrebenswert Hingestelltes, Erachtetes! (weiterlesen…)

Korruption: Das hinterlistige Biest

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Vorhin war sie wieder da: die Versuchung zur Korruption.

Es hatte sich schon lange aufgestaut, dass ich den Beuysschen Kunstbegriff einmal gründlich auseinandernähme.

Nun war es ausgerechnet Lisa, die mir den Ball zuspielte.

Nicht nur, dass sie hier schon öfter interessante Gedanken eingebracht; sie scheint auch noch eine Frau zu sein, und ich bin so altmodisch, vielleicht auch nur lebenserfahren, dass ich wider die Gedanken von Frauen gar nicht so gerne hart antrete.

Lieber wäre es mir in der Tat gewesen, mein Freund R., der auf ihrer Linie liegt, oder ein anderer, hätte mir hier Beuys auf den Tisch geworfen.

Es wäre aber feige, korrupt gewesen, den Ball nicht entsprechend aufzunehmen, nur, weil er mir von einer (vermutlichen) Frau, der ich neben Achtung einige Sympathie entgegenbringe, ins Feld gespielt ward.

Vielleicht, es wunderte mich nicht, redet sie nie mehr ein Wort mit mir.

Das ist sicher nicht, was ich will.

Doch: Hätte ich mich dieser Befürchtung unterwerfen sollen?

Bin ich nicht zuvörderst der Wahrheit, der Weisheit, so wie ich sie sehe, vepflichtet? (weiterlesen…)

Beuys’ Kunstbegriff: Dritte und letzte Abrechnung

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Glörk. Grumpf. Spotz. Hack. Rümp. Puss. Krapf. Apf. Kwass. Dupf. Hapf. Krutz. Brass.

Seftel, Hepfel, Rübsam, Abtritt, Spülicht, Rankspitz, Klüppel, Böbbel, Külchei, Abschwitz.

Humperschwatz, Abheftmatz, Fäzstumpfhampf, Notfettschwitz, Drüselkrampf, Hulzvernicht, Endabricht.

Beuys’ Kunstbegriff: Zweite Abrechnung

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Nachdem ich im ersten Teile meiner Wut hoffentlich einigermaßen hinreichend Luft gemacht habe, will ich jetzt ein paar Betrachtungen dazu anstellen, woher der absurde Beuyssche Kunsbegriff seine Attraktivität zieht, die selbst manch ansonsten geistig Verkehrsfähigen in Bann schlug und schlägt.

In einer Zeit, da der Vorstandsvorsitzende der schakalsten Schakalenbank aller Schakalenbanken, Lloyd Blankfein von Goldman Sachs, im Ernste zu erklären weiß, er verrichte das Werk Gottes, sollte man sich zwar über nichts mehr wundern.

Man erzählt inzwischen ja auch, dass es eigentlich keinen echten Geschlechterunterschied (mehr) gebe. Den hätten sich die Leute immer nur eingebildet bzw. engstirnige Ewiggestrige hätten ihn nur zu Machtzwecken behauptet.

Dazu passt doch wunderbar, dass jeder Halbdackel und Seppelfrick zum Künstler erklärt. Die Idee scheint vielen zu gefallen: Sie ist egalitär, tolerant, internationalsozialistisch, kostet, scheinbar, nichts, sie leugnet nichts, was zu leugnen verboten wäre, nichtmal die Erderwärmung, sie wirkt edel, hilfreich und gut.

Dass sie Leuten gefällt, die wenig bis nichts können, versteht sich von selbst.

Wie aber mag sie Leuten gefallen, die selbst tatsächlich wenigstens mittelmäßige Künstler, ansonsten wenigstens halbwegs kunstsinnig?

Reicht zur Erklärung schon, was ich oben sagte?

Ich habe mich oft mit Verfechtern des Beuysschen Dogmas gestritten, und deren einziges Argument lautet, soweit mir entgegengetreten, es könne ja keiner definieren, was Kunst sei, und daher sei es sozusagen fies, asozial, womöglich faschistoid, den einen als Künstler anzuerkennen, den anderen aber nicht.

Hier fällt es schwer, nicht einfach von Kretinismus zu sprechen. (weiterlesen…)

Beuys’ Kunstbegriff: Eine Abrechnung

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Leserin Lisa schrieb vorhin im Kommentarstrange zu “Von der Glaubsucht” unter anderem folgendes, was mich zur nachstehenden Riposte veranlasste:

“Man kann über Beuys’ Kunst streiten, aber ich stimme seiner Aussage, dass jeder ein Künstler sei, zu.”

“@ Lisa

Ich vergaß noch Beuys und den Kunstbegriff.

Ich meine, dass der Mann einen grausen Bockmist verzapft hat.

Nicht nur, dass er unzählige Stümper und Schwachmaten in ihrem eingebildeten, aufgeblasenen Tun noch befeuerte, uns den letzten Rest des Tages zu stehlen, nein, er entwertete so die Kunst, das, was sie bedeutet, gesellschaftlich nachhaltig als solche.

Bei mir allerdings nicht um ein tausendstel Gran.

Es gibt kaum etwas Boshafteres, Zersetzerischeres, als jeden Krackler, Krattler und Kritzler zum Künstler zu erheben.

Damit wird jede kleine Gier, jede grindige Geltungssucht, die Mohrrübe im Arschloch in der Wiener U-Bahn zum Bewundernswerten erhoben.

Dekadenter geht es fast nicht. Jedenfalls fällt mir dazu nicht leicht eine Steigerung ein.

Mag der Kunstbegriff in vergangenen Jahrhunderten auch oft zu eng gezogen worden sein: DAS ist ein verhängnisvoller Unfug. (weiterlesen…)

Lautlügen

Dienstag, 11. Dezember 2012

Man lügt weiter: “Muslime”. Es heißt Moslems.

Wir dem Glücke

Dienstag, 11. Dezember 2012

Wir sind nicht unbedingt oft glücklich.

Dafür aber rächen wir uns am Glücke, nein, besser, dessen Hinterlist.

Es käme nämlich, so verlogen es auch sein mag, und das ist es zweifellos, doch am liebsten zu uns.

Es verlangt aber meist einen viel zu hohen Preis. Es ist von der Art der Wucherer.

Lustig dann, wenn man seine Ware abgelehnt, es versucht, sich nicht sichtbar zu ärgern.

Das schafft es ja letztlich nie.

Es ist derart geliebtwerdenssüchtig, dass es sich nimmermehr zu bezähmen weiß.

Das Glück hat nur das Glück, dass das die meisten nicht wissen.

Sonst müsste es sich schon viel länger angemessen benehmen.

Was das Letzte ist, was es will.

Das Glück ist so dumm, wie die Dummheit unergründlich klug ist. (weiterlesen…)

Offenheit ist geboten

Dienstag, 11. Dezember 2012

Sobald eine lachende Ziege vor mir steht, die den Käs einfach scheißt und die Sardellen dazu aus ihrem Euter gibt, überlege ich mir doch, ob ich den Monsanto-Glauben glauben soll.

Wie der Philosoph (nicht) stürzt

Dienstag, 11. Dezember 2012

Das Ende des Philosophen ist eine bestimmte Art der inneren Festigkeit.

Ein Philosoph, der seinen Frieden gefunden hat, verdient den Namen nicht mehr.

Er taugt allenfalls noch als ein Untoter.

Die Weisheit nämlich, wie schon einer sagte, ist ein Weib und liebt immer nur einen Kriegsmann.

Deshalb – ich pfitzelte gerade mit Leserin Lisa mal wieder darumherum – will ich auch zumindest bisher ganz sicher nicht “erleuchtet” sein.

Nicht nur das Passivische daran stört; es ist das Endgültige, das jenem Zustande aus meiner Sicht innewohnt.

Leserin Lisa allerdings sieht das offensichtlich ganz anders; soweit ich ihre Ausführungen verstanden zu haben meine, leuchtet es sich im Erleuchtetsein eben doch immer noch mehr.

Das wäre ja, so paradox es klingt, schon eine interessante Sache. Das schaute ich mir dann doch einmal an.

Ich traue der Sache aber nicht; noch finde ich mein relativ unterbelichtetes Leben spannend; manches, was ich mir wünschte, mag darinnen fehlen; es birgt aber täglich Neues.

Indes: So wie Lisa das zu meinen scheint (wofern ich es doch halbwegs begriffen haben sollte), nämlich, dass man von erleuchtet zu immer noch erleuchteter hinanschreiten könne, ließe ich’s mir womöglich schon gefallen.

Paradox ist ja nicht unbedingt verkehrt. Das weiß ich als leidenschaftlicher Dauerparadoxer schon lange.

Trotzdem bin ich abgeschwiffen. (weiterlesen…)

Wie der Philosoph lernt

Dienstag, 11. Dezember 2012

Als Philosoph sollte man zuvörderst seine eigenen Schwächen genau kennen.

Nur so kann man die eigenen Urteile beurteilen: egal, ob es Wein, Weib oder Gesang, oder, wie häufig, alle Dreie und noch ein Viertes und Fünftes.

Ein Hang zum Gesang kann dahin führen, dass man zu laut und zu falsch und zur falschen Zeit am falschen Orte singt; des Weines halber kann man ohne äußeres Zutun treppabfallen; des Weibes halber kann man seine Stimme verlieren und gleichzeitig noch die Bouteille.

Deshalb ist das Weib gefährlicher als selbst Trunk und Schwatz.

Aber gut, das ist seit Jahrtausenden bekannt; zur Sicherheit habe ich es aber nochmal erwähnt.

Jedenfalls gilt es, neben der Vor- und Umsicht bezüglich des Urteils, aus den jeweiligen Schwächen in dem Sinne Tugenden zu machen, dass man den sich ergebenden Spannungsbogen zwischen Dackelhaftigkeit und Verstand gezielt nutzt.

Selbst das lässt sich nämlich üben, immer besser erlernen.

WIESO, WIE war ich schon wieder so blöde?

WOMIT fing es an?

WELCHER war der dümmste, entlarvendste, lächerlichste Satz?

WAS, WANN löste den Kontrollverlust aus?

Wollte ich den Kontrollverlust gar, und, wenn ja, WARUM? WOHIN? (weiterlesen…)

Von der Glaubsucht

Montag, 10. Dezember 2012

Die Glaubsucht ist neben und mit der Todessucht vermählt die schlimmste Krankheit eines Großteils aller Hochbegabten.

Einem Primitivling, einem Fellachen im Nildelta, macht die Glaubsucht wenig.

Man hat sie ihm beigebracht, er wird seine Söhne deshalb beschneiden lassen, am Nil vielleicht sogar noch seine Töchter, aber psychisch macht es ihm, vergleichsweise, fast nichts.

Er glaubte ohnehin an jeden Scheißendreck, der ihm vorgesetzt. (weiterlesen…)

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