Dem Nachwuchse (XIII)

Die Sache kann, in drei Grundkategorien gefasst, in der hier gebotenen Knappheit, natürlich nur etwas grob beschrieben werden.

Es geht um die Behandlung der literarischen Idee.

Es gibt die Idee, die man lange mit sich herumtragen, in sich reifen lassen muss, bis der richtige Tag kommt, die eigene Verfassung dafür stimmt, sie der Welt zum Bedenke vorzusetzen.

Weiterhin gibt es die Idee, zu der man, wenn sie grundsätzlich erstanden, sich ein paar Notizen machen kann, um sie drei oder vier Tage oder auch noch etwas später verlustfrei bearbeiten zu können.

Drittens gibt es die Idee, die keinen Aufschub duldet.

Denn: Nicht nur fliegen einem gerade JETZT die wichtigsten Begleitgedanken, einer nach dem anderen, übereinander und durcheinander zu, sondern ist es von daher auch klar, dass genau JETZT beim Schreiben alle notwendigen Teile sich noch wie von selbst hinzufügen werden, während das schon morgen nicht mehr so der Fall sein wird.

Manchmal gibt es nur das Gleich, oder eben – sehr wahrscheinlich – nie mehr oder mindestens nicht so bald So Gut.

Diese drei Lagen richtig zu erkennen, gehört zu den schwierigsten Anforderungen insgesamt.

Was zu früh verblasen, verfliegt, wo man nicht die Geduld bis in ein paar Tagen hat, wird man fickrig, und wo man nicht sofort ansetzt, was jetzt gemacht gehört, wird man es kaum mehr einholen.

Es geht dabei, was sonst, immer darum, dass man auf seine innere Stimme hört, diese zu hören immer besser entwickelt.

Lange mit einer Idee schwanger gehen können, etwas eine zeitlang stichwortmäßig zu Papier und oder auch oder nur im Kopfe herumtragen, oder erkennen, dass es genau an dieser Stelle keinen sinnvollen Aufschub gibt.

Denkt darüber nach und vor: am besten bevor es zu früh oder zu spät ist.

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2 Antworten zu “Dem Nachwuchse (XIII)”

  1. J€$\/$ sagt:

    Es gibt da so Momente. Plötzlich habe ich ein Bild im Kopf. Unmittelbar überschaue ich den Sachverhalt und kann nun je nach Verfassung des Gegenübers ihm den Pfad zum Bild zeigen. Ja, ich habe gelernt, dieses Gefühl zu benutzen, um beim Gespräch mit anderen solche Momente zu induzieren.

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ JESUS

    Bei mir geht es eher über Wörter und Ausdrücke, Sätze zu den Bildern, als umgekehrt…

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