Lachen verboten: Ommm

Vielleicht bin ich wirklich schon ein bisschen durchgeknallt.

Denn ich finde die Schriften eines Aleister Crowley, auch “Thought is your Enemy” eines gewissen U.G., inzwischen “witzig”.

Was manche Leute natürlich gar nicht witzig finden.

(Nur nebenbei: Nietzsche fand ich schon immer witzig. Das störte aber bisher keinen.)

Vielleicht empfinde ich mitunter auch gar nicht die Texte selber (außer bei Nietzsche natürlich) als witzig, sondern eher die daran geknüpfte Erwartungshaltung von Jüngern, ich müsse vor denen doch endlich in die Knie gehen.

Die Enttäuschung ist jedenfalls groß, wenn man für derlei Titanen des Geistes nicht die Ehrfurcht mitbringt, die erwartet.

Normalerweise wird man dann erstmal als Flachkopf und Ähnliches beschumpfen.

Wenn man über eine derart vornehme Qualifizierung dann aber herzhaft lacht (keine große Kunst: man weiß ja schon, was kommen wird), dann ist der Spaß auf der anderen Seite ganz vorbei.

Denn man ist es ja gewohnt, dass ein derartiger Anwurf wenigstens irgendwie trifft.

“Du hast ihn gar nicht richtig gelesen!”

“Du hast ihn einfach nicht verstanden!”

Na klar.

Ommm.

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5 Antworten zu “Lachen verboten: Ommm”

  1. Armin sagt:

    “Die Enttäuschung ist jedenfalls groß, wenn man für derlei Titanen des Geistes nicht die Ehrfurcht mitbringt, die erwartet. ”
    Ja, diese Riesenerfurcht, die man ständig darbieten müsste, um für voll genommen zu werden, ist wirklich eine lächerliche Sache.

    Ich kann Deine Belustigung bezüglich Crowley jedenfalls teilen – ich habe den “grossen Meister”.

    Zur Ehrfurcht: Ich sehe nicht ein, wieso man vor Menschen (oder deren Schriften, Aussagen, Theorien etc.) Ehrfurcht empfinden sollte. Egal, wie titanisch sie sind, egal, wie sehr sie vergöttert (!) werden, es sind und bleiben Menschen. Ich bin immer neugierig, aber nie ehrfürchtig. Einfach respektvoll genügt mir. Ich möchte jetzt gar nicht all die Menschen nennen, auf die dies zutrifft (eben alle), um keine sensiblen Seelen zu verärgern.

    Alle Menschen sind menschlich und haben (alle) menschlichen Schwächen in sich. Sie eignen sich weder zum vergöttern, blinden nacheifern noch zur Ehrfurcht, finde ich.

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Armin

    Man rate mal, weshalb es die von Dir (und mir) beschriebenen Schwierigkeiten mit Nietzscheanern oder Konfuzianern praktisch nie gibt.

    Diese beiden Philosophen heischten nicht nach “Ehrfurcht”.

  3. Jonas sagt:

    Das ist der Unterschied zwischen Mündigen und Anarchen, die einen lesen um zu wissen, die anderen lesen weil sie was finden wollen und sei es nur Witzigkeit oder Ehrfurcht…

  4. Lachmann sagt:

    Das ist der Unterschied zwischen Mündigen und Anarchen:

    Der eine liest um zu wissen, der andere liest um zu witzeln oder zu ehrfürchteln…

  5. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Jonas & Lachmann

    Nun, “Witz” leitet sich von “wissen” ab, hiemit einem aus lat. “videre” (sehen) abgeleiteten Präteritopräsens, also “gesehen haben”.

    Dass “Ehrfurcht” sich aus “Ehre” und “Furcht” zusammensetzt, das dürfte jeder schnell gesehen haben, also wissen.

    Dies Wort verrät sich leicht selbst.

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