Archiv für den Monat Mai 2012

peinlichkeiten.com

Donnerstag, 24. Mai 2012

Ich habe geweint. An einem öffentlichen Ort, wo mich alle kennen.

Es ist schon ein paar Monate her, aber natürlich nicht vergessen, denn in meinem Alter weint man normalerweise nicht mehr öffentlich. (Man ist ja, trotz aller Genderei, immer noch doch noch kein Weib, so dass das statthaft wäre. Durchaus ein Stück weit korrekt.)

Ich ging dergestalt aus dem Leim, weil Mitschüler meine Söhne mal wieder übelst gequält hatten, gar noch ihre verstorbene Mutter als verbales Zersetzgeschoss verwendend, ich, bei aller Anstrengung, nur sehr begrenzte Mittel gefunden hatte, bei heutigen Schulverhältnissen, sie zu schützen und dawider wieder aufzurichten.

Nun erzählte mir am selben Orte gestern einer, quasi triumphal, als es zu einer zunächst eher kleineren Auseinandersetzung kam (ich Blöd nahm einen ungefragt vor dessen Lästereien in Schutz), dass er mich ja daselbst schon plärren gesehen habe. Meine grundsätzliche Schwäche und Disziplinlosigkeit alsomit dokumentiert seien. (weiterlesen…)

Dem Nachwuchse (V)

Donnerstag, 24. Mai 2012

Ich sprach irgendwo schon einmal davon, aber das macht nichts, denn wichtige Dinge sind wiederholt durchzunehmen.

Es gibt keine “Weiße Magie”.

Bestenfalls mag es neben der Schwarzen Magie eine Hellgraue geben.

Das wäre dann jene, die in der besten Absicht angewandt.

Sie kann deshalb nie “weiß” sein oder werden, weil jede bewusste magische Handlung eine versucht manipulative, unerfragte ist. (Ich rede jetzt nicht vom Senden guter Gedanken, von Liebe, was durchaus förderlich sein mag. Das wird aber klassischerweise nicht unter dem Begriff “Magie” einsortiert.)

Zu unterscheiden: Wenn eine Frau mir schöne Augen macht, mag das eine gewisse “magische” Wirkung haben. Ich sehe aber, dass sie das tut, kann es erhebend finden, oder auch nicht.

Es gibt auch Leute, die verharmlosend-beschönigend sagen, alles sei Magie.

Wäre das wahr, hätte das Wort keinen eigenen Gehalt, es wäre ein sinnloses Synonym für alles. (weiterlesen…)

Guido Fawkes’ NWO-Schafsseckel

Donnerstag, 24. Mai 2012

Ich schicke voraus, dass ich den Film “V for Vendetta”, in dem die “Guy-Fawkes-Maske” populär eingeführt wurde, nicht gesehen habe, auch keine Lust dazu habe: Aber ich weiß, dass Vendetta Blutrache heißt und las, dass der Neo-Fawkes darin seine Evey foltere, weiß weiterhin, dass die Maske ekel abstoßend aussieht und er in der Realität von 1605 ein katholischer Terrorist war, der das englische Parlament für die Katholen in die Luft sprengen wollte und schon viele Fässer Pulver zu diesem Behufe plaziert hatte.

Mit diesem widerlichen Mummenschanz laufen jetzt Leute herum, die sich für die anonymen Guten halten.

Auf indirektes Geheiß der Wachowski-Brüder, die schon über “Matrix” Millionen das Resthirn herausgebraten haben. (weiterlesen…)

Hexerfett (II)

Donnerstag, 24. Mai 2012

Das Hexerfett ist trotzdem unverkäuflich. Denn keiner brächte es lebend nach Hause.

Hexerfett

Donnerstag, 24. Mai 2012

Hexerfett gibt es bislang nur bei mir.

Wenn schon Lügen, dann Pfunden

Mittwoch, 23. Mai 2012

Ein guter Kumpel von mir in Jugendjahren – als es noch nicht jedem Neunjährigen möglich war, sich im Netz masse Pornos anzugucken – , der sich (er war 15 oder 16) in die Altstadt aufgemacht hatte, in der “Bierorgel” (wenn ich mich recht erinnere) mal einen harten Streifen sehen zu können, berichtete mir hernach, wie er den gesetzeswidrigen Einlass (in dieser grauen Vorzeit ab 18) erwirkt habe.

“Haben die dich nicht nach deinem Alter gefragt?”

“Klar!”, erwiderte er.

“Ja, und, was hast du gesagt?” (weiterlesen…)

Kleine Philosophenfibel

Mittwoch, 23. Mai 2012

Der Philosoph hat zweifellos – mindestens – drei Hauptaufgaben: zu sagen, was anderen gar nicht einfällt, zu sagen, was andere sich nicht trauen, und Dinge so zu sagen, wie andere das nicht können.

Damit wird er natürlich nicht nur in einer Gesellschaft, die Feldwebelinnen als das wünschenswerte Nonplusultra der Weiblichkeit hinstellt, den Hanf als des Teufels und den Islam als vernünftig, nicht überall gern gehört und gesehen sein.

Vielmehr wird er mit dem Anwurfe zu rechnen haben, dass er keine der obigen kulturellen Errungenschaften achte, jederzeit bereit, alles und jeden zu beleidigen, der sich jewo bezüglich der Höherentwicklung der Menschheit verdient gemacht habe.

Und genau deshalb, weil nichts dem Philosophen ferner liegt, als einzelne Menschen zur eigenen Seinsbefriedigung zu beleidigen, wird man ihm gerade das vorhalten, vor allem dann, wenn er allzu offenkundig mal wieder generisch recht hat. (weiterlesen…)

Uhle-Haronen hat auskanalt

Mittwoch, 23. Mai 2012

Uhle-Haronen hat sich wieder bei mir gemeldet und gleich loskanalt wie gschnalzdeppicht.

Beim letzten Mal konnte er noch kein Deutsch, was er aber anscheinend in der Zwischenzeit leidlich gelernt hat.

Er überbrachte folgende Botschaft:

“Du jetzt hasst die Wahl.

Entweder ich oder dein Schreibtich. Avatare stinkig auf dich sinnt. Du viel zu wenig beteln tust. Wenn du das nicht machen bald, wir dich bestrafen. Schicken ätherische Gerichtsvollzeiger. Un nehmen Taback und Bier weck. (weiterlesen…)

Hundsfötter

Dienstag, 22. Mai 2012

Ich muss jetzt auch mal eine Schwäche zugeben, denn das macht ja angeblich sympathisch.

Sie gilt dem Worte “Hundsfott”.

Noch mehr dessen Plural: “Hundsfötter”.

Das muss ich nicht weiter begründen.

Facebook k…. ab

Dienstag, 22. Mai 2012

Die Finanz- und Börsenfrickos sind schon lustig.

Facebook soll 2011 3,7 Milliarden Dollar Umsatz gemacht haben und eine Milliarde Gewinn.

Und dann soll ein derart popeliger Laden 110 Milliarden wert sein. Da haben die Hühner jetzt doch gelacht.

Natürlich heißt es jetzt auf einmal, dass keiner, der noch alle Tassen im Schrank habe, die Papiere gekauft hätte.

“Soziales Netzwerk” heißt das Teil.

Mein Sohn war vier Wochen dabei und ebenso schnell kuriert.

Denn da hatte ihn schon ein Mitschüler derart verleumdet, dass ihm der Spaß am Sozialen verging.

Ich denke, das Ding wird nicht über lange implodieren. (Liebe facebook-Freunde von zeitgeist Print & Online: Uns wird es dann immer noch geben, und Ihr dürft uns desfalls selbstverständlich weiterhin mögen.) (weiterlesen…)

Ausgewogenheit? (III)

Dienstag, 22. Mai 2012

Jetzt habe ich ein paar Stunden im Stupor verbracht und bin wieder ganz brav und ausgewogen.

Das heißt, ich werde die CDU weiterhin nicht wählen, weil das gemein gegen die Grünen wäre und umgekehrt.

Ich werde heute auch mein Bierglas nicht spülen, wegen der armen Umwelt.

Und wenn mich ein Bandit ausrauben will, werde ich ihm freundlichst erklären, dass er sich doch keinen solchenen Stress machen möge und ihn zu meiner Bank begleiten, um für ihn einen Kontokorrent zu beantragen.

Ich habe sogar erwogen, mal ins Puff zu gehen, damit die Huren in der Altstadt nicht darben müssen. Das habe ich dann aber verworfen, weil ich ja die vielen, für die meine Lenden nicht hinreichend, übelst diskriminierte. (weiterlesen…)

Ausgewogenheit? (II)

Montag, 21. Mai 2012

Wenn ich mir recht überlege, was selbst der Besten welche, die ich kenne, mir im Zusammenhang mit der sogenannten “Ausgewogenheit” raten, verliere ich fast schon ganz die Lust daran, mein Grundtrotz kommt hinzu, noch irgendeinen auswiegenden, sprich balsamierenden, netten, fröhlichen Gutmenschentext zu schreiben.

Vielleicht muss ich mir sogar jede schriftstellerisch zugegebene, gar noch beförderte Fröhlichkeit verbieten, da ich wahrnehme, was da angesonnen.

Ich soll also Rücksicht auf jede Bet- und Bettelkrücke hinter dem Schwulenpartykonvent von Sankt Pölten nehmen, während Israel mit Atomwaffen herumfuchtelt und Fukushima weiter durchschmurgelt?

Da die Leute es ja nicht ertragen könnten, zu lesen, was ist? (weiterlesen…)

“Ausgewogenheit” – ?

Montag, 21. Mai 2012

Vorhin sagte mir jemand, dessen Urteil ansonsten für mich zählt, es gehe ja bei allem Schreiben (selbst meinem und gerade bei jenem) um “Ausgewogenheit”.

Er meinte es zweifelos gut mit mir.

Sein Ding war, knapp gesagt, dass man doch besser auf jeden Artikel hin, der hart sei, auch mal wieder einen bringen solle, der die Gemüter besänftigt, zeigt, dass man kein totales Monster sei.

Der Gedanke ist nachvollziehbar, augenscheinlich nicht verkehrt: aber eben doch grundverkehrt.

Denn letztlich läuft er darauf hinaus, dass man – nein, den “man” kenne ich nicht, und es war ja auch ich gemeint – sich immer wieder beim Es anbiedern müsse.

Also zwischendrein gezuckerte Wattebäuschchen verteilen, auf dass man dann mal wieder sein klein Knittelchen auspacken könne, ohne dass man als manischer Dauerstinksiefel auffiele.

So funktioniert Philosophie nicht. (weiterlesen…)

Der Königin Rüge

Montag, 21. Mai 2012

Heute morgen bestellte mich die Königin ein und tadelte mich schwer.

Sie meinte, ich versähe meinen Dienst zwar zweifellos stets mit höchster Hingabe, lasse aber dabei immer wieder den nötigen feierlichen Ernst gerade dann vermissen, wenn es auf ebendiesen besonders ankomme.

Sie ließ es auch nicht gelten, als ich erwiderte, dass doch jeder Hof eines Narren bedürfe. Sie meinte, dass der königliche Stallmeister ja nicht auch noch dauernd vermeinen könne, nebenher den Narren zu geben.

Mein darauffolgendes Gesuch, die Stallmeisterei abzugeben und stattdessen Narr im Hauptbehufe zu werden, lehnte sie brüsk ab. (weiterlesen…)

Dem Nachwuchse (IV)

Montag, 21. Mai 2012

Ihr dürft in Eurer Sprache ebensowenig berechenbar sein, wie in Euren Reaktionen, Eurem Denken selbst.

Wenn Ihr berechenbar seid, werdet Ihr auf kurz oder lang von einem Irgendjemand in der Pfeife geraucht.

Dabei ist Unberechenbarkeit nicht mit Unstetheit zu verwechseln; denn dies, egal was man Euch weismachen will, sind zwei völlig verschiedene Dinge.

Muss ich das noch erklären? (weiterlesen…)

Vom Maße und dem Rest

Sonntag, 20. Mai 2012

Die Freudfähigkeit ist das Maß. Der Rest lügt.

Erwortung – Dem Nachwuchse (III)

Samstag, 19. Mai 2012

Ich weise zunächst auf den Vorgängerartikel ‘Writing “For Our Time” ‘ hin, der, sei es mit etwas Mühe, oder eben etwas Hilfe, auch dem Deutschsprachigen entzifferbar sein sollte, wiederhole deshalb hier direkt nichts von dem dort Erläuterten.

Es geht jetzt um Dinge, die Englischsprachige meist gar nicht hören und noch viel weniger aufnehmen wollen, da für sie Englisch schlicht (Ausnahmen gewährt; ich kann auch boshaft sein, liebe Angelsachsen, denn Ihr zerbombt mein Land, meine Landsleute, meine Sprache immer noch nach Lust und Laune, zum Spaße) alles ist, was Englisch ist.

Also, dass Etymologie eine lustige kleine Spielwiese von ein paar Sprachwissenschaftlern in Oxbridge sei, ansonsten aber ein eitles Betätigungsfeld, da alle Sprachen der Welt ohnehin nur darauf hingesteuert hätten, dem Englischen als Eunuchen zu dienen, bis dass dieses seine vermeintliche, selbstverständliche globale Omnipotenz erlangt, von Gott vorherbestimmt, eingenommen habe.

Wer das einzelne Wort nicht schon von seiner Herkunft bestimmt zu achten willens, wird lediglich intuitiv schreiben. Manche können das, eingestanden, trotzdem ziemlich gut.

Gleichwohl ist das Studium der Wortentwicklung durch die Sprachen und Zeiten ein Ausbildungsbehuf der gewichtigsten Art; dies nicht nur, um Tiefenschichten der Semantik erkennen und einsetzen zu können, sondern auch ob der Zersprechfähigkeit wider jene, die zu übelen Zwecken Schindluder mit der eigenen Sprache treiben, ihnen also gewitzigt wie eiskalt auf den Punkt entgegenzutreten sich zu befähigen. (weiterlesen…)

Writing “For Our Time”?

Samstag, 19. Mai 2012

If one is gifted for, and does pursue, the writing of good novels, the question if he be writing “for our time” may be secondary. (It was, certainly, not so for Cervantes.)

Not quite the same is true for authors of essays and satire.

If their income is ok, their reputation therewith (or, mostly the same thing, thereby, at least with their wives and relatives), they may not even consider the problem.

Otherwise though, in the half-desert of some reception and little or no money earned, it is, at least for the better, more ambitious ones necessary to ask: “Am I doing this righteously, mainly, just for “our time”?

Or, is it not wiser, apter to this given fate, merely to take up some traits of the ruling zeitgeist, now and then poking some swine-snooted, dough-sooted, picking them nonchalantly up to go for goals beyond the now?

Can we not, should not exactly we, who are given the leisure (or rob it somewhere) to write what doesn’t even pay for wine and cigs, let alone rent and health insurance, give a darned sh.. on what is the latest babble of some petty politician, half-naked celebrity, pseudo-philosophical talkshow nitwit, the bankster whores, the blatant “scientific” lies of the shallow waters of the “expert” circus of the bigshot plutocrat pissoirs? (weiterlesen…)

Krimis für Klein Erna und Hein Blöd

Samstag, 19. Mai 2012

Ab und an schaue ich mir zur Entspannung mal einen Krimi an.

Inzwischen – heute Nacht wurde es mir vollends klar – verliere ich die Lust daran.

Die neueren Krimis bauen fast sämtlich auf Perversen, empathisch gesteuerter Emotio, idiotischem Vorgehen der Ermittler auf, derart, dass selbst bei besten Schauspielern und Einzeldialogen die Spannung bald perdu. (Der Chefermittler unterhält sich gleich hinterm Haus des Erzbösewichts mit der verdeckten Ermittlerin, und wenn das nicht reicht, um sie storyführend in Lebensgefahr zu bringen, setzt er sich selber, allbekannt, in den Wagen wartend vors Anwesen, nachdem sie im Garten mit einem fuchtelnd palaverte, der bereits ins Visier des Beobachteten geraten, schon von seinen Gorillas zusammengeschlagen wurde, und dergleichen mehr.)

Die Polizisten – ansonsten alterfahrene Cracks, hehe – sind so fahrlässig und doof, dass sie den Verbrecher am Schluss bloß fangen bzw. zu überführen vermögen, weil der sie, zunächst unerschütterlich listig und verschlagen, in seiner maßlosen Arroganz für noch dümmer hält, als sie das zu sein durchhalten.

So macht das Ganze – außer es ist Slapstick – keinen Spaß mehr.

Die Drehbuchautoren scheinen nur noch für Idioten zu schreiben. (weiterlesen…)

Prinz Philip lässt grüßen

Freitag, 18. Mai 2012

Die britische Boulevardzeitung Daily Mail hat anlässlich eines jüngst abgesonderten an- bzw. auszüglichen Witzes des Gemahls der englischen Königin, Prinz Philip, der für seine oft schrägen Kalauer eine besondere Form der Berühmtheit erlangt hat, eine kleine Zusammenstellung seiner deftigsten bekanntgewordenen Einlassungen veröffentlicht, deren komplette Lektüre im Original ich durchaus anempfehle und welcher entnommen ich, sozusagen zum Anfüttern, hier ein paar einstelle, der Einfachheit halber gleich in meiner deutschen Übersetzung.

“Sie haben es also geschafft, nicht gefressen zu werden?” (Zu einem britischen Studenten auf Wanderung in Papua Neuguinea, während eines offiziellen Besuchs 1998.)

“Stammen nicht die meisten von Ihnen von Piraten ab?” (Zu Bewohnern der Cayman Islands 1994.)

“Ich würde sehr gerne nach Russland fahren – obwohl diese Bastarde meine halbe Familie umgebracht haben.” (1967, gefragt, ob er die Sowjetunion besuchen wolle.)

“Wie halten Sie die Eingeborenen lange genug vom Schnaps ab, um die Prüfung zu bestehen?” (1995 zu einem schottischen Fahrlehrer.)

“Wenn es vier Beine hat und kein Stuhl ist, wenn es zwei Flügel hat und fliegt, aber kein Flugzeug ist, und wenn es schwimmt und kein U-Boot ist, werden die Kantonesen es essen.” (Zu Versammelten des World Wildlife Fund 1986.) (weiterlesen…)

Nüchterne am Vatertag

Donnerstag, 17. Mai 2012

Treffen am Vatertag zwei Nüchterne aufeinander.

Der eine zum anderen: “Was, Sie begehen den Ehrentag auch trocken? Wieso?”

“Letztes Jahr bin ich auf dem Heimweg beinahe im Straßengraben erfroren, das Jahr zuvor waren meine Börse und meine Brille und die Hose weg, vor drei Jahren haben mich zwei Punker verprügelt, vor vieren sagte meine Frau, dass ich nie mehr nach Hause kommen soll, wenn es nochmal so ausgehe wie dieses Jahr, und vor fünfen schon, und vor sechs Jahren hatte ich das letzte Mal versucht, mit ihr ins Bett zu gehen.”

“Das ist ja noch gar nichts. Ich habe vor sieben Jahren meinen Lappen zum letzten Mal abgegeben, im Jahr darauf ließ meine Frau mir das Sorgerecht entziehen, dann hatte ich meinen dritten Herzinfarkt, vor vier Jahren hagelte es eine Verurteilung wegen schweren Landfriedensbruchs, vor dreien landete ich für ein halbes Jahr in der Geschlossenen, weil der Stechapfeltee zum Aufwärmen zu stark war und das LSD sich als Chrystal Meth herausstellte. Letztes Jahr dann aber folgte wie durch ein Wunder meine endgültige Rückkehr in die bürgerliche Gesellschaft.”

“Ja?” (weiterlesen…)

Hirnschrumpfung: Rennen so schädlich wie Kiffen?

Donnerstag, 17. Mai 2012

Nachdem mein Beitrag “Gott als Ersatzbuhl“, in dem ich erst kürzlich aus dem Verliebtsein resultierende Hirnschäden mit religiös verursachten verglich, was, vornehm ausgedrückt, nicht nur begeisterte Zustimmung hervorrief, stieß ich vorhin auf ein mich ebensowenig verwunderndes Ergebnis aus der neurologischen Forschung, laut dem Ulmer Wissenschaftler Wolfgang Freund besagend, dass Extremsportler Hirnmasse abbauen: näheres dazu hier.

Anscheinend, und das verwundert ja nun nicht allzusehr, baut der Körper eben das ab, was er grade nicht oder wenig braucht, und allzuviel Denken muss man ja nun nicht, wenn man nur noch rennt wie ein Gedopter (es mag sogar schaden, denn es kostet ja nicht nur unnötig Energie, sondern mag auch jene Art Trance stören, in der man am besten kaum noch etwas mitkriegt).

Ob an der Studie nun als ermutigend anzusehen sei, dass die Ultraläufer nur 8 % ihrer grauen Masse, also gerade mal ein knappes Zwölftel, auf dem Wege von Unteritalien ans Nordkap am Wegesrand gelassen haben sollen, oder eher nicht, mag Ansichtssache sein; zudem, wie positiv man werten will, dass sich das mysteriöse Ding zwischen den Ohren schon nach acht Monden zumindest rein gewichtsmäßig wieder regeneriert haben soll.

Nun wissen wir denn noch nicht, und das zu untersuchen wäre logischerweise eine Anschlusstudie sinnreich, ob es sich nicht nur quantitativ zu erholen vermochte, sondern auch funktional, das heißt qualitativ. (weiterlesen…)

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