Begabung mag notwendig sein, ist aber nur ein Samenkorn, das Euch geschenkt.
Ihr müsst so hart arbeiten, dass Ihr nicht nur manchmal noch im Traume schreibt.
Noch dem Nachtmahre ein Widerlied.
Hegt die Illusion nicht, dass auf einmal was für Euch vom Himmel fiele.
Das passiert vielleicht schönen Frauen. Euch aber nicht.
Und denen fällt auch allenfalls Geld vom Himmel. Billiger Ruhm. Wenn es Euch daran zu tun ist, rede ich sowieso zu den Falschen.
Ihr werdet erst ganz sein, wenn die zunächst notwendige Nachahmung ganz durch ist. Mag sein, Ihr schafft das nie.
Aber, wie ich erst grade in Ciceros “Orator” las: Auch die Zweit- und Drittbesten haben ihren verdienten Platz. Unbedingt und immer.
Schafft Ihr es nicht bis nach ganz oben, so habt Ihr es doch versucht und der Menschheit wie Euch selbst Ehre allein dadurch geschaffen.
Und: Wer weiß, wohin ein von Euch geworfener Stein späterhin noch fällt.
Werdet vor allem alle Eitelkeit los. Sie ist der schlimmste Feind des Dichters.
Natürlich werden die anderen es Euch nicht so schnell verzeihen, wenn Eure Eitelkeit schwindet, während sie feist auf der ihrigen sitzenbleiben.
Sobald Ihr gemocht werden wollt, beginnt der Fehler. Ich weiß, wovon ich rede.
Ihr dürft deshalb, selbstverständlich, gerade erst recht, liebenswürdig sein.
Wir sind nämlich vom Grunde her liebenswürdig.
Vergeuden aber nicht einen Buchstaben unsinnig dafür.
Wir mögen manchmal Buchstaben verschwenden, aber nie in solcher Absicht. Nur im guten, treuen Versuche.
Klar: Wir machen auch in allem Fehler.
Aber wir legen uns nicht schon gleich drauf an.
Denn wir wissen, dass es Egales nicht gibt.
Dass die Null lediglich eine praktische Erfindung der Mathematiker ist.
Die könnnen mit ihr etwas anfangen, wir auch, wenn wir rechnen, aber wenn wir schreiben, hat sie nur ihr Nichts.
Sie ist nicht von unserer Welt, es sei denn, dass wir sie ins Höchste zu ziehen vermögen.
Also dahin, wo jene nicht sind.
Lernt die Heimat Einsamkeit.
Nietzsche wusste darum, sprach davon: aber es ist immer noch was zu tun!
Nichtmal DER schaffte alles allein!
Trachtet darnach, selbst DEN zu überflügeln!
Wer dem Menschen einst das Fliegen lehrt!
Über 120 Jahre fast nichts mehr!
Es ist Zeit!
Doch: Lasst Euch Zeit.
Ihr könnt es nicht vom Zaune brechen.
Wahrscheinlich jedenfalls nicht.
Lernt von den Chinesen: Beharrlichkeit führt zum Ziel.
Und, noch einmal: Ihr dürft mit Euch selbst keinerlei Gnade kennen.
Ihr sollt Euch, wenn geirrt, sehr wohl lachend verzeihen.
Gnade der herkömmlichen Art aber gibt es in unserem Raume nicht.
Habe ich einen erschreckt?
Na gut, der war wohl noch nicht im Marienhospital.
Ob er dann doch noch zum Philosophen taugen mag, wird sich weisen.
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Tags: Nachwuchs


















Die 9 ist immer die wertvollste Perle von allen, es zieht sich durchs Band, also auch hier.
Symbolisiert sie ja auch den ultimativen Ausgang aus jedweder Begrenztheit.
Sie vermag Ketten zu sprengen.
Also, auf dass zahlreiche Ketten gesprengt werden.
Genauso wie auch bindende Mauern zum Einstürzen gebracht werden.
Ps. Es ist nie Zufall – Es braucht Bewusstheit und Wille!
@ Dude
Ja, die Neun…
Ich sagte erst kürzlich, dass ich nichts dazu sagen werde…
Aber das war damals.
Bei den Chinesen ist bekanntlich die Acht die absolute Hochzahl (Olympiade am 8. 8. 2008 um Achtuhracht angefangen. Achtuhrachtundachtzig stand leider ebensowenig zur Verfügung wie das Jahr 8888.)
Die Acht steht für Harmonie. Wenn man so will auch für das konfuzianische Denken, das chinesische geistige Streben als solches.
Die Neun, eine Hochzahl der Germanen (siehe Odins Hängeopfer vor der Aufnahme der Runen, hagalaz oder sowilo, je nachdem, wieherum man zählt), neben der Dreizehn (Aiwaz, Ewigkeit), auch der mysteriösen Sieben (der Unerklärlichkeit des Weiblichen), die man später wohl nicht zufällig zu einer Unglückszahl herabschändete (die Dreizehn ganz, die Sieben mitunter), steht für die Dreimaldrei, die Dynamik, den Geist ständiger Erneuerung.
Deshalb wird dieser Blog auch spätestens am 9.9. des Jahres 9999 um Neunuhrneun mächtiger als Google, Facebook, Amazon, Hollywood und das Pentagon und wie das ganze restliche Gesindel sonst noch heißen mag.
LoL!!!
@ Karl Müller
Freud zu Freud!
Ist das von dir, Magnus? Es ist sehr sehr gut. Eine tiefe psychologische Betrachtung, wenn nicht sogar eine tiefenpsychologische.
@ TanjaKrienen
Freut mich sehr, dass dies meine nicht unwahrscheinlicherweise qualifizierteste Leserin ansprach!
Selbstverständlich ist es von mir.
Du weißt, wie ich zum Urheberrecht stehe.
Ich hätte es also wenigstens angegeben (mit Genehmigung!), wäre dies ein Fremdtext.
Und da ich schon dabei bin, mich zu freuen: Dass ich nicht nur von Dir, sondern auch von anderen (meines Erachtens) Unblöden für derlei Elaborate Zuspruch bekomme, die man ohne weiteres auch für glatt meschugge halten könnte, gibt mir Mut und Kraft.
Schließlich schreibt man ja nicht grundsätzlich immer nur für sich selber.
Liebe Grüße gen Waldeck!
@Tanja
“Ist das von dir, Magnus?”
Dumme Frage!
Aber es stimmt mich doch etwas traurig, dass diese grandiosen Anleitungen, die in dieser Qualität ansonsten nur noch selten zu finden sind heutzutage, so wenige Hits generieren. Naja, es ist wohl wie Du, Magnus, es bereits mal ansprachst. Die Feeder lechzen nach Reissern.
Schade eigentlich.
Dude, Verzeihung, dass ich so dumm fragte, Schlaumeier!
“Liebe Grüße gen Waldeck!”
Danke, aber nicht mehr lange. Dorthin, meine ich. Gottlob.
@ TanjaKrienen
“Liebe Grüße gen Waldeck!”
Das war von mir, und nicht vom Dude.
Habe ich Dich antwortlich beleidigt?
Wenn ja, dann wollte ich das ganz sicher nicht.
(Wir stimmen, das ist klar, nicht immer überein. Aber ich schätze Deinen unabhängigen Geist und Deine Arbeit wie sonst wenige anderer.)
Nein nein, die Antworten habe ich doch unterteilt. Die an dich wollte nur darauf hinweisen, dass die Grüße zwar nett, aber demnächst nicht mehr angebracht sind. “Gottlob”, weil ich diese dumme Gegend hier endlich verlassen kann…
@ TanjaKrienen
Prima, alles klar.
Und alles Gute beim Neuanfang!