Ron Paul am Pranger

Die Welt (das gleichnamige Schafsmediengerät) scheint sich, wenn man sich die Kommentare zu diesem Artikel anschaut, in dem Ron Paul schon im Titel beschimpft wird, wie als ob er der Gottseibeiuns persönlich wäre, bei ihren Lesern damit weit überwiegend keinen großen Gefallen getan zu haben.

Es hätte nur noch gefehlt, dass man den bejahrten Gynäkologen, der bei einigen tausend Geburten assistierte, als einen Kinderschänder geschmäht hätte.

Dabei habe ich in den einigen Jahren, da mir dieser Mann bekannt, keine einzige rassistische Äußerung von ihm gehört. Ganz im Gegensatz dazu will er – weit überwiegend schwarze – alle Amerikaner, die nur wegen ungewalttätigen Drogenbesitzes im Knast verschimmeln, amnestieren. Den ganzen Drogenkrieg beenden.

Auch keine schwulenfeindliche: Er sagt, die sollten doch machen, was sie wollen, das gehe ihn nichts an.

Auch keine antisemitische: Es sei denn, man wollte seine Kritik an der Fed, auch an Ben Bernanke, als, korrektermaßen (ich kann es gar nicht oft genug wiederholen: Araber sind Semiten), judenfeindlich, einstufen, weil der nunmal zufällig Jude ist.

Am schlimmsten an diesem Manne (dessen libertäre Ansichten ich keineswegs uneingeschränkt teile, auch seine Forderung nach einer Rückkehr zum Goldstandard nicht) ist wohl, dass er dem amerikanischen Volk die Herrschaft über den Dollar zurückgeben will und überdies auch noch alle US-geführten Kriege beenden, alle ausländischen Militärstützpunkte auflösen, Folter verbieten, keinerlei Mordaktionen der CIA mehr dulden, den Patriot Act aufheben und derlei mehr Menschenfreundliches.

Und, ja, er meint auch, dass Israel sich als einzige Atommacht des Nahen Ostens ohne weiteres selbst verteidigen könne und daher keiner ständigen Unterstützung in Milliardenhöhe vom amerikanischen Steuerzahler bedürfe.

Er will sogar mit Kuba und dem Iran reden und normale Wirtschaftsbeziehungen.

Und – man glaubt es kaum – ausgeglichene Haushalte.

Da muss die Welt, jetzt, da er Chancen zu haben scheint, im US-Präsidentschaftsrennen weiter zu kommen als je zuvor, mit einer völligen Lusche, einem notorischen Lügner, Wahlversprechenbrecher und Totalversager wie Obama in Vergleich geratend, selbstverständlich mehr als nur ein bisschen durchdrehen und hetzen.

Anscheinend ist man beim (handwerklich überdies schäbig betreuten, wie einige Leser ebenfalls bemerkten) “Flaggschiff” des Springer-Verlages gar nicht einmal auf die Idee gekommen, dass man auch Leser hat, die nicht völlig doof sind und sich auch noch aus anderen Quellen als jener informieren, wo der Schafsjournalist schon per Arbeitsvertrag zu einer einseitigen, proisraelischen und proamerikanischen (hier dann eigentlich eher antiamerikanischen) Schreibe verpflichtet ist.

Schön blöd, wenn man die eigenen Leser einfach so für noch dümmer hält, als man selbst seit seiner Geburt, ob nun freiwillig oder auch gezwungenermaßen, ist.

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2 Antworten zu “Ron Paul am Pranger”

  1. Sundance sagt:

    Naja negativ Werbung erhöht auch den Bekanntheitsgrad.
    Davon hängenbleiben wahrscheinlich nur, er ist schwul,kifft , ist für Schwarze und ist ein Feigling, weil er Angst vor Krieg hat.
    Damit bekommt er glatt die Mehrheit.

    Jetzt müssten seine Wahlplakate auch in die Richtung illustriert werden: zeigen ihn gefesselt im Pranger und auf dem Schafott, wo das Feuer das von den Medien entfacht wird.
    Man sollte seine Möglichkeiten immer ausnutzen, wenn die Gegner schon so freundlich waren, ihn in den Medien zu erwähnen.

    Wahlkampf mal ganz anders!

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Sundance

    Ich glaube nicht, dass Ron Paul sich das Kiffen je getraut hat. Der wusste genau, dass er das nicht überstehen würde (in einer Zeit, wo laut SZ Marihuana unter den Rauchhanf gemischt wird). Deshalb hat er sich als Ersatzhandlung mit dem gesamten US-Establishment angelegt, um seinen daherrührenden Minderwertigkeitskomplex zu überspielen.

    Schwul mag er vielleicht sein; aber ich denke, dass er als vielbeschäftigter Gynäkologe einfach zuwenig männliche Patienten hatte, wenigstens mal, um es so richtig krachen zu lassen.

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