Unter dem Titel “Libertäre: Ring frei!” rief ich kürzlich dazu auf, oder, besser, bat ich darum, dass doch jemand, der sich mit der Materie auskennt, hier mal einen Gastbeitrag bringen möge.
Die Bitte wurde erhört.
Im folgenden also ein erster Artikel zum Thema.
(Zustimmende, ergänzende, kritische Kommentare bitte wie üblich unten in den Kommentarstrang einstellen. Wer einen weiteren, längeren eigenen Gastbeitrag – gerne auch mit teilweise oder völlig konträrer Meinung – dazu liefern will, kann diesen entweder, als solchen gekennzeichnet, dort vorschlagen oder mir per E-Brief zukommen lassen. Letzterenfalls bitte entweder unten darauf hinweisen oder kurz anrufen. Die sonstigen Konditionen findet, wer Lust hat, oben über den Link.)
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Libertäre – alles nur Träumer?
Von Thomas Stahl
Als libertärer Mensch hat man’s nicht leicht.
Viele Diskussionen beginnen nach kurzer Vorstellung des eigenen Weltbildes mit der Aussage, dass das ja alles viel zu idealistisch wäre, als dass so ein System jemals tatsächlich umgesetzt werden könnte. Meist folgt dann noch die obligatorische Frage und die fast immer gleiche Antwort darauf: „Wie alt bist du? – Ach ja, als ich so jung war, hatte ich auch noch solche Träume“. Meine Gegenfrage neuerdings lautet: „Achso! In welchem Alter hast du resigniert? Dieses Alter muss ich mir vormerken.“ Das regt nicht selten zum Nachdenken an.
Die meisten Menschen haben sich an unser jetziges System so stark gewöhnt und angepasst – oder sind von diesem System selbst existenziell abhängig – , dass ein so anders klingendes Weltbild kaum vorstellbar scheint. Dabei ist es so einfach und klar…
Ein Schnelldurchlauf durch die Ökonomie:
Der libertäre Grundgedanke ist, dass der Mensch frei geboren wird und dass kein anderer das Recht an seinem Körper hat außer ihm selbst.
Der Mensch bestimmt über sich selbst.
Als eine direkte Folge davon hat ein Mensch, der sich selbst besitzt, auch das Recht an seiner eigenen Arbeitskraft. Stellt ein Mensch aus einem Stück Holz einen Nutzgegenstand her, gehört dieser Gegenstand zweifelsfrei ihm. Daraus ergibt sich das Eigentumsrecht: Ich habe durch meine eigene Leistung etwas geschaffen und damit gehört das Ergebnis meiner Leistung mir.
Wenn nun ein anderer Mensch meinen hergestellten Gegenstand sieht und ihn gerne haben möchte, dann habe ich die freie Wahl ihm den Gegenstand zu verschenken, zu leihen, zu tauschen, zu verkaufen oder ihm meinen Gegenstand zu verweigern. Damit sind wir beim Markt.
Auf dem Markt (oder an den Märkten) werden für gewöhnlich Waren und Dienstleistungen getauscht, also Dinge, die Menschen durch ihre Arbeitskraft oder Gedankenleistung hergestellt haben. Der Handel mit Waren und Dienstleistungen ist grundsätzlich ein friedlicher und bringt immer für beide Seiten einen Vorteil. Denn nur wenn ich einen Vorteil für mich in einem Handel sehe, werde ich diesen Handel eingehen. Der andere Marktteilnehmer sieht das genauso. Beide Seiten profitieren immer, sonst würde der Handel nicht zustande kommen.
Damit nicht jeder zwei Äpfel gegen zwei Brötchen tauschen muss, wurde vor vielen tausend Jahren an vielen Orten unabhängig voneinander ein Zwischentauschmittel erfunden: Das Geld.
Durch ein allgemein akzeptiertes Geld erhält jede Ware einen eindeutigen (Geld-)Wert, den Preis. Mit dieser Wertzuweisung gestaltet sich der Tausch von Waren und Dienstleistungen einfacher. Jeder kann nun sehen, wie viele eigene Waren er verkaufen muss, damit er sich eine andere Ware leisten kann. Das funktioniert aber nur solange, wie das Geld allgemein akzeptiert wird. Damit Geld von jedem akzeptiert wird, muss es über einen eigenen (inneren) Wert verfügen und es sollte möglichst stabil, also werthaltig bleiben. Oder die allgemeine Akzeptanz des Geldes erfolgt durch Zwang. (Wer jetzt an den Euro denkt, hat den ersten Schritt geschafft. Wer an die D-Mark denkt, hat es noch nicht vollständig verstanden.) Mit werthaltigem und stabilem Geld haben die Menschen die Möglichkeit, Kaufkraft – also in Geld umgewandelte, eigene Arbeitskraft – für die Zukunft zu sparen.
Welches Geld bietet die größtmögliche Stabilität? Gold- und Silbermünzen? Ja, denn ihr innerer Wert wird nie gegen Null gehen. Aber auch jede andere, durch real verfügbare Waren gedeckte Währung hat diese Eigenschaft. Es wird also auch in diesem Geldsystem mit Banknoten bezahlt werden können. Man spricht allgemein von Warengeld. (Unser heutiges Geld ist durch nichts Werthaltiges gedeckt, daher verliert es leicht und schnell seinen imaginären Wert durch beliebig starke Inflationierung.)
All diese bis hierhin beschriebenen Zustände und Tatsachen funktionieren zweifelsfrei, sind logisch begründbar und von jedem, der in unserer Welt lebt, durch eigene Erfahrung nachvollziehbar.
Ein Begriff taucht bis hierhin aber kein einziges Mal auf: Staat.
Warum nicht?
Weil all diese beschriebenen Abläufe und Vorgänge im Normalfall friedlich ablaufen und gänzlich ohne den Staat und dessen Regularien funktionieren!
Wozu brauchen wir also den Staat?
Wir brauchen den Staat eigentlich nur dafür, dass er allen Menschen, die natürlich nicht alle und immer von Grund auf gut und friedlich sind, die einfachsten Spielregeln vorgibt und auf deren Einhaltung achtet. Er soll unsere individuellen Persönlichkeitsrechte schützen. Er soll unser Land vor feindlichen Übergriffen anderer Länder bewahren und dafür sorgen, dass jeder Bürger seine Grundrechte durchsetzen kann, wenn ein anderer diese verletzt.
Die einzige Spielregel, auf deren Einhaltung der Staat pochen muss, ist die Wahrung der individuellen Persönlichkeitsrechte der Bürger.
Jeder Bürger hat das Recht auf Unversehrtheit und auf die Früchte seiner eigenen Arbeit.
Im Umkehrschluss bedeutet dies: Jeder kann tun und lassen, was er will, solange er keinem anderen schadet.
Was macht der Staat heute und was kostet er?
Der Staat schreibt uns vor, was wir einkaufen dürfen und was nicht (Beispiele: Rohmilch in den USA, Brennesselsud in Frankreich, Glühbirnen in der EU), in welcher Verpackung und in welcher nicht. Er schreibt uns vor, wie wir versichert sein müssen, welche Heilmethoden zugelassen werden, welche Größe das Warndreieck im Auto haben muss, dass der Buchpreis festgelegt sein muss… und welches Geld wir verwenden müssen. Ein Geld, das der Staat selbst in unbegrenzter Menge erzeugen kann, denn er hat das Monopol darauf.
Damit verzerrt er den gesamten Markt und schafft starke Ungleichgewichte, die er mit Subventionen auszugleichen versucht. (Beispiel: Kälber werden mit Milchpulver gefüttert, weil es billiger ist als die Milch direkt von der Mutterkuh.) Dadurch geraten ganze Industriezweige in Abhängigkeit des Staates, dem das ja sehr recht ist. Doch verschwendet er damit Unsummen an Steuergeld, das ohne staatlichen Eingriff nie verschwendet und somit auch nie eingetrieben werden müsste.
Der heutige Staat verteilt großzügig aber sinnlos und dabei ineffizient um, bringt damit viele Menschen in Schwierigkeiten und muss ihnen am Ende unter die Arme greifen. Danach nimmt er denen, die noch für sich selbst sorgen können, noch mehr ihrer Arbeitskraft durch Steuererhöhungen ab und sorgt so letzten Endes dafür, dass auch die Arbeitsleistung dieser Menschen nicht mehr für ihr Überleben ausreicht und treibt auch sie in die fürsorglichen Arme seiner selbst. Das ist ein Teufelskreis, der sich immer mehr beschleunigt und der sich allmählich dem unausweichlichen Ende nähert.
Die Kosten, die der Staat für seine gesamten „Dienste“ berechnet, liegen heute bei 70 % Ihres Einkommens plus jährlicher Inflationsrate. Ja, richtig gelesen, kein Schreibfehler! Ihnen werden heute über direkte und indirekte Steuern 70 % Ihres Brutto-Einkommens durch den Staat entwendet. (Berechnung hier) Dafür subventioniert der Staat dann Photovoltaik-Firmen, nur um sie am Ende durch Streichung der Subventionen wieder pleite gehen zu lassen, während er den einzig damit sinnvoll erzeugten Wert, das entstandene Know-How, ins Ausland abwandern lässt. Auch führt er gerne mit den Steuergeldern „Friedenseinsatz“-Angriffskriege oder beteiligt sich finanziell an den Angriffskriegen anderer Nationen. Er kauft neuerdings auch gerne Hehlerware (Steuer-CDs), was seinen eigenen Regeln widerspricht und hält Firmen, die einfach nicht mehr überlebensfähig sind, künstlich eine Zeitlang über Wasser. Manchmal verschenkt er auch Produkte oder Geld ohne Sinn und Verstand ans Ausland.
Was kostet ein libertärer Staat?
Wenn der Staat seine Bürger nicht mehr „umsorgt“, sondern die Menschen für sich selber sorgen lässt, sinkt die Steuerlast enorm. Jedem Bürger bliebe ausreichend Geld, damit er sich selbst in allen Bereichen selbst versorgen und absichern könnte.
Die Kosten für den Schutz der Persönlichkeitsrechte der Bürger belaufen sich auf weniger als drei Prozent des BIP. Diese Kostenrechnung beinhaltet Justiz, Polizei und Feuerwehr. Wenn alle Steuern abgeschafft würden, würde also eine dreiprozentige allgemeine Steuer ausreichen, damit der Staat diese Aufgaben erfüllen kann. (Quelle, Tabelle 3) Will man nun Bildung und Verkehrswesen auch dem Staat überlassen, kommt man auf etwa fünf Prozent des BIP.
Jetzt überlegen Sie mal, wie viel Steuern der Staat heute einnimmt und was für sinnvolle Ausgaben er mit dieser gewaltigen Steuersumme tätigt. Wir reden mittlerweile von über 70 % Steuerlast in Deutschland! Der Staat verteidigt unsere Freiheit am Hindukusch. Er subventioniert ineffiziente Technologien und verzerrt damit die Märkte. Nicht mehr der Bessere setzt sich durch sondern derjenige mit der besseren Lobby. Der Staat bezahlt einen riesigen Verwaltungsapparat inklusive dem der EU, der uns am Ende vorschreibt, welche Leuchtmittel wir verwenden müssen und welche Krümmung die Banane haben muss. Was glauben Sie, würde passieren, wenn die Steuerlast der Bürger von 70 % auf beispielsweise 20 % reduziert werden könnte, indem wir den Staat auf seine hoheitlichen Aufgaben beschränken und den Rest wieder für uns selbst bestimmen? Was würden Sie mit ihrem Brutto-Gehalt alles anfangen können, wenn sie das Brutto fast komplett netto für sich selbst verwenden könnten? Welch immenser Wohlstand würde innerhalb kürzester Zeit entstehen, der die heutige Armut in Deutschland – wir reden von über 8 Millionen Leistungsempfängern – größtenteils ohne weiteres Zutun überwinden könnte? Selbst Geringverdiener hätten plötzlich ein solides Einkommen, wenn z. B. nur noch die Mehrwertsteuer auf Produkte und Dienstleistungen entrichtet werden müsste.
Hätte der Bürger auch noch die Möglichkeit, sich für ein warengedecktes Geld zu entscheiden, würde er durch den technischen Fortschritt Jahr für Jahr zusätzlich profitieren. Das Geld würde stetig an Kaufkraft gewinnen.
Ein Staat, der nur die Rechte und das Leben seiner Bürger schützt, ist spottbillig im Vergleich zu unserem jetzigen Staat, der sich anmaßt alles für uns zu regeln. Den Bürgern bleiben in einem libertären Staat die Früchte ihrer Arbeit und sie bekommen gleichzeitig das Recht zurück, selbst zu entscheiden, was gut für sie ist.
Dies setzt ein gewisses Maß an Selbstverantwortung voraus, die der Staat seinen Bürgern stark abgewöhnt hat. Deshalb haben viele nicht die Vorstellungskraft, sich eine Welt ohne den starken Staat vorzustellen und verteufeln bereits jeden Ansatz eines solchen Gedankenspiels. Es gibt aber im Grunde genommen nichts, was der Staat für seine Bürger regeln müsste. Die Menschen werden heute zwar möglichst dumm gehalten, aber sie sind nicht blöd. Sie sind ohne Weiteres in der Lage, ihr Leben selbst zu gestalten – wenn man sie einfach mal lässt.
Wie funktioniert echte Mitbestimmung?
Unser heutiger Staat beschließt über turnusmäßig gewählte „Volksvertreter“ (das Wort kommt von Treten) Gesetze und Regularien, die für alle Menschen im Staatsgebiet gelten. Das hat einen Vorteil: Klarheit. Jeder Bürger weiß, dass auch in einem anderen Bundesland oder in der nächsten Stadt dieselben (Staats-)Regeln gelten wie an seinem Wohnort. Das war´s dann aber schon mit den Vorteilen. Die Nachteile überwiegen.
Angefangen bei der Tatsache, dass bestimmte Förderungen oder Regeln in einem Bundesland sinnvoll sind, in einem anderen eher hinderlich, bis hin zu dem Fakt, dass die Kontrolle des einzelnen Bürgers über die Politik, wie wir sie heute haben, gleich Null ist. Mitbestimmung sieht anders aus, als nur alle vier Jahre seinen Wahlzettel in einer „Urne“ zu versenken und dann die Klappe halten zu müssen bis zur nächsten Wahl.
Echte Mitbestimmung stellt sich der Libertäre so vor: Sämtliche Probleme werden dort gelöst, wo sie entstehen: Vor Ort in den Kommunen. Wird ein neues Schulgebäude benötigt, entscheiden die Bürger einer Stadt und/oder mehrerer angrenzender Kommunen, die sich freiwillig zusammenschließen können, über den Bau des Gebäudes. Ohne vorher eine Genehmigung einer übergeordneten Behörde einzuholen zu müssen, ohne Fördermittel zu beantragen, die ja eigentlich nur eine freundliche Rückzahlung eines kleinen Teils der Steuern sind, die die Bürger und Gemeinden vorher abtreten mussten. Entscheiden die Bürger sich gegen den Bau, wird das neue Gebäude eben (noch) nicht gebaut. Entscheiden die Bürger sich für den Bau und das vorhandene Geld der Kommune (oder des kommunalen Bündnisses) reicht dafür nicht aus, können die Bürger zur Finanzierung z. B. eine neue, regional begrenzte Steuer beschließen, die nach erfolgreicher Finanzierung wieder gestrichen wird. Oder sie beschließen, dass die Schule von einem privaten Unternehmen, dass vielleicht Interesse daran bekundet hat, gebaut und betrieben wird. Alles ist möglich – in direkter Entscheidung durch die betroffenen Bürger vor Ort!
Woher will Berlin wissen, was die Menschen in einem kleinen Dorf brauchen und wollen und wie man das am besten umsetzt? Berlin interessiert sich dafür auch gar nicht. Berlin macht einfach sein Ding.
Im libertären System machen die Leute vor Ort die Politik. Sie entscheiden, was sie brauchen und planen und finanzieren alles unter Eigenregie, wenn sie das möchten. Die Stimme des Einzelnen hat viel mehr Gewicht, das Steuergeld wird sinnvoller und ohne „Reibungsverluste“ durch übergeordnete Behörden eingesetzt und nicht mehr für Projekte verschwendet, die ohne jegliche Zustimmung der Bevölkerung von der (Zentral-)Regierung beschlossen werden. Lobbyismus ist kaum mehr möglich, denn er fällt im kleinen Kreis einer Gemeinde sehr schnell auf und wird von den Bürgern zügig unterbunden.
Über nötige internationale Abkommen, die die dann nur noch von der Regierung vorbereitet werden, entscheiden ausschließlich die Bürger per Volksentscheid.
Aktive Teilnahme am politischen und gesellschaftlichen Leben lohnt sich wieder, die Leute merken schnell, dass sie tatsächlich etwas bewegen können und werden es auch bewegen!
Unser heutiges System schafft sich gerade selbst ab. Denn die Konsequenzen des regulierungswütigen, kontrollsüchtigen „Sozialstaats“ und die fatalen Probleme, die unserem Schuldgeldsystem innewohnen, führen zwangsläufig in die Katastrophe. Die meisten ahnen das – viele wollen es (noch) nicht wahrhaben. Es wird Zeit für einen neuen Ansatz.
Es wird Zeit für Freiheit.
Seit vielen Jahrzehnten gibt es die Theorien der Österreichischen Schule. Es gibt dutzende Bücher über das Thema. In den vielen Jahren wurden die Konzepte meines Wissens nie widerlegt. Die Schlussfolgerung der Ökonomen der Österreichischen Schule lautet:
Freiheit (vom Staat) erzeugt Wohlstand.
Für dieses Ziel setze ich mich ein und lasse mich auch gerne als Träumer belächeln. Die mich heute so nennen, kann ich in wenigen Jahren selbst so bezeichnen, denn sie träumten von der heilen Welt des starken Staates, durch den sie am Ende alles verloren.
Literaturempfehlungen von Einsteiger bis Fortgeschrittene (in der Lesbarkeit):
Roland Baader, Ludwig von Mises, F.A. Hayek
Libertäre: Ring frei!
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Ein super Artikel, der den Libertarismus an sich ersteinmal grob zusammenfasst.
Das interessante ist, dass die Menschen in ihrem Alltag weitesgehend ohne Staatskontrolle leben und von niemandem Regiert werden. Wenn man ihnen dann sagt, dass eigendlich niemand diese Staatskontrolle braucht schrecken diese zusammen und stellen sich Szenen des Chaos und Bürgerkriegs vor.
In wahrheit ist die freie Marktwirtschaft das einzige dezentrale System, dass sich selbt reguliert und am effizientesten arbeitet. Warum???
Weil es organisch ist. Es wurde von niemandem entworfen und eingeführt. Es ist aus der Summe der menschlichen Interaktionen unbewusst entstanden und ist wohl das beste, was der Menschheit passieren konnte.
Es wird immer über “den Staat” vs. “die Menschen” gesprochen. Das halte für fatal. Das wichtigste Argument gegen “den Staat” ist doch im Grunde, dass es “ihn” als eine “Wesen” mit besonderen Fähigkeiten ja nicht gibt, sondern “Staat” doch nur der Begriff für eine Gruppe von Menschen ist, die sich von den meisten anderen Gruppierungen – mit Ausnahme von Verbrecherbanden – nur dadurch unterscheidet, dass sie zum Erreichen ihrer Ziele vornehmlich gegen friedliche Menschen Gewalt anwendet oder mit der Gewaltanwendung droht. Viele Menschen scheinen aber tatsächlich “den Staat” eben nicht rational als das zu sehen, was “er” ist, sondern tatsächlich als Gottersatz auserkoren zu haben, so wie Bebel das immer gepredigt hat. Anders ließe es sich nicht erklären, warum in allem Unfragen stets Politiker und Staatsbürokraten sehr negative Vertrauenswerte erhalten, gleichzeitig bei jedem Problem nach “dem Staat” gerufen wird.
Übrigens gilt die Kritik auch für den Verfasser dieses Textes. Der ist ja ganz nett, hat aber mit “Libertarismus” philosophisch gesehen nicht viel zu tun. Das ist stinknormaler Liberalismus. “Libertarismus” macht sich nicht an der Steuerquote fest oder daran, welche “Aufgaben” man “dem Staat” überlassen oder nicht überlassen will. Wenn man eben verstanden hat, dass “der Staat” keine neutrales, außermenschliches Wesen ist, sondern einfach nur Politiker und ihre bürokratischen Handlanger meint, dann kann man nicht ernsthaft der Ansicht sein, diesen Leuten ein Monopol auf die Entscheidung über Leben und Tod (Polizei, Militär, Gerichte) zuzugestehen. Das sind ja gerade die entscheidenden Dinge. Politiker und Bürokraten sind nicht mal in der Lage, ausgeglichene Haushalte hinzubekommen, aber wenn’s um Leben, Tod und Gerechtigkeit geht, dann traut man denen das zu?
Ich werde mich auch noch zum obigen Artikel äußern, will aber zunächst auf einen durchaus auch im hiesigen Zusammenhang interessanten zeitgeist-Beitrag von Wilfried Meyer unter dem Titel ‘ “Soziale Kälte”: berechtigte Verbalkeule oder vielmehr Killerargument?’ hinweisen.
http://www.zeitgeist-online.de/exklusivonline/nachdenkliches-und-humorvolles/907-qsoziale-kaelteq-berechtigte-verbalkeule-oder-vielmehr-killerargument.html
@hanz: Dass ein Staat grundsätzlich und auch philosophisch nichts mit echtem Liberalismus zu tun hat ist mir klar. Dieser Artikel sollte aber nicht ins philosophische gehen sondern Menschen, die sich bisher nicht mit dem Thema befasst haben, einen kurzen Einblick geben. Und um nicht vollständig die Neulinge im Thema zu verschrecken bin ich hier auf den Minimalstaat eingegangen, der auch von Mises beschrieben wird. Zusätzlich, was aus Platzgründen nicht im Artikel erwähnt wurde, kann man natürlich auch die oben genannten, verbliebenen Staatsaufgaben liberalisieren und den Staat damit in eine Konkurrenzsituation zur Privatwirtschaft bringen. So hätten die Bürger auch in diesen Bereichen die freie Wahl. Aber wie gesagt, dieser Artikel zielt eher auf den Minimalstaat, der wenige hoheitliche Aufgaben wahrnimmt. Damit fühlen sich die meisten wohler. Auch ich, muss ich zugeben. Und dieser Schritt ist ein gewaltiger Schritt in die richtige Richtung. Für mehr müssen zuerst die Menschen ihre Ansichten und Denkweisen ändern. Das aber bei dem jetzigen Status Quo zu fordern wäre völlig utopisch und findet bei der Masse im Moment noch weniger Freunde als das, was ich in dem Artikel beschreibe.
@ hanz
Ja da haben sie vieleicht recht aber Libertäre sind ja die Wiederkehr der ursprünglichen Liberalen.
Der Anarchokapitalismus, auf dem die Ideen der Libertären basieren ist auch das eigendliche Ziel und wird jedem klar, wenn er sich anfängt damit zu beschäftigen.
Die Philosophie funktioniert auf lange sicht nur in ihrer Vollkommenheit.
Allerdings kann man schlecht das interesse der Menschen mit der völligen Abschaffung des Staates ködert und dies müsste ja auch nach und nach über viele Jahrzehnte geschen, da dies nur ein globaler Trend sein kann.
Deswegen sind die Libertären noch für einen Minimalstaat aber dieser soll auf Lange Sicht gegen Null tendieren.
“Staat heisst das kälteste aller kalten Ungeheuer. Kalt lügt es auch; und diese Lüge kriecht aus seinem Munde: »Ich, der Staat, bin das Volk.«”
Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra, Kapitel 22: “Vom neuen Götzen”
Achja, wie recht der liebe Friedrich auch hier hatte…
Der Staat, die kalte, ungeheuerliche Maschine…
“Everybody’s jumping on the circus train.
Some jump high, some jump off again.
And the razzmatazz is rolling, women folk unveiled.
All truths to light, all crosses nailed.
Aiming high where the eagle circles,
where he keeps his tail feathers clean.
And wonders “Am I still a free bird?
Or just a part of the machine”.
They hitch their covered wagons and they roll out west.
Politics in the pockets of their Sunday best.
Shaking hands, kissing babies, for all that they’re worth.
they promise you gold, promise heaven on earth.
Still, that old bald eagle circles,
it’s not the first time that he’s seen
his reflection in the eyes of innocence.
He’s become just another part of the machine,
part of the machine.
I wish I had an eagle like you
to look up to.
He could be my wings to fly in a big bird sky
up above the whole machine.
Part of the machine.
Part of the machine.
Smart guys aren’t running they’re home and dry.
Up in the mountains where the eagle flies.
They wouldn’t take that job offered on a plate.
They got to fly with the eagle, and he won’t wait.
Looking down on the smoke and the factories
till the truth creeps up unseen.
They see themselves in the faces of their children
and realize they too are part of the machine.
Part of the machine.
I wish I had an eagle like you
to wake up to.
He could be my wings to fly
in a big bird sky, hey
let’s be part of the machine.
Part of the machine…”
http://www.youtube.com/watch?v=sB-z6CDgsaU
Libertär?
So plärrt er:
Wat’n dat?
‘N Wurm im Watt?
Ach, mit Freiheit hat dat zu tun
Wat die da nun
Scheint mir zu teuer
Da weint die Heuer
Dahermuhn.
Nachher frisst mich noch beim nächsten Sturm
Dieser verdächtige Wurm
Kurz vorm Leuchtturm.
Der Deichgraf
Der faule
Auf seinem Gaule
Im Schlaf.
Da bin ich lieber Maulaf’.
Auf dass mich’s nicht wegraf’.
(Ein wöhnig unsachlich, nebenfachlich, etwas “off” vom Stoff, sieht aber nur zunächst, bis sich’s verwächst, nach drauß’ so aus.)
Ob Maximal oder Minimalstaat: die entscheidende Frage ist, ob die Allgemeinheit den Regeln des Zusammenlebens in Gesetz und Verfassung zustimmt. Der Staat kann nämlich als Verwalter gemeinsamer Interessen wie zum Beispiel Strassen, Telefonnetz etc. durchaus dienlich sein. In den USA hat eine Stadt aus eigener Initiative ein superschnelles Datennetz zu atemberaubend tiefen Preisen aufgebaut. Diese Leistung wurd anschliessend per Gesetz verboten und die Bürger wurden gezwungen, wieder mit AOL und Konsoerten im Internet zu kriechen.
In den Dörfern gab es früher die Allmend, Weideland das provisorisch von allen Bauern genutzt werden konnte. War das nicht die Dorfregierung, die dafür sorgte, dass die Allmend Allmend bleibt?
Gäbe es in Italien noch einen einzigen öffentlichen Strand, wenn der Staat ihn nicht als Allgemeingut schützen würde?
Der Erfolg der USA nach dem 2.Weltkrieg beruhte auf ihrer intensiv staatlich geförderten Wissenschaft, deren Resultate anschliessend von den Grosskonzernen profitabel abgekupfert wurden.
Der Staat hatte also schon immer die Aufgabe nicht nur individuelle Rechte zu schützen, sondern auch das allgemeine Interesse.
Die Aushöhlung des Staates in dieser Funktion wurde auf alle Fälle nicht vom Staat stelbst, sondern von denen betrieben, die ihn für ihre Interessen benutzten.
Übrigens: der Staat hat kein Monopol auf der Geldschöpfung, zumindest nicht in den massgeblichen Ländern wie USA, UK, Frankreich. Ich weiss nicht, warum die libertäre Schule diesen Schwachsinn daurend wiederholt. Kennedy war der letzte amerikanische Präsident, der den Doller wieder unter Staatskontrolle bringen wollte. Mit fatalen Folgen.
Der entsprechende Beschluss Kennedys ist bekannt unter der Bezeichnung “executive order number 11110″
@ Lukas
“Allmende”: Da sagst Du was, kommst mir zuvor.
Auch zur Geldschöpfung und Kennedy.
Überdies zur Wissenschaft.
War bei der Demo gegen den ESM in Karlsruhe dabei und hatte dort auch mit Mitgliedern der pdv, die ja bekanntlich diesen Hayek Schwachsinn verbreiten, diskutieren können.
Auf meine Frage warum alle Staaten verschuldet sind, wenn sie doch das Geldmonopol inne haben und unbegrenzt Geld schöpfen können, wusste niemand eine Antwort.
Es ist schon verwunderlich, wie zumeist intelligente Leute nicht erkennen, dass die Zentralbanken als Feigenblatt dienen, um die Giralgeldschöpfung durch die privaten Geldinstitute zu kaschieren.
Im weiteren Verlauf wurde ich dann mit “freien Währungen” konfrontiert.
Man könne sich dann selbst entscheiden, welche Währung man akzeptiert. Meine Frage, ob denn wenigstens ein Schrebergarten vorhanden sei, der als Sachwert zur Deckung für die eigene Währung herhalten kann wurde verneint.
Es setzte sich sodann die Erkenntnis durch, dass genau jene, die heute das Ponzigeld beherrschen, die sein werden, die ihre wertlos werdenden Papier – und Giralgeldvermögen in Sachwerte (Gold, Edelmetalle, Betongold, Grund und Boden etc.) tauschen und um damit ein neues / altes Sachwertgedeckten Geldsystem beherrschen.
Ich plädiere für Vollgeld
http://www.monetative.de
Der Staat hat sehr wohl das Monopol aufs Geld. Wenn dem nich so wäre, könnte ich meine Einkäufe und auch meine Steuern z.B. in Dollar oder Nor. Kronen bezahlen. Dass die eigentliche Geldschöpfung wo anders passiert, hat keinen direkten Einfluss auf diese Tatsache.
Rest kommt später, hab gerade keine Zeit…
@Lukas: Der Staat KANN ein guter Verwalter sein. Der Schwerpunkt liegt aber auf dem Begriff Verwalter. Er sollte nicht mehr sein als ein Verwalter.
Und um weiterer Argumentation dbzgl. vorweg zu greifen: In einem libertären Staatssystem muss nicht alles privatisiert werden – kann aber. Das ist ein Unterschied. Wenn eine Gemeinde beschließt, öffentliche Wiesen, Grundstücke, Gebäude und z.B. auch die Wasserversorgung in der öffentlichen Hand zu lassen dann ist das durchaus in Ordnung. Es soll aber der Zwang, etwas tun zu müssen, in möglichst vielen Bereichen verschwinden. Es sollen die Menschen vor Ort darüber entscheiden dürfen, wie sie leben wollen und was wie geregelt wird. Dies ist auch der Vorteil des libertären gegenüber allen anderen alternativen Systemen: Jeder darf maximal viel aber keine muss. Bis auf die im obigen Artikel beschriebenen wenigen Ausnahmen kann jeder für sich persönlich entscheiden, wie er leben will. Sollten sich genügend Menschen finden, die eine neue Form des Kommunismus leben möchten, so steht es ihnen frei, sich z.B. in einem Ort zusammen zu schließen und ihr kommunistisches System aufzubauen, inkl. eigenem Geld und allen anderen eigenen Kommi-Regeln. Im libertären Staat kann auf allen Ebenen Wettbewerb stattfinden. Vom Geld bis hin zur Landesregierung. Kann, muss aber nicht.
Alle anderen Systeme, die im Netz herumschwirren, zwingen alle Menschen, mitmachen zu müssen, wenn sich die Mehrheit (also 51%) der Menschen dafür ausspricht. Die Minderheit, die dieses System ablehnt, hat verloren. Beim libertären System ist das anders.
Dass der Erfolg der USA nach dem 2. WK durch staatliche Förderung zustande gekommen ist, stimmt nicht. Die USA waren vor dem Krieg in einer Depression, die auch ohne den Krieg und ohne staatliche Förderung von selbst überwunden worden wäre. Bereits vor Ende des Krieges zeichnete sich eine nachhaltige Erholung der zivilen Wirtschaft ab. Die staatliche Intervention wäre nicht nötig gewesen, hat aber dann die Lorbeeren geerntet.
Zum Punkt Staat und allgemeines Interesse: Was ist denn allgemeines Interesse? In der Sovietunion war alles von allgemeinem Interesse. Und da jedem alles gehört hat, hat in Wirklichkeit niemandem etwas gehört. Entsprechend hat auch niemand sich verantwortlich für ein Stück Land gefühlt und ist entsprechend damit umgegangen. Das ist der Grund, warum die Umweltverschmutzung in diesen Ländern so enorm war.
@ Thomas
Was Du am Schluss Deines Kommentars über Umweltverschmutzung in den sozialistischen Ländern sowie den Grund dafür sagst, ist selbstverständlich richtig; ich habe aber ein paar Einwände (zu anderen Bereichen der libertären Theorie werde ich mich auch noch sowohl zustimmend als auch kritisch äußern).
Die traditionelle Allmende stand jedem zur Nutzung offen, gehörte sozusagen allen zusammen. Wer sie aber übernutzte oder gar seinen Dreck dorthin kippte, der bekam auf dem einen oder anderen Wege seine Rechnung dafür.
Natürlich funktionierte das (es gibt das Prinzip vielerorts noch heute), weil das nicht eine Allmende der Sowjetunion war, sondern zum Vorteile aller lokal organisiert.
Tun wir nun aber in solchem Zusammenhang einen hypothetischen Blick in die heutige Zeit.
Eine Gemeinde, Rubenhausen, ist ziemlich arm, fühlt sich wenigstens so, verfügt über eine große Industriebrache, wenig abwerfende agrarische Nutzflächen.
Das gefällt der Firma Mondsand gar sehr. Während die Menschen überall, wo es ihnen besser geht, weder Bock auf eine Genmonsterfabrik noch die entsprechenden Versuchsfelder haben, geht Mondsand her und spendiert der Gemeinde eine neue Turnhalle, jeder bekommt ein Handgeld usw., baut daraufhin genehmigtermaßen seinen giftigen Mist.
Keine der umliegenden Gemeinden kann auf friedlichem, legalistischem Wege etwas dagegen tun, solange sie nicht nachweisen kann, dass sie schwer geschädigt wird. Vielleicht hat eine, Barshausen, ein Heilbad, und plötzlich kommt keine Sau mehr.
Die Rubenhausener sagen dazu, solange die Barshausener keine massive Verunreinigug ihres Wassers durch Mondsand nachweisen können, ganz einfach, dass sie nichts dafür können, wenn die Barshausener eine derart paranoide Kundschaft haben, die sich vor lauter nichts in die Hose macht.
Man kann dies Beispiel sicher auf mannigfache strukturell vergleichbare Probleme übertragen, die entstehen können, wenn es kein übergeordnetes Gemeinwesen mehr (oder nur ein zu schwaches) gibt.
Kein Gericht würde Genmais zulassen. Es ist ein Risiko, dessen Ausgang man nicht kennt.
Also blödes Beispiel.
Genauso wie keiner mehr Atomkraftwerke bauen würde, da er den Müll auf eigene Kosten entsorgen müsste.
@Michael: Entweder hast du nicht ordentlich gefragt oder du hast Mitglieder gefragt, die nicht so tief in der Materie drin sind. Ich kann die erste Frage nur recht kurz beantworten, weil das hier den Rahmen sprengen würde: Die Staaten müssen in unserem jetzigen Geldsystem verschuldet sein. Denn jedes Guthaben erfordert einen entsprechenden Schuldner. Wenn viel Geld erzeugt wird und die Privatwirtschaft diese Schulden nicht übernehmen kann oder will, muss eben der Staat ran. Das Teilreservesystem in Verbindung mit Zins und “TooBigToFail” pumpen die Geldmenge immer weiter auf. Damit müssen letzten Endes die Staaten als Gläubiger einstehen. Der Grund dafür ist unser Schuldgeld. Würden alle Schulden zurückgezahlt, wären auch keine Guthaben mehr da. Alles Geld wäre verschwunden.
Die zweite Sache ist auch recht einfach zu beantworten: Ja! Jeder könnte theoretisch sein eigenes Geld erschaffen. Die Frage ist am Ende nur, ob es von den Leuten akzeptiert wird. Und da sind wir schnell beim Nein, wenn es um ungedecktes Geld geht im Vergleich zu warengedecktem Geld. Dass wir jetzt natürlich starke Ungleichgewichte in unserem heutigen System aufgebaut haben, die ein FreeBanking-System dann eventuell in der Anfangszeit verkraften muss, steht außer Frage. Aber die Alternative wäre Enteignung, um alle Leute auf ein ähnliches Niveau runter zu bringen. Das kanns auch nicht sein. Und nochwas: Dein Vollgeld ist Schwachsinn. ;p Denn es löst die Probleme nicht grundlegend. Und wir sind wieder alle gezwungen, in einer Währung zu bezahlen. Ein Wettbewerb sorgt immer dafür, dass niemand über die Stränge schlägt oder am Ende unter geht. Das funktioniert beim Geld genauso. Am Ende profitiert der Kunde immer vom Wettbewerb.
@Magnus: Ja, die Firma Mondsand könnte durchaus in Rubenhausen bauen wenn die Einwohner dafür sind. Wenn aber niemand Mondsandprodukte kauft, weil herauskommt, dass die schädlich sind oder weil die Firma einfach keinen guten Ruf genießt, wir die Firma nicht lange dort produzieren.
Um dein Beispiel, welches nicht ganz realistisch ist, weiterzuspinnen: Wenn Barshausen tatsächlich die Gäste wegbleiben würden, nur weil im Nachbarort ein Genmaisfeld steht, das ansonsten wirklich keinen Schaden anrichtet, dann haben die Barshausener tatsächlich ein Problem. Denn wenn keine Beeinträchtigung der Wasserqualität festzustellen ist, ist das Problem nur psychologischer Natur. Das ist aber heute genauso. Nennt sich im weitesten Sinne veränderte Umweltbedingungen. Die Barshausener können dagegen klagen und ein Gericht wird darüber entscheiden. In diesem Beispiel könnten die Barshausener aber darauf pochen, dass keine Verbreitung des Genmaises auf die anliegenden Biomaisfelder stattfinden darf. Damit hätte dann Mondsand und Rubenhausen ein Problem. Am Ende würde man sich sicher zu beiderlei Zufriedenheit einigen. Und der Rest entscheidet der Kunde, der Mondsands Produkte kaufen soll.
Zur Allmende: Das ist eine kleine Art des Kommunismus. Das, wie du richtig sagtest, funktioniert tatsächlich im kleinen Kreis einer Gemeinde ganz gut. Und dagegen ist nichts einzuwenden, wenn das so bleibt. Liegt alleine in der Entscheidung der Menschen vor Ort.
Zum Punkt Wissenschaft kann ich noch nichts sagen, weil ich deine Fragestellung nicht genau sehe. Wissenschaft wirds weiter geben. Vielleicht würde es solche Megaprojekte wie CERN nicht geben. Aber wäre das so tragisch?
@ Andi Frei
Bist Du Dir wirklich sicher, dass das obige ein blödes Beispiel ist?
Bisher wurde der Gendreck praktisch überall durchgewunken, bis dass die letzte Ratz dran verreckt (von den transgenen Mutationen mal ganz zu schweigen); meinst Du, Gerichte wären plötzlich überall nicht mehr zu korrumpieren, Heere von Anwälten verlören jedes Interesse an viel Zaster, Gutachter hätten nicht weiterhin gerne “Zweitmittel” usw.?
So einfach ist das nicht.
Bei der Nanotechnik weiß übrigens auch noch keiner so recht, wie gefährlich sie in ihren potentiellen Folgen ist. Man macht es halt.
Wer nicht mitmacht, ist erstmal der Loser.
Warum wird heute der Gendreck überall durchgewunken? Weil Behörden dafür zuständig sind, die komische Gutachten in Kombination mit einer dicken Spende als Beweis für die Unbedenklichkeit werten. Die große Mehrheit der Menschen wäre in einer Volksbefragung gegen den Anbau solcher Dinge. Nur fragt sie heute keiner, wie bei allen anderen “großen” Themen auch.
[...] Gleichgewicht eher in „unentschlossene Schwingungen“ versetzendes Beispiel möchte ich einen Gastbeitrag auf der Seite „Neues aus Hammelburg“ von Magnus Göllner (22) anführen. – Er ist zweifelsohne ebenso lesenswert wie die darin vorgetragene These etwas [...]
Danke für den Kommentar!
Natürlich sind Theorie und Praxis etwas grundverschiedenes. In der Theorie funktionieren aber alle anderen System auch, inklusive derer, von denen wir aus der Praxis wissen, dass sie nicht funktionieren. Gleiches gilt selbstverständlich für die ÖS. Es gibt aber einen entscheidenden Unterschied zu allen anderen Modellen: Unseres bestimmt in der Praxis nur einfachste Rahmenbedingungen, aus denen man sehr schnell von einem libertären System in ein anderes wechseln könnte, sollte ersteres nicht funktionieren.
Auch versprechen wir kein Paradies, so wie es viele andere gerne tun. Die Umsetzung der libertären Theorie würde aber vieles erleichtern. Es würde auch weiterhin wirtschaftlichen Auf- und Abschwung geben, was völlig natürlich ist. Nur würde dann keiner eingreifen. Der Markt würde sich bereinigen dürfen und danach geht es wieder bergauf. Heute wird jeder Abschwung auf Biegen und Brechen verhindert und damit das große Crashpotential erst erzeugt. Hätte man die Wirtschaft atmen lassen, wäre das alles gar nicht so weit gekommen. Krisen in diesen Ausmaßen wären niemals entstanden. Und die Zeit wird zeigen, ob uns am Ende alles um die Ohren fliegt und wir alle finanziell bei Null beginnen werden.
@ Thomas
“Heute wird jeder Abschwung auf Biegen und Brechen verhindert und damit das große Crashpotential erst erzeugt. Hätte man die Wirtschaft atmen lassen, wäre das alles gar nicht so weit gekommen. Krisen in diesen Ausmaßen wären niemals entstanden.”
Genau so ist es m. E. grundsätzlich.
Aber wieder mit einer wesentlichen Einschränkung.
Elementare Versorgungssysteme und Infrastruktur (in bezug auf Wasser, Umweltschutz, Hygiene, Ernährung, Energieversorgung, Schlüsselindustrien für die Selbsterhaltung usw.) dürfen auch in einem Abschwung, wo sie sich eine zeitlang vielleicht im klassischen Sinne nicht mehr rentieren, nicht einfach auf- bzw. dem Verfall anheimgegeben werden.
@ Thomas (& Alle)
(Nachtrag)
Genau zu meinem obigen Einwand wäre es m.E. notwendig, gerade, um den Leuten zu zeigen, dass eine Umstellung in Richtung mehr Freiheit, mehr Eigenverantwortung, weniger Staat, weniger Dirigismus und sinnlosen Subventionen, eben nicht bedeuten soll, muss, dass Notwendiges in Notzeiten (bis dass das Paradies ausbricht) nicht gemeinschaftlich aufrechterhalten werden solle, klar definiert, so klar als möglich, was dazugehört und was nicht.
Das schüfe Glaubwürdigkeit.
Noch ein Beispiel dazu: Was die Wasserwerker Ende des neunzehnten Jahrhunderts in Deutschland, sehr weitsichtig, im Staatsauftrage an Abwassersystemen schufen, kurzfristig keineswegs rentabel, selbst noch mittelfristig zu teuer (nimmt man mal 20 Jahre dafür), davon zehren wir heute noch, davon profitieren wir heute noch.
Der reine freie Markt hätte keinen vernünftigen Grund gehabt, das hinzubauen.
Es wurde, mit großem Aufwand, ins Werk gesetzt, das dauerhafte Wohlergehen der ganzen Nation zu sichern.
Elemantare Versorgungssystem können natürlich – wenn die Leute vor Ort das für sinnvoll erachten, was sie wohl auch täten – in kommunaler Hand bleiben. Ich denke aber, dass auch ein privates Unternehmen langfristig planen würde. Speziell bei Wasser, weil Graben immer viel Geld kostet und die Mehrkosten für solide Wasser- und Abwassertechnik eher gering sind im Vergleich dazu.
“Das gefällt der Firma Mondsand gar sehr. Während die Menschen überall, wo es ihnen besser geht, weder Bock auf eine Genmonsterfabrik noch die entsprechenden Versuchsfelder haben, geht Mondsand her und spendiert der Gemeinde eine neue Turnhalle, jeder bekommt ein Handgeld usw., baut daraufhin genehmigtermaßen seinen giftigen Mist.”
Schau mal die Doku “Bottled Life”.
Darin geht es um das Gebaren des Nestlé-Konzerns u.a. in den USA. Es ist klar dokumentiert genau das Bestechungsprinzip, welches von den multinationalen Terrorkonzernen angewandt wird, welches dort beispielhaft versinnbildlicht realiterweise dargebracht.
Ja, auch wenn die Menschen intuitiv wissen, dass es falsch ist, solch ein Monster in einer Kommune willkommen zu heissen, machen sie es, so das Bestechungsgeld hoch genug ist, letztlich im auf Zwang basierten Raubtiertkapitalismus (welchen auch das hier beschriebene libertäre System letztlich fördert, und nicht mindert, bedenke es wohl Thomas!!!), trotzdem, eben wegen des Zwangs der Erwirtschaftung von zinsknechtschaftbasiertem Luftgeld!
Ein kleines Kaff, neben dieser von Nestlé gekauften Kommune, hat aber dem Monster den Kampf angesagt (es war/ist übrigens gründend im Engagement einer Gemeinschaft von bewussten, wachen Ladies mit gesundem Menschenverstand!), zumal dies Monster ebendieses bösartige Vereinnahmeprinzip flächendeckend auszubreiten gedenkt.
Aber nicht mit diesen bewussten Ladies!
Auch wenn also die gesamte Nachbargemeinde vom Monster faktisch korruptiv aufgekauft wurde, um ihre widernatürlichen und unmenschlichen Praktika damit bei den Anwohnern zu legitimieren, haben sie, nachdem sie erkannten, dass auf Gemeinderechtsebene nichts zu erreichen war, dieses Vorhaben mit Berufung auf ihre verbürgten Grundrechte in der Verfassung stoppt können, indem sie Rückgrat bewiesen haben und aufrecht standhaft blieben gegen die kapitalbasierte, invasive, ausländische, organisierte Terrormacht (Bsp. Nestlé)!
Ich könnte jetzt noch viel dazu schreiben, verbleibe aber mit dem wesentlichen Kernpunkt zum Abschluss:
SELBSTVERWALTUNG!
Ihr Deutschen habt übrigens diese Möglichkeit (noch) per GG gegeben, und solltet sie indem ihr GEMEINSAM dafür eintretet, und euch alsomit dem Blutgeldmoloch der Konzernherrschaft entgegenstellt, auch tatsächlich nutzen.
(Dazu eine kleine Anregung: http://www.dphw.de/ )
Denn obschon die Bundeswehreinsätze im innern nun von Karlsruhe genehmigt, gleichzeitig 300 Mio Euro schwere Projekte zum diesbezüglichen Training der Bundeswehrplastiksoldaten im bürokratischen Miniaturfetzenkrieg (indem man dafür einfach eine eigene Kleinstadt mit allem drum und dran, ausser Einwohnern ^^ dort errichtet), trotz 2.1 Bio Staatsschulden!, durchgewunken wurden, können sie euch, wenn ihr wirklich kommunal basiert gemeinsam dafür einstündet, nicht alle abknallen! Wenn sie dies täten, würden sie die Revolution damit, einem Flächenbrand gleich sich ausbreitend, selber entzünden, und das werden sie allerhöchstens dann noch als äusserste Mittel in einem Hochrisikogame einsetzen, wenn alle andern Möglichkeiten zum Durchbringen ihrer bösartigen Anliegen gescheitert, und sie das grosse Spiel um die Herrschaft der Welt sowieso schon als verloren erachten, eben als ultimatives Mittel einsetzen – wenn überhaupt (denn es gibt ja womöglich auch in diesen Konstrukten doch noch einen Rest gesunden Menschenverstands bei den indirekt zwanghaft mitwirkenden, und dies trotz sukzessiver Dauer-Vergiftung und -Verblödung)!
Ich bitte euch, ihr Deutschen, denkt ernsthaft darüber nach.
Ich schreibe dies übrigens nicht zufällig jetzt, nein, ich habe dieser Tage noch wirkliche Deutsche Menschen (nicht systemkonformierte, verfremdete, systemtaugliche Bioroboter) treffen dürfen, und mit ihnen über auch dies, ausführlich diskutiert!
Der Zug ist NOCH nicht abgefahren, aber der Schaffner hat schon längst gepfiffen, und die Türen werden je länger, je mehr, geschlossen…
Think about!
Peace out…
Ein Eidgenosse aka The Dude.
Ps. Ich erinnere in diesem Bezug auch noch mal an die Eminenz des hier im Strang schon erwähnten 100% wertgedeckten Vollgeldsystems der Monetative.de!
Nachtrag @Thomas
Das Vollgeldsystem der Monetative nennst Du “Schachsinn”?? Während Du das schwachsinnige neokapitalistische libertäre System propagierst?? *lolol*
Gezielte moderate Enteignung von allzu hoch angewachsenen Vermögen ist die einzige Lösung!
Evo Morales hat dies in Bolivien in den letzten Jahren schon bewiesen, indem er ausländische Grossgrundbesitzer soweit enteignete, dass sie weiterhin dort leben, und sich wunderbar autark zu versorgen im Stande waren, währen alles was sie zu viel ungerechtfertigterweise von der Gemeinschaft entwendend in Besitz genommen haben, wieder an die Gemeinschaft abzutreten hatten!
Und auch im Bandbreitenmodell ist eine Enteignung bis zu 30 Mio vorgesehen! Mach Dich mal schlau auf monetative.ch / .de und http://www.bandbreitenmodell.de/
Achja und noch was vergessen @Thomas
Das von Dir geförderte Konkurrenzdenken, dass in den fahlen, libertär-kapitalistischen Ideologien noch und nöcher in allen Facetten gepredigt wird, ist ein wesentlicher Kernaspekt, des weiteren Voranschreitens der Welt ins – von der NWO-Gilde selbstverständlich gewünschte und forcierte! – totale Chaos…
Weil das Konkurrenzdenken eben widernatürlich ist, zumal es das Gemeinschaftsgefühl aushebelt! Anders gesagt: Es ist sein direkter Widersacher der ganzheitlichen Verbundenheit (göttlich), da es die Spaltung/Trennung (dia-bolisch) symbolisiert!
Nur eine bewusste auf Gleichwertigkeit basierte Einheit unendlich verschiedener einzigartigen Individuen wird diesem Widersacher im Kampfe (metaphysisch und symbolisch zu verstehen!) paroli bieten können, und letztlich auch obsiegen!!
@All
Nehmt euch in acht, ich vermute stark, dass Thomas ein gefährlicher Trojaner ist, auch wenn seine Ideen sich auf den ersten Blick/Gedanken sehr edel und sinnvoll anhören.
Ps. Das sag ich allerdings unter klarem Vorbehalt, aber ich muss es sagen, weil die Früchte im Weiterdenken beim gelesenen von ihm in diesem Strang, und insbesondere den letzten Kommentaren sehr stark darauf hinweisen.
Meine Alarmglocken im Hinterkopf laufen jedenfalls Sturm.
@ Dude
Dass die libertäre Idee nicht wirklich durchdacht sei: für mich keine Frage.
Ich habe noch viel mehr Einwände dawider, als ich hier bisher vorgebracht habe; ich habe sie aber hier zur Diskussion stellen wollen, einerseits, weil ich wirklich für Meinungsfreiheit bin, andererseits, weil ich auch gute Ansätze sehe. Drittens, das hoffte ich immerhin, hat mich, vielleicht auch andere, die bisherige Diskussion gedanklich schon weitergebracht.
Thomas persönlich will ich im Sinne Deines Verdachtes, auch wenn mir das nicht zustehen mag, ausdrücklich in Schutz nehmen.
Ich will es Dir in einem Gleichnis sagen: Bloß deshalb, weil die Thora ein Mistbuch ist, sehe ich nicht jeden Juden als einen miesen Typen an; bloß deshalb, weil der Jesusglaube einigermaßen idiotisch ist, halte ich nicht jeden Christen für einen Deppen; bloß, weil der Koran ein schauerlich schlechtes Buch ist, halte ich nicht jeden Moslem für ein abgedrehtes Scheusal.
Zum “Vollgeld” kann ich bislang nichts sagen, da ich noch nicht die Zeit hatte, mich mit den damit zusammenhängenden Thesen zu befassen.
Sollte Thomas selbst, was ich bislang nicht im geringsten Anlass habe, zu vermuten, ein U-Boot sein, so ist es hier genau an der richtigen Stelle aufgetaucht.
Dann besser hier, als dort, wo keiner richtig denken kann.
Ich habe noch hundert Einwände wider den Libertarismus bzw. die libertaristische Ideologie; da ich aber dazu eingeladen habe, diesen hier zu präsentieren, werde ich jene (ein paar davon habe ich schon vorgebracht) hier, zum freundlicherweise eingestellten Gastbeitrage nicht alle geballt vorbringen.
Sollte ich mich dann doch dazu gefordert sehen, wird es ein eigener Beitrag.
Einen solchen kannst Du gerne auch bringen; Du musst Dich dann aber an die bekannte conditio sine qua non halten.
Hier geht es darum, dass sich möglichst freie Geister treffen und austauschen.
Wäre Thomas ein Sozialdemokrat, also Mitglied einer deutschen Angriffskriegspartei, so hätte ich ihn möglicherweise trotzdem, oder gerade deshalb, mit seinem Text hier hereingenommen.
Kurzum: Ich weiß, was ich mache.
“Thomas persönlich will ich im Sinne Deines Verdachtes, auch wenn mir das nicht zustehen mag, ausdrücklich in Schutz nehmen.”
Das steht – gerade Dir! – angesichts meines klar dazu geäusserten Vorbehalts selbstverständlich mehr als nur zu!
Der Hinweis sollte auch nur darauf abzielen, um Lesenden klarzumachen, dass Obacht geboten, sich nicht mit gut klingendem, aber im Kerne Fahlem, einseifen zu lassen.
Ich habe überhaupt nichts gegen Thomas und schätze, in gewisser Hinsicht, seine Kommentare hier auch sehr.
Das Gleichnis hättest Du Dir sparen können… das ist mir schon längst bewusst, ansonsten wär ich wohl gar nicht mehr hier… :-)
“Du musst Dich dann aber an die bekannte conditio sine qua non halten.”
Und auch diese Erinnerung hättest Du Dir sparen können, aus genau dem gleichen Grunde.
Aber ich bleibe bei meiner Entscheidung.
Ich werde mir voraussichtlich diesen kommenden Winter mal ein überteuertes Ticket nach Stuttgart leisten fürs Fondue (welches eh besser schmeckt im Winter ;-) ).
Dann können wir das ganze mal Aug in Aug besprechen…
Liebe Grüsse vom DUDE
Hab noch was entdeckt beim graben, Herr Göllner…
@Adalbert: DER MANN HEISST GÖLLER!!!
“Als zweites, mein inneres Gleichgewicht eher in „unentschlossene Schwingungen“ versetzendes Beispiel möchte ich einen Gastbeitrag auf der Seite „Neues aus Hammelburg“ von Magnus Göllner (22) anführen. – Er ist zweifelsohne ebenso lesenswert wie die darin vorgetragene These etwas behandelt, was ich persönlich als „korrekten Ansatz“ für eine lange überfällige Reformierung unseres Gemeinschaftswesens halten könnte, wenn nicht gar so oberflächlich mit den ideologischen und wirtschafts- respektive gesellschaftstheoretischen Fakten der vom Autor zugrunde gelegten Theorie umgegangen würde … Meine zwischen „Antipathie“ und kategorischer Ablehnung schwankende Skepsis allen Ismen gegenüber basiert letztlich ja darauf, dass die praktische Umsetzung solcher Thesen bei objektiv-kritischer Betrachtung in den meisten Fällen mit den theoretischen Vorgaben kaum noch etwas gemein hat!
Zur dargelegten These des Autors möchte ich anmerken, dass ich sie durchaus bedenkenswert finde und unter bestimmten Voraussetzungen auch für ihre praktische Umsetzung einzutreten bereit wäre. Aber wie oben bereits betont, käme es dann darauf an, die Thesen, auf denen die Idee gründet (Österreichische Schule – und Fortentwicklungen) nicht nach deren theoretischer Gestaltung, sondern nach dem faktischen Wirken ihrer Protagonisten zu beurteilen. Darum nämlich, um fragwürdige Entwicklungen, die auf ganz anderen „Sachzwängen“ und Zielsetzungen als die überlieferte Lehre beruhen, bei einer tatsächlich dem „eigenverantwortlichen Gemeinwohl“ verpflichteten Umsetzung nicht das Gegenteil dessen zu erhalten, was man den Menschen als Ausweg aus allen Krisen und Nöten anpreist.
An dieser Stelle ist weder die Zeit noch der Raum für eine eingehendere Behandlung des Themas. Ich würde Ihnen jedoch empfehlen, sich im Sinne der von mir oben angemahnten „realistischen Abwägung“ von Schein und Wirklichkeit der theoretischen Grundannahmen etwas eingehender mit den vom Autor angebotenen Quellen zu befassen. Dabei sollten sie dann auch gründlich studieren, was von diesen Ökonomen und Philosophen an Thesen aufgestellt und in welcher Weise diese hauptsächlich umgesetzt wurden. Als Einstieg genügt dafür sicherlich das, was die „Wikipedia“ anbietet, aber auf der Grundlage der dort verfügbar gemachten Informationen sollte man sich danach auch nach alternativen, möglichst nicht nur von Anhängern der genannten Ideologie stammenden Informationen umschauen. Da ich es selbst schon vor langer Zeit getan habe, kann ich Ihnen versichern, dass ein derart gestaltetes Studium sich als eine höchst interessante Reise durch Theorie und angewandte/umgesetzte Praxis erweisen wird.”
http://adalbertnaumann.wordpress.com/2012/09/22/kommentierte-medienschau-ii/
@Thomas (hier wird von einem Zweitthomas der Autor Thomas angesprochen – Anm. M.W.G.)
Fangen wir beim letzten Punkt an, ALLGEMEINES INTERESSE. Im Kommunismus gehört nie alles allen, es gehörte allen nichts. Warum, weil Kommunismus 100% undemokratisch ist und meines Wissens in allen Ländern war, die ihn durchexerzierten.
Das hielt den russischen Staatsapparat nicht davon ab, im ALLGEMEINEN INTERESSE den öffentlichen Verkehr, Spitäler etc. auszubauen. Auch in den 90ern nach dem Zusammenbruch gab es immer Brot (wenn auch sonst fast alles fehlte).
Das ALLGEMEINE INTERESSE im Gesellschaftsvertrag von Rousseau ist eindeutig nicht definiert als 51:49 Majorzentscheid, sondern als eben als allgemeine Zustimmung.
Frage die Menschen zum Beispiel mal, ob Stehlen, Lügen und Betrügen erlaubt sein soll. Du wirst kaum einen finden, der das unterstützt. Das ist das allgemeine Interesse. Eine Verfassung oder ein Gesetz (das immer nur allgemeine Belange und Grundsätze sinnvoll definieren kann) kann also nur dann demokratisch und im allgemeinen Interesse sein, wenn die Beteiligten ALLEN Verfassungsartikeln und Gesetzen eindeutig zugestimmt haben. Diese SItuation gibt es jedoch nirgends. (Und da sind wir noch nicht beim libertären Wirtschaftssystem)
Im Kontrast zum Allgemeinen Interessen stehen die Interessen Aller, also die Interessen der Einzelnen. Obwohl ich der Tempolimitierung auf der Strasse prinzipiell zustimme, kann es mir passieren, dass ich nachts allein auf der Landstrasse gerne auch 120 statt 80 fahren würde. Vor allem wenn der Wagen die nötige Spurtreue bietet.
Die Interessen aller können nur immer wieder kollidieren. Nachbarn streiten sich wegen Zäunen und zu grossen Bäume mit Schattenwurf. Besonders libertär geht es da meistens nicht zu und her und Toleranz, Resepkt und Empathie ist via System nicht zu verordnen. Es gibt Menschen die sind fähig sich mit ihren Nachbarn zu arrangieren, sich zu mäsigen, Toleranz zu üben. Andere sind schnelll am Anschlag und rennen zum RIchter. (Jesus sagte, es sei besser sich auf dem Weg zum Richter mit dem Kläger zu einigen..)
Das Grundproblem ist also das Verhältnis zwischen allgemeinen Interessen, wozu auch die ethischen Grundsätze der Religionen gehören und den Interessen aller, die immer vom jeweiligen ethischen Entwicklungsstand des Einzelnen abhängt und seiner Bereitschaft das allgemeine Interesse seinen persönlichen Interessen zu opfern.
Ich weiss nicht, weshalb wir deswegen eine libertäre Wirtschaftsordnung im Sinne Hayeks brauchen, solange politisch Demokratie nicht verwirklicht ist. (Volk als Gesetzgeber, keine Volksvertretung in der Legislative) und nur Auftragsmandate für die Exekutive (analog zum CEO in der Privatwirtschaft)
In diesem Sinne: was ist das Huhn, was ist das Ei? Meiner Ansicht nach ist die libertäre Ordnung das Ei, welches womöglich von einem demokratischen Huhn gelegt würde.
In der aktuellen Phase des entfesselten Egoismus, Hedonismus und Narzismus sowohl auf weltwirtschaftlicher als auch individueller Ebene ist es vollkommen absurd, ein libertäres System zu fordern. Ich halte die Forderung deshalb für getarnten Egoismus.
Demokratie im heutigen Sinne ist eine Diktatur der Mehrheit über die Minderheit. Das wird zwar grundsätzlich immer so bleiben, jedoch gibt man der Minderheit heute nicht die Wahl, ihre eigenen Entscheidungen umzusetzen. Demokratie kann nur dann sinnvoll sein, wenn sie auf kommunaler Ebene stattfindet. Denn dann hat die Minderheit noch immer die Möglichkeit, ihre von der Mehrheit abgelehnte Ansicht (in einer anderen Kommune) zu vertreten und entsprechend zu leben. Wenn wir Demokratie weiter von “oben” und zentral haben, bleibt den Abweichlern nur, das Land zu verlassen, was die Massenormalerweise nicht gerne tut.
Demokratie vor Ort mit einem einfachen, bundesweit übergeordneten Regelwerk, das natürlich auf Ethik basiert (nirgends steht etwas anderes) überlässt den Menschen den maximalen freiheitlichen Spielraum ohne in eine Anarchie abzudriften.
@Dude: Jemand vor meinem Kommentar nannte die ÖS Schwachsinn. Deshalb hab ich mich auf das gleiche Niveau heruntergelassen.
Ich habe mich mit vielen anderen Modellen beschäftigt und wäre auch fast bei dem Modell des fließenden Geldes von Popp gelandet, hatte auch mit ihm mehrfachen Kontakt, schreibe ihm auch heute noch gelegentlich eine EMail und versuche ständig, unsere Wege zu bündeln auch wenn sich unser Ziel unterscheiden mag. Das Bandbreitenmodell ist aber genauso wie Popps Modell ein Modell des Zwangs. Das brauche ich nicht, das habe ich bereits heute schon. Ich habe genug von Zwang und Vorschriften und will nicht von einem Zwangssystem in ein nächstes wechseln müssen. Ich will so wenig Vorschriften wie möglich und nur solche, die Sinn machen. Die einzigen Vorschriften, die Sinn machen, sind die oben stehenden. Der Staat heute maßt sich an, Dinge zu entscheiden, die jenseits von Gut und Böse sind. Auch in allen anderen alternativen Modellen wird es zwangsläufig soweit kommen! Gib dem Staat Macht und er nimmt sich immer mehr davon. Deshalb muss der Staat entmachten werden, damit
Dass die Firmen Mondsand oder Netler heute damit durchkommen, liegt doch einfach daran, dass die Leute mehrheitlich verarmt sind. Menschen, die genug Geld haben, um sorgenfrei leben zu können, werden sich nicht mehr so einfach bestechen lassen. Das passiert nur, wenn Menschen und Kommunen verschuldet sind und das Geld brauchen.
Und wenn ich ein UBoot wäre, dann bitte die Dophin-Klasse mit ordentlich Durchschlagskraft ;P So ein Unsinn. Ich vertrete nur meine Meinung auf einem Blog, der mir gefällt und auf dem ich eingeladen wurde, dies ausführlich zu tun.
@ Thomas (der Kommentator) & @ Thomas (der Gastautor)
Lieber Kommentatoren-Thomas,
ich finde es weder angebracht noch in irgendeiner Weise zielführend, hier durch einen zweiten Thomas, der den Artikelschreiber-Thomas anspricht, Verwirrung zu stiften. Letzterer hat auf Deinen Beitrag sachlich reagiert, ohne dies zu monieren. Ich aber tue das hiermit.
Thomas Stahl ist ist hier mit Klarnamen angetreten, man kann ihn über die PDV jederzeit finden, wo er auch sein Gesicht zeigt.
Insofern hat er so etwas nicht verdient; solltest Du zufällig tatsächlich ebenfalls Thomas heißen, hättest Du das in irgendeiner Weise kenntlich machen können, nein, müssen, so dass keine Verwechslungsgefahr besteht.
Nachdem, Thomas, der Autor, hier schon verdächtigt wurde, ein gefährlicher Trojaner zu sein, was, da er eingeladen wurde, hier zu publizieren, eindeutig der ist, der er sagt, was Du, wenn Du den Strang wirklich verfolgt hast, wissen solltest, jederzeit selber überprüfen hättest können, also ganz offen antritt, muss ich hier die Bremse ziehen.
Das heißt nicht, dass weitere Beiträge von Dir nicht willkommen wären, denn Dein Kommentar war ja zur Sache und keineswegs ein dummes Geranze.
Ich bitte Dich also – der andere Thomas war zuerst da – wenn Du ihn/uns weiterhin begleiten willst, keine derartigen Missverständnisse mehr zu befördern.
@ Thomas – Der Autor
Du musst Dich nicht rechtfertigen.
Ich passe im übrigen hier ganz gut auf, lasse die Dinge so weit wie möglich laufen, aber nur bis zu einer gewissen Grenze.
Ich denke auch nicht, dass Dude mit seinem Verdacht, Du seist ein “gefährlicher Trojaner” (wir nannten es dann “U-Boot) meinte, Du seist das im klassischen Sinne.
Er misstraut wohl den Absichten der Libertären insgesamt, was sein gutes Recht ist, hat das vielleicht nicht deutlich genug zum Ausdruck gebracht.
Ich kenne ihn jetzt aus vielen fruchtbaren Debatten, und habe die Sache mit ihm oben meines Erachtens hinreichend geklärt.
Danke Dir, dass Du humorvoll geantwortet hast und ruhig geblieben bist. Auch für Deine sonstigen jeweiligen Gegenkommentare.
LG aus Schduergerd
So, genug davon. Wenden wir uns wieder der Sache zu.
@ Alle
Im vorigen Kommentar dürfte ich hinreichend zu gewissen Nicklichkeiten gesagt haben, die sich hier einschlichen.
Dass Thomas’ Artikel kontrovers diskutiert werden würde, hatte ich mir erhofft, und das ist eingetreten.
Ich sehe keineswegs ein Ende der Debatte.
Es geht um grundwichtige Fragen, und ich selbst habe sowohl durch die Beschäftigung mit Thomas’ Beitrag wie auch durch die Kommentare einige Anregungen bekommen, weiterzudenken, Dinge noch genauer zu durchdenken.
LG an alle
“Menschen, die genug Geld haben, um sorgenfrei leben zu können, werden sich nicht mehr so einfach bestechen lassen.”
Genau auch das bietet ja die Monetative – die auch darum, alles andere als “Schwachsinn” ist, sondern im Gegenteil! -, hauptsächlich durch die Zerstörung des Luftgeldzinsknechtschaftsystems!
Und auch wenn ich selber ebenso einige Kritikpunkte an dem Bandbreitenmodell habe (sollte es Dich interessieren, findest Du auf allmystery.de unter dem Titel Bandbreitenmodell die detaillierten Punkte dazu von mir), ist es doch eine gangbare Alternative, die im Vergleich zu heute, im Allgemeinen für die Menschen insgesamt, massive Verbesserung nach sich ziehen, und noch weitere Verbesserungen mal grundsätzlich ermöglichen würde…
Aber alles in allem erscheint mir mein Vorbehalt hinsichtlich des Verdachts durchaus berechtigt, wenngleich ich hier noch keine endgültige Sichtweise erklären möchte.
Magnus fasst den Kern meiner Bedenken eigentlich bestens auf einer Zeile zusammen: “Er misstraut wohl den Absichten der Libertären insgesamt,…”
Lieben Gruss vom Dude
Ps. Ich hoffe inniglich, ich war – neben Magnus natürlich ;-) – nicht der einzige hier, dem die Tatsache, dass hier zwei Thomas’ sprachen, auch ohne Magnus’ Hinweis nicht entgangen ist… ;-)
Zum Punkt Kommunismus und allgemeines Interesse:
Glaubst du wirklich, dass in einem beliebigen anderen System (auch im libertären System) nicht ein allgemeines Interesse an Krankenhäusern, Straßen und anderen Dingen der Infrastruktue besteht?
Der Unterschied ist doch nur, wie diese Infrastruktur umgesetzt wird bzw. von wem sie gefordert, geplant und finanziert wird.
In meiner “idealen Welt”, also in meinem erwünschten Zielzustand (nicht zu verwechseln mit einem Übergangssysten) hätten die Menschen wesentlich mehr Kaufkraft/Geld als heute und würden sich natürlich interkommunal zusammenschließen und die bestehenden Krankenhäuser etc weiter unterhalten und bei Bedarf auch neue Infrastruktur hochziehen. Denn jeder Einzelne sieht ein, dass gewisse Dinge benötigt werden. (Besser: Jeder hat die Nachfrage nach einer Leistung. In diesem Fall med. Sicherheit.) Niemand will mit nem Herzinfarkt daheim liegen in dem Wissen, dass niemand da ist, der einem das Leben retten kann. Wie das dann genau umgesetzt wird, entscheiden wieder die Bürger vor Ort selbst. Es könnte z.B. ein Krankenhaus über Steuern finanziert werden aber auch über Spenden oder das Krankenhaus wird vollständig über die akut hilfebedürftigen bezahlt, d.h. jeder Patient bekommt dann eine entsprechend hohe Rechnung für die medizinische Leistung, bezahlt aber sonst nichts dafür, solange er es nicht braucht. Genossenschaftsmodelle wären auch eine Möglichkeit. Alles ist möglich, der Kreativität ist dabei keine Grenze gesetzt. Das muss einfach entsprechend der Situation vor Ort durchkalkuliert und eine der sich rechnenden Finanzierungsmöglichkeiten von den Bürgern vor Ort beschlossen werden.
Dieses Beispiel ist übrigens stellvertretend für nahezu alle anderen Beispiele, die vielleicht hier noch kommen mögen.
In meiner “idealen Welt” gäbe es keine KRANKENhäuser mehr, sondern nur noch GESUNDUNGS-/GESUNDHEITS- oder HEIL-häuser!
Und eine kapitalistisches Pharmamonster mit beinah unbesiegbaren Lobbies gäbe es ebensowenig… ja nicht mal nen Ansatz davon…
Geschweige denn korrupte Ärzte, gezielte Pharmavergiftung, Codex Alimentarius, Demente, vergiftete Chemienahrung, verseuchtes Trinkwasser, Chemtrails, Fleischfabriken, Genmanipulationen, Monokulturen, Steuern, Geld, EGO’s usw. usf.
Aber leider ist eben, wie ich glaube, nicht mehr alles möglich… jedenfalls noch nicht allzu bald, wenn man sich die geläufigen Sichtweisen der heutigen Gesellschaft im blauen Irrenhaus des Kosmos so ansieht…
Also das Beispiel in dem Zusammenhang hast Du jetzt jedenfalls mE. nicht sehr weise ausgesucht… …vielleicht ist das ja auch ein Zeichen… an ihren Früchten, und so…
Der Vorbehalt steht aber noch immer ;-)
@Dude: In meiner idealen Welt gäbe es auch nur noch Gesundungshäuser. Da wirds aber kleinkariert mit den Bezeichnungen. Entscheidend dafür ist das Denken der Menschen. Die Masse hätte alles, wirklich alles in der Hand. Leider lässt sie sich verdummen, speziell vom Fernsehen.
Um alles in seinen Idealzustand zu bringen, muss man das Denken der Menschen umkrempeln. Oder besser: Man muss sie wieder zum Denken bewegen. Es liegt an jedem selbst, sich gesund zu erhalten. Das fängt bei der Ernährung und Sport an, geht über das Impfen bis hin zu den Heilmethoden bei Krankheit. Leider engt das jetzige System all diese Dinge immer mehr ein. Aus diesem Täufelskreis müssen wir ausbrechen. Und da die Masse das von selbst (leider) nicht schafft, müssen die Impulse von einer anderen Politik kommen. Und das versuchen wir. Und wenn man uns mal in den Bundestag reinlässt, bin ich mir sicher, dass wir auf Dauer das erreichen können.
Dein Vorbehalt ist berechtigt. Man kann es in der Theorie nicht beweisen, es muss in der Praxis bewiesen werden. Die Geschichte zeigt uns, dass die jetzigen Systeme schon mehrfach versagt haben. Die alternativen Systeme, die auf Zwang basieren, werden ähnlich versagen. Egal wie toll die klingen mögen: Korruption und Lobbyismus lässt sich nicht verhindern und richten in großen Strukturen auch großen Schaden an. Deshalb muss die politische Macht zurück in kleine Strukturen gebracht werden. Demokratie funktioniert nur sinnvoll in kleinen Strukturen. Demos (altgriechisch) ist das Dorf.
Dort, wo in der Geschichte die Menschen in großer Freiheit und Eigenverantwortung lebten, war die Welt (nach damaligen Maßstäben) meistens in Ordnung und Wohlstand wurde erreicht…
Das tut mir Leid wegen der Verwechslung. Ich habe aus versehen Thomas anstatt Lukas ins Absenderfeld geschrieben. Bei all den Evanlgelisten gibt es manchmal ein ziemliches Durcheinander. Zudem mein zweiter Vorname Matthias ist. ;-)
Also schenken wir die U-Boote der Cousteau-Society.
Wir sind bei dieser Kommentardebatte bereits bei Aussage gegen Aussage angekommen. Die heutige Demokratie ist eindeutig keine Diktatur der Mehrheit, sondern der berühmten kleinen Minderheit hinter den Kulissen, die sich die Volkvertreter kauft (mit Geld, Status, Pension, Privilegien, Prozessen, brisanten Dossiers für den Notfall, Sexskandalen, Todesdrohung für die Renitenten) Das Volk läuft dann einfach mit, immer schön von seinen Aengsten und kleinen Begehrlichkeiten gelenkt. Wenn du von einer Diktatur der Ignoranz, des Egoismus und der Gier sprächst ginge ich schon eher mit dir einig. Die Diktatur richtet sich übrigens in diesem Sinne nicht gegen eine Minderheit sondern gegen das Individuum, so wie auch der Staat, wenn er anmassend wird, das Individuum drangsaliert. Die vielen Büsten von Dichtern und Denkern in unseren Städten seien Zeuge dieser Massenmentalität – neun von zehn Mal hat man ihnen die Denkmäler gebaut, nachdem sie tot waren und nicht mehr störten.
Es läuft immer alles auf die Gewaltfrage zurück und dein libertäres Modell hat darauf keine Antwort, weil es die FOLGE eines gewaltfreien Umgangs, nicht die Ursache dessen wäre.
Wir vergessen zu oft, dass das Mittel Einzelner oder von Staaten, etwas durchzusetzen immer noch nackte Waffengewalt ist (heuzutage oft durch Geld ersetzt). Deine libertäre Formel betrachte ich deshalb als Ideologie, weil sie die Gewaltbereitschaft der Menschen nicht ins Bewusstsein hebt, also selbst der Gewaltbereitschaft verdächtigt werden muss.
@Thomas
Nachtrag zur Frage der Demokratie auf Dorfebene. Rousseau sagt im Gesellschaftsvertrag, dass grosse Länder Könige brauchen und kleine Länder alles ausser Könige. Er hat dies aber nicht direkt mit der Demokratiefrage verknüpft, Monarchie und Demokratie also nicht als sich gegenseitig ausschliessend betrachtet.
In diesem SInne wage ich zu fragen, ob 1789 nicht einen ganz zweifelhaften Moment in der Geschichte markiert, der 1917 leider sehr viel ähnlicher ist, als wir es für wahr halten wollen, dass also die Verdrängung der Monarchie und der Kirche zu Gunsten der Wissenschaft und des Marktes eine äusserst gefährliche Entwicklung ist, weil das Individuum seither auf eine Art und Weise verdummt und manipuliert wird, wie es ein König nie gewagt hätte zu tun.
Auf wirtschaftlicher Ebene sei darauf hingewiesen: die Rohstoffe fliessen global, Lokalwährungen haben nur dann einen Sinn, wenn sie auch für Stahl, Kohle, Borax, Phosphor konvertibel sind. Lokal ist immer nur solange lokal, wie die Rohstoffe lokal sind.
Wieso ist das libertäre Modell die Folge eines gewaltfreien Umgangs? Wieso hebt sie die Gewaltbereitschaft der Menschen nicht ins Bewusstsein? Das musst du mir näher erklären.
Weil das libertäre Modell, wie du es immer wieder betonst, den Menschen maximale individuelle Stelbstbestimmung gibt (der Käufer und der Verkäufer einigen sich in einem offenen Dialog über den Preis des Tauschobjekts mittels von ihnen kontrolliertem Tauschmittel Geld)
Das heisst freier Handel im libertären Sinne kann erst dann stattfinden, wenn zwei freie Menschen sich auf freier Basis einigen, also ohne Gewalt.(ohne Zwang, ohne Drohung, ohne Manipulation, ohne Lügen, ohne Waffen)
Die aktuelle Gewaltbereitschaft der Menschen ist meiner Ansicht nach nicht die Folge eines übermächtigen Staatsapparats oder einer oligarchischen Bankiersverschwörung sondern die Gewaltbereitschaft ist die Ursache eines übermächtigen Staatsapparats und einer oligarchischen Bankiersverschwörung. Der Staatsapparat fungiert dann höchstens als kybernetischer Selbstverstärker. Das heisst, wenn gewalttätige Mechanismen einmal in den politischen und wirtschaftlichen Strukturen implementiert sind werden Menschen, mit niedriger Gewaltbereitschaft zur Gewaltanwendung systematisch und systemisch gezwungen. (Soldaten sind das beste Beispiel)
Am Anfang der Gewaltspirale steht immer einer, der sich über einen anderen erhebt. In diesem Sinne kann das libertäre Modell nicht funktionieren, solange wir nicht wissen, wie wir damit umgehen sollen, dass sich gewisse Menschen über andere erheben wollen – und zwar nicht selten mit tiefer Überzeugung, sogar religiös motiviert, nicht nur darwinistisch.
Das libertäre Modell hebt sie insofern nicht ins Bewusstsein, als es gar nicht davon spricht (als Teil des libertären) sondern immer nur als Teil des heutigen Systems. Man sagt dem glaub ich, die Rechnung ohne den Wirt machen.
Ich kann deine Argumentation nachvollziehen. Dennoch verwechselst du, denke ich, Ursache und Wirkung. Schau doch in deinem täglichen Leben nach: Wieviel gewalttätige Menschen findest du in deiner direkten Umgebung? Wie oft musst du mit einer Pistole in der Hand dem Bäcker das Brötchen gewaltsam abpressen, damit er dir es verkauft? Aber welche Gewalt findest du täglich indirekt in deinem Leben? Nur die Gewalt des Staates, der dich zwingt, Energiesparlampen anstatt Glühbirnen zu kaufen. Der dich zwingt, Winterreifen zu kaufen (es sei dahingestellt, ob das prinzipiell sinnvoll ist oder nicht, es geht allein um den Zwang. Deine KFZ-Versicherung könnte dich ja auch vertraglich dazu verpflichten. Das würden dann ein freiwillig eingegangener Vertrag von deiner Seite sein.) und eine Abgasuntersuchung machen zu lassen. Der dich zwingt, dein Haus zu dämmen. Die Aufzählung könnte man beliebig fortführen.
In deinem alltäglichen Leben durch die Menschen, die dich umgeben, hast du so gut wie nie Gewalt oder Zwang. Das Zusammenleben funktioniert friedlich und meistens ohne betrügerische Absichten.
Das libertäre Modell sieht sehr wohl, dass Menschen nicht von Grund auf gut sind. Deshalb gibt es einen Minimalstaat, dessen Aufgabe es sein soll, das Recht des Einzelnen zu schützen.
Die eigentliche Ursache von Gewalt und Zwang ist fast ausschließlich der Staat, so wie wir ihn heute haben. Keiner von uns würde jemals auf die Idee kommen, Soldaten nach Afghanistan zu schicken. Keiner! Aber der Staat kommt regelmäßig auf solche Ideen. Kein klar denkender Mensch hätte den Nanosekundenhandel an der Börse oder den Handel mit Grundnahrungsmitteln erlaubt. Das war der Staat, der diese Regeln zugelassen hat.
Egal ob die Regierenden es einfach nicht besser wussten oder sich haben direkt oder indirekt bestechen lassen, es bleibt letztlich die Schuld des Staates. Auch den Banken kann ich persönlich nicht verübeln, dass sie, sobald sie die Möglichkeit bekommen, ihre eigenen Regeln über Lobbyismus zu ihrem Vorteil durch den Staat verändern lassen. Das ist vollkommen nachvollziehbar und bedarf auch keiner großen kriminellen Energie. Wenn der Staat sich dazu hinreisen lässt, ist es letzlich sein Verschulden und nicht das der Banken. Ein starker Staat wird sich immer dazu hinreisen lassen. Denn er macht sich seine Regeln selbst. Deshalb muss der Staat minimiert werden und die eigentliche Macht zurück in die Kommunen.
Am Ende wird es immer noch Verbrecher geben, im kleinen sowie im etwas größeren Stil. Das ist dann die Aufgabe des Staates, dort durchzugreifen. Aber die größten Verbrechen laufen immer nur mit Hilfe des Staates oder durch den Staat direkt. Kann sein, dass dort sich die Menschen mit dem geringsten Gewissen kummulieren und der klägliche Rest einfach keine Ahnung hat. Unterm Strich muss man diesen Menschen diese Plattform nehmen um das größte Übel zu verhinden.
Die normalen Menschen sind friedlich und wollen einfach nur ihr Leben in Ruhe und Frieden leben. Die wenigsten scheren dabei aus und machen krumme Dinger.
Wenn deine persönlichen Erfahrungen mit deinem Mitmenschen dich zu einem anderen Schluss kommen lassen dann tut mir das aufrichtig leid. Wohngegend oder Stadtviertel wecheln könnte da helfen. ;)
@Lukas
“…dass also die Verdrängung der Monarchie und der Kirche zu Gunsten der Wissenschaft und des Marktes eine äusserst gefährliche Entwicklung ist, weil das Individuum seither auf eine Art und Weise verdummt und manipuliert wird, wie es ein König nie gewagt hätte zu tun.”
Absolut!
Das ist nämlich im Kerne, der Beginn des Tanzes ums goldene Kalb, welches am Ende, des im Ursprung edlen und redlichen Ansinnen der Aufklärung, überhaupt erst zu den heutigen desaströsen Zuständen führen konnte!
http://www.youtube.com/watch?v=AVXb8kE92IY
Und dem ganzen liegt ein willentliches, äusserst raffiniert gestricktes, bösartiges System – tatsächliche Ursache des heutigen globalen Fiaskos! – zugrunde, dessen fahle Ideologien einigen wenigen die Macht über allzu viele überhaupt erst ermöglichen…
…die des selbständigen Denkens sukzessiv (und weitgehend allzu erfolgreich) entwöhnten Kalbtänzer legitmieren dann in ihrer diesigen Trägheit und Kritiklosigkeit ebendieses fatalistische System, hauptsächlich auf Grund von fehlender Informiertheit über die tatsächlichen Zustände und Gegebenheiten hinter dem güldenen Vorhang des schönen Scheins.
Der heutige Staatsapperat ist dann also nur noch Mittel zum Zweck der Herrschaftsschicht im nebligen Hintergrund des diabolischen Schleiers.
Danke Dir übrigens noch für Deine kritische Stimme zum libertären System, worin auch einige meiner eigenen Gedanken dazu klariter von Dir ausformuliert sind, wobei ich auch anmerken muss, dass ich in gewissen Punkten die Dinge gänzlich anders betrachte als Du, und doch ist mE. Deine Kritik hiezu definitiv passend.
Ps. Ich bin mir dessen jetzt nicht sicher, aber hoffe inniglichst, Du hast den Wirt nicht mit dem Parasiten verwechselt…
@Thomas
Die eigentliche Ursache von Gewalt und Zwang ist nicht hauptsächlich der Staat, sondern das Geldsystem und seine Erbauer und Herren!
“Kein klar denkender Mensch hätte den Nanosekundenhandel an der Börse oder den Handel mit Grundnahrungsmitteln erlaubt.”
Sorry, wenn ich das so deutlich sage, aber das ist einfach Bullshit! Samstags vor zwei Wochen wurde im Hirn des Monsters am Zürcher Paradeplatz eine Demo gegen die Lebensmittelspekulation und die Perversionen der Chicagoer Börse, und ihrer Investoren (Die am Paradeplatz mit Hauptsitz ansässigen CS & UBS natürlich ganz vorne voll mit dabei) organisiert.
20 Nasen waren anwesend, während etwas 50 weitere (Zaungäste / Gaffer) drumrum standen.
Für die Demo gegen den Islamkarrikatur-Film am letzten Samstag in Bern waren 200 Idioten anwesend.
http://www.blick.ch/news/friedliche-kundgebung-200-muslime-demonstrieren-in-bern-id2043054.html
Rechne selbst!
Würde der Staat sich seine Regeln also tatsächlich noch selber machen, würden die Verbrecher der Finanzmetropolen längst als Mahnmal an ihren Krawatten an den Strassenlaternen der Bahnhofstrasse hängen!
Der heutige Staat ist also nur Mittel zum Zweck der bösartigen, ihrem EGO verfallenen Teufel der Finanzoligarchie und dessen Schergen und Lakaien (Anwälte, Militärs,…).
Das Volk ist zwar idR. lieb und nett – anders gesagt: sie sind aus Versehen heilig! – aber leider dumm wie Brot.
Und dieser (auch per Medien und Aus/Weiterbildungshirnwäschestätten) Dummheit wird sich nach Strich und Faden bedient, um die teuflische Bösartigkeit zum Scheine als göttliche Ehrenhaftigkeit aussehen, und weiter ausbreiten zu lassen.
Deshalb darf man die marionettenhaften Bürger auch nicht aus falscher Mitleidigkeit heraus schonen wollen.
Und erst recht darf man sich nicht darum scheren, dass sie oftmals, wenn man ihnen Tacheles spricht, einen sehr schnell mal als extremistischen Verschwörungstheoretiker und Spinner abstempeln.
Liebe Grüsse aus Zureich.
Ok. Diskussion ist beendet, weil wir eine grundlegend verschiedene Wahrnehmung der aktuellen Realität haben. Warum? Auf alle Fälle nicht nur, weil ich glaube dass DU Ursache und Wirkung verwechselst.
1. Der Staat hat keine Macht über die Banken, weil er die Macht den Banken überschrieben hat. Er hat sie den Banken überantwortet auf Betreiben der Banken, nicht auf Betrieben des Staates. Die Bankiers haben am 14.Juli in Paris Gewehre an die armen Bürger verteilt, um die Revolution loszutreten und ihre Interessen zu verwirklichen – auf Kosten dieser armen Bürger selbstverständlich. Die Banken als arme Marktteilnehmer zu beschreiben, die sich ihr faires Stück vom Kuchen abschneiden möchten ist haarsträubend und an Gegenbelegen mangelt es wahrlich nicht (1913 USA, 1973 Frankreich)
Vor 1789 kann man in Bezug auf Frankreich also noch von einer eigentlichen Staatsmacht sprechen, mit einer gewissen autonomen Verfügungsgewalt.
2. Der Staat ist in Bezug auf das apatride Grosskapital nicht souverän, er ist aus Prinzip am kürzeren Hebel.
3. Ich erlebe Gewalt in meinem Alltag sehr direkt, durch Ausgrenzung als Dissident. Ich beobachte sie aber auch in vielen anderen, nicht mich direkt betreffenden Formen. (Werbung, Selbstunterdrückung, Massenzwang zum Hedonismus, Mainstreaming am Arbeitsplatz) Im Sinne Fouceaults sind diese Formen der Gewalt in modernen sogenannten Demokratien kaschiert (siehe Überwachen und Strafen)
4. Die Kolonialkriege Frankreichs im 19 Jahrhundert wurden alle im Auftrag des Kapitals geführt. Mittlerweile konnte man dafür den Soldaten und Steuerzahler einspannen und dann die Gewinne in den Kolonien steuerfrei absahnen.
Hat sich seither etwas geändert? Das soll der Staat sein? Soll der Staat gleichgesetzt werden mit Politikern, die sich kaufen lassen? Das wäre eine sehr einseitige Definition von Staat.
5. Die immer stärkere Regulierung aller Aspekte des Lebens ist ebenfalls nicht ein Verdienst des Staates, sondern jener, die sich des Staates bedienen, um abzukassieren (die Lobbies und das Kapital) Dazu dringend zu empfehlen die Rede von Lawrence Lessig bei der Longnow Foundation. http://longnow.org/seminars/02012/jan/17/how-money-corrupts-congress-and-plan-stop-it/
Ein Beispiel: um Windfarmen in den USA zu bauen füllt man tausende von Formularen aus und ökotests sind fällig. Die Bewilligung für die Deep Horizon umfasste 10 Seiten.
Und Longnow ist übrigens alles andere als Sozisalismus!
Es gibt nur ganz wenige, die in der Politik mit der gleichen kriminellen Energie ans Werk gegagnen sind, wie die Mafiosi, die unsere Staatsanleihen besitzen: Napoleon. Dieser Drecksack hatte es tatsächlich darauf abgesehen, den Staat als Einzelunternehmer zu übernehmen. Der wollte tatsächlich alles gleichzeitig: ficken, Krieg führen, etwas gelten. Deshalb fiel es ihm auch nicht schwer, die junge Republik an die Bankiers zu verkaufen, die in diesem Fall für einmal eher die passive Rolle einnahmen. Zur Gründung der Banque de France (Banque der Bankiers) viel interessante Details bei Henri Guiellemin auf RTS für jene die Französisch sprechen.
http://www.youtube.com/watch?v=JQdyj7Ev8qk
Ich behaupte somit, dass du die Realität leugnest und somit auch die Geschichte, womit wir beim Thema des Leugnens angekommen sind, diesem seltsamen Tatbestand der in der Geschichtsforschung für bisher ein Grossereignis gilt, aber vielleicht kommt noch eines Tages 9/11 dazu.
Was deine letzte Bemerkung betrifft (ich lebe übrignes nicht in einer armen Gegend mit Kriminalität, ganz im Gegenteil): schlechter Geschmack.
@Thomas
Habe die Bauern vergessen. Die werden zwar auch vom Staat drangsaliert. Aber dann der Markt: die Banken diktieren dem Handel, der Handel der Industrie, die Industrie den Bauern. Und das ist sehr gewalttätig, täglich und für alle beteiligten: Menschen, Tiere, Pflanzen.
In Ländern wie dne USA ist es noch schlimmer als dort, wo der Staat nicht nur Vorschriften für Bauern erlässt, sondern sie auch vor den schlimmsten Auswüchsen des verzinsten Kapitals schützt.
@Lukas
Jetzt bin ich mir definitiv sicher, dass Du den Wirt NICHT mit dem Parasiten verwechselst. :-)
Liebe Grüsse vom Dude
Lukas, ich denke wir stimmen durchaus überein. Ich setze nur einen Schritt früher an. Der Staat hat es zugelassen, dass ihm die Kontrolle entrissen wurde. Der Staat ist schuld, nicht diejenigen, die heute die Kontrolle haben. Zu welchem Zeitpunkt sich der Staat schuldig gemacht hat, also wie lange der Kontrollverlust schon zurückliegt, ist ein anderer Punkt. Ich will dabei nicht sagen, dass diejenigen, die heute die Kontrolle haben, nicht für ihr kriminelles Handeln zur Rechenschaft gezogen werden sollten, falls das möglich wäre. Aber Ursache dieser Kette kausaler Zusammenhänge ist die Nachlässigkeit und Bestechlichkeit der Menschen, die die Staatsregierung bilden. Weil der starke Staat dazu verdammt ist, schwerwiegende Fehler zu machen mit weitreichenden Konsequenzen. Das löst man nur mit einer Dezentralisierung dieser Macht. Dadurch werden begangene Fehler lokal begrenzt und viel leichter korrigierbar.
Und Lukas… wir sind alle Dissidenten und erleben jeden Tag den geichen Mist, in sofern kann ich das nachempfinden. Aber deine Beispiele der Gewalt sind nun anderer Natur als in deinem Post darüber. Du weichst aus.
@Dude: Was meinst du, warum wir ein anderes Geldsystem wollen. ;)
Und das ist kein Bullshit. Hätte man die Bevölkerung per Volksentscheid gefragt, hätte die sich sicher dagegen ausgesprochen. Dass nur wenige aber den Hintern hoch bekommen um im Nachhinein dagegen zu demonstrieren, ist was anderes. Du verdrehst meine Aussage im Kern und benutzt dadurch eine andere Aussage gegen mich. Keiner des normalen Fußvolkes hätte nach 1Min darüber-nachdenken Spekulationen auf Lebensmittel erlaubt, wenn er ehrlich gefragt worden wäre.
Und leider muss ich dir Recht geben, die Menschen sind vollkommen uninformiert und uninteressiert. Wieder eine Folge des starken Staates, der alles daran setzt, seine Macht (oder die Macht dessen Hintermänner, wenn euch das glücklich macht. Ist ja das, was ich mit Lobbyismus meine) auf jede erdenkliche Art und Weise zu festigen. Da bietet es sich natürlich an, ein unsinniges Schulsystem zu etablieren, das fleißige Arbeitsdrohnen generiert und keine gebildeten Menschen. Und ein Staatsfernsehen, damit die Menschen ihre Freizeit mit Halbwahrheiten und Infotainment verschwenden ist da auch nciht schlecht.