Leser Armin hat auf seiner Seite conspirare.net am Montag wieder einmal beispielhaft von den Illusionen geschrieben, mittels derer man die Menschheit zum Gesamtblödmann zu machen trachtet.
(Facebook wird zur rechten Zeit noch ein eigenes Kapitel, aber nicht hier und jetzt.)
Ich freue mich jedenfalls jetzt schon zum wiederholten Male in den letzten Wochen, dass ein Autor – außer Armin war es u. a. Martin Lichtmesz zum Phänomen Breivik (“Norwegian Psycho”) – im Grunde genau das hinschrieb – nun gut, natürlich je in seinen Worten – , was mir im Kopfe herumgeschwirrt war, ich aber aus Unvermögen oder Nachlässigkeit oder Ablenkung oder sonst einem Grunde nicht zu fassen vermochte oder anpackte.
Und es waren ja auch keine nebensächlichen, sondern grundwichtige Themen.
Ich sehe mich ermutigt dadurch, dass Leute den Mut haben, Dinge so klar auszusprechen.
Man versumpft nicht im allgemeinen Jammerbrei, sondern nennt die Dinge beherzt beim Namen.
Man wagt es, sich mit Gott und der Welt und, wenn es sein muss, auch noch dem Teufel persönlich, gar der eigenen üblichen Entourage, gnadenlos anzulegen.
So wächst Kunst.
Und solcher Mut ermutigt, inspiriert.
Ohne letztlich eben doch entmutigend herumzuschreien wie ein Jaik, wie ein Alex Jones, stets mit sülzigem Antinazischaum vorm Maule, werden Dinge so vorgelegt, dass viele Schreihälse, denen das mal sehr gut zu Gesichte steht, sogar schon lieber schweigen.
Hier gilt es stets, an die langfristige Wirkung zu denken.
Erstmal mag man wenig Verständnis und Zustimmung erfahren.
Oft im Gegenteil.
Sich darüber hinwegzusetzen: Das macht den guten Autor aus.
Und alleine der Effekt der Ermutigung anderer kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Selbst wenn es erstmal nur zwei oder drei sind.
Die Bildzeitung wird jeden Tag von Millionen gelesen, und es bringt genausooft nichts.
Und, da ich Alex Jones schon ansprach, solche Autoren unterscheiden sich eben genau von dem, was auch im deutschsprachigen “alternativen” publizistischen Raum große Verbreitung hat: der letztlich marktschreierischen Untergangsblökerei.
Ich für meinen Teil brauche keinen Weltuntergang, um mich endlich besser zu fühlen.
Man kann gravierende Probleme und Verwerfungen auch benennen, ohne dabei anstehende Bürger-, gar Atomkriege herbeizufaseln.
Das mag zwar zunächst weniger Klicks bringen.
Aber es ist richtig.
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Tags: Alex Jones, conspirare.net, Martin Lichtmesz
















Ich pflichte Dir vollends bei!
Jetzt hast Du mir aus der Seele geschrieben.
Das ganze Weltuntergangsgeschrei ist letztlich auch wieder nur ein (bewusstes oder naives) Ablenkungsmanöver.
Ich freue mich auch, dass ich nicht alleine bin. Wir geben uns gegenseitig Mut weiterzumachen – das zu schreiben, dass wir wichtig finden auf die Art, wie wir es für richtig halten.
Ich fühle auch, dass ich mich vermehrt souveräner an Themen ranpirsche(-schreibe), bei denen mir das Schreiben schwerfällt. Gerade kontroverse, schwierige Themen, heikle Themen sind jedoch für mich das letztlich Befriedigenste.
Nur auf einer Ebene sich auszudrücken ist eindimensional, langweilig und letztlich kontraproduktiv. Es geht genauso um Politik wie um Magie, um Physisches wie Geistiges, um Realität wie Spiritualität. Es geht um die Feinde (und Freunde) aussen und die Feinde (und Freunde) innen, sofern es denn echte Feinde gibt, um die Welten Aussen und um die inneren Welten. Es geht auch um Kausalität und es geht um unsere Aufmerksamkeit, um unsere schöpferische Energie, wohin wir sie lenken. So können wir auch Dinge heraufbeschwören, wenn wir sie zu Eindimensional angehen.
Ich lese gern bei Dir, und kommentiere auch oft gerade nicht, weil ich es gerade so stehen lassen will, wie es da steht. Ich hoffe, wir sind nicht einer Meinung immer, denn durch konstruktiven Streit wächst man mehr als durch penetrantes Friede, Freude, Eierkuchen.
Zu Alex Jones – und seinen Nachmachern – ich konnte einige dieser Leute live erleben z.B. an den Bilderberg Treffen, und ich finde, eines zeichnet diese Menschen aus: Arroganz!
Eine Arroganz, mit der ich mich wohl im Grabe umdrehen würde. Und diesen Zustand möchte ich um jeden Willen vermeiden!
Zu den Klicks, beziehungsweise den Leserzahlen: Ich finde, auf die Qualität kommt es an – immer – und nie auf die Quantität. Und in dieser Hinsicht bin ich sehr zufrieden.
Ich hoffe auch, dass Blogs wie unsere noch mehr Menschen inspirieren, sich angstlos, vielschichtig und sozusagen multidimensional “frei” zu schreiben.
Und, wenn man die Magie des geschriebenen Wortes alleine betrachtet (die Idee, dass das geschriebene Wort auch ohne Leser schon eine Wirkung hat), öffnet jedes gut geschriebene Wort eine Türe, eine Ebene hinter dieser Aussage, die sich noch tiefer vorprischt. Je mehr wir sind, die gewissenhaft schreiben, je weniger ist der Einzelne auch verletztlich – und einsam in seinem Schreiben.
@ Armin
Richtig gesagt zählt schon an sich!