Besatzungsbewegung: Wer entsetzt mein Land?

Irgendwie wird mir, was die Besatzerbewegung anlangt, doch immer mulmiger zumute.

Und zwar nicht nur aus den hier schon mehrfach angesprochenen Gründen: sondern, weil ich, sichtbar hin- und hergerissen zwischen Unterstützung und Kritik, mich selber inzwischen schon wie ein wenigstens halber Idiot fühle.

Das habe ich zugegebenermaßen nicht allzugerne.

Die bisher lautstärkste Forderung z. B., nämlich jene nach einer irgendwie gearteten globalen Bürgergesellschaft, die Friede und Eierkuchen bringen solle, ist nicht nur völlig diffus, sondern auch absolut unerfüllbar.

Ein “One-World”-Geschwafel ersten Ranges.

Anstatt, was not täte, die Souveränität der Völker einzufordern, wird ein utopischer Einheitsmenschenbrei beschworen, erheblich unter der Ägide sinisterster Gestalten.

Wie als ob allen Leuten, die nicht in der Lage oder zu feige sind, klare Fürs und Widers auszusprechen, eine Simpelspielwiese zum Austoben ihres Frusts geboten werde.

Hinzu kommt für mich als deutschem Patrioten, dass es nachgerade lächerlich wirkt, in einem Lande, das immer noch unter Besatzungsrecht steht, wider welches die UNO-Feindstaatenklausel ungebrochen gilt, mit UN-Charta und anderem Schwindel durch die Gassen zu marschieren, noch nicht einmal die eigene elementare Freiheit einfordernd.

Noch nicht einmal Meinungsfreiheit.

Denn die haben wir nicht, solange es den Paragraphen 130 StGb gibt (und andere).

Ich habe daher beschlossen, die Sache weiterhin mit allem mir möglichen Wohlwollen zu begleiten, aber an keiner Demonstration teilzunehmen, solange dort nicht auch für unsere Freiheit in dem einen wie dem anderen oben angesprochenen Sinne das Wort erhoben wird.

Wer nicht einmal für die Freiheit der eigenen Kinder einsteht: Wie will der für die Freiheit der ganzen Menschheit stehen?

Für die Freiheit von irgendwem?

Verzweiflungsglobalisierungsforderungen von “unten”.

Nichts könnte denen, die jede Bastion der Selbstheit schleifen wollen, mehr in die Hände spielen.

Somos Espanoles! (Die Tilde über dem “n” habe ich grade nicht hingekriegt.)

Wir sind Schweizer!

Island gehört nicht den Banken!

I am a free Englishman!

Siamo Italiani!

La France: C’est la France!

So müssten – Völker hört die Signale! – die Sprechchöre zuallererst lauten!

Dann lernten die Allfinanzvernichter wirklich das Fürchten!

So aber, fürchte ich, wird all das entweder erbärmlich zerbröseln oder/und gerade noch erst recht Feuer unter den Völkerzerkochungskessel schüren.

Deswegen werde ich aber erst recht auf die nächste Anti-Euro-Rettungsschirm-Demo gehen.

Denn da gibt es ein konkretes, berechtigtes Anliegen.

Mit Grünen, Jusos und Linken, die schon vor der Demo Sorosschampus gesoffen haben, hinterher mit Bernanke-Häppchen abgefüttert, gehe ich weder auf die Königstraße noch die Zeil noch die Kö noch den Kudamm.

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22 Antworten zu “Besatzungsbewegung: Wer entsetzt mein Land?”

  1. Gundi sagt:

    Huhu Magnus,

    Das Ding an sich ist ja, dass die “etablierten” Parteien derzeit nichts anderes machen, als auf unseren Zug aufzuspringen. Ich weiß nicht, wie es in Stuttgart war (hatte noch keine Zeit, Infos einzuholen), aber in Frankfurt, wurde, wie berichtet, ganz deutlich klargemacht, dass die Parteien das Vertrauen nicht mehr erhalten. Ich konnte nun 3 Tage lang, den stetig wachsenden Zulauf aus der Bevölkerung beobachten und ich denke ein neues Bewusstsein jeseits der Parteien entwickelt sich.

    Wer dein Land entsetzt? Wir alle! Wir alle, die wir auf die Straße gehen. Es ist nichts Verwerfliches, sondern im Gegenteil was Wunderbares, dass dies weltweit geschieht. In New York für Deutschland, in Spanien für Frankreich, in Deutschland für Griechenland. Genau das ist es doch, was diese Welle nicht mehr aufhalten lässt. Die meiner Meinung nach beste Umsetzung der Globalisierung. Ich kann die Befürchtung durchaus verstehen, dass wir zu einem Einheitsbrei verkommen. Aber sollen wir tatsächlich unsere Klappe halten angesichts der tatsache, dass in Grichenland die Selbstmordrate in den letzten Monaten ums Achtfache gestiegen ist und viele Kinder bis einschließlich November keine Schule mehr haben? Ignorieren? Oder solidarisch zeigen, genauso wie die anderen Länder das für uns tun? Wir bekommen in Deutschland Botschaften aus allen möglichen Ländern. Unterstützungsschreiben, auf dass wir in unserem eigenen Land stärker werden.

    Es werden hier auf dem Blog derzeit Urteile gefällt, die man eigentlich noch gar nicht fällen kann. Denn all das was du und was auch Tanja ansprach, wird vor Ort rege diskutiert. Diese Bewegung ist im Wachsen und noch lang nicht fertig. Alle Bedenken und Fürsprachen werden toleriert, nur muss man sie auch dort, wo derzeit die Bewegung stattfindet, einbringen und nicht sagen: “Denken die denn auch da und da ran?”

    Und zu guter Letzt: Wir sind eine Welt. Wir sind OneWorld. Wir haben nämlich bisher nur diese eine Erdmurmel, auf der wir uns alle gemeinsam bewegen. Überall werden wir gleichermaßen beschissen! Und nur wir alle können dafür sorgen, dass keiner mehr hungern oder in den Krieg ziehen muss. Und wenns auch Jahre dauert. Wir wollen doch, dass uns alle Informationen zugänglich gemacht werden, von der Vatikanbücherei bis hin zu den neuesten Entwicklungen, die uns regelmäßig verheimlicht werden. Wir alle – ob wir nun in Deutschland, Spanien oder Tokio leben – wollen doch, dass der Mensch nicht mehr als Ressource betrachtet wird. Wir alle wollen doch Finanzmarktspekulationen auf Lebensmittel verhindern, oder? Sind wir da nicht alle gleich? Lasst uns doch eine neue Weltordnung anstreben, in der jedes Volk auch Volk sein darf, aber dennoch alle an einem Strang ziehen, wenn es um Gerechtigkeit, Umweltschutz und Fairness geht!
    Der Kapitalismus vernichtet sich selbst, wir müssen jetzt anfangen, für das Danach zu sorgen. Alle gemeinsam, denn durch die ganze gezielte Spalterei (ob nun die deutsch-deutsche oder die europa-griechische, palästinensisch-israelische usw.) sind wir meiner Meinung nach eher kontrollierbar. Denn so werden Lager geschaffen. Lager, die sich gegenseitig bekämpfen, auf Grund von Blindheit, Fehlinformation und gezielten Anschlägen der ein oder anderen Fraktion. Das ist es was uns so behindert.

    Liebe Grüße

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Gundi

    Ohjessasgottundjemmerah!

    Vatikanbibliothek!

    Das wäre mal was!

    Mehr später!

  3. TanjaKrienen sagt:

    Genau das glaubst du Grüne, die nun mit ein bisschen kritischem Bewusstsein eine leicht modifizierte Rebellion machen möchtest. Ich halte die Griechen-Selbstmordstorys für Sozialkitsch, sowie die Sozialkitschgeschichten plus Tafel hierzulande. Die Griechen haben eine Staatsangestelltenquote von 25% – DAS bedeutet ein Selbstmord des Staates auf Raten für den ich NICHT verantwortich bin. Die Griechen sollen für IHRE Währung allein sorgen, sie müssen austreten und den Wert ihres Geldes auch selbst erwirtschaften. Ganz einfach. Wer für sie auf die Straße geht, zeigt, welch Geistes er/sie ist. DAMIT fängt der Unsinn nämlich an.

    Mitnichten wenden sich die Leute von den Parteien ab, sie gründen nur neue mit noch schlimmeren Inhalten (Piratten). Sie wollen alles okkupieren, ALLES und zwar umsonst. Eine rein neo-kommunistische Revolte in modernem Gewand mit letztlich demselben Endziel. Zudem sind die alten Parteien durchaus adabei.

    Pro Kapiatalismus! Pro Gewerbefreiheit! Pro Eigentum!

    „…jeden Morgen fand man erfrorene Obdachlose auf den Bürgersteigen. Ich konnte gut verstehen, dass sie sich weigerten, die Nacht über in einem Heime zu verbringen, dass sie keine Lust hatten, einen engen Raum mit Ihresgleichen zu teilen; es war ein raues Milieu voller grausamer, stumpfsinniger Menschen…es war ein Milieu, in dem es weder Solidarität noch Mitleid gab – Schlägereien, Vergewaltigungen, Folterungen waren gang und gäbe…“

    Michel Houellebecq

    Dem Norden Europas, wo härter gearbeitet wird, mehr gespart wird, Tannen wachsen und es öder ist und die Bürger im Allgemeinen ein von Verantwortung geprägtes Verhältnis zum Staat haben, steht der Süden gegenüber, wo man Siesta hält, sich erst nach zehn Uhr abends zum Essen setzt, Stiere durch die Straßen getrieben werden und es ein Volkssport ist, die Behörden übers Ohr zu hauen. Uns Nordlichtern wird nun dank der Regeln, die die Eliten aufgestellt haben, die Schuldenlast der Südländer aufgebürdet. Das Problem ist: Ich fühle keine Solidarität mit den Griechen oder den Spaniern.

    Leon de Winter

  4. Lesezeichen sagt:

    Hallo Magnus,

    du schreibst sehr zu Recht:

    “Mit Grünen, Jusos und Linken, die schon vor der Demo Sorosschampus gesoffen haben, hinterher mit Bernanke-Häppchen abgefüttert, gehe ich weder auf die Königstraße noch die Zeil noch die Kö noch den Kudamm.”

    Das ist der sichtbare Haken bei der Geschichte.

    @Gundi

    du schreibst:

    “Lasst uns doch eine neue Weltordnung anstreben, in der jedes Volk auch Volk sein darf, aber dennoch alle an einem Strang ziehen, wenn es um Gerechtigkeit, Umweltschutz und Fairness geht!”

    Das klingt wie eine Auswahl aus einem Bauchladen. Weltfrieden könnte da noch hineinpassen.

    Ich will dich gar nicht verspotten. Die Ansinnen haben ja durchaus ihre Berechtigung. Das Problem ist, dass “die da oben” nur einen Teil der Ursachen ausmachen, während der weitaus größere Teil in der Summe von jedem einzelnen beigesteuert wird. Die Masse macht es eben.

    Hinter jedem Billigprodukt steckt ein Billigjob. Jeder Einkauf beim personalsparenden Discounter treibt Aldi-Brüder und Konsorten höher im Milliardärsranking und kostet ganze Joblevel bis hin zum LKW-Fahrer. Wenn ich mir die Karossen auf den Parkplätzen ansehe, kauft dort nicht die Armut ein.
    Jeder, der sich mit dem Argument “Steuersparmodell” auf windige Anlagen einlässt ist ebenso an der Misere beteiligt, wie jeder, der bei angekündigten gigantischen Zinsgewinnen die Dollarzeichen in die Augen bekommt. Jeder, der im Polyester-T-Shirt gegen die Ölgesellschaften demonstriert und jeder, der für den Bio-Sprit auf die Straße geht. Jeder, der die Altkleider nach Afrika spendet oder sein Altauto nach Afrika oder die Ukraine verscherbelt. Die verpesten dann eben dort die Luft. Jeder, der sich beim örtlichen Anbieter umfassend beraten lässt und anschließend das Produkt im Internet billiger erwirbt, weil dort der Berater eingespart wird.

    usw…usw..

    Will damit sagen, dass diese ganze Demonstration nur die Hälfte wert ist, wenn nicht jeder anfängt , vor seiner eigenen Tür zu kehren. Den job, den ich meinem Nachbarn durch gnadenloses Einsparen wegnehme, kann ich ihm nicht an anderer Stelle wiedergeben.

    In Erfurt z.B. gibt es nur noch 8 Fachbäckereien, aber 220 Selbstbedienungs-Backshops mit Tiefkühlrohlingen aus Asien zum Aufblasen im Heißluftofen. Dort sitzen 400-Euro-Jobber, weil die regulär bezahlten Arbeitskräfte eingespart wurden, damit der einzelne 10 cent am Brötchen spart. Dort kauft nicht die Armut des Landes ein. Es gäbe diese 220 Shops auch nicht, wenn den Leuten ihr Brot etwas bedeuten würde. Es ist nicht nur ein Teil unserer Kultur, das da flöten geht, sondern auch ein wichtiger Baustein der Selbstversorgung. Ein weiteres geöffnetes Tor in die internationale Abhängigkeit.

    Der Bio-Apfel aus Neuseeland ist nicht mehr Bio, wenn er auf meinem Teller liegt. Dann hat er bereits 18000 Meilen zurückgelegt.

    Jeder gräbt mit an diesem Loch. Jeder, der es noch billiger, noch schneller, noch unmittelbarer haben will, der nach dem noch billigeren Tarif sucht, nach dem noch gnadenlos günstigeren Angebot. Jeder, der die self-checkout-Kasse benutzt, anstatt der Kassiererin die Chance zu lassen, ihren Job zu behalten.

    Es ist nicht so, als wären wir alternativlos. Der Druck der Masse in diesem System ist viel gewaltiger, als die paar da oben und so dumm ist das Volk nicht, um das nicht zu wissen. Es ist nur so viel bequemer.

    Es ist richtig, für ein besseres System zu kämpfen. Aber dazu gehört auch, dass man ehrlich zu sich selber ist und mal bei sich anfängt.

    Hugh, ich habe gesprochen :D

    es winkt

    das Lesezeichen

  5. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen

    Auch diesmal weise Worte.

    Von nichts kommt eben nichts.

    (Die Chinesen kennen zwar das Strategem “Aus einem Nichts etwas erzeugen”, aber das ist anders gemeint.)

  6. Jörk Morawietz sagt:

    @ Lesezeichen:
    Billich will ich und Geiz ist Geil und das zu jedem Preis. Ich kann Deiner Einschätzung nur beipflichten.

    @ Gundi:
    Ich weiss nicht genau wie alt Du bist, aber Deine Aussagen hören sich so an, wie sich die Friedensbewegung in den 80′er. Ich habe damals sogar daran teilgenommen; Schweigen für den Frieden und so… . Grundsätzlich ist es ja positiv, dass die Leute ihren Hintern hochkriegen und merken, dass da was falsch läuft, aber ich fürchte die Richtung oder das Ziel ist das falsche. Es ist schon richtig, dass die Banken und Spekulanten usw. mit Unsummen jonglieren. Aber in letzter Konsequenz machen die nur ihren Job. Die Frage ist, was will die occupy-Bewegung den erreichen? Wollen wir Regeln aufstellen, um das zu verhindern? Also noch mehr Kontrolle, noch mehr Staat, noch eine Behörde, noch ein Minister … . Das ist meiner Meinung nach der völlig falsche Weg. Der richtige Ansatz wäre, diesen “bösen” Spekulanten das Geld weg zu nehmen und das geht nur, wenn unsere Angestellten in Berlin, Paris, Washington usw. endlich aufhören würden immer mehr Geld durch neue Schulden ins System zu pumpen. Deshalb denke ich auch, dass die Zeil in Frankfurt oder die Wall Street in Washington der falsche Platz für eine Demonstration sind. Richtiger wäre der Reichstag in Berlin oder der Sitz der EU in Brüssel oder jedes andere Parlament in dem von uns gewählte und bezahlte, ausschließlich für unser Wohl zuständige, Politiker sitzen.
    Um nochmal auf das zurückzukommen was Lesezeichen gesagt hat, @Lesezeichen: “Es ist nicht so, als wären wir alternativlos. Der Druck der Masse in diesem System ist viel gewaltiger, als die paar da oben und so dumm ist das Volk nicht, um das nicht zu wissen. Es ist nur so viel bequemer.

    Es ist richtig, für ein besseres System zu kämpfen. Aber dazu gehört auch, dass man ehrlich zu sich selber ist und mal bei sich anfängt.” fürchte ich, angesichts des jeden Samstag stattfindenden Konsumwahsinns in den Einkaufszentren der Welt, ist die Kage wohl ziemlich hoffnungslos.

    Grüsse aus der Schweiz
    J.M.

  7. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen & Alle

    Es gibt nicht wenige Leute, die, anstatt einfach um die Ecke zum Fachhändler zu gehen, lediglich, um ihrem Zwölfjährigen eine Digitalkamera um circa 100 Euro zum Geburtstag zu kaufen, zwei oder fünf oder zehn Stunden im Internet verbringen, informationshalber, wo welches Teil irgendwie beschrieben und noch drei Euro billiger sei.

    Die finden diese idiotische Form der Zeitverplemperung gar noch cool und lassen jeden runter, der irgendwo einen Cent “zuviel bezahlt” hat.

    Dass man mit guten Fachhändlern, wenn man ohnehin ein bestimmtes Produkt im Auge hat, reden kann, daran wird nicht gedacht.

    Man kann nämlich, setzen wir den Fall, das Teil koste bei diesem 110 Euro, beim günstigsten Netzversender 93 Euro plus Versand, also etwa 100, durchaus reden, sagen: “Geben Sie mir das Ding um 105, und gut ist!”

    Dann hat der immer noch (wenn man denn diesen Schwabenstreich unbedingt braucht) seinen Schnitt gemacht, packt das Teil schön ein und steht bei Problemen jerderzeit zur Verfügung.

    Das ist, bei vielen, Gier gepaart mit Dummheit.

    Und die Eitelkeit spielt noch Trauzeuge bei dieser unseligen Verbindung.

  8. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Jörk Morawietz

    Ja, vor dem Reichstag, in Brüssel, in Bern müsste demonstriert werden.

    Wenn die dort dann offen sagen, sie könnten ja eh nichts machen, ob der unkontrollierbar bösen Banken, dann gehören sie eben weg.

  9. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Gundi

    Ich will Konkretes.

    Wie ich schon deutlich machte, halte ich das Aufbrechen der Vatikanbibliothek, das Du anregtest, schonmal für ein sinnvolles konkretes Anliegen.

    Ebenso, dass die sogenannte “Bioverspritung” zum Ende zu bringen gefordert würde.

    Und dass alle ausländischen Besatzer aus meinem geliebten Vaterlande abzuziehen also höflich wie bestimmt aufgefordert würden.

    Und dass kein deutscher Cent mehr gen UNO gehen solle, solange die Feindstaatenklausel nicht abgeschafft sei.

    Und dass dort immer noch kein Cent hingehen dürfe, solange man von dorther Angriffskriege wie jüngst gegen Libyen befördert.

    Und dass der Genderdreck enden müsse. Sprachlich wie ohngeistig.

    Und dass man, solange Privathubschrauber erlaubt sind (wofür ich bin), auch Glühbirnen erlauben müsse.

    Und dass die Klimahatz beendet werde.

    Und dass die Trennung von Staat und Kirche konsequent umgesetzt werde.

    Und dass in den Lehrplänen nicht nur Abrahamitismus, sondern auch germanisches Kulturgut drinstehe.

    Und dass eben echte Meinungsfreiheit herrsche.

    Und dass wir uns endlich eine Verfassung geben dürften, wofern wir jene von 1919 nicht behalten wollen.

    Und, und, und…

  10. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Gundi

    Ich will Dir bei allem Respekt für Deinen Mut, Deine Arbeit, Deinen Artikel, auch noch sagen, dass ich, soweit mir bestimmte Mischpoken bezüglich ihres Gebarens geläufig, für meine obigen Anliegen im Sinne elementarer Freiheit und Wohlfahrt auf derlei Demos sehr wahrscheinlich nicht nur wenig Beifall bekäme, sondern womöglich gar noch ziemlich schnell von einer ganzen Meute eine auf die Gosch.

    Sollte es sich anders entwickeln, was Du ja zumindest hoffnungsweis angedeutet hast, so freute mich das sehr.

    Leider kann ich das bisher nicht ansatzweise ernstlich erkennen.

  11. Gundi sagt:

    Hallo ihr Lieben,

    @Tanja: Zunächst einmal möchte ich dich bitten, mich nicht den Grünen zuzuordnen, solange du mich nicht kennst. Danke, denn ich verabscheue es, in irgendeine Schublade gesteckt zu werden. Und wenn schon Schublade, dann bitte in die, wo „Mensch“ drauf steht. Nochmals danke.

    Es kann kein Unsinn sein, wenn man via Protest auf Zustände wie eine stark gestiegene Selbstmordrate aufmerksam macht – und sei es nur als Warnung. Eigentlich ist das Aufgabe der Medien, aber die tun es nicht. Generell sind die Medien, soweit ich das beurteilen kann.
    Fakt ist auch der aktuelle Zustand in Griechenland. Wir können nun nicht mehr die Zeit zurückdrehen und am allerwenigsten brauchen wir heute Vorwürfe gegen das griechische Volk. Vorwürfe sind generell destruktiv.
    Mir geht es nicht um die Wirtschaft dort und ob und wieviele Staatsangestellte die Griechen nun vorzuweisen haben. Mir geht es um die, die durch diese Misswirtschaft der Vergangenheit a.) aufgewacht sind und nun kämpfen, b.) um die, die alles verloren haben, c.) um die Menschen, die auf Grund dieser miserablen Lage ihre Angehörigen verlieren. Mir geht es um den Menschen, und in den hab ich Vertrauen, auf dass er gelernt hat. Vertrauen in den Menschen an sich scheint dir zu fehlen, was nur eine Vermutung ist.

    […]“Mitnichten wenden sich die Leute von den Parteien ab, sie gründen nur neue mit noch schlimmeren Inhalten (Piratten). Sie wollen alles okkupieren, ALLES und zwar umsonst. Eine rein neo-kommunistische Revolte in modernem Gewand mit letztlich demselben Endziel. Zudem sind die alten Parteien durchaus dabei.“[...]

    Woher nimmst du diese Sicherheit, das Endziel der weltweiten Proteste sei der Kommunismus? Kannst du dir keine ressourcenbasiernde Weltwirtschaft vorstellen, in der keine 925 Millionen mehr hungern müssen? Für mehr soziale Gerechtigkeit einzustehen hat weder mit Sozialismus noch mit Kommunismus zu tun. Sondern einfach mit nem gesunden Verständnis fürs Miteinander und Fairness.

    @Lesezeichen:

    Den „Weltfrieden“ nehme ich gerne mit dazu in meinen Bauchladen. Und ich hoffe, ich bekomme viele „Kunden“, die bei mir, bei uns „konsumieren“.

    Deine Argumente sind äußerst schlüssig und ich kann dir nur zustimmen. Und sie sind alle Teil des Problems, was wir auf der Welt haben. Eines führt zum anderen. Um dieses „bei-sich-selbst-anfangen-Bewusstsein“ wachzurütteln, gehen wir auf die Straße. Komm doch mit!
    Wenn man was verändern will, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, sich zu eben diesen Massen zu bewegen und dort seinen Mund aufzutun. Argumente anzubringen anstatt auf den Protestlern rumzuhacken (was du nicht tust, also das rumhacken :D ). Je mehr Input um so mehr Output letztendlich. Gerade diese von dir genannten Argumente sind absolut notwendig in der Bewegung und ich bin mir sicher, dass sie eine Menge Gehör finden werden. Jetzt ist die richtige Zeit dafür.

    @Jörk:

    Um erst mal deine indirekte Frage zu beantworten: Ich bin 35 Jahre jung, Tochter einer Mathe/Physiklehrerin und eines Grenzoffiziers der ehemaligen DDR und habe eine Tochter von fast 15 Jahren. Zur Wendezeit war ich im besten Teeniealter. Ich habe viel von der DDR mitgenommen, aber auch viel da gelassen und kann es auf Tod und Deibel nicht ausstehen, wenn nach 20 Jahren immer noch ob der Ost/Westherkunft differenziert wird. Das soll hier auch nicht mein Anliegen sein. Wer mich auf Grund meiner Vergangenheit und Eltern von vornherein verurteilt, hat eben…was verpasst.
    Um zurück zum Thema zu kommen. Ich bitte dich sehr sehr sehr, die Lage NICHT als hoffnungslos zu bezeichnen oder zu verurteilen, angesichts der Tatsache, dass die Bewegung doch noch im Wachsen ist. Es ist noch nicht mal eine Woche her, dass die Leute weltweit auf der Straße standen, da kann man doch nicht von hoffnungslos sprechen. Und es wird weitergehen, überall. Nicht nur an der Wallstreet, sondern auch dort wo keine Banken, sondern die Regierungen sitzen.
    Die Leute, die jetzt an der Zeil in Frankfurt/M. ausharren, erreichen den Bürger eher dort wo er ist, und sie brauchen viele, um von der Regierung letztendlich gehört und beachtet zu werden. Denn der konsumorientierte Bürger bewegt sich genau dort, warum ihn also nicht genau da „abholen“?
    In Berlin DÜRFEN die Menschen (meines derzeitigen Kenntnisstandes) nicht in der sogenannten Bannmeile vor und um den Reichstag campen, aber sie sind dennoch da. Dort gilt es auf jeden Fall anzusetzen und stark zu bleiben, denn es kann einfach nicht sein, dass das Protestieren gegen die Politik genau an dem Ort wo die Politik sitzt, verboten ist und verhindert wird!
    Und wer mit Lebensmitteln spekuliert, macht eben NICHT nur seinen Job.

    @Magnus:

    Wahnsinn! In deinem vorletzen Kommentar finden sich durchweg Anliegen, die auf die Plakate und Transparente gehören! In jedem einzelnen Punkt stimme ich dir uneingeschränkt zu und wenn du erlaubst, würde ich mir das gern als Material für Flyer abspeichern.

    Und schätzt du die Protestler in Stuttgart tatsächlich so gewaltbereit ein, als dass du dann auf die Gosch bekommst? Wie ist das bei Euch, gibt’s Diskussionsrunden vor Ort? Regelmäßige Zusammenkünfte für Planung, Organisation und Ideenfindung?

    Apropos Meinungsfreiheit und wie wichtig es ist, dafür zu kämpfen. Ganz kurz noch eine Geschichte aus Frankfurt vom letzten Samstag.
    Am offenen Mikrofon kam irgendwann ein Mann zu Wort, der seit über einem Monat gegen die Machenschaften der Großkonzerne protestiert. Und er war bis dato ziemlich allein damit. Er arbeitete, soweit ich das richtig verstanden habe, für ein großes Möbelunternehmen, welches seine Mitarbeiter abhört und ausspioniert. Dagegen begann er vorzugehen und diese Tatsache an die Öffentlichkeit zu bringen und auch seine Meinung, dass es wider dem Schutz der Privatsphäre ist, wenn Unternehmen ihre Mitarbeiter auf diese Art und Weise verfolgen. Als Ergebnis hat er nun die Androhung von 250.000 Euro Geldstrafe, hat die Polizei auf den Fersen und wurde auch von selbiger verprügelt. Des weiteren bekommt er diverse Drohanrufe. Dieser Mann, der also seine Frustration ob dieser Stasimethoden öffentlich kundtut, wird nun seitens des Staates bedroht.
    Er war bei seiner ersten Ansprache am Samstag ziemlich verzweifelt und drohte letztendlich, sich in die Luft zu sprengen, wenn nichts anderes mehr geht. Was natürlich eine Welle der Empörung und der Buh-Rufe auslöste. Aber: er wurde aufgefangen, nämlich genau von denjenigen, zu denen er am Samstag sprach. Sein zweiter Auftritt, den er spendiert bekam, weil ein anderer Redner ihm seine Redezeit spendete, war dann sachlicher und von Gewalt befreit. Und er steht nun nicht mehr allein. Erfolg? Ja!

    Nun denn, das wars erst mal von mir aus Thüringen. Erfurt ist auch mit dabei und genau dort werde ich aller Voraussicht nach am Samstag sein.

    Bleibt mutig, stark und gesund! Und denkt noch lauter!

    Gundi

  12. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Gundi

    Zunächst mal finde ich es stark und gut, dass Du hier bei allem Gegenwind nicht aufgibst.

    Die Forderungen von mir kannst Du selbstverständlich verwenden. (Und gerne auch sagen, von wem sie stammen.)

    Zum “eine auf die Gosch kriegen”.

    In Berlin z.B. könnte ich locker mit einem T-Hemd mit Aufschrift “Bomber-Harris do it again!” herumlaufen, ohne dass mir je etwas geschähe.

    Trüge ich allerdings eins mit Schriftzug “Freiheit für Deutschland!”, so hätte ich bald mit Pöbeln und Prügeln zu rechnen.

    Das mag in Thüringen anders sein.

    Wer Frankfurts oder Hamburgs nicht für Palästinenser oder Tibeter eintritt, sondern zufällig mal auch für die eigenen Leute, kriegt, wenn er nicht so weiblich und hübsch ist wie Du (die deutschen Antideutschen machen da teils noch einen Unterschied, bei anderen wäre ich mir nicht so sicher), im Handumdrehen eins in die Fresse (hochdeutsch für Gosch).

    Das ist leider so.

    Also pass’ auf.

    (Meine ist schon ziemlich verbogen. Aber ich habe bis auf einen noch alle Zähne. Bei Dir wäre es noch darüber hinaus wirklich schade.)

  13. europagläubiger sagt:

    dir (und auch allen anderen kritikern) sollte eines klar sein: laut EU-Recht!!! dürfet ihr für euren unglauben hingerichtet werden! die regierung in berlin hat es abgenickt – Eu-Recht geht vor Nationalerecht…also scheiß auf die verfasssung und das grundgesetz,…menschenrechte…alles überflüssig….

  14. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ europagläubiger

    Jetzt mal langsam.

    Zwar weiß ich sehr wohl um das EU-Unrecht.

    Ich bitte gleichwohl darum – oder vielmehr gerade deswegen erst recht! – , hier nach Möglichkeit halbwegs sauber gehaltene Kommentare einzustellen.

    Dazu gehört für mich auch Groß- und Kleinschreibung.

    Und nicht nur diese: sondern auch insgesamt ein Minimum an Respekt gegenüber den anderen ernsthaften Teilnehmern.

    Es gibt jede Menge Blogs, wo so etwas, ein Geschnodder wie das Ihrige obige, nicht auffällt.

    Dieser hier gehört klariter nicht dazu.

  15. TanjaKrienen sagt:

    Gundi, ich lese den Schwall nur oberflächlich. Entschuldigung, dass ich dich in defensiver Einordnung als Grüne bezeichnete, natürlich ich dich als das was du bist – eine unveränderte SED-Genossin – wahrgenommen. ICH rieche immer, woher etwas kommt, nicht zuetzt, weil das der Grund ist! Du bist also angekommen und die “Opposition” mit dir. Ich sagte es ja schon: Das Ganze ist eine WASG, in der nun auch auch eigentümlich frei (Schäfflers halbgare Erklärung), halb PI und andere “Freigeister” mitmachen.

  16. TanjaKrienen sagt:

    “Dass nicht die Banken, sondern die Regierungen im Wege der exzessiven Kreditaufnahme bei ebendiesen Banken (die deshalb nun wanken) Ursache der aktuellen Finanzkrise sind, scheint sich irgendwie weder via Twitter noch via Facebook zu den jugendlichen Helden des antikapitalistischen Kampfes herumgesprochen zu haben. Sonst würden sie vor den Parlamenten demonstrieren und nicht vor den Banken.”

    Christian Ortner

  17. Jörk Morawietz sagt:

    @ Gundi:
    Zuerst mal danke für Deine Antwort. Ich bin übrigens 44 Jahre alt, ledig und ohne Kinder. Aufgewachsen bin ich im Südschwarzwald und vor 8 Jahren als Steuerflüchtling in die Schweiz “ausgewandert”.
    Ich hoffe, dass ich in meinem letzten Kommentar nicht den Eindruck erweckt habe, irgendwelche Probleme mit Ost und West zu haben. Dem ist nicht so.
    “Und wer mit Lebensmitteln spekuliert, macht eben NICHT nur seinen Job.” Da muss ich Dir widersprechen. Das Spekulieren mit Lebensmitteln mag ja moralisch sehr fragwürdig sein, aber auch hier müssen wir die richtigen Fragen stellen. Wieso ist es überhaupt möglich in diesem Ausmass mit Lebensmitteln zu spekulieren, wieso ist es möglich, dass einige Grosskonzerne (Monsato, Nestle…) weltweit Agrarflächen in grossen Dimensionen kaufen können? Dies wird grösstenteils durch die immensen Mengen an Phanasiegeld ermöglicht, die unsere Regierungen jeden Tag aufs neue erfinden (aktuelles Beispiel ist die Hebelung des EFSF von 440 Mrd. auf 2,2 Bill.). Dazu gehört natürlich auch die sogenannte Politik des billigen Geldes. Unsere Regierungen sorgen mit Hilfe der Zentralbanken für niedrige Zinsen, damit sie selber zu billigem Geld kommen. Aus diesem Grunde ist es auch falsch zu sagen, wir müssen den Bankensektor mehr regulieren. Es gibt keine Wirtschaftsbereich, der mehr reguliert wird als der Finanzsektor. Das beste Beispiel hierfür ist das Entstehen der Immobilienblase in den USA 2008 und die daraus resultierende Finanz-, Banken- und Wirtschaftskrise. Hier hat die US-Regierung die Banken per Gesetz dazu gezwungen, den Zugang für Hypotheken so zu vereinfachen, dass auch Leute ohne festes Einkommen Häuser kaufen konnten. Mir ist natürlich klar, dass die Banken da gerne mitgemacht haben, um Geld zu verdienen, aber wie gesagt, das ist ihr Job.
    Versteh mich nicht falsch, ich bin bei weitem kein Freund von Bankern und Spekulanten, aber die Ursachen für all die Krisen, die wir haben liegen eben nicht bei den Banken, sondern bei den zu unserem Wohle und von uns gewählten Regierungen. Das ist auch der Grund, warum ich Die jetzige Lage als so hoffnungslos betrachte. Fast alle Lösungsansätze, die ich von der Politik, von den sog. Experten, von den Medien und auch von der Strasse höre, gehen meines Erachtens alle in die falsche Richtung. Noch mehr Regulierung, noch mehr Staat und als grösstes Übel von allen noch mehr Zentralismus, also Machtverlagerung nach Brüssel hin zu den Vereinigten Staaten von Europa. Das grösste Übel deshalb, weil Zentralismus, egal in welcher Form und unter welchem Namen (Planwirtschaft, Sozialismus, Kommunismus…)immer zu Unfreiheit, Ungerechtigkeit und Elend geführt hat. Für mich ist der entgegen gesetzte Weg der richtige. Zurück zu regionalen Entscheidungsgremien, dahin, wo ich diejenigen, die für und über mich entscheiden erstens kenne und zweitens auch an sie herankomme, also direkt kommunizieren kann.
    Um es auf den Punkt zu bringen. Für mich sind die Krisen, die wir haben keine Finanz- banken- was auch immer für Krisen, sondern eine Systemkrise. Der Bundestag hat mit 80 % der Aufstockung des EFSF zugestimmt, 80% der Bevölkerung sind dagegen und habe keine Möglichkeit Einfluss zu nehmen. Das hat mit Demokratie und “das Volk ist der Souverän” nichts mehr zu tun.
    Vielleicht sehe ich das Ganze auch zu schwarz. Dir wünsche ich auf jeden Fall viel Erfolg und bewundere Deine Energie. Lass Dich nicht unterkriegen.

    Gruss
    Jörk

  18. Lesezeichen sagt:

    Hallo Gundi,

    du schreibst:

    “…Um dieses „bei-sich-selbst-anfangen-Bewusstsein“ wachzurütteln, gehen wir auf die Straße. Komm doch mit!…”

    Eben nicht.

    Ich habe auf keinem einzigen Plakat gelesen, dass man gedenkt, bei sich selber anzufangen. Ich glaube auch kaum, dass ich mit meiner Einstellung bei den Demonstranten Freunde bekäme. Das mindeste, was man mir dort unterstellen würde, wäre Neoliberalismus. Vielleicht noch die Nazikeule – irgendwie…

    Das Grundproblem der Bewegung ist, dass sie kein wirkliches Ziel hat, auf das sie hinwirken will. Auf Banken einzudreschen ist aktuell ziemlich opportun. Das ist wie mit dem Sack, auf den man eindrischt und immer den richtigen trifft. Deswegen ist es auch für Politiker aller Couleur so leicht, sich davor zu stellen oder hinten anzuschließen. Man gibt sich gesellig, verständnisvoll, viel-versprechend. Ein bisschen Händeschütteln hier, ein mal pling-pling mit der Kaffeetasse da, ein bisschen besorgtes Kopfnicken dort. Ja, ja der einzelne hat’s schwer und die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst.

    Bla, bla, bla

    Wenn es hinterher beim einzelnen ans Eingemachte geht, dann hört der Spaß auf. Spätestens beim eigenen Portemonnaie fragen sich die meisten, ob ihre Solidarität wirklich notwendig ist, oder ob nicht doch besser der Staat das regeln sollte. Die Gelder dafür kann man ja bei den Reichen eintreiben.

    Ich bin übrigens nicht reich. Zumindest nicht finanziell – ansonsten sehr wohl.

    Ich habe durchaus überlegt, ob ich mitdemonstrieren soll, denn diese Demos gab es auch hier in England. Zwar erst in den Anfängen, aber immerhin…

    Ich sehe das Ziel nicht.

    Das Grundproblem ist doch folgendes. Jedes Business lebt von Kunden. Ohne Kunden keine Geschäfte. Das wiederum bedeutet, dass es genügend Kundschaft gegeben hat, die an der aktuellen Lage mitgewirkt hat. Egal in welchem Land. Die Griechen haben ihre Zukunft verfrühstückt, Gelder ausgegeben, die sie nicht hatten. Nun soll die Staatengemeinschaft retten. Gleichzeitig haben ganz viele Griechen ihre Sparguthaben außer Landes geschafft und woanders “angelegt” – möglichst sicher natürlich, man weiß ja nie.

    In den westlichen Nationen hat es genügend Anleger gegeben, die ihre Gelder in diese windigen Hochrisikoanlagen gesteckt haben. Ein gutes Beispiel war dieser Familienvater, der hinterher durch alle Sender tingelte und heulte, weil über 100000 Euro – das Geld, das doch den Kindern gehörte – in Island verzockt waren.

    Dieser Mann hat sich ans Internet gesetzt, hat online die Zinslage begutachtet und sich dann für eine online-Transaktion bei einer Bank – hier in Island – entschieden, die er nicht kannte, wo es nur eine Telefonhotline gab, wo er eigentlich niemanden hat wirklich fragen können. Aber immerhin bot Island ein paar Prozentpunkte mehr als der Rest und ganz nach dem Motto “wird schon stimmen” – hat er diese Online-Transaktion vorgenommen und das Geld versenkt. Selbst schuld, kann ich da nur sagen. Mir fehlt da jedes Mitleid und wenn da noch so viele Krokodilstränen fließen. Die Bank um die Ecke mit dem Sachbearbeiter, der auch noch morgen da sitzt, hätte wahrscheinlich nicht diese Zinssätze geboten, weil ja auch der Sachbearbeiter bezahlt werden muss – ebenso wie seine Kollegen. Im Falle eines Falles aber hätte man den am Schlawickel packen können, wenn etwas schief gelaufen wäre.

    Soll ich jetzt mit diesem unsolidarischen Verhalten Solidarität entwickeln und auf die Straße gehen – sehr wohl wissend, dass die Rechnung für das Desaster meinen Kindern präsentiert werden wird?

    Wieso werden nicht zunächst griechische Bürger zur Verantwortung gezogen, denn diese haben ja auch üppig getafelt, und das meist steuerfrei? Ich meine hier nicht den Kleinrentner oder den Gemüsemann um die Ecke, der selber kaum krauchen kann.

    Wieviel Mitleid muss ich mit denjenigen haben, die bisher die Systeme wunderbar ausgenutzt haben und nun feststellen, wie ihnen die eigene Welle in den Rücken klatscht?

    Warum soll ich mich über die Spionage von Großkonzernen aufregen, wenn ich im Fernsehen mitbekomme, wie öffentlicher Seelenstriptease alla Big Brother, Super Nanny, Ehefrauentausch etc.. absolut geläufig und legitim ist, wenn ich sehe, wie jeder sich bei facebook möglichst bis auf die Knochen auszieht, wenn jetzt sogar eine Hackerpartei an die Regierung kommt? Wer bestimmt denn, wer die guten und die schlechten Hacker sind? Gut und Böse sind keine absoluten, sondern relative Begriffe.

    Die Krankheitsherde sitzen woanders. Da hilft gelegentlich ein Blick in den Spiegel.

    Unsere Tochter hat in ihrem Zimmer im Studentenwohnheim einen Spiegel hängen mit der Aufschrift: You are just looking into the face of the person who is responsible for this room!

    Herzlichst

    das Lesezeichen

  19. Lesezeichen sagt:

    Hallo Tanja,

    findest du ernsthaft, dass PI eine seriöse Informationsquelle ist?

    Lesezeichen

  20. TanjaKrienen sagt:

    Nicht immer, aber das Gegenteil zu behaupten wäre auch nicht richtig. Fakt ist: Das, was als “arabischer Frühling” bezeichnet wird, ist nichts als der islamistische und fundamental geprägte Aufstand der Religiösen und Zukurzgekommenden. Da gibt es keine zwei richtigen Meinung zu. Wie auch zu der Tatsache, dass die Okkupierungsbewegung eine durch und durch linksextremistische ist.

  21. [...] Ebenso klare Worte in Schriftform – u.a. in Verbindung mit der „Occupy-Bewegung“, formuliert von einem Kollegen, der das Rückgrat besitzt, sich trotz der nirgends so sehr wie bei uns eingefahrenen Verortungsschiene  einen „deutschen Patrioten“ zu nennen … Hut ab, vor allem für die Klarheit der zum Ausdruck gebrachten Gedanken. Meiner Ansicht nach passt der Artikel in jeder Hinsicht zu diesem Beitrag, weil er eine – nicht allein aus Sicht „von uns Deutschen“ – zentrale Problematik aufdeckt, die für jeden Aspekt derzeitig zu Problemen und Bedrohungen erklärter Zustände vorrangig zu beachten sein sollte. – Hier also der Artikel von Zeitgeist – unzensiert mit dem Titel Besatzungsbewegung: Wer entsetzt mein Land? [...]

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