Her mit den Philosophinnen!

Ich stelle mir ein Reich vor, in dem die Philosophinnen den Philosophen frech Paroli bieten.

Das mag eine naive Vorstellung sein. Vielleicht geht das gar nicht. Oder wenigstens nicht gut.

Trotzdem gefällt mir der Gedanke. Wie DAS wohl wäre?

Ja, der Gedanke mag einer persönlichen Schwäche geschuldet sein. Ich liebe nunmal Frauen, die nicht nur gerne reden, sondern auch gerne denken. Daher sähe ich, was sonst, natürlich gerne mehr davon. Eine von denen treffe ich derzeit immer wieder. Eine Schwäbin ohne Gymnasium oder Dummstudium, die einfach alle Siebensachen und Achtsachen beieinander hat, sogar ihren manchmal etwas brummseligen Gatten (den ich auch sehr mag) noch mit Humor erträgt; wir foppen uns wechselseitig ohne Ende.

Es fällt ihr praktisch immer noch etwas ein. Da bin ich dann auch nicht faul, lasse meinerseits mein Hirnkastlein auf Hochtouren laufen. Manchmal wird es durchaus ernst, aber meist lachen wir, selbst dann immer noch einen draufsetzend.

Gestern Abend brachte sie eine also einfache wie wunderbare Idee auf für ein Werk (ich spann es konzeptionell sofort ins Umfässlichere weiter), eine mögliche philologische und kulturhistorische wie -philosophische Großtat, dass ich mit der Umsetzung am liebsten gleich begonnen hätte.

Sie weiß anschaulich zu erzählen und stets gleich die Essenz aus der Geschichte zu ziehen. Für mich ist sie eine Philosophin.

Sie zieht mich dabei auf, wie als ob ich eine dreiviertelsdefekte schweizer Uhr wäre. Die knirscht dann etwas, auch mal, lässt sich aber ihrerseits, wenigstens was die noch nicht völlig zerschrappelte Unruh anlangt, auch nicht ganz zerlumpen, stellt die Zeiger halt mal da, mal dorthin.

Ja, ich träume davon, dass es mehr von der Sorte Weiber gäbe. (Ein paar mehr Philosophen schadeten der Lebensfreude wie dann auch dem ganzen Planeten sicherlich auch nicht.)

Seit gestern weiß ich sogar, was, wer die “Krautscheißer” sind. Sie hat es mir stringent erklärt. Die Hintergrundsgeschichte dazu ist köstlich.

DEN möchte ich erstmal sehen, der DER das Maul verbindet!

Wir kamen auch auf das Geschwätz von Männern untereinander, gemessen an jenem von Frauen unter sich. Nein, sie führte das an.

Sie meinte, die Männer bekämen ja oft noch länger gar als die Weiber die Klappe nicht zu. Sie gab sich aber immerhin halb geschlagen, als ich davon redete, worum es dann unter ersteren typischerweise gehe. Also nicht darum, was für einen unpässlichen Pulli jene anhabe, dass der anderen letzte Woche der verkehrte Lippenstift aus der abgeschäcksten Tasche gefallen sei.

Angelegentlich gelingt mir so ein kleiner Sieg. Aber sie gibt wie ich nie auf.

Keine zwei Minuten später habe ich selber wieder mein Fett weg.

Mit solchen Frauen ist vielleicht noch nicht gleich eine nachhaltig bessere, aber wenigstens schonmal eine schönere und lustigere Welt bauen.

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