“Seriös” schreiben

Ich will jetzt mal ein bisschen Schreiberlingsstriptease betreiben: Man gönnt sich ja sonst nichts.

Immer wieder ergeht der Vorwurf an mich, ich könne gar nicht “seriös” schreiben.

Dies fällt mir auch – zugegebenermaßen, indes nicht, dass ich es gar nicht hinbrächte, wenn ich das doch mal will – tatsächlich schwer.

Es ist nämlich schon eine ziemliche Qual, irgend “seriös”, also ernst, zu bleiben, wenn die versammelten Schnapsnasen der Politik sich gegenseitig Ehrenbänder für den letzten Ausverkauf des Volkes umhängen, der Bundespräsident in die Kamera blinzelt, wie als ob ein Nacktmull an die Oberfläche gekrochen, Beuys’ Transfettsäurenecke immer noch diskutiert wird, wie als ob man Shakespeare ermordet hätte und nicht – vielleicht – Schiller, man den Lichtgeschwindigkeitsmurks hochhält, wie weiland die katholisch’ Kärch ihre Idiotenerdenscheibe, die Rheinwiesenlager ebenso ausblendet wie das Massenausmordungsbombardement nordkoreanischer Dörfer dunnemals, versucht, uns den Islam als kulturelle Bereicherung Deutschlands einzusingen, jeder Schafsmedienschmierfink dazu süddeutsch zeitungt, man den Iran, moslemisch traurigerweise, ja, aber bei weitem nicht so radikal wie die Saudis, in zweitausend Jahren niemanden überfallen habend, zum Bösewichten des Planeten stempelt, die Banken zu Caritasveranstaltungen hochjubelt und ihnen das Geld dafür so billig gibt, dass sie selbst aus der Zentralbank noch Zinsen rauslassen können, da ihnen das gerade als sicherer erscheint, als mir einen Idiotenkredit zu geben, damit fortfährt, intellektuelle Westentaschenfuzzies wie jenen obgenannten Wulff als Staatsoberhäupter zu führen, kein Grüß Gott kennt, was den Gendermistsprech anlangt, außer, vielleicht, in den Naturwissenschaften, fast nur NWO-Abseimern und -Kriegstreibern die Nobelpreise zuschiebt, meint, anständige Architektur sei, daran gemessen, einfach zu teuer, vegetariert, bis die Kuh vom Felde fällt, den Käs will man aber trotzdem, ja, und, den ganzen 9/11-Schiet immer noch runterbetet, sich seine Terroristen nach Gusto selbermacht, Ritalin in die Kinder pfropft, wie als ob man ihnen damit Gelée Royale gäbe, Stories verzapft, von wegen Heinz Kissinger und Helmut Schmidt seien Benefaktoren der Menschheit, “Frontalunterricht” von gestern, wenn nicht schon fascho, dummbatzt, dass die tripelhybride “Dschurnalisten”-Platte leider immer noch nicht sichtbar wegfliegt, guttenbergt, dass das Papier, frisch ausgebracht, bricht, nein: so lange fällt es mir in der Tat schwer, zu schreiben, wie es meinem Professor wohl – schon damals und bis heute – sehr wahrscheinlich besser gefallen hätte.

Übrigens: Für den, der mich entsprechend dafür bezahlt, eine notwendige Auftragsarbeit wünscht, schreibe ich jederzeit auch “seriös”.

Mehrfach bewiesen.

Dieser Blog aber hat den Namen “unzensiert”.

Schon von daher kann man “Seriöses” hier nicht, oder nur selten, allenfalls ausnahmsweise, erwarten.

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