Eine der am leichtesten von anderen mit Beifall geschluckten und verbreitetsten Lügen ist diejenige, die ich jetzt mal die “Emolüge” nennen will.
Mit dieser kenne ich mich aufgrund meines mitunter heftigen Temparementes sehr gut aus.
Einerseits wird überall von Gefühl, Emotionsfähigkeit, Empathie usw. herumgelabert, andererseits ist jenen fast stets Beifall sicher (es sei denn, es sind beleidigte Moslems oder so), die einen, wenn man, nach zunächst ruhiger Rede, die Gegenseite kein vernünftiges Argument vorgebracht habend, Dinge wie Beschneidung, Zensur, Angriffskriege schamlos verharmlost, schließlich, ob aller dreist vorgebrachten Menschenverachtung, nicht mehr an sich halten will, sich sichtlich erregt, dessenthalben verspotten.
Da fällt das vielen als supercool eingeübte Schlachtbeil der Emolüge.
Wer sich so ereifere, der habe wohl keine Argumente, sich nicht im Griff, der sei nicht verkehrsfähig, dem sei nicht zu trauen, der wisse wohl nicht mehr, was er sage, sei kein vernünftiger Gesprächspartner, nicht ernstzunehmen.
Man lernt diese Lüge in jedem billigen Kommunikationsseminar.
Und es ist, klar, auch nicht klug noch angebracht, jederzeit gleich aufzubrausen.
Es ist aber doch verlogen, folgt einer systematischen Verlogenheit, wenn man, vor grinsenden Apologeten psychischer und physischer Grausamkeit sitzend, seine Emotionen, da jene, keines Mitgefühls achtend, mit dem Hinweis auf die Erregtheit des Widerparts ihre Sicht als eben jenen überfordert, ob ihrer Stingenz aus dem Gleichgweicht gebracht habend, erklären, damit keiner weiteren Begründung ihrer Position mehr zu bedürfen, sich, vermeintlich fein raus, ihren Schmerbauch darob pinseln. (weiterlesen…)
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