Göllers Titten

Vor einiger Zeit übernachtete ich “mit” einem Schwulen (ein sehr netter, kunstsinniger Mann).

“Mit” in dem Sinne, dass wir nächtens in einer Wohneinheit Quartier bezogen.

Daselbst bekam ich, kurz vorm Bezuge der (getrennten!) Bettstätten noch, unschuldig, und, wie es meine Art ist, nichts dabei denkend, mit nacktem Oberkörper einherwandelnd, eines der härtesten Komplimente meines Lebens.

Ich hätte: “echt geile Titten!”

Ich will hier jetzt meine allgemeine Anatomie nicht näher beschreiben, aber davon im Sinne der Sache doch soviel, dass man bei mir schwerlich Bier- oder/und Fresstitten erkennen kann, wie manche Männer sie zweifelsohne herumtragen.

Lediglich eine noch passable, funktionable Brustmuskulatur, die man nunmal braucht, um unter anderem seine Arme irgendwie bewegen zu können.

Ich war jedenfalls bedient.

Und zum Glück so müde, dass ich lediglich etwas von “was sind das für Zeiten” murmelte, nicht länger darüber nachsann und schnell in meinen Schlummer sank.

Hätte der nette Herr wenigstens meinen knackigen Hintern (geht einigermaßen, zumindest wenn ich den Allerwertesten zielführend anspanne) gelobt, oder die straffen Schenkel, meine sonore Stimme meinetwegen, was weiß ich: aber: meine “geilen Titten”!

Er beteuerte auch noch, sie seien wirklich geil.

Omannomann!

Dabei sind meine “Titten” unter meiner neandertalesken Brustbehaarung mit bloßem Auge kaum zu erkennen!

Wahrscheinlich, sagte ich mir anderntags, hast du doch nur wieder einmal was dazugelernt.

Diesmal, was man so alles unter Titten verstehen kann.

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4 Antworten zu “Göllers Titten”

  1. Lesezeichen sagt:

    Hahaha :D

    Magnus, diese story war gerade das Zuckerstückchen in meinem Morgenkaffee. So kann es gehen.

    Also wenn dieser feinsinnige Zeitgenosse vorhaben sollte, Heteros von den Vorteilen des Schwulseins zu überzeugen, sollte er sich vielleicht ein paar bessere Anmachsprüche zulegen.

    Sei ansonsten lieber froh, dass er sich nicht um deinen Allerwertesten gekümmert hat, du hättest dich sonst ggf. bedroht fühlen können. So erging es nämlich dem Ehemann einer Kollegin, der mal völlig unbedarft mit seinem Männer-Kegelklub im September nach Ibiza fuhr. Zu diesem Zeitpunkt war die Insel das erklärte Urlaubsziel für Schwule und sein Kommentar nach dem Urlaub war: “Nie wieder. Da kann man ja als Mann nur mit dem Hintern an der Wand entlang laufen.”

    Böse, böse :)

    Einen schönen Tag nach Deutschland wünscht

    das Lesezeichen

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen

    Nun, ich war mir ziemlich sicher, dass derjenige nicht handgreiflich werden würde: sonst hätte ich mich wohl kaum so fahrlässig halb entblößt.

    Das mit Ibiza habe ich auch schonmal gehört.

    Zudem, dass dort gekokst werde, dass die Nasen qualmen und die Hirne durchschmurgeln.

    Sicher nicht der Ort, an dem ich einmal mediterrane Entspannung suchen werde.

  3. TanjaKrienen sagt:

    Etwas ungelenk und derb das Kompliment, aber: Er ist wohl ein ganzer Mann und hat dich in die weibliche Rolle treiben wollen. Zwei Kinder, das hat schon etwas Mütterliches. Jetzt solltest du angekommen. Bist knapp vorbeigeschrammelt…

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ TanjaKrienen

    Der Mann ist in der Tat kein Weichei.

    Hat früher noch alleine Waschmaschinen auf dem Puckel in den dritten Stock getragen. (Und ist heute noch nicht eben ganz runter. Allerdings, wenn wir schon bei männlichen Titten sind, fällt mir jetzt ein, dass eher er welche hat als ich.)

    Deine Analyse ist wahrscheinlich zutreffend. (Danke für den Hinweis mit der “Mütterlichkeit”, abgeleitet aus den zwei Kindern, die ich nunmal nicht nur bevatern, sondern, soweit man das kann, auch bemuttern muss. Und dem daraus folgenden “in die weibliche Rolle treiben”. Schon wieder was gelernt.)

    Zu Deinem Schlusse allerdings, dass ich “knapp vorbeigeschrammelt” sei, doch meine Widerrede.

    So leicht schrammelt mich keiner. (Es sei denn, er ist Wu-Dang-Kung-Fu-Meister und fällt nach entsprechender Lektion über einen total zerschroteten, blutverschmierten, bewusstlosen Rest Mensch her.)

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