Ich mache heute mal, was ich normalerweise nicht mache, denn nicht machen sollte. (Ein zweiter derartiger Sündenfall ist schon in meiner Hirnwarteschleife, desfalls einen ausgezeicheten Musiksender lobweis betreffend.)
Es geht um eine Stuttgarter Kneipe, mit der hiervon nichts vereinbart ist, die mir, von ihrem Glücke nichts wissend, noch nicht einmal ein Bier hierfür ausgegeben hat, so dass von Bestechlichkeit bzw. Vorteilsnahme keine Rede sein kann.
Dieser kleine Laden bringt es doch tatsächlich fertig, an allen Tagen außer den Sonntagen einen Musikerauftritt (meist Jazz, aber es gibt auch andere Stilrichtungen) zu organisieren, derer ich schon einige von erstaunlicher Qualität hörete und sahe.
Man zahlt dafür – außer fürs Bier – sechs Euro “Obolus”.
Dies Geld, so wird es garantiert, geht ausschließlich und direkt an die Musiker.
Ich will jetzt nicht noch das interessant gemischte Publikum loben, denn damit lobte ich mich ja selbst.
Ich finde es “supergeil”, dass es sowas gibt.
Und es rappelt oft auch nicht schlecht in der “Kiste”.
Und die Getränkepreise (bestens gezapftes Bier!) bewegen sich am eher unteren Rande der Stuttgarter Skala.
Dass die beiden Barmänner, die sich in der Regel abwechseln, wirklich coole Typen sind, versteht sich da fast schon von selbst.
Kein Wunder deshalb, dass ich anlässlich meines Achtundvierzigsten ausgerechnet dort, mangels eines Freien Deutschlands, einen Cuba Libre eingoss. (Waren es zwei?)
Also Leute, mindestens von Heilbronn bis Plochingen, von Leonberg bis ins Remstal: Jetzt wisst Ihr bescheid. (Es dürfen natürlich auch Hamburger und Berliner rein, wenn es ihnen zuhause gar zu langweilig wird, sie mal die grünste Großstadt Deutschlands sehen wollen, oder grade beim Bosch oder beim Daimler einbestellt sind, abends doch noch was wunderbar unnnützlich Schönes erleben wollen, ohne dass hinterher das Spesenkonto zwangsläufig streikt.)
Und: Fahrt bitte mit der Bahn.
Denn gute Musik verleitet nunmal auch zum gut Trinken.
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Tags: Die Kiste Stuttgart















